gedächtnis
hej! mein erster beitrag.hier steht immerüberall dass die vergesslichkeit immer schlimmer wird?stimmt das so,merkt ihr tatsächlich dass es immer MEHR dinge werden? mir ist es teilweise echt unangenehm,wenn freunde erzählen,dass sie mir dinge-die nicht unwichtig sind-erzählt haben.ich sage inzwischen schon,sie sollen mich lieber verarschen statt verstännisvoll lieb u ruhig alles noch mal erzählen.damit könnte ich aber leben ,wenn es aber immer schlimmer wird habe ich echt angst. ach so,ich nehme lamotrigin u ergenyl.hat es was damit zu tun?ein arzt in der klinik sagte mal,dass bei einem anfall weniger hirnzellen absterben als bei einem vollrausch,dann kann es das doch nicht sein,oder?macht ihr was dagegen,sodoku oder sowas?das finde ich allerdings doof. danke schonmal!kAT
gedächtnis
Hallo Kathrin,
sei herzlich gegrüßt. Schön, dass Du zu uns gekommen bist. Was Epilepsie und die damit verbundenen Anfälle am Gedächtnis rührt, ist nur minimal und kaum messbar. Das Flatrate-Trinken zerstört das Gehirn, deshalb sagt man auch, dass jemand seinen Verstand „versoffen“ hat.
Gedächtnisprobleme können mehr in Zusammenhang stehen mit den Mitteln gegen epileptische Anfälle. Beim Eindosieren eines neuen Medikaments ist es möglich und vergeht nach ein paar Wochen. Verdeutlichen kann es sich, wenn die Medikation nicht stimmt. Wenn der Wirkstoff toxisch ist, wenn Medikamente sedierend sind oder nicht regelmäßig eingenommen werden. Dann verfehlen sie die Wirkung, aber die Nebenwirkungen sind da.
Aber auch Behandlungsfehler können dazu führen. Du nimmst Ergenyl und Lamotrigin. Das Lamotrigin kenne ich nicht. Vom Ergenyl weiß ich, dass die vierteljährlichen Blutkontrollen ein Muss sind. Gerade das Ergenyl geht ans Gedächtnis, wenn Du nicht richtig eingestellt bist. Einen Trost gibt es. Selbst wenn man über Jahre ein weniger gutes Gedächtnis hatte, kann man es wieder in Schwung bringen.
Aus dem Grunde erinnere ich an den Facharzt. Ich gehe davon aus, dass Du von einem Facharzt für Epilepsie behandelt wirst. Gehirnjogging aller Art ist eine Möglichkeit, das Einschlafen der wichtigen Zellen zu verhindern. Und es gibt Epilepsie-Formen, bei denen das Gedächtnis mehr leidet als normal. Ich denke an die Temporallappen-Epilepsien. Hier ist meistens ein Hippocampus sklerös, also im Verfall. Der Hippocampus ist die Eingangstür zum Gedächtnis.
Deine Freunde sollten dich so nehmen wie Du bist. Fehlerlos ist niemand. „Wenn niemand fehlerlos ist, heiße ich ab sofort niemand.“ Auch Gesunde sind vergesslich. Das Gedächtnis will bis ans Lebensende trainiert sein. Der natürliche Abbau eines Menschen beginnt mit 20. Das solltest Du denen mitteilen, die heute über dich lachen. Ich wünsche dir gute Besserung.
Viele Grüße
Anton
gedächtnis - Die Gesunden
Kurzer Komentar zu "die Gesunden"
Die sind nur Gesund weil keiner nach einer Krankheit gesucht hat, oder diese ausgebrochen ist. Es gibt Symtome die sich öfters mal zeigen man sie aber nie mit einer Krankheit in verbindung bringt. Warum sollte man damit zum Arzt gehen?
Das sind die Gesunden
Der ehemalige Gesunde
Tom
gedächtnis
Hey kat,
habe auch erst lamotrigin u ergenyl genommen, bis die starken Nebenwirkungen wiedereinmal eingetreten sind.
Habe auch immer sehr sehr viel vergessen und konnte mich garnicht mehr konzentrieren
Habe zum Schluss sehr oft auf Arbeit gefehlt was natürlich garnicht geht. Wurde jetzt zum Glück sehr schnell auf Keppra u Frisium umgestellt und kann mich bzw. konnte mich von einen auf den anderen Tag wieder"wer weiß wie lange" super konzentrieren. Die Wirkung trat wirklich sehr schnell ein. Bin so happy.
Es stimmt leider, viele AE`s schlagen auf das Gedächtnis.
Alles Gute LG
gedächtnis
Der Hippocampus ist die Eingangstür zum Gedächtnis.
Hallo Anton,
mir ist vor rund einem halben Jahr der linke Hippocampus entfernt worden. Ich hatte dort eine Vernarbung - wahrscheinlich schon von Kind / Baby an.
Seitdem bin ich anfallsfrei, jedoch habe ich manchmal das Gefühl, dass mein Gedächtnis (noch mehr) nachgelassen hat, wie sonst.
Die Ärzte haben mir zwar gesagt, dass es sein könnte, aber...
Sonst war es zwar auch, dass ich Sachen vergessen habe, aber wenn mir jemand "ein Stichwort" gegeben hat, war es wieder da.
Seit der OP hab ich oft, dass ich manches total vergessen habe, erst heute war es wieder soweit... mein Mann hatte mich beim Frühstück gebeten, nachher etwas zu machen. Nach ca. einer halben Stunde fragte er mich, ob ich es getan hätte. Ich verneinte und schaute ihn fragend an...
Sonst konnte ich mich wenigstens nach der Frage daran erinnern, dass er (oder jemand anderes) mich um etwas gebeten hatte...
Ebenso ging es mir vor kurzem auf der Arbeit. Ich betreue Jugendliche in der Berufsvorbereitung und ein Jugendlicher sollte sich auf einer Berufsschule für den Sommer bewerben. Er hatte es nicht gemacht. Er behauptete, meine Kollegin hätte ihm gesagt, er solle erst einmal die Berufsberatung abwarten.
Als ich meine Kollegin darauf ansprach, sagte diese, sie hätte ihm das nicht gesagt, sondern dass er sich möglichst schnell dort anmelden soll, da es nach seiner Berufsberatung zu spät wäre... Ich wäre doch bei dem Gespräch dabei gewesen...
Und gerade auf der Arbeit ist es total doof... Ich schreibe mir zwar schon viel auf, aber wenn ich nicht in meinem Büro bin, kann ich es mir auch nicht aufschreiben... ...muss ich mir vielleicht angewöhnen, ständig einen kleinen Block dabei zu haben???
Aber es kommt ja auch nicht immer vor. Manche Sachen behalte ich mir, aber manche eben nicht...
...ist die Frage, ob es vielleicht an irgend etwas liegt (Stress, Müdigkeit...)
Was machst du / was macht ihr gegen eure Vergesslichkeit?? Freue mich auf Antworten!
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
gedächtnis
Hallo Mondenkind,
ich stell’ mich auch noch mal kurz vor. Bin im Juni 2006 am rechten Temporallappen operiert worden. Und ich bin gottseidank noch anfalls- und aurenfrei. Habe praktisch nach dem Eingriff ein neues Leben beginnen können und werde im Juni d. J. bereits 4 in meinem zweiten Leben.
Für die Zeit nach großen Operationen am Kopf ist zwischen den Arbeitsämter, den Krankenkassen und der Deutschen Liga für Epileptologie (DGFE) eine Vereinbarung für Patienten getroffen worden, die Folgendes besagt: Die ersten drei Monate ist man krankgeschrieben, danach fängt man mit einer Drittelstelle an zu arbeiten, dann noch ein halbes Jahr eine halbe Stelle, erst dann muss wieder voll gearbeitet werden. Um den Arbeitgebern Anreize für die Wiedereingliederung ihrer Mitarbeiter ins Arbeitsleben zu geben, können sie Zuschüsse von der Bundesanstalt für Arbeit dafür erhalten. Muss im Voraus beantragt werden.
Bei mir hat es ein Jahr gedauert, bis ich wieder voll arbeitsfähig war. Wir müssen uns das so vorstellen. Bei dem Eingriff läuft der gesamte Liquor aus dem Kopf. Die OP hinterlässt eine große Wunde. Beim herausgesägten und später an alter Stelle wieder eingeklemmten Knochen muss eine Verknöcherung stattfinden, weil sonst ständig Lebensgefahr besteht.
In Deinem Fall ist es eine Besonderheit gewesen. Der linke Hippocampus wird realtiv selten entfernt. Das Gros der Menschen sind geborene Rechtshänder und haben folglich die wichtigen Funktionen links im Gehirn sitzen. Somit ist es einfach, den rechten Hippocampus ohne die Gefahr neurologischer Defizite herauszuholen. In seltenen Fällen, wie z. B. bei dir, war der Hippocampus links sklerös. Dort ist wesentlich größere Vorsicht des Chirurgen geboten. Bei der nächsten postoperativen Kontrolle würde ich die Ärzte darauf ansprechen.
Vielleicht ist es nur das subjektive Empfinden, dass Du vergesslich bist. Die neuropsychologischen Tests werden es nicht bestätigen. Wenn Du vor einem halben Jahr operiert worden bist, müsste bald der nächste stationäre Aufenthalt, Dauer ca. eine Woche, zur großen Nachkontrolle anfallen.
Ich kann aus Erfahrung sagen, dass man erst sehr geschwächt ist. Die Art der Schwäche ist schlecht definierbar. Bei mir ist es im ersten Jahr danach stufenlos immer etwas besser geworden. Nach gut zwei Jahren war erstmals die Wunde im Innern des Kopfes bei den EEG-Messungen nicht mehr erkennbar.
Du hast die Probleme vieler Operierter. Wer das nicht mitgemacht hat, weiß nicht, wovon gesprochen wird. Beispiel: Ein Mann wird nie nachempfinden können, was eine Frau während der Entbindung durchmacht. Genauso ist es bei den ganz schweren, lebensverändernden Krankheiten, ich denke dabei an Krebs, an den Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch nach diesen Traumen kommt es zu einem psychischen Break-down, das heißt, dass professionelle Hilfe angezeigt ist. Was ich sonst noch an Dokumenten liegen habe, die schon oft veröffentlich worden sind, erhältst Du per PN. Ich wünsche gute Besserung.
Viele Grüße
Anton
gedächtnis
Hallo Anton,
vielen Dank für deine Antworten!
Noch mal eine Frage:
Für die Zeit nach großen Operationen am Kopf ist zwischen den Arbeitsämter, den Krankenkassen und der Deutschen Liga für Epileptologie (DGFE) eine Vereinbarung für Patienten getroffen worden
Von dieser Vereinbarung habe ich noch nie gehört und ich wurde dementsprechend auch nicht darauf hingewiesen, dass ich im voraus hätte etwas beantragen können / müssen...
Weißt du, ob ich dazu irgendwo einen Link finde?? Ich habe nichts gefunden...
Schönen Sonntag noch!
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
gedächtnis
Hallo Mondenkind,
ärztlicherseits ist bekannt, dass viele am Kopf Operierte nicht anfallsfrei bleiben, weil sie zu schnell wieder den Hahn zu voll aufdrehen. Durch Stress, durch Ärger, durch Mobbing etc. Hinzu kommen noch die in den meisten Fällen erst nach gut einem halben Jahr einsetzenden psychischen Störungen. Dem Patienten fehlt ohne Anfälle etwas. Viele sind dann erst in der Lage, auf die Zeit mit Anfällen zurückzublicken und sehen erstmals was passiert ist. Die Liste dieser Erkenntnisse ist lang. Einen speziellen Link dafür habe ich nicht. Nach 14 Tagen Klinikaufenthalt und gut 5 Wochen Reha ist mir immer wieder gesagt worden, dass Patienten, die sich zu Hause gleich übernehmen durch Überforderung etc. bald wieder mit Anfällen in der Klinik sind. Man sollte schön nüchtern bleiben und versuchen, das Erreichte zu erhalten. Trotz Anfallsfreiheit sehe ich mich heute immer noch als ein Epilepsiekranker, allerdings als einen ohne Anfälle. Vergleichbar mit dem Alkoholiker. Selbst wenn er schon seit Jahren nicht mehr trinkt, Alkoholiker bleibt er.
Klartext: Den Ärzten ist dieser Zustand bekannt. Die Deutsche Liga für Epileptologie weiß noch besser davon. Da das Arbeitsamt nicht dumm ist und rechnen kann, hat es sich auch in diesem Fall auf einen Deal eingelassen. Es kann doch besser den Arbeitgeber unterstützen als dem Arbeitnehmer volles Arbeitslosengeld zahlen. Bei Nutzung des Programms wird selbst der Arbeitgeber für sein „Entgegenkommen“ noch entschädigt. Förderungen und Mittel für Wiedereingliederung gibt es in vielen Bereichen. Am besten Du erkundigst dich beim Arbeitsamt. Mir liegt vor die Datei einer Dissertation, sie ist zwar umfangreich, es steht auch alles zum postoperativen Verhalten drin.
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=96646284x&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=96646284x.pdf
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen.
Viele Grüße
Anton
gedächtnis
Hallo! Ich habe bis heute morgen noch nie AE`s genommen und seit meinen Unfall Anfang 2009 bin ich total vergesslich! BrittaLü