Sprachstörungen
Hallo
ich habe an dem Tag wo ich Anfallbereit bin oder wenn ich Anfälle bekomme immer leichte bis mittelschwere Sprachstörungen
Ist es normal?
Michi
Sprachstörungen
Hallo Michi,
es kann zweierlei sein. Zum einen die Nebenwirkung der Medikamente, denn viele Antikonvulsiva verhindern das ganz normalschnelle Sprechen. Ich nenne es ein Sprechen in Zeitlupe. Du kannst also nicht so schnell das herausbekommen, was dir auf der Zunge liegt. Und sprichst höchstwahrscheinlich dauerhaft relativ langsam. So habe ich es lange als Folge einer Überdosierung vom Ergenyl erlebt.
Oder Du hängst schon zwischen Aura und fokalem Anfall, der sich dann kurze Zeit später generalisiert. Dann ist es ein Spracharrest, so nennen Ärzte dieses nicht weitersprechen können.
Zu Deiner Frage. Normal ist es nicht. Sollte es normal sein, vielleicht die altersbedingte Bedächtigkeit, wird man kaum etwas ändern können. Bei den anderen beiden Ursachen ist es ein Fall für den Neurologen. Du sprichst von Anfällen. Somit ist ein Besuch dort längst überfällig.
Wichtig ist, dass Du den Ablauf, vom Spracharrest bis zu Anfall, von Dritten aufschreiben lässt und das Dokument mit zum Neurologen nimmst. Daraus kann er wichtige Schlüsse ziehen, die ihm bei der Diagnostik helfen. Ich wünsche gute Besserung.
Viele Grüße und alles Gute
Anton
Sprachstörungen
Hallo
nah für mich ist es normal da das erste was immer oft nicht geht ist das Sprechen manchmal bleibt es auch bei den Sprach Schwierigkeiten.
Die Ursache bei mir ist das meine Ursache warum ich Anfälle habe am bzw. im Sprachzentrum sitzt.
Nah das ist ja auch ein gutes Vorwarnsystem findest du nicht....man kann sich drauf einstellen das was passiert vielleicht.
Gruss
Green
Sprachstörungen
Hallo Michi,
wenn ich einen Anfall hatte, hatte ich auch so zwischen 5 und 30 Minunten Sprachstörungen - kam darauf an, wie stark der Anfall war... ich selber habe es oft nicht gemerkt, dass war dann eher mein Mann oder Freunde oder Ärzte oder ... die mir sagten, dass ich noch nicht richtig sprechen kann bzw. mich unverständlich ansahen.
Es kommt darauf an, wo dann Anfall ausbricht. Bei mir war es am Hippocampus. Weißt du wo bei dir der Auslöser sitzt??
Liebe Grüße & ein schönes Wochenende
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Sprachstörungen
Hallo Michi,
ich hatte vor 9 Jahren meinen 1. und Gott sei Dank bisher einzigen Grand mal. Aber jetzt kommt der Coup: schon 6 Jahre vorher ging ich zum Hausarzt und anschließend zum städtischen Neurologen und klagte über div. Sprachprobleme:
- Wortfindungsstörungen
- plötzlich konnte ich für 10 - 30 Sekunden nicht mehr sprechen
- oder meinen Gegenüber nicht mehr verstehen oder beides
- kompletter Black Out des Sprachzentrums für ca. 20-30 Sekunden
Antwort der beiden Ärzte:"Das ist nur Stress!" Diese Anfälle, von denen ich nun weiß, dass es sich um fokale Anfälle handelt, die mit meiner Epilepsie zusammenhängen wurden länger und mehr, bis zum Grand mal 2001.
Folge: 2 Jahre Fahrverbot und ein Mix aus 3 verschiedenen Medikamenten
- Valpro AL 300 gegen einen erneuten Grand mal
- Keppra 1000 gegen die Sprachstörungen und
- Topamax als Migräneprophylaxe
- eine Reihe unerfreulicher Nebenwirkungen der Medikamente, wie z.B. extreme Müdigkeit!
- einzige "positive" "Nebenwirkung": unbefristete 50% Schwebehinderung nach 2 Jahren gerichtlicher Auseinandersetzung (Gutachten, Gegengutachten, Gegen-Gegengutachten........ - das Ganze nur mit Rechtsschutzversicherung durchzustehen!!!).
Auch ich führe genau Buch: schaukeln sich die Anzahl der Migräneanfälle oder der Sprachaussetzer zu schnell hoch, ist das ein deutliches Frühwarnzeichen für ein paar Wochen Auszeit.....
Grüße, Wolfgang
Sprachstörungen
Hallo Wolfgang,
ich hatte vier Jahre lang Sprachaussetzer von 20-30 Sekunden. Ich fühlte schon im Vorfeld, dass ich in den kommenden Sekunden keine Sprache mehr verstehen oder äußern kann. Einen Arzt hatte ich deswegen nie aufgesucht. Aber die Sprachaussetzer wurden mit der Zeit stärker, Hitzegefühl und Realitätsverschiebung kamen hinzu.
Im Internet bin ich dann auf deinen Eintrag gestossen und mir wurde klar, dass ich vermutlich dasselbe habe. Nach Vorstellung beim Neurologen und Schlaf-EEG bestätigte sich die Vermutung. Inzwischen werde ich auf Lamotrigin eingestellt, was die Anfälle schon jetzt - da ich nur eine kleine Dosis nehme (25-0-25) - schon fast beseitigt hat.
Später stellte sich heraus, dass auch mein Großvater Epileptiker war mit richtig großen Krampfanfällen. Ich habe den Verdacht, dass bei mir die Einnahme der Antidepressiva (Citalopram) die erblich vorhandene Neigung zur Epilepsie erst in Gang gebracht hat.
Danke für deinen hilfreichen Eintrag,
Michaela
Sprachstörungen
Hallo Michi,
die Epilepsie wurde bei mir von einem Meningeom an der linken Schläfe in der Nähe vom Sprachzentrum provoziert. Vor der Entdeckung und dann OP ist es mir passiert, am Telefon plötzlich ein paar Sekunden von einer "verschwommenen Erinnerung" vollkommen blockiert zu sein und nicht zu verstehen, was mein Gegenüber sagte.
Nach der erfolgreichen OP und Absetzung von Keppra nach 6 Monaten kam der erste Sprachausfall: mehrere Minuten lang unfähig mich auszudrücken, obwohl das Gespräch in meiner Muttersprache lief. Allerdings gleichzeitig klar denken und alles verstehen, was gesagt wurde.
Seit ich auf Lamotrigin 125 - 0 - 100 eingestellt wurde, habe ich mehrfach Sprachprobleme erlebt: mich überhaupt nicht oder stammelnd oder nicht in der richtigen Sprache ausdrücken, Gelesenes oder Gesprochenes ein paar Minuten nur als "unförmiges Brei" empfinden. Manchmal mit "Wellen" begleitet.
Dabei immer logisch denken. Der Kontakt nach Außen ist gestört, der "Umsetzer" klemmt wohl manchmal. Jetzt wo ich weiß, daß die Sprache / das Verständnis sowieso sehr kurz danach zurückkommt, nehme ich es gelassener und schäme mich nicht mehr deswegen.
mezeg