1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Friday, 02.04.2010, 02:26 (vor 5984 Tagen)
Hallo,
ich weiß gar nicht, ob ich hier richtig bin, aber das ist mir im Moment eigentlich auch egal. Es geht um meinen Partner, der gerade seinen ersten Gran-Mal-Anfall gehabt hat. Ich weiß, das ist noch keine Diagnose, und im Moment sind die Untersuchungen noch am Laufen. Trotzdem habe ich furchtbare Angst um ihn. Ich habe auch gelesen, dass er keinen zweiten Krampf bekommen muss. Leider kann man das ja nicht genau sagen, und ab und an arbeitet er auch in gößeren Höhen, und irgendwie schleicht da schon die Angst in mir, er könnte dann runterfallen und wer weiß was passiert. Gibt es einen hier, der Erfahrung gehabt hat mit einmaligen Gran-Mal-Anfällen, und danach ist alles wieder okay?
Ich bin wirklich verzweifelt.
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
ines0305, Friday, 02.04.2010, 20:51 (vor 5983 Tagen) @ Sophie40
Hallo Sophie,
ich hatte 2 Grand Mal Anfälle, den einen mit 17, den anderen mit 19. Jetzt bin ich 42, hatte ein Schlafentzugs-EEG vor 13 Jahren, was nur positives brachte.
Ich brauche keine Medi mehr zu nehmen und bin auch nicht mehr gefährdet. Ist aber leider nicht bei jedem so und ein Anfall muss nicht allein bleiben.
Ich kann nur berichten, wie es bei mir war und hoffe für deinen Partner, dass ews bei ihm auch so ausgeht.
LG Ines
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Charon, Friday, 02.04.2010, 23:55 (vor 5983 Tagen) @ Sophie40
Hallo, Sophie
Ich hatte in zehn Jahren drei Grand-Mal-Anfälle, allerdings ist bei mir zu berücksichtigen, dass bisher noch kein Medikament gefunden wurde, welches mich vor Anfällen schützt. Das muss aber nicht heißen, dass die Epilepsie deines Partners ebenso nicht auf Antiepileptika anspricht.
Wichtig ist folgendes: Meine Epilepsie verursacht eigentlich sogenannte "fokale Anfälle" und "Absencen" und keine Grand-Mals. Das heißt, dass es sinnvoll wäre, auch auf andere Arten von Krämpfen oder einen kurzen Verlusst des Bewusstseins zu achten.
Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass das nur ein einmaliger Vorfall war.
Nur nicht den Mut verlieren und liebe Grüße, Charon
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1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Saturday, 03.04.2010, 04:08 (vor 5983 Tagen) @ Charon
Ich danke Euch, Ines und Charon, für die Antworten. Das hört sich doch schon mal gar nicht sooo schlecht an.
Und ja, vielleicht bekommen sie es ja auch mit Medikamenten hin. "Absencen" kenne ich von meinem Bruder. Leider hat er seinen ersten "Grand-mal-Anfall" nicht überlebt, weil er falsch gefallen ist und allein war (ist ins Wasser gefallen). Ich war damals auch gar nicht dabei (logisch), und habe sowas das erste Mal gesehen. Ich muss sagen, ich habe den Krampf nicht als gruselig oder so empfunden, nur als ganz furchtbar, und ich hatte eine panische Angst um ihn, vielleicht auch, weil ich gar nicht damit gerechnet hatte. Allerdings hätte ich gar nicht daran gedacht, auch auf mehrere Anfall-Arten zu machen, werde ich ab jetzt. Vielleicht kommt ja auch niemals mehr so ein Anfall.
Beruhigend ist diese Möglichkeit ja doch sehr, man sucht nach positiven Möglichkeiten, gerade weil am Dienstag die Untersuchungen losgehen, und ich vor dem Ergebnis doch ein bisschen Angst habe.
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
unbekannt, Saturday, 03.04.2010, 10:38 (vor 5983 Tagen) @ Sophie40
Als was arbeitet denn dein Freund ?
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Saturday, 03.04.2010, 11:02 (vor 5983 Tagen) @ unbekannt
Er arbeitet in einem Lager. Das wird wohl auch ein Problem, weil er teilweise nur auf einer normalen Leiter was aus Regalen heraussuchen muss, und das in 2 bis drei Metern Höhe.
Natürlich schätze ich mal, dass er das seinem Chef sagen muss. Auch wenn er nicht will. Ist ja so eine Sache, keiner will seinen Job verlieren. Ich will auch nicht, dass er seinen Job verliert. Aber wenn er da oben einen Krampf bekommt, dann ist die Gefahr halt wirklich gross. Und ich will nicht, dass er ein Risiko eingeht. Lebensumstellung ist angesagt. Schwimmen ist nicht mehr, auch wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass da keine besondere Gefahr mehr ist, aber trotzdem hatte er es einmal, und bevor er ertrinkt, soll er lieber jedes Risiko möglichst vermeiden. Tja. Mir ist er wichtig, nicht das Schwimmbad oder sonstwas.
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
unbekannt, Saturday, 03.04.2010, 11:23 (vor 5983 Tagen) @
Sophie40
bearbeitet von unbekannt, Saturday, 03.04.2010, 11:34
Also ein einzelner Grand Mal ist ja glaub ich auch noch keine Epilepsie.
Würd einfach mal abwarten was die Ärzte sagen.Ich selber als Betroffener (max 2 Grand Mals im Jahr, momentan keine Tabletten) hab jetzt beim Schwimmen nicht so viel Angst.Eher wenns ums Autofahren geht weil da natürlich das Risiko für schwere Unfälle größer ist, man andere gefährdet und auch solche Meldungen manchmal in der Zeitung zu lesen sind.Ist eh verboten ich weiß aber ich würd auch so verzichten aus Angst.
Bin allerdings schon mal von ner Leiter gestolpert. Zum Glück nur Schürfwunden und Knochen angehauen.
Gruß
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Saturday, 03.04.2010, 12:58 (vor 5983 Tagen) @ unbekannt
Ich weiß. Erst beim zweiten Krampf lautet die Diagnose Epilepsie, soweit habe ich es gelesen. Jetzt kann es ja auch nur ein Gelegenheitskrampf sein, und ich hoffe, es wird niemals ein zweiter kommen. Aber mein Bruder ist ja im Wasser gestorben, und der Bach war nicht sonderlich hoch, also sogar ein gesundes Kind wäre wohl rausgeklettert und gut wäre es gewesen. Ich möchte, dass er sich auch selbst schützt, weil ich ihn sehr liebe und auf gar keinen Fall verlieren möchte. Die Gefahr ist immer, aber man braucht sie nicht herauszufordern. Das meine ich. Und in dem Moment denke ich nicht ans Fahren (das ist erst einmal sowieso passé und ein eigenes Auto hat er nicht), sondern an das alltägliche Risiko. Schließlich hatte er ja einen Anfall und niemand kann garantieren, dass er keinen zweiten bekommt. In Watte packen geht nicht.
Aber wenigstens ein bisschen sicher leben schon. Ich kann über eine Autobahn laufen und sagen "Wenn mir was passiert, ist das Schicksal". Mit der hohen Gefahr, es wird was passieren. Ich kann aber auch über eine Ampel gehen. Darum geht es.
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
unbekannt, Saturday, 03.04.2010, 13:21 (vor 5983 Tagen) @
Sophie40
bearbeitet von unbekannt, Saturday, 03.04.2010, 13:26
Gut das mit deinem Bruder hat ich grad überlesen sorry.
Hat der damals Medikamente bekommen ?
Kann ja auch in der Badewanne passieren siehe Rudi Dutschke.Und als Außenstehender sieht man das Risiko auch anders als man selber. Ist mir schon klar.Mir zumindest haben die Ärzte gleich gesagt " Hier haben Sie Tabletten dann gibts keine Probleme mehr "
Die Wahrscheinlichkeit daß es hilft ist bei ner geringen Anfallszahl denk ich auch ganz gut und wenn man auf Nummer sicher gehen will wohl die beste Lösung.
Gruß
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
unbekannt, Monday, 05.04.2010, 16:00 (vor 5981 Tagen) @ unbekannt
Also falls die letzte Frage zu persönlich war nochmal tschuldigung.War der erste , aber soll ja auch Ärzte geben die schon bei Absencen verschreiben.
Muß halt jeder für sich selber beantworten welches Risiko er bereit ist zu tragen.Ich sehs bei vereinzelten GM und gerade wenns der erste ist nicht so groß. Natürlich ist es aber immer da.Auf Klettern und Tauchen hab ich jetzt auch nicht so Lust drauf.Auf Tabletten um das mit relativer Ruhe machen zu können allerdings auch nicht aber ich will andern da natürlich keine Ratschläge geben.
Gruß
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Tuesday, 06.04.2010, 13:03 (vor 5980 Tagen) @ unbekannt
Nein, nein, die Frage war nicht zu persönlich. Ich war nur jeden Tag im Krankenhaus, bin erst abends nach Hause gekommen und bin dann teilweise gleich eingeschlafen.
Mit meinem Bruder war das so eine Sache. Er hatte auch keine angeborene Epilepsie sondern eine erworbene. Schuld daran waren ständige Schläge auf den Kopf mit Bambusstock und sogar Eisenkette. Er bekam auch keine Medikamente, ich glaube, er ist noch nicht einmal je deswegen bei einem Arzt gewesen. Ich kann auch gar nicht sagen, ob er das selbst überhaupt bewußt mitbekommen hat. Sind ja eigentlich so was wie Bewußtseinsstörungen, schon von den Nerven her, aber mein Partner weiß jetzt nichts mehr von dem Anfall, er war einfach weg. Und am Ende hat mein Vater immer nur behauptet, er wäre geisteskrank. Darum war ich ja auch bei meinem Partner so überrascht, wer denkt schon an so einen Anfall wenn jemand noch nie einen Grand-Mal bekam?
Jetzt habe ich halt schon Angst, ich denke aber auch, ich mache mir selbst Panik. Naja, heute gehen die Untersuchungen los, und vielleicht ist es ja am Ende positiv. Will ich doch wohl hoffen. Ein EEG wurde schon gemacht, die Ergebnisse stehen aber noch aus. Wenigstens die Blutwerte gehen wieder hoch. 
1. Gran-mal-Anfall - habe schreckliche Angst
Sophie40, Sunday, 02.05.2010, 18:00 (vor 5954 Tagen) @ Sophie40
Hallo zurück. Mein Partner ist nach seinem Grand Mal aus dem Krankenhaus entlassen worden, alle Untersuchungen waren ohne Befund. Er war noch zwei Wochen krank geschrieben und geht seit einer Woche wieder arbeiten.
Eigentlich dachte ich, es wäre überstanden. Obwohl ich mir jede Menge Sorgen mache, aber bisher dachte ich, ich wäre halt ein bisschen zu panisch.
Anscheinend war der Grand Mal tatsächlich durch Stress ausgelöst worden, alle Zeichen sprechen dafür. So weit so gut. Seit etwa zwei Wochen beobachte ich folgende Anzeichen bei ihm: manchmal bekommt er kaum noch Luft, oftmals fühlt er sich "irgendwie komisch", allerdings nicht so wie kurz vor dem Grand Mal. Er hatte damals ja eine Aura, er sagt heute, plötzlich wäre ihm nicht mehr klar gewesen, ob das nun die Gegenwart oder eventuell die Vergangenheit gewesen wäre, alles war irgendwie wie hinter einem Vorhang. So sei es jetzt aber nicht mehr, sagt er. Nur "irgendwie komisch", und wenn das passiert ist er auch bereit, sich hinzusetzen. Auf jeden Fall hat er Kopfschmerzen, ich denke seit dem Anfall vermehrt, ich kann ja den Verbrauch an Schmerzmitteln sehen, der seitdem angestiegen ist. Auf jeden Fall ist er nicht mehr so ungeduldig und gereizt wie vor dem ersten Anfall, wäre ja ein gutes Zeichen, wenn es keine Vorboten geben würde. Angst machen mir eben seine Kopfschmerzen und sein "komisches Gefühl". Kennt Ihr das in der Art?