Das etwas andere Problem

WhoMadeWho, Thursday, 08.04.2010, 14:33 (vor 5978 Tagen)

Nachdem ich jetzt stundenlang in diesem Forum gestöbert habe, möchte ich euch mal mein 'etwas andere Problem' schildern. Über Anregungen oder Ideen, was ich noch unternehmen könnte, würde ich mich sehr freuen.
Zuerst versuche ich mal meine Gesamtsituation in Kurzform zu schildern.
Ungefähr 2 Jahre nach einem schweren Verkehrsunfall (u.a. mit starker Schädelprellung), erkrankte ich an Epilepsie. Es handelt sich also um ein sekundäres Anfallsleiden. Glücklicherweise ist es eine reine Schlafepilepsie, aber leider in Form des 'Status Epilepticus'.
In einer neurologischen Klinik wurde ich medikamentös perfekt eingestellt und die Medikamente haben meine Erkrankung absolut im Griff, solange ich mich an die Spielregeln halte. Das Einstellung mit Medikamenten erfolgte vor ca. 17 Jahren.
Mein Problem ist eine Folgeerscheinung der Epilepsie (so die einstimmige Meinung verschiedener Neurologen u. Epileptologen, unabhängig von einander).
Das Problem ist meine extreme Schlaflosigkeit, welche sich ca. 5 Jahre nach den ersten Anfällen einstellte und immer krasser wurde.
Mehrere Aufenthalte in Schlaflaboren brachten immer nur eine Erkenntnis: ''Medizinisch gesehen gibt es keinen Grund für meine Schlaflosigkeit, aber ein Zusammenhang mit meiner Schlaf-Epilepsie ist mehr, als nur wahrscheinlich.''
Was alles ausprobiert wurde, alle Therapien, die ganzen Medikamente (auch Umstellung der Epi-Medis) und der Besuch bei etlichen Fachärzten, möchte ich nicht alles auflisten. Auch die ganze hömopatische Schiene ausprobiert und und und.....
Die deutsche Schulmedizin kann mir anscheinend nicht helfen und all die bekannten alten Hausmittelchen schon gar nicht.
Eigentlich stehe ich mit meinem Problem ziemlich alleine da (so fühle ich mich jedenfalls), auch wenn ich als Privatpatient bei den Ärzten immer willkommen bin.
Wenn jemand noch eine Idee hat, wäre dankbar für jede neue Anregung. Auch wäre es von Interesse herauszufinden, ob es Menschen mit dem gleichen Problem gibt.
LG WhoMadeWho

Das etwas andere Problem

Anton, Thursday, 08.04.2010, 16:21 (vor 5978 Tagen) @ WhoMadeWho

Hallo,

es kann an einer Vielzahl von Gründen liegen, wenn Du nicht mehr richtig schlafen kannst.

Sofern es ein unverschuldeter Verkehrsunfall gewesen ist, die gegnerische Haftpflichtversicherung für Schmerzensgeld und Schadensersatz aufzukommen hat, müsste Kausalität zwischen der Schlafstörung und dem Unfalltrauma hergestellt werden. Das setzt allerdings voraus, dass Du dich nicht schon mit einer Einmalzahlung hast abspeisen lassen.

Mich interessiert, welche Medikamente, wieviel davon und zu welchen Uhrzeiten Du sie nimmst. Ferner ist von Interesse, zu welchen Zeiten Du ins Bett gehst. Und morgens aufstehst. Hast Du ausreichend Bewegung am Tag und bist viel an der frischen Luft?

Ist die Epilepsie nur von Neurologen festgestellt worden, oder bist in bei Fachärzten in Behandlung. Es sind entweder Neurologen mit Epilepsie-Zusatzausbildung (Epilepsie-Zertifikat) oder noch mehr an Fachwissen haben die Epileptologen. Sie haben ihren Sitz in den Epilepsie-Ambulanzen oder in den Epilepsie-Zentren. Es gibt nur wenig Neurologen, die eine Epilepsie richtig diagnostizieren und therapieren können.

Ich kann Deinen Unmut gut verstehen. Bei mir ist vor vielen Jahren bei gut eingestellter Epilepsie ein Clusterkopfschmerz ausgebrochen. Nach 16 Jahren Deutschland- und Europabereisung habe ich schließlich eine Klinik gefunden, die mir helfen konnte. Das nur als Beispiel.

Viele Grüße
Anton

Das etwas andere Problem

WhoMadeWho, Thursday, 08.04.2010, 17:36 (vor 5978 Tagen) @ Anton

Hi Anton,
deine Frage zu meinen Prophylaxen ist schnell beantwortet, mir reichen 600 mg Carbamazepin, die ich abends gegen 22:00 Uhr einehme. Die Anzahl an erfolglosen Versuchen, mit Benzos und Barbiturate einen Ausweg zu finden ist lang und machte keinen Sinn, da diese nur kurzfristigen Erfolg brachten. Grund : 'meine Leber baut sehr schnell enorme Toleranzen auf'.
Die verschiedenen Ärzte waren alle sogenannte Spezialisten auf diesem Gebiet und auch durchaus kompetent.
Viel Bewegung und frische Luft, sowie feste Zeiten für die Nachtruhe, änderen nichts an der Schlaflosigkeit. Auch durchaus sinnvolle Maßnahmen unter der Rubrik, 'wie man sich bettet, so..... usw', bringen leider keine Änderung.
Ich war zwar schuldlos in diesen Unfall vewickelt, aber die Möglichkeit meinen derzeitigen Zustand auf den Unfall zurückzuführen, ist nahezu unmöglich, da ich in der Beweispflicht bin.
Gruß WhoMadeWho

Das etwas andere Problem

Green, Thursday, 08.04.2010, 19:36 (vor 5977 Tagen) @ WhoMadeWho

Hallo
ich habe auch viel durch und auch die Hömopathische Schiene wie du Sie nennst.
Nur auch da ist meine Erfahrung gibt es solche und solche.Das beste war ein guter Arzt der auf TCMbasis arbeitet der war einfach klasse nur leider Arbeitet der nicht mit den Kassen...aber für Dich ja kein Problem.
Es gibt auch gute Kliniken die so arbeiten.
Wenn du mir ein E-mail schreibst Adresse oben neben dem Namen kann ich dir weiteres sagen/schreiben.
Die Geschichten mit Schlafhygiene sind dir ja auch bekannt und das es lange
Arbeit ist sich einen anderen Schlafrythmus an zueignen.
Alles Gute

Gruss
Green

Das etwas andere Problem

Anton, Thursday, 08.04.2010, 23:03 (vor 5977 Tagen) @ WhoMadeWho

Hallo,

ich gehe davon aus, dass es ein Verkehrsunfall war. Aus dem Grund hat das mit der Beweispflicht nur wenig zu tun. Wenn Deine Hausärzte sagen, dass Du bis zu dem Unfall ein gesunder Mensch gewesen bist und mit derart Problemen nichts zu tun hattest, ist das ausreichend. Und wenn die Versicherung dann immer noch träumt, muss sie vom Gericht geweckt werden. Und wenn das nicht reicht, muss das Revisionsverfahren sie schütteln.

Es kann doch nicht angehen, dass Du bis zu dem Unfall ein gesunder Mensch gewesen bist und durch die Schuld anderer ins Chaos geräts, das womöglich ein Leben bleibt.

Als Folge kommt noch die nächste Strafe, der Bluthochdruck, der Herzinfarkt und sonstige Krankheiten hinzu, die die Schlaflosigkeit produziert, von der wesentlich schlechteren Lebensqualität ganz abgesehen. Du leidest unter Schlafstörungen u. a. auch durch das beim Unfall erlittene Trauma. Mediziner nennen Deinen Zustand schlicht und ergreifend Posttraumatische Belastungsstörungen. Das ist ein Krankheitsbild, welches nicht unterschätzt werden sollte, unbehandelt führt es schnell zum Tode.

Die späterhin durch das Trauma aufgetretenen Störungen sind in den letzten Jahren erst als Krankheit anerkannt worden, obwohl sie nocht nicht immer als solche behandelt und den gegnerischen Haftpflichtversicherern gern unbekannt sind. Wenn es schlechte Menschen gibt auf dieser Erde gibt, sind es die der KFZ-Haftpflichtversicherer, die die Fragebögen für die Opfer zurechtschreiben. Ich weise darauf hin, dass es die Versicherung einen Dreck angeht, wann und warum Du geboren bist, wieviel Du verdienst und ob Du sonst schon Krankheiten hattest. Du bist lediglich verpflichtet, Angaben zur Sache zu machen. Also Druck machen, bei den Ärzten, damit Du gesund wirst, und bei der Versicherung, damit sie löhnt. Ich wünsche viel Glück.

Viele Grüße und massig Erfolg
Anton

Das etwas andere Problem

WhoMadeWho, Friday, 09.04.2010, 01:00 (vor 5977 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

sicher hast du in vielen Punkten Recht und ich sehe die Sachlage ähnlich. Aber die Tatsache, dass dieser Verkehrsunfall nun schon eine Weile zurück liegt, macht diese Option unmöglich.
Meine Epilepsie trat ja erst ca. 2 Jahre nach dem Unfall in Erscheinung (diese Zeitspanne ist übrigens keine Seltenheit). Die gründliche Suche nach der Ursache für meine Schlafepilepsie, brachte nur das Ergebnis, dass man leichte Vernarbungen an der linken Gehirnhälfte festgestellt hat. Da ich genetisch nicht vorbelastet bin und auch sonst keine anderen Ursachen gefunden wurden, gingen die Ärzte davon, dass diese leichten Vernarbungen der Grund sind.
Anton, selbst zu diesem Zeitpunkt habe ich noch keinen Zusammenhang mit meinem Unfall gesehen (zumal die Schädelprellung nur eine Randerscheinung war). Wann und wo ich mir diese Vernarbungen zugezogen hatte, war mir ein Rätsel. Versteh mich bitte nicht falsch, aber mit Epilepsie hatte ich mich noch nie beschäftigt. Die primäre Verletzung des Unfalls war der Anbruch des dritten u. vierten Halswirbels, mit der Zertrümmerung der dazwischen liegenden Bandscheibe.
Erst in mehreren Gesprächen mit den Ärzten, als ich stationär auf die Medis eingestellt wurde, kam man dann zu dem Schluss, dass es sehr wahrscheinlich von der Schädelprellung kommt, aber zweifelsfrei ist es nicht. Die Ärzte in der Klinik wußten ja gar nichts von meinem Unfall.
Mir geht es auch nicht darum einen Prozess zu führen, ich möchte nur wieder richtig schlafen können. Alles andere ist mittlerweile sekundär.
Schöne Grüße
WhoMadeWho

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unbekannt, Friday, 09.04.2010, 10:49 (vor 5977 Tagen) @ WhoMadeWho

[quote=Anton]Posttraumatische Belastungsstörungen. Das ist ein Krankheitsbild, welches nicht unterschätzt werden sollte, unbehandelt führt es schnell zum Tode.[/quote]


Wieso soll das "schnell" zum Tod führen ????

Das etwas andere Problem

Mondenkind, Friday, 09.04.2010, 16:19 (vor 5977 Tagen) @ WhoMadeWho

Hallo WhoMadeWho,

Was geht in deinem Kopf vor, wenn du wachliegst und nicht einschlafe kannst? Kannst du das irgendwie abschalten? Vielleich durch Hilfe leiser Musik, z.B. Entspannungsmusik oder ???

Hast du es mal mit Entspannungtraining (z.B. Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung) versucht?

Was mir hilft, wenn ich nicht einschafen kann, ist mich auf irgend etwas banales zu konzentrieren, das sind dann so Sachen wie
- Das 1 x 1 im Kopf aufsagen
Hierbei komme ich selten bis zur 5er-Reihe

- 10 weibliche und anschließend 10 männliche Namen im Kopf aufsagen, immer mit einem bestimmten Buchstaben beginnend
Das ist manchmal gar nicht so einfach, hierbei komme ich selten über 2 Buchstaben hinweg

- geht bi mir ebenso gut mit Städten im In- und / oder Ausland

Viele liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Das etwas andere Problem

WhoMadeWho, Friday, 09.04.2010, 18:52 (vor 5976 Tagen) @ Mondenkind

Hi Mondenkind,

deine Idee mit der Entspannungsmusik und auch das autogene Training sind mir bekannt, nur meine Versuche damit Erfolge zu erzielen, waren leider vergebens. Mit der Musik hatte ich das Problem, dass ich anfange auf die Musik zu achten, also sozusagen anfange Musik zu hören. Es gibt ja diese Entspannungs-CDs, nur ich erreiche damit eher das Gegenteil. Viele Menschen schlafen ja auch während einer TV-Sendung ein, mir ist das ein Rätsel, denn ich kann es nicht (konnte ich aber noch nie).
Das autogene Training ist mehr etwas für gestresste u. angespannte Menschen, die dadurch ihren Level senken können. Ich hatte damit überhaupt keinen Erfolg.
Deine Frage, ob ich nicht abschalten könne u. welche Gedankengänge mich hindern einzuschlafen, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Ich gehöre nicht zu den Menschen die sich tagsüber schon Sorgen machen, ob u. wie die nächste Nacht wohl verlaufen wird. Sich auf etwas banales zu konzentrieren oder Schafe zu zählen, nun ja, bei -zigtausend habe ich aufgegeben. ;-)
Auch wenn es meistens sehr lange dauernd, einschlafen kann ich, nur werde ich nach ca. 45 Min. wieder wach und so geht es Nacht für Nacht (Nächte können verdammt lang sein). Im Prinzip reihen sich nur diese kurzen Traumphasen aneinander, der Tiefenschlaf fehlt völlig. Das der Erholungswert einer solchen Nacht gleich null ist, wirst du bestimmt gut verstehen.
Für deine Anregungen möchte ich mich aber bedanken, denn alleine das Wissen, dass sich andere Menschen über meine Lebenssituation Gedanken machen, bringt mir im Moment schon eine ganze Menge.
Schöne Grüße
WhoMadeWho