Mit 39 Jahren nach Unfall Epi? NunTrileptal 300????

BrittaLü, Thursday, 13.05.2010, 22:07 (vor 5942 Tagen)

Hallo Ich bin neu hier und habe folgendes Problem: Ich bin letztes Jahr auf Eis ausgerutscht und auf den Kopf gefallen. Eine Gehirnerschütterung II Grades, seitdem ständige Kopfschmerzen und Vergesslichkeit sind die unmittelbaren Folgen. Etwa zwei Monate später bemerke ich, daß meine Beine einfach so im gehen "weg sind", ich klappe zusammen, einfach so. Beim stürzen bemerke ich den Sturz, und versuche mich abzufangen. Entweder ist das Knie oder auch die Hand hinterher ziemlich verletzt, und nach diesen "Zwischenfällen" bin ich ziemlich müde. Nach den ersten fünf "Zwischenfällen" bin ich auf Anraten meines Hausarztes zum Neurologen.
Der erste Neurologe hat gesagt, daß ich "simuliere",da auf dem EEG nichts zu erkennen ist.
Der zweite Neurologe hat Keppra verschrieben und erst auf mein Nachfragen hin eine Untersuchung mit EEG gemacht, wo aber auch nichts zu sehen ist. Der hat mich dann als stationäre Aufnahme in die Neurologie eingewiesen. Die Ärzte haben per Ausschlußverfahren festgestellt, daß es "Atonische Anfälle" sein können, das EEG und das Schlafentzug-EEG haben schon wieder nichts festgestellt. Nun wurde mir in diesem Krankenhaus von einigen Mitpatienten ein Neurologe angepriesen, der super ist, und sich in meiner Heimatstadt niedergelassen hat.
Da bin ich dann hin, da der zweite mir persönlich nicht zugesagt hat.
Der ist super! Ich fühle mich ernstgenommen, nur halt mit "Trileptal 300" bin ich unzufrieden, gibt es nichts anderes? Ich habe Angst vor Nebenwirkungen. Was passiert wenn ich die einfach nicht nehme? Ist irgendetwas Homöphatisches nicht besser? Ich habe es mit Arnika versucht, die Anfälle wurden besser, aber ganz weg sind sie noch nicht.
Bitte um Antwort!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Mit 39 Jahren nach Unfall Epi? NunTrileptal 300????

Charon, Friday, 14.05.2010, 09:12 (vor 5942 Tagen) @ BrittaLü

Hallo, BrittaLü
Ich würde dir grundsätzlich nicht empfehlen, deine Medikamente abzusetzen. Es besteht ja auch immer die Gefahr, dass sich deine Epi-Krise bei gehäufter Anzahl von Anfällen verschlimmert. Sprich lieber nochmal mit deinem Arzt über eine Umstellung, wenn du immer noch Anfälle hast oder Nebenwirkungen registrierst. Was homöopatische Mittel betrifft, so kann ich nur sagen, versuch's!Aber nimm sie neben deinen gewöhnlichen Antiepileptika. Ich habe eine Weile lang ebenfalls auf Homöopatie zugegriffen, bei mir hat es nur leider nichts geholfen, aber das muss ja nichts heißen;-) . Es schadet zumindest nicht, da eine Unverträglichkeit der Medikamente und der homöopatischen Mittel eigentlich auszuschließen ist.
Ich wünsche dir viel Erfolg, Charon

Mit 39 Jahren nach Unfall Epi? NunTrileptal 300????

Gabrielle, Schweiz, Friday, 14.05.2010, 11:10 (vor 5942 Tagen) @ Charon

Grundsätzlich, sollten wir keine Empfehlung bezüglich Medis geben auch nicht diese eigenmächtig abzusetzen, an deiner stelle würde ich in ener klinik, die sich auf epilepsie spezialisiert hat diese mögliche diagnose nochmals neu abklären.
es ist so das man im eeg nicht alles sieht und es wichtig ist, auch ein mrt zu erstellen und auch andere krankheiten wie diabethes herz kreislauf usw auszuschliessen

lg

Gabrielle

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BrittaLü, Friday, 14.05.2010, 21:14 (vor 5941 Tagen) @ Gabrielle

Der letzte Neurologe hat in Bethel gearbeitet, hat jetzt aber eine eigene Praxis eröffnet. Ich war im Johannesstift, der arbeitet mit Bethel eng zusammen.

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BrittaLü, Friday, 14.05.2010, 21:11 (vor 5941 Tagen) @ Charon

Nun ja, die Keppra habe ich bis jetzt nicht genommen, da ich im Monat nur mal einen Anfall bekomme, die Trileptal habe ich am Dienstag erst verschrieben bekommen, und der Apotheker sagt, er kann sie mir nur sehr schwerlich besorgen, da sie nicht mehr hergestellt werden?!

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Green, Friday, 14.05.2010, 22:12 (vor 5941 Tagen) @ BrittaLü

Hallo
wenn du die Medis nicht nimmst die man Dir verschreibt wie soll dir dann geholfen werden?
Green

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Anton, Friday, 14.05.2010, 17:29 (vor 5942 Tagen) @ BrittaLü

Hallo Britta,

ich habe Deinen Schriftsatz zur Kenntnis genommen und schließe mich weitestgehend den Ausführungen meiner Vorredner an. Sofern ich Möglichkeiten aufzeichne, ersetzen sie keineswegs den ärztlichen Rat.

Das EEG eines Epilepsiekranken kann völlig normal aussehen, obwohl er regelmäßig Anfälle bekommt. Andererseits gibt es Fälle, in denen das EEG starke epilepsietypische Merkmale zeigt, obwohl der Untersuchte noch nie Anfälle bekommen hat. Damit will ich keineswegs die Aussagekraft der EEG-Messung schmälern, sondern sagen, dass das EEG immer nur eine Zeitaufnahme ist.

Nach Stürzen mit Kopfverletzungen, die Deine Symptome zur Folge haben, bietet sich aus meiner Sicht als erstes ein MRT an. Dieses Trauma ist eine typische Verletzung, die zu Spätfolgen führen kann. Aus dieser Sicht müsste ein hochauflösendes MRT klären, dass sich Blutgerinsel nicht anbahnen.

Wenn diese Untersuchung negativ ist, muss das Epileptische erneut geprüft werden. Dazu ist erforderlich, dass Du einen Anfallskalender führst. Das Du regelmäßig die Medikamente nimmst, dass Du die Auslösefaktoren für Anfälle meidest und auch sonst ein solides Leben führst.

Wollte ich die Zahl der neurologischen Erkrankungen hier aufführen, würde es den Rahmen sprengen. Aus dem Grunde haben wir allein für das Gebiet der Nervenheilkunde sogenannte Fachärzte. Für dich kommt in Frage ausschließlich ein Epileptologe. Nur er kann genau definieren, welche Epilepsie Du hast, ob Du überhaupt anfallskrank bist und was die richtige Therapie ist. Alle anderen Ärzte verfügen nur über Grundkenntnisse, sind nicht in der Lage, Deinen Zustand zufriedenstellend zu ändern.

Trileptal (Oxcarbazepin) und Keppra (Levetiracetam) gehören mit den neuen Antikonvulsiva. Beide Mittel sind als leistungsstark einzustufen. Es ist danach noch nichts Besseres auf den Markt gekommen. Ich nehme übrigens Keppra und Trileptal und finde es als Erholung im Vergleich zu einer Reihe anderer Antikonvulsiva.

Es gibt eine Vielzahl Medikamente, die nur in Absprache mit dem Arzt abgesetzt werden dürfen. Meistens sind es Mittel gegen chronische Krankheiten. Wenn der Patient zu Alleingängen schreitet und von heute auf morgen das Mittel nicht mehr nimmt, kann es schlimmstenfalls tödlich enden. Am Fuß meines Beitrags findest Du einen Link, der dich auf dieser Site zu einem meiner Posts führt, in dem ich die wichtigen Punkte für das Verhalten Epilepsiekranker aufgeschrieben habe.

Liebe Grüße und alles Gute
Anton

http://www.epilepsie-online.de/forum/index.php?mode=thread&id=49105#p49113

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Franzi91, Niederbayern, Friday, 14.05.2010, 19:25 (vor 5941 Tagen) @ Anton

hallo,

ich hab nun siet 3 Jahren Epi und kom einigermaßen damit klar.
ich nehm Trileptal (600 a 600) und Keppra (500 a 500)

Meine EEG´s sahen auch ganz normal aus aber jetzt hatte ich wider mal nach dem ich Keppra reduziert hatte einen Grand mal Anfall jetzt bin ich mal wieder in der Klinik und muss schaun ob sie was finden.

Grundsätzlich rate ich nicht davon ab die Medikamente zu redizieren aber ich würds nich ohne ärztliche Beaufsichtigung machen. Ich habs miterlebt und die anderen Mitmenschen kommen ob sie wollen oder nich in Panik da is mir der Arzt doch lieber.

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Anton, Friday, 14.05.2010, 20:16 (vor 5941 Tagen) @ Franzi91

Hallo Franzi,

vielen Dank für Deinen Post. Du hast mit dem Feuer gespielt und bist da fast drin umgekommen. Jetzt ist dir klar, dass das ein Fehler war.

Wenn Du mit Keppra und Trileptal gut mit den Nebenwirkungen klar kommst, solltest Du es dabei lassen. Wenn Du eines Tages mal wieder das Gefühl hast, Medikamente zu reduzieren, sprich es bitte erst mit dem Neurologen ab.

Ich hoffe, dass Du aus dem Fehler gelernt hast und wünsche dir gute Besserung. Gut, dass Du dieses interessante Beispiel vorgetragen hast und jetzt anderen damit hilfst. Wenn Du mal wieder etwas ändern möchtest, schreibe uns doch bitte an.

Liebe Grüße und gute Besserung
Anton

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Franzi91, Niederbayern, Tuesday, 18.05.2010, 08:51 (vor 5938 Tagen) @ Anton

vll. hab ich das nicht geschrieben. glaubst du wirklich ich würd einfach so Medikamente reduzieren?? ne mann so klug bin ich auch dass ich das nicht tue. Das war natürlich mit meinem Neurologen abgesprochen!! und jetz bin ich in der Klinik und das erste was die gesagt haben ist dass ich Keppra wieder etwas reduzieren solle!

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BrittaLü, Friday, 14.05.2010, 21:34 (vor 5941 Tagen) @ Anton

Hallo Anton, das mit dem EEG ist schon klar.
Ich war mittlerweise schon 3x im EKG, auch in der hochauflösenden Form mit Kontrastmittel, aber negativ. Nach dem Ausschlußprinzip wurde im Johannisstift schon gearbeitet. Herz alles ok, sonstige Krankheiten kann man alle ausschließen.
Die Trileptal habe ich gerade erst verschrieben bekommen, Auslösefaktoren meide ich weitgehend, aber im Supermarkt ist mir auch schon mal ein ganzes Regal zusammengestürzt. Ich trinke kein Alkohol, rauchehin und wieder mal ein Zigarettchen, aber sonst ist alles ok. Meine Zubett-geh-Zeit hatte ich vor dem Unfall auch immer um 23.30 Uhr.
Ich hatte schon mehrere Termine in Bethel (Mara) Epilepsieambulanz, aber die wurden kurz vorher von der Arztseite her abgesagt.
Beim letzten mal sagte mein Chef, daß es so nicht geht, Urlaub nehmen, Urlaub rückgängig machen usw. Da habe ich ihn aufgeklärt, daß ich Epi habe usw. Er hat mich gekündigt, weil ich ihm das verschwiegen habe, aber bei der Einstellung hatte ich noch keine Epi. Ihr könnt euch garnicht vorstellen, wie ich diese Krankheit hasse.
Naja, nach der letzten Absage, es war vor zehn Tagen, habe ich ein wenig gemault, da hat mich eine Frau Dr. Müffelmann aus Mara (Ambulanz) angerufen, und hat sich mein Problem angehört. Jetzt hat Sie mir kurz vor Weihnachten ein Termin ohne Aufschiebung angeboten. Aufgeschoben wurde nur, weil der Herr Ebner mich persönlich behandeln möchte, er aber immer Fortbildungen und Seminare besucht.

Ich soll ja nur Trileptal 300 nehmen morgens 1, abends 1.

Abgesetzt habe ich noch gar keine Medi, weil ich noch keine genommen habe.

Mit 39 Jahren nach Unfall Epi? NunTrileptal 300????

Anton, Friday, 14.05.2010, 22:39 (vor 5941 Tagen) @ BrittaLü

Hallo Britta,

eine Epilepsie kann in jedem Alter ausbrechen. Ob unbedingt Kausalität zwischen dem Unfall und der Epilepsie besteht, wird man kaum noch erforschen können. Es sei denn, es gibt noch andere Anhaltspunkte.

Ich kenne das Epilepsie-Zentrum Bethel, bin im Jahr 2006 fast über drei Monate dort gewesen und habe auch heute durch Dritte damit noch zu tun. Bei dieser Klinik haben wir es mit einer der weltbesten Kliniken für das Krankheitsbild Epilepsie zu tun. Und gute Ärzte haben wenig Zeit, was sich durch lange Wartezeiten bemerkbar macht.

Das Johannesstift ist 2007 mit modernster Technik ausgestattet worden. Als Patient bin ich noch nicht dort gewesen. Nachdem ich mich in Mara 2006 erfolgreich einem epilepsie-chirurgischen Eingriff gestellt habe, bin ich im letzten Jahr schon wieder zweimal im Gilead an der Wirbelsäule operiert worden. Andere Kliniken hatten versagt und aufgegeben, da fiel mir Bethel ein. Sie haben mir durch zwei schwierige OP an der Wirbelsäule im September 2009 sehr geholfen.

Herr Dr. Ebner ist der Chefarzt des Epilepsie-Zentrums. Aber auch Dr. Hoppe und Dr. Schulz sind spitze und von ihrem Leistungen einmalig. Wenn ich Bethel so hoch lobe, dann weil ich dort gute Erfahrungen gemacht habe und von Dritten weiß, dass ihnen geholfen werden konnte. Eigentlich kann man sagen, dass alles, was sich Epilepsie-Zentrum nennt, einen hohen Standard in der Epilepsie-Behandlung hat.

Jetzt habe ich weit ausgeholt. Was wollen wir erreichen. Es geht darum, dass Du mit möglichst wenig Nebenwirkungen wieder ein normales Leben führen kannst. Dazu gehört Arbeit und Anfallsfreiheit. Ich beginne mit der Anfallsfreiheit. Ich würde mich an Deiner Stelle auf eine bestimmte Medikation festlegen. Mindestens 6 Wiochen durchhalten und wenn es dann greift und die NW auszuhalten sind, würde ich es so lassen. Ich habe großes Vertrauen zu Dr. Ebner und würde es sofort mit seinem Vorschlag versuchen. Es gibt Leute, die nehmen ein Leben lang Trileptal oder andere Tabletten und werden alt damit.

Zu Deiner Arbeit. Wenn Dein Chef dich als Gesunde eingestellt hat und Du zu Beginn noch keine Anfälle hattest, hat er überhaupt kein Recht, dich zu entlassen. Wenn er dich eingestellt hat, bei der Vorstellung nicht nach Krankheiten gefragt hat, und Du nichts gesagt hast, hat er ebenfalls kein Recht zur Kündigung. Obwohl es im zweiten Fall streitig sein könnte. Genau belegen könnte es die Krankenkasse bzw. der Arzt, der dich das erste Mal gegen Epilepsie behandelt hat. Wegen der Kündigung würde ich einen Anwalt aufsuchen und ihn fragen, ob Du Prozesskostenhilfe erhalten kannst oder nicht. Dann könntest Du ohne Risiko nur gewinnen. Ich wünsche dir viel Erfolg.

Liebe Grüße
Anton