Erfahrungen OP
nicenice, Augsburg, Monday, 14.06.2010, 20:12 (vor 5910 Tagen)
bearbeitet von nicenice, Monday, 14.06.2010, 20:16
Hallo zusammen,
ich habe mich heute für eine OP entschlossen. Und auch schon mit meinem Arzt geredet. Habe aber jetzt schon ein bisschen bammel.
Hatte von euch schon jemand so eine OP? Wie lange wart ihr dann "arbeitsunfähig" wie lange ist der krankenhausaufenthalt? ich möchte so schnell wie möglich meine ausbildung weiter machen.
Bitte erzählt mir eure erfahrungen. Wie ist das dann eigentlich, wenn man dann anfallsfrei ist, ist man dann kein epileptiker mehr? muss man dann trotzdem weiter medikamente nehmen? werden die haare da abrasiert?
Danke schon mal!
Erfahrungen OP
Mondenkind, Monday, 14.06.2010, 22:57 (vor 5910 Tagen) @ nicenice
Hallo nicenice,
ich habe mich heute vor genau 9 Monaten operieren lassen. Seitdem bin ich anfallsfrei (letzter Anfall 3 Tage vor der OP, vorher hatte ich jede Woche ein bis zwei Anfälle).
Ich habe mich in der Uniklinik Bonn operieren lassen, von dem her kann ich nur von dort sprechen.
Ich bin Freitags zur allgemeinen Absprache schon mal hin. Sie haben mir "Markierungen" am Kopf gesetzt (es wurden nur die unteren Haar abrasiert, wenn es jemand nicht weiß, fällt es gar nicht auf - ich habe etwa schulterlange Haar), dann gab es ein MRT ... und nochmal Besprechung. Dann bin ich wieder nach Hause und Sonntagabend wieder nach Bonn. Meine OP war dann Montag. Aus dem Krankenhaus raus bin ich eine Woche später, den Dienstag.
Nach weiteren zwei Wochen bin ich dann für 4 Wochen in eine Reha (kann ich dir nur empfehlen!).
Ich war dann noch bis Ende des Jahres arbeitsunfähig geschrieben.
Im Januar habe ich dann mit 4 Stunden angefangen zu arbeiten, im Feburar dann 5 und im März 6 Stunden. Im April habe ich dann länger versucht zu arbeiten, habe aber gemerkt, dass ich mich irgendwann nach 6 bis 7 Stunden nicht mehr konzentrieren kann... (mir ist der linke Hippocampus entfernt worden, man hat mir angekündigt, dass dies eine der "Nebenwirkungen" der OP sein kann...)
Ich rate dir, dich nicht unter Druck zu setzen. Ich habe schnell gemerkt, dass es nichts bringt...
Wenn du ein Jahr "wiederholen" musst bei der Lehre ist es zwar unangenehm, aber dein Arbeitgeber sollte hierfür Verständnis haben.
Weiß dein Arbeitgeber, dass und warum du dich operieren lassen willst? Was für eine Ausbildung machst du und im welchem Lehrjahr bist du??
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Erfahrungen OP
nicenice, Augsburg, Tuesday, 15.06.2010, 10:59 (vor 5910 Tagen) @ Mondenkind
Hallo Mondenkind,
danke schon mal das du mir geantwortet hast, vorallem so umfangreich.
ich weiss leider noch garnicht wie lange es sich bei mir hinzieht. Momentan geh ich auch noch weiterhin in die arbeit. ich habe ein bis zwei mal tägl. mindestens einen anfall.
Mein Arbeitgeber weiss das ich diese krankheit habe (hat auch verständnis dafür), aber er weiss noch nicht das ich mich operieren lassen möchte. das werde ich ihm bzw. meinem ausbilder am kommenden donnerstag sagen. ich weiss garnicht wie ich es ihm erklären soll. ich habe angst meine lehrstelle zu verlieren.
ich mache eine ausbildung zur kauffrau für dialogmarketing und bin im 1. lehrjahr. also komme jetzt dann ins zweite. (werde jetzt dann 20 jahre)
mir macht der beruf sehr viel spaß (ist meine dritte lehrstelle, die zwei anderen wurden mir immer gekündigt wegen der krankheit.)
Nur ich sitze halt jeden tag mehrere std. vor dem pc aber das macht mir eigentlich nichts aus, ich habe mit meinem chef ausgemacht das ich öfters pausen machen darf.
ich habe mir auch schon gedacht das ich vllt ein lehrjahr wiederholen muss, leider, obwohl ich schon 20 bin, zieht es sich noch länger. :( andere in meinem alter sind schon lange fertig mit der ausbildung.
ich werde mich in großhadern (münchen) operieren lassen.
nächste woche schaue ich mir mit meiner familie und meinem freund die klinik an.
mein neurologe hat mir das so erkärt, ich muss zuerst ein monitoring machen (die erste untersuchung). also eeg 1-2 wochen, oder 10 je nachdem. die medis werden rausgenommen und ich werde rund um die uhr überwacht. sie wollen halt mehrere anfälle sehen um zu wissen wo sie genau operieren müssen. aber kennst du bestimmt.
und da komme ich erst mal auf eine liste (bis ich dran komme zum montioring), leider weiss ich nicht wie lange die liste ist und wann ich das dann machen kann. (in der zeit möchte ich weiterhin in die arbeit gehn)
und dann kann es sein das weitere untersuchungen nötig sind. aber das stellt sich dann erst raus nach dem monitoring.
was macht man da eigentlich in der reha? und wie fühlt man sich dann nach der OP?
du hast geschrieben, dass du erst im nächsten jahr wieder angefangen hast zu arbeiten. wann war dann die OP also wie viel zeit war dazwischen`?
ich glaube ich stelle mir das zu einfach vor. nach der op ein monat oder so zuhause bleiben bzw. reha und dann wieder arbeiten gehn...
ich möchte zwischen den untersuchungen ja immer wieder in die arbeit gehn das ich nichts verpasse.
darf ich fragen woher du kommst, und wie alt du bist?
ganz liebe grüße nicenice
Erfahrungen OP
Mondenkind, Tuesday, 15.06.2010, 19:24 (vor 5909 Tagen) @ nicenice
Hallo nicenice,
Ich bin 31 Jahre alt.
Meine Op war am 14. September 2009. Mit der Arbeit angefangen habe ich wieder Im Januar 2010, langsam mit Wiedereingliederung. Diese hat bei mir 4 Monate gedauert.
Hast du einen Schwerbehindertenausweis (also mindestens GdB 50)? Wenn ja, schützt dich dieser vor einer Kündigung. Dann muss die Kündigung nämlich noch zusätzlich mit dem Intergrationsamt besprochen werden.
Ich sag mal, selbst wenn du ein halbes Jahr fehlen würdest (bzw. mit Wiedereingliederung --> so lange war es in etwa bei mir), nachher hat dein Arbeitgeber dann doch mehr von dir.
Und du schreibst, dass du (fast) täglich Anfälle bekommst. Dieses wird sich nach der OP ja auch verringern und du könntest danach dann konzentrierter und intensiver arbeiten.
Du hast das Monitoring und ggf. weitere Untersuchungen erst noch vor dir? Und weißt somit noch nicht genau, ob du operiert wirst?
Ich habe damals meinem Arbeitgeber gesagt, dass erst noch verschiedene Untersuchungen gemacht werden müssen, und ich dann erst weiß, ob und wann ich operiert werden kann (entsprach ja auch der Wahrheit).
Nach der Op war ich die ersten Tage total müde und wollte nur schlafen, zudem hatte ich Kopfschmerzen (ist leider normal).
In der Reha (fast 3 Wochen nach der OP) bin ich dann so langsam aufgeblüht.
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Erfahrungen OP
olli, Wednesday, 16.06.2010, 21:26 (vor 5908 Tagen) @ nicenice
hallo,
wurde damals in bethel operiert und bin seitzdem anfallsfrei. war drei monate nach der op noch krankgeschrieben und wurde dann langsam wieder eingegliedert. mehr kannst du auf meiner hp www.epilepsie-ad-acta.de erfahren
gruß olli
Erfahrungen OP
Brummi, Saturday, 19.06.2010, 12:33 (vor 5906 Tagen) @ nicenice
Hallo zusammen,
ich habe mich heute für eine OP entschlossen. Und auch schon mit meinem Arzt geredet. Habe aber jetzt schon ein bisschen bammel.
Hatte von euch schon jemand so eine OP? Wie lange wart ihr dann "arbeitsunfähig" wie lange ist der krankenhausaufenthalt? ich möchte so schnell wie möglich meine ausbildung weiter machen.
Bitte erzählt mir eure erfahrungen. Wie ist das dann eigentlich, wenn man dann anfallsfrei ist, ist man dann kein epileptiker mehr? muss man dann trotzdem weiter medikamente nehmen? werden die haare da abrasiert?
Danke schon mal!
hallo nicenice
ich wurde vor 10 Jahren in Klinikum Großhadern operiert
und mir gehts super
hast du für mich eine E-Mail Adresse dann Berichte ich mal darüber
grüße
Brummi