auf der arbeit habe ich nur stress! und ihr?

Mondenkind, Sunday, 20.06.2010, 15:31 (vor 5905 Tagen) @ Sassi

Hallo Sassi,

sorry... hab gerade nochmal "deine Email" gesehen...

Meine Ärzte haben mir damals nahegelegt, dass ich z.B. keinen Job mache, in dem ich eine zu hohe Verantwortung trage, also z.B. Kinder betreue. Jugend wäre ok. Die würden i.d.R. besser und eher auf so etwas reagieren.

Und da, als ich anfing zu arbeiten (also nach dem Studium) die Anfälle nur nachts auftraten, hatte sich das Thema eh erledigt (dachte ich...). Ich suchte mir einen Job, in dem ich tagsüber arbeiten musste - Arbeitszeit: 7:45 - 16:45 h, hatte Führerschein und Auto, also: wer sollte es wissen??

Doch nach ca. einem halben Jahr Arbeit kamen die Anfälle wieder tagsüber. Ich erzählte meinen "nahen" Kollegen davon, irgendwann doch auch dem Chef...
...eine Vertragsverlängerung bekam ich dann aber trotzdem. Zum Glück!

Klar, gab es auch Probleme, Diskussionen (auch mit dem Chef...). Aber ich wusste auch, dass meine Kollegen (zumindest die meisten) hinter mir stehen. Ich habe auch ziemlich direkt mit der MAV (Mitarbeitervertretung) gesprochen und wusste, auch sie sind auf meiner Seite.
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Während des Studiums habe ich einmal eine negative Erfahrung gemacht: Ich machte ein Praktikum (Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Ferienfreizeiten). Im 2. Jahr traten die Anfälle wieder auf, also erwähnte ich meine "Krankheit". Der Kommentar der Leiterin war: "Na dann müssen wir mal schauen, ob du dann überhaupt noch mit kannst". Das Ende vom Lied: Sie ließ die anderen Betreuer abstimmen - sie entschieden sich 3:1 gegen mich...
(Muss dazu sagen, dass ich vorher schon seit über 5 Jahren im Sommer Zeltlager von der Kirche aus betreute und die wussten auch alle von Anfang an Bescheid, die Diskussion, dass ich nicht mehr betreuen sollte, trat aber nie auf - eher ein "Wir schaffen das schon!")

Vor der nagativen Erfahrung in dem Praktikum war ich sehr offen mit meiner Epi - danach dann nicht mehr... habe also bei meinen Studentenjobs oder im Anerkennungsjahr nichts von der Epi erzählt. (vor allem bei letztem waren sie ja auch "nur" nachts, beim ersten zum Teil...)

Vorher hatte ich oft positive Erfahrungen gemacht.
- Im Studentenjob in einer Fabrik: "Macht nichts, ich habe nach einem Motorradunfall selber Anfälle, bin aber durch Medikamente anfallsfrei"
- In der Holzwerkstatt: "Ich kenne mich damit aus, ich hatte früher auch Anfälle, bin seit einer OP anfallsfrei"
- Der Leiter einer Exkursion: "Mein Bruder hat auch Epilepsie. Ich kenne mich damit aus"

Die Antwort ist nun doch länger geworden, als ich dachte... ;-) aber ich muss sagen, ich habe überwiegend positive Erfahrungen gemacht, wenn ich jemanden von meiner Erkrankung erzählt habe.

Liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)


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