Schämen bei Epilepsie

axel, Bünde, Monday, 02.08.2010, 19:39 (vor 5861 Tagen)

Hallo,
viele Epi`s schämen sich zu ihrer Krankheit zu stehen.. Ich verstehe gar nicht warum das so ist.
Man schämt sich doch auch nicht dafür das man z.B. Diabetiker ist.
Bin selbst Epileptiker und habe kein Problem dazu zu stehen,

Grüße

Axel

Schämen bei Epilepsie

blume, Monday, 02.08.2010, 19:48 (vor 5861 Tagen) @ axel

Hallo axel! Ich habe genau das, was du auch hast, nämöich epilepsie, und schämen tue ich mich nicht, mit dieser krankheit. Ich weiss nicht, ob das wirklich so ist, dass man dann keine freund hat oder gar findet. Oder vielleicht auch keinen respekt bekommt. Wie geschrieben, dass weiss ich nicht wirklich. schönen abend noch;-)

mfg blume

Schämen bei Epilepsie

anntchen, warstein, Monday, 02.08.2010, 20:24 (vor 5861 Tagen) @ axel

ich manchmal doch sehr!

Schämen bei Epilepsie

Mondenkind, Monday, 02.08.2010, 20:39 (vor 5861 Tagen) @ axel

Hallo Axel,

ich schäme mich nicht, dass ich Epilepsie habe.

Nur habe ich einmal schlechte Erfahrungen gemacht, als ich es bei einem Studenten-Job erwähnt habe. Seitdem bin ich etwas vorsichtiger geworden, wem ich es erzähle.

LG
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Schämen bei Epilepsie

romel80, Monday, 02.08.2010, 22:34 (vor 5861 Tagen) @ axel
bearbeitet von romel80, Monday, 02.08.2010, 22:37

Ich kann es mir gut vorstellen, weil viele Epilepsie mit Geistigbehindert gleich stellen. Mir wurde es schon diregt gesagt, bis mir der Neurologe gesagt hat das Epilepsie damit nicht`s zu tun hat.

Grüße romel80

Schämen bei Epilepsie

Franzi91, Niederbayern, Monday, 02.08.2010, 22:56 (vor 5861 Tagen) @ romel80

das Problem is dass manche denken man bildet sich die Anfälle ein.

Schämen bei Epilepsie

dorle, Wednesday, 04.08.2010, 22:18 (vor 5859 Tagen) @ axel

ich schäme mich nur, wenn ich zufällig mal irgendwie einen vorteil dadurch habe daß ich epileptikerin bin.
aber jedem auf die nase binde ich es auch nicht.

Schämen bei Epilepsie

regan66, Thursday, 05.08.2010, 22:53 (vor 5858 Tagen) @ axel

ich erzähle das auch niemanden, es war lange ein gut behütetes geheimnis. wenn ich mit einem mann eine beziehung anfing, dann habe ich erstmal geschwiegen und gewartet bis ich es ihm sagen konnte, bis ich genug vertrauen hatte. aber das hat seinen grund: meine mutte und auch scheinbar meine urgroßoma hatten beide epilepsie, und ich habe als kind das so erlebt das ich dachte das meine mutter stirbt wenn sie einen grossen anfall hatte. wir durften das wort nicht in den mund nehmen weil meine mutter sonst wütend wurde. wenn meine mutter einen anfall hatte, dann war die hölle los. wir sind zur nachbarin gelaufen und die hat den krankenwagen gerufen. meine mutter konnte mit der krankheit überhaupt nicht umgehen was sich wiederrum in ihrer kaputten kindheit erklären lässt. ihr spruch war oft: was sollen die leute denken. und dann hat sich bei mir so am ende der pubertät herausgestellt das ich auch dieser beschissene krankheit habe, meine beiden anderen schwestern nicht. aber ich kann sehr viel besser damit umgehen, bin viel offener und habe zuletzt ohne medikamente drei grosse anfälle gehabt, da war ich 27 jahre alt.
nun überlege ich ob ich, trotz positiven eeg, die medikamente langsam absetze, dazu werde ich erstmal zu dr. meenke gehen. mal sehen.....

Schämen bei Epilepsie

Chris, Traunstein- Oberbayern, Saturday, 07.08.2010, 16:28 (vor 5856 Tagen) @ regan66

ehrlich gesagt schäme ich mich sehr dafür. Ich weiß ich kann nichts dafür, bekomme aber alles mit was die Meute (Schaulustigen) sagen und das tut weh. Ich hasse es wenn ich in der Öffentlichkeit einen Anfall bekomme:-(

Schämen bei Epilepsie

Angelika Friedrich ⌂, Mosbach, Saturday, 07.08.2010, 19:19 (vor 5856 Tagen) @ regan66

es tut mir sehr leid für dich, daß du eine so besch. kindheit hattest. bei mir war es gerade anders. meine mutter hat mich behütet und beschützt und auch meine geschwister bekamen immer den auftrag auf mich aufzupassen. schließlich war ich bis zu meinem 32. lebensjahr bei ihr und habe erst dann meinen mann kennengelernt. aber meine umgebung hat immer von meiner krankheit gewußt. auch meinem mann habe ich direkt nachdem wir uns kannten von der krankheit erzählt. wir sind dann auch später immer gemeinsam zu meinen behandelten arzt gefahren und er hat sich genau erklären lassen was epilepsie ist. außerdem hatten wir damals soviele bucher daheim daß wir letztendlich nicht mehr wußten wo was stand. jetzt nach 14 jahren weiß mein mann ganz genau wie er reagieren muß wenn ich mal einen grand-mal anfall habe und geht ganz natürlich mit meiner krankheit um. auch in meiner umgebung in unserem verein und auch in der nachbarschaft weiß bald jeder was ich habe und was das ist. so bin ich auch am besten durchs leben gekommen.
also kopf hoch. und wenn dir mal jemand blöd kommt lach ihn einfach aus:-D .
gruß angi

Schämen bei Epilepsie

Musica, Saturday, 14.08.2010, 19:01 (vor 5849 Tagen) @ axel

]Hallo zusammen, ich habe 20 Jahre geschwiegen. Habe mich total geschämt. ICh hatte auch die Vorstellung, man würde mich für verrückt oder geistig behindert halten. Viele glauben ja noch heute, dass sich unsereiner am Boden krümmt,... man ihnen unheimlich ist. Ich hasse betretnes, peinlich berührtes Wegscbauen .
Meinem Mann war es auch immer unangenehm,bekam die Krankheit kurz vor der Hochzeit,er hat trotzdem immer zu mir gehalten. Vor 4 Jahren ging ich zur Epi-Beratung, es ist mir gelungen endlich dazu zustehen. Seitdem macht es mir richtig Spaß, zu provozieren,erlebe die Leutedann als völlig offen (die meisten) und ausserdem wär ich sonst nie hier gelandet... Grüße an Axel und alle