Eine schwere Entscheidung ...
Sunrise23, Monday, 16.08.2010, 00:46 (vor 5847 Tagen)
Hallo meine Name ist Christian, ich bin 23 Jahre jung und habe bereits schon meinen 4ten epileptischen Anfall hinter mir. Wobei man noch keine eindeutigen Beweise dafür gefunden hat, das es sich auch wirklich um einen handelt. Denn sämtliche EEG, MRT, Kardiologischen und Blutuntersuchungen haben bisher keine positiven Ergebnisse darauf geliefert, das es auch wirklich welche sind.
Lediglich die Symptome sind eindeutig, das es in die Richtung von Krampfanfällen gehen könnte. Das heißt, wenn ich diese Anfälle habe, fühle ich mich danach sehr abgeschlagen, verwirrt, meisten ist mein linker Oberarm danach wie gelähmt und ich verspüre dort einen starken Muskelkater, der über mehrere Tage bis Wochen dort anhält. Außerdem sonder ich jedes mal Urin ab, was ich als sehr unangenehm empfinde.
Was man vielleicht als Vorteil oder als Besonderheit ansehen kann ist, das ich diese Anfälle nur Nachts bekomme. Also während ich Schlafe, am nächsten Morgen wache ich einfach auf und weiß schon anhand der Symptome was genau passiert ist. An den Anfall selber konnte ich mich bisher noch nie erinnern.
Meinen ersten Anfall hatte ich im Juni 2008 direkt nach einen Discobesuch mit viel Alkohol in Thailand. Danach wusste ich noch nicht, das es sich um sowas handelte. Ich dachte damals sie hätten mir dort was ins Glas getan oder so.
Aber der zweite hatte nicht lange auf sich warten lassen, das nächste mal passiert er im Frühjahr 2009. Also ein halbes Jahr später. Ohne vorigen Discobesuch und ohne jeglichen Alkoholeinfluss, einfach spontan wieder aus der Nacht heraus. Das war der Zeitpunkt wo ich dann sämtliche Ärzte besuchte und mich komplett durchschecken ließ. Leider wie oben schon geschrieben ohne irgendwelche Erfolge oder eindeutige Beweiße.
Dann hatte ich eine sehr lange Zeit Ruhe. Über ein Jahr bestimmt, ich hatte die Anfälle schon fast vergessen, dann passiert der nächste, im März 2010. Kein Discobesuch und kein Alkohol. Mal wieder ein Anfall aus dem nichts heraus. Ich hatte mich wieder komplett durchschecken lassen, leider wieder alles ohne Erfolg.
Danach begann ich sehr intensiv über meine Lebensführung nachzudenken und hatte den Verdacht das bei den letzten beiden Anfällen, ich nervlich vielleicht einfach zu viel Stress hatte und ich das alles nicht verkraften konnte. Beziehungsweise ich mir sehr gerne über viele Sachen und Angelegenheiten einfach grundlegend zu viele Gedanken mache. Ich bin dadurch total angespannt und habe die Anfälle vielleicht provoziert, dachte ich mir.
Außerdem meinten viele Ärzte ich sollte den Alkohol einschränken, weil ich am Wochenende ab und zu mal ein bissel mehr getrunken habe. Was ich dann auch eingeschränkt habe, wobei ich das Gefühl hatte sie müssten jetzt alles auf den Alkohol schieben, weil sie sonst nichts an mir und meiner Lebensführung finden, was auf eine Epilepsie hindeutete.
Nach dem 3ten Anfall, hatte ich den Tipp bekommen von einer Freundin von mir, das ich vielleicht mal eine Anthrosphien aufsuchen sollte. Was ich dann auch getan hatte, weil ich nicht mehr weiter wußte. Ob ich Medikamente nehme war mir freigestellt, weil ich eine Sonderstellung hatte, aufgrund der nächtlichen Anfälle.
Dann besuche ich die Ärztin, wir hatte viel geredet und sie machte eine sogenannte Herzuntersuchungen bei mir und schaute welche Organe betroffen sind bzw. nicht mehr so gut arbeiteten. Sie fand heraus das mein Stoffwechsel nicht gerade der beste ist und einige Organe auch betroffen sind wie Leber, Milz ect. Und verschrieb mir eine große Menge von Homöopathischen Medikamente die ich 3 mal täglich nehmen sollte, was ich dann auch getan hatte. Von Kapseln über Pulver, Tabletten und Ampullen zum Spritzen war bisher alles dabei.
Ihre Theorie des ganzen war, wenn die Nährstoffe besser aufgenommen werden vom Körper (von den Organen) können sie besser in den Kopf geschickt werden und der ganze Organismus arbeitet dadurch einfach besser. Und wenn man es schafft Körper, Seele, Geist und sein Ich ins Gleichgewicht zu bringen, könnte man es schaffen auch schwerer Erkrankungen, wie die Epilepsie zu überwinden.
Ich glaubte ihr und nahm fleißig diese Medikamente. Doch knappe 4 Monate später erfolgte dann der 4te epileptische Anfall, am 01.08.2010 in meiner Wohnung und auch wieder in der Nacht.
Danach bin ich sofort zu meiner Neurologien und diese hatte mir Kepra 250mg verschrieben, ein rechte neueres Medikament ohne viele Nebenwirkung meinte sie. Ich sollte Morgen und Abends eine nehmen davon und dann langsam sie Dosis steigern.
Allerdings hatte ich trotzdem meine Zweifel an diesen Medikament. Schließlich haben über 10 % der Menschen die es nehmen Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Depressionen ect. in der Packungsbeilage steht sogar was von Suizidgefahr drinnen und außerdem machte mir diese dauerhafte Einnahme von mindestens 2 Jahren (wenn alles gut geht) Angst. Und wenn man die Einnahme von den Medikament vergessen tut, verschlimmern sich die Anfälle sogar noch.
Eine schwere Entscheidung ...
Sunrise23, Monday, 16.08.2010, 01:15 (vor 5847 Tagen) @ Sunrise23
Ich wusste nicht, was ich machen sollte und beschäftige mich daher erstmal mit den anderen Wegen der Medizin etwas genauer. Sprich mit der Anthrosophie, Naturheilkunde, Homöopathie ... usw. Außerdem mit verschiedenen Verfahren wie Bioresonanz, Biofeedback, Kinesiologie, Elektroakupunktur. Was sich als sehr intressant herausstellte aber nicht zu 100 % wissenschaftlich belegt war, das es auch funktionierte.
Meine Anthrosophien meinte, das kann passieren, als ich ihr von den erneuten Anfall berichtete. Es würde eben eine längere Zeit dauern, bis man wirklich die Mittel gefunden hat, die wirklich anschlagen und helfen. Und man wirklich alles komplett im Gleichgewicht im Körper hätte. Sie stellte mir darauf hin, neue Medikamente zusammen.
Hat jemand von euch schon mal Erfahrungen mit diesen Bereichen gemacht?
Nach langen beschäftigen mit der Anthrosophie, Homöophatie und telefonieren mit vielen Ärzten, Freunden und Bekannten. Bin ich nicht wirklich davon überzeugt, das die homöopathischen Medikamente was bringen. Glaube aber das alleine die Zuwendung der Ärzte zur positiven Lebensführung verhelfen könne und ich dadurch die Krankheiten überwinden könnte. Auch ohne den Einsatz von ernsthaften chemischen Medikamente.
Daher habe ich beschloßen mir eine aller letzte Chance zu geben und das Problem bzw. die Erkrankung mit Beachtung der folgenden Punkte auch ohne Keppra in den Griff zu bekommen.
- weniger vor dem Computer sitzen
- ausreichend Schlaf (mindestens 7 Stunden)
- Alkohol meiden
- Flackerlicht komplett meiden - Keine Disco / Kino / Konzerte mehr
- weniger innerlicher Stress
Was sagt ihr dazu?
Freue mich auf eure Antworten und Meinungen dazu.
Christian
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Monday, 16.08.2010, 11:01 (vor 5847 Tagen) @ Sunrise23
Hallo Christian,
Du schreibst, dass Du in neurologischer Behandlung bist und man bisher nicht ausmachen konnte, ob es sich überhaupt um eine Epilepsie handelt.
Du solltest unbedingt einen Epileptologen aufsuchen evtl. sogar eine Epilepsieklinik, damit überhaupt mal eine vernünftige und verwertbare Diagnose gestellt wird.
Da werden sicher einige Untersuchungen nochmal wiedrholt werden, aber dafür bekommst Du auch eine Diagnose mit auf den Weg.
Wenn man nicht weiß woran man ist, ist es doch sehr unbefriedigend.
Dass Dir die Anfälle sehr zu schaffen machen und Du immer wieder erschrocken darüber bist, kann ich sehr gut verstehen.
Dass Du Deine Lebensweise geändert hast, so wie Du es beschrieben hast, das ist sicher eine gute Unterstützung auf dem Weg.
Wenn Du dann irgendwann eine Diagnose hast, dann würde ich mich unter der laufenden schulmedizinischen Medikation an einen klassischen Homöopathen!!!/ Heilpraktiker wenden.
Ich kann nur Gutes berichten über die Naturheilkunde.
Aber da mußt Du eine wirklich richtig "gute Adresse" haben.
Wenn ich von Dir lese, dass Du alle möglichen homöpathischen Mittel durcheinander nimmst, dann kommen mir schon die Nackenhaare hoch.
Gehe einen Schritt nach dem anderen. Und der erste Schritt sollte sein, dass Du Dir von einem Epileptologen eine gesicherte Diagnose stellen läßt.
Alles Gute für Dich auf Deinem Weg.
Gruß
Lego
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Andreas, Monday, 16.08.2010, 12:59 (vor 5847 Tagen) @ Sunrise23
Hallo Christian,
ich kann dem, was Lego sagt, eigentlich nur zustimmen. Allerdings sind die Zeitabstände Deiner Anfälle sehr groß, was eine richtige Diagnosestellung sehr erschweren dürfte. Gleichzeitig wird auch die homöopathische Behandlung dadurch nicht gerade einfach, wenn man nur die Anfälle als Parameter für die Wirkung der Mittel nimmt.
Aber Lego hat vollkommen recht, dass eine Therapie, bei der viele unterschiedliche Mittel gleichzeitig verabreicht werden (Tabletten-/Tropfen-/Pillenform), nichts mit Homöopathie zu tun hat. Anthroposophen haben diesbezüglich auch eine andere, teilweise stark von der Homöopathie abweichende Vorstellung von Krankheit und Therapie - auch wenn sie "homöopathische" Arzneien verordnen.
Für Deine Therapie ist es wichtig, dass nicht nur nach den Anfällen, sondern auch nach allgemeinen Beschwerden geschaut wird, die möglicherweise vorrangig gar nichts mit der Epilepsie zu tun haben. Sie können Hinweise auf Störungen geben, die wiederum das Auftreten der Anfälle begünstigen.
Wenn Du Dich klassisch homöopathisch zur Schulmedizin mitbehandeln lassen möchtest, würde Dir empfehlen, auf der Homepage des Verbands Klassischer Homöopathen (www.vkhd.de) nach einem Therapeuten in Deiner Gegend zu suchen und abzuklären, ob er/sie auch Dein Beschwerdebild behandelt (das machen nicht alle HPs). Ansonsten kann ich Dir auch gerne Therapeuten in Deiner Gegend nennen.
Viele Grüße.
Andreas
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Lego, Monday, 16.08.2010, 15:10 (vor 5846 Tagen) @ Andreas
Christian,
mache es so wie Andreas geschrieben hat.
Laß Dich nach Diagnosestellung von einem klassischen!! Homöopathen/ Heilpraktiker mitbehandeln.
Und vielleicht wird es dann ja irgendwann so sein, dass Du die "Chemie" nicht mehr brauchst. Da sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, auch wenn momentan bei Dir die "Chemie" zum Einsatz kommt bzw. kommen muß. Das muß eben sein.
Lass Dich da nicht entmutigen.
Aber schon begleitend zu der schulmedizinischen Behandlung ist die klassische Homöopathie einfach genial, so erlebe ich es.
Und ich hoffe auch sehr, dass auf Dauer bei mir die "Chemie" ganz ersetzt wird durch naturheilkundliche Mittel.
Man braucht einen sehr kompetenten Homöopathen/ Heilpraktiker.
Ich habe ihn und darüber bin ich glücklich und froh.
Nun wünsche ich Dir natürlich, dass Du auch so jemanden findest.
Ich drück Dir die Daumen.
Gruß
Lego
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Sunrise23, Monday, 16.08.2010, 17:14 (vor 5846 Tagen) @ Lego
Ich war zwischenzeitlich in einer Neurologischen Fachklinik und auch bei einen erfahrenen Assistenzarzt, der mir bestätigt hatte das eine Epilepsie bei mir vorliegt. (wohl aufgrund der Symptome)
Dort habe ich eine Nacht in der Klinik verbracht und ein 24 Stunden Schlafentzugs EEG gemacht mit Provokation,
was aber leider auch ziemlich erfolgslos war.
Vielleicht habe ich mich nicht richtig ausgedrückt aber ich habe erstmal nicht vor ein chemisches Medikament einzunehmen. Sondern möchte probieren, die oben aufgeführten Sachen in meine Lebensführung zu integrieren und demenstprechend jeden neuen Anfall damit langfristig vorzubeugen.
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Monday, 16.08.2010, 18:38 (vor 5846 Tagen) @ Sunrise23
Hallo Christian,
doch, ich habe Dich schon richtig verstanden.
Wenn der Neurologe nun eine Epilepsie bei Dir diagnostiziert hat, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er Dich ohne ein Medikament "entlassen" hat.
Oder hast Du dem Arzt gleich gesagt, dass Du es nicht nehmen wirst?
Dann hat man Dir sicher auch noch gar nicht sagen können, um welche Art der Epilepsie es sich handelt, oder?
So sehr ich Deinen Wunsch verstehen kann, die "Chemie" gar nicht erst einnehmen zu wollen - wer will das schon?, aber das ist schon etwas leichtsinnig was Du da vorhast.
Du weißt, dass sich eine Epilepsie jederzeit verschlimmern bzw. verschlechtern kann.
Ich spreche aus Erfahrung.
Aber vielleicht magst Du mal berichten, was Dir der Neurologe für einen Therapievorschlag gemacht hat?
Das würde mich interessieren.
Und dann gleich die nächste Frage: Was hast Du jetzt therapiemäßig vor?
Die Naturheilkunde könnte man doch trotz der Schulmedizin sehr gut mit einbinden, aber das habe ich Dir ja in meinen letzten Beiträgen schon mitgeteilt.
Gruß
Lego
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Chris, Traunstein- Oberbayern, Monday, 16.08.2010, 18:52 (vor 5846 Tagen) @ Lego
Hallo
also ich an deiner Stelle würde Keppra eine Chance geben.
Wenn man bei jeden Beikpackzettel nur auf die Nebenwirkungen schaut würde man nie was nehmen
Ich hab mit Keppra für mich guten erfolg und bin nicht suizidgefährdet
lass dich von den ganzen Nebenwirkungen nicht entmutigen.
ich kenn mich mit Homoepatie nicht aus is auch nicht mein Ding
wünsche dir alles gute auf deinem Weg
liebe Grüße Chris
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anonym, Monday, 16.08.2010, 21:53 (vor 5846 Tagen) @ Chris
Hallo Christian,
ich hatte bzw. meine Eltern hatte es bei mir auch Hömopathie versucht. Bei mir hat es in diesem Sinne nichts gebracht, das kann ja bei jedem anders sein.
Mit der Schulmedizin ist es nicht immer ganz so einfach damit klar zu kommen, im Bezug auf die Nebenwirkungen und sonstiges, das wissen hier glaube ich viele.
Aber vielleicht bin ich ein zu bodenständiger Mensch und setze inzwischen mehr auf die Schulmedizin, aber so ganz ohne Schulmedizin, würde ich es an Deiner Stelle auch nicht wagen!
(Ich schreibe hier, aus eigner Erfahrung)
Gruß
Corinna
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unbekannt, Monday, 16.08.2010, 23:07 (vor 5846 Tagen) @ Lego
" Du weißt, dass sich eine Epilepsie jederzeit verschlimmern bzw. verschlechtern kann."
Wenn die Ärzte es einem sagen ....
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Tuesday, 17.08.2010, 09:04 (vor 5846 Tagen) @ unbekannt
Hallo sunrise,
schau genau hin, welchem Arzt und welchem Therapeuten du dein Vertrauen schenkst. Denn das kann in beiden Fällen übelst ausgehen, solltest du die falschen Berater haben.
Unser damaliger Arzt hatte nichts dagegen, als ich ihm von meinen Plänen erzählte, mein Kind zusätzlich beim klassischen Homöopathen behandeln zu lassen, statt bei einer akuten Epilepsie die Medikamente hochzudosieren oder umzustellen.
"Machen sie mal...wer heilt hat recht,und wenn das nicht funktioniert, kann man immer noch die Medikation umstellen!"
Um es kurz zu machen...das ganze Unterfangen endete mit einem Anfallsstatus auf der Intensivstation, wo es gelang mein Kind mit etlichen Luminalinfusionen da wieder herauszuholen.
Den Arzt habe ich gewechselt, der Heilpraktiker ist Schnee von gestern. Wobei es absolut kein Ausnahmefall ist, wenn HP darauf drängen Medikamente abzusetzen oder einem zumindest suggerieren, dass diese etwas ganz Schlimmes für sich oder das Kind darstellen und zu zusätzlichen Behandlungen wie Entgiftungen und Bioresonanz-Therapien raten. Und schon hat man 10 Folgetermine, die einen Haufen Geld kosten -den Nutzen stelle ich persönlich absolut in Frage, aber das mögen andere anders sehen, die sich halt nach diesen Behandlungen besser fühlen.
Eine schwere Entscheidung ...
unbekannt, Tuesday, 17.08.2010, 11:41 (vor 5846 Tagen) @ Ela
Aber sind denn die Gefahren eines Status Epilepticus und eines Anfallsgedächtnis bei so vereinzelten Anfällen ( hab auch ca 2 im Jahr ) wirklich immer so groß ?
Von beiden Sachen wurde mir weder in der Klinik noch bei ambulanten Arztbesuchen was erzählt.
Oder liegts an der mangelnden Sprechzeit oder daran daß der Arzt nicht im Traum daran denkt daß sein Patient eigenmächtig seine Tabletten absetzen würde ?
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Tuesday, 17.08.2010, 13:24 (vor 5845 Tagen) @ unbekannt
Aber sind denn die Gefahren eines Status Epilepticus und eines Anfallsgedächtnis bei so vereinzelten Anfällen ( hab auch ca 2 im Jahr ) wirklich immer so groß ?
Hallo Descartes,
gute Frage, und die Prognose hängt sicherlich zunächst von der Art der Epilepsie und der Lebensweise ab. Auch wenn sich die Anfälle mit der Zeit verschlimmern können, dürfte das Risiko für einen Status bei einer Anfallshäufigkeit wie bei Dir oder Christian sehr gering sein.
Ausschließen kann man ein gewisses Restrisiko sicherlich nicht, zumal immer irgendwelche unerwarteten Dinge eintreten können, die den Gesamtzustand so schwächen, dass es doch zu einer deutlichen Verschlimmerung kommen kann.
Viele Grüße.
Andreas
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Tuesday, 17.08.2010, 23:32 (vor 5845 Tagen) @
Andreas
bearbeitet von Ela, Wednesday, 18.08.2010, 00:22
Hallo Christian,
natürlich bleibt es dir unbenommen, es erst einmal auf die andere Weise zu versuchen. Deine "guten Vorsätze" sind in jedem Fall Dinge, die sich positiv auswirken könnten (meiner Meinung nach erfolgversprechender als Homöopathie oder Anthroposophie es überhaupt sein könnten).
Anfälle im Juni 2008, Frühjahr 2009,im März 2010 und im August 2010 lassen die Vermutung aufkommen, dass sich die Abstände verkürzen. Der "Kindling"-Effekt, dem zufolge ein Anfall den Weg für weitere Anfälle bahnt, wie eine Art "Trampfelpfad" ist laut unseres Neurologen allerdings nicht sicher nachgewiesen, obwohl oftmals in der Fachliteratur beschrieben.
Wenn du mit "Alternativ-Medizin" weitermachen willst und es kommt dennoch zu weiteren Anfällen, zögere dann nicht an das Gespräch mit deiner Neurologin neu anzuknüpfen und doch über eine medikamentöse Einstellung nachzudenken.
Vergessen solltest du auch nicht, dass rund 70 % der an Epilepsie Erkrankten
mit dem 1. Medikament dauerhaft anfallsfrei werden. Und es gibt nicht nur Keppra, sondern auch mögliche Alternativen, die du mit deiner Ärztin besprechen könntest.
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Wednesday, 18.08.2010, 01:03 (vor 5845 Tagen) @ Ela
Vergessen solltest du auch nicht, dass rund 70 % der an Epilepsie Erkrankten
mit dem 1. Medikament dauerhaft anfallsfrei werden.
Hallo Ela,
dürfte ich fragen, woher diese Zahl stammt? Epilepsie ist grundsätzlich eine schwer zu therapierende Krankheit, und da erscheinen solche Behauptungen recht fraglich. Nicht umsonst gibt es doch Spezialkliniken, um die Krankheit so genau wie möglich zu diagnostizieren (was schon schwierig genug ist) und die Patienten dann entsprechend medikamentös einzustellen. Diese Einstellung kann monatelang dauern, wobei teilweise die Medikamente immer wieder gewechselt werden müssen.
Oberstes Therapieziel (egal bei welcher Therapie) sollte immer die völlige Anfallsfreiheit des Patienten sein. Dieses Ziel ist aber leider nicht in jedem Fall zu erreichen - weder mit schulmedizinischen, noch mit naturheilkundlichen Mitteln. Aber wieso soll Deiner Ansicht nach die naturheilkundlich Behandlung abgebrochen werden, wenn nach wie vor Anfälle auftreten?
Es kann doch durchaus ein positives Zeichen sein, wenn unter der Behandlung die Häufigkeit und die Heftigkeit der Anfälle langsam immer weiter abnimmt. Oder würdest Du bei einem solchen Verlauf zu einem Therapieabbruch raten?
Auch nach "geglückter" Operation und anschließender Medikation kann es noch immer zu Anfällen kommen, die mit der Zeit aber nachlassen sollten. Warum wird also in der Naturheilkunde mit anderen Maßstäben gemessen?
Grundsätzlich ist die Beurteilung des Fallverlaufes mindestens ebenso komplex wie die eigentliche Behandlung, und man sollte nicht vorschnell irgendwelche Parameter festlegen, die der Natur der Krankheit überhaupt nicht entsprechen.
Viele Grüße.
Andreas
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Ela, Wednesday, 18.08.2010, 12:00 (vor 5845 Tagen) @ Andreas
dürfte ich fragen, woher diese Zahl stammt? Epilepsie ist grundsätzlich eine schwer zu therapierende Krankheit, und da erscheinen solche Behauptungen recht fraglich.
Die deiner Ansicht nach fragliche Aussage stammt von Prof.Elger (Epileptologie Bonn) und Dr.Dieter Schmidt und ist der Fachliteratur „Praktische Epilepsiebehandlung –praxisorientierte Diagnose u.Differenzialdiagnose, rationale Therapiestrategien und handlungorientierte Leitlinien-“ entnommen .
„Unter einer adäquat ausgewählten und ausreichend dosierten Antiepileptikatherapie werden global etwa 2 von 3 Patienten anfallsfrei“
http://books.google.de/books?id=bv8yfkMzEEcC&pg=PA41&lpg=PA41&dq=praktische+Epilepsiebehandlung+elger+leitlinien+zur+Behandlung&source=bl&ots=ZAM1D_HqIY&sig=PBlW0gPSES1uQfspK_dOLIpri88&hl=de&ei=E59rTITmBeSkOJPCxZMC&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=2&ved=0CBwQ6AEwAQ#v=onepage&q=praktische%20Epilepsiebehandlung%20elger%20leitlinien%20zur%20Behandlung&f=false
Du hast aber recht Andreas, eine solche Mittelwertszahl, bleibt eine Mittelwertszahl, die nicht berücksichtigt, dass es Epilepsien/-Syndrome gibt, die weitaus leichter mit AEs einstellbar sind (z.B. das Janz-Syndrom) als andere (z.B. symptomatische fokale Epilepsien).
Dennoch, warum sollte man als erstmalig mit der Diagnose Epilepsie konfrontierter Patient gleich davon ausgehen, dass man nun gerade nicht zu der Gruppe gehören sollte, bei der eine Einstellung nicht problemlos möglich ist?
Zitat:
„Oberstes Therapieziel (egal bei welcher Therapie) sollte immer die völlige Anfallsfreiheit des Patienten sein. Dieses Ziel ist aber leider nicht in jedem Fall zu erreichen - weder mit schulmedizinischen, noch mit naturheilkundlichen Mitteln. Aber wieso soll Deiner Ansicht nach die naturheilkundlich Behandlung abgebrochen werden, wenn nach wie vor Anfälle auftreten?“
Das ist für mich eine Sache der Vernunft und Logik. Warum sollte man eine Therapie, die in der Vergangenheit ihre Unwirksamkeit bewiesen hat, weiterführen? (Wobei ich jetzt mal völlig außen vorlasse, dass es niemals irgendwelche Studien darüber gegeben hat, die eine signifikante Wirksamkeit von ausschließlicher Behandlung mit Homöopathika oder anthroposophischer Präparate in der Epilepsiebehandlung gegeben hat).
Ich würde schließlich auch nicht eine Behandlung mit einem bestimmten Antikonvulsivum weiter forcieren, welches in der Vergangenheit keine oder ungenügende Wirksamkeit gezeigt hat. Natürlich würde ich auch hier eine Medikamentenumstellung erwarten. Sicher ist die Epilepsiebehandlung leider oftmals eine „Trial and Error“ Angelegenheit. Nur, warum sollte ich von vornherein ausschließlich auf das Pferd setzen, das blind und lahm ist. Die Chancen damit das Ziel zu erreichen (Anfallsfreiheit), gehen gegen Null.
Zitat:
„Es kann doch durchaus ein positives Zeichen sein, wenn unter der Behandlung die Häufigkeit und die Heftigkeit der Anfälle langsam immer weiter abnimmt. Oder würdest Du bei einem solchen Verlauf zu einem Therapieabbruch raten?“
Wovon sprichst du hier? Von einer akuten Epilepsie, die ohne medikamentöse Einstellung, ausschließlich mit alternativen Mitteln, zum Erliegen kommt? Das ist mir persönlich noch nicht untergekommen noch ist hierüber irgendetwas in der Fachliteratur zu finden. Oder sprichst du von einer Epilepsie, die mit weniger als 2 Anfällen im Jahr von den Ärzten als nicht unbedingt medikamentös einzustellen eingeordnet wird. Nun ja, ob eine derartige Epilepsie nun mit oder ohne Alternativ-Methoden behandelt wird ist doch letztendlich Jacke wie Hose.
Das Letztere wäre doch schön, warum sollte ich jemand auf Biegen und Brechen eine Behandlung mit Antiepileptika unterjubeln wollen, der doch (fast) anfallsfrei ist? Das sollte in der Tat das Ziel in der Epilepsiebehandlung sein.
Ansonsten verlasse ich persönlich mich lieber auf Sachen, die ihre Wirksamkeit bewiesen haben. Z.B. Phenobarbital und Diphenylhydantoin i.V. auf der Intensivstation, weil ich auch weiterhin möchte, dass mein Kind ohne gößere Schäden solche Dinge übersteht.
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Wednesday, 18.08.2010, 14:24 (vor 5844 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
dass die Epilepsie-Behandlung oftmals eben (leider) eine "Trial-and-Error"-Behandlung ist, widerspricht doch der Aussage, dass 70% der Patienten mit dem ersten Mittel dauerhaft anfallsfrei werden.
Ich finde es gut, wenn Methoden kritisch hinterfragt werden - Naturheilkunde ebenso wie auch Schulmedizin. Aber wenn alternative Methoden wie die Homöopathie pauschal als unwirksam bezeichnet werden, hat das mit Kritik wenig zu tun.
Die Homöopathie gibt es ja seit mittlerweile über 200 Jahren, die Epilepsie schon ein paar Tage länger. Glaubst Du, dass die Ärzte, die die Homöopathie auch nach Hahnemann ausgeübt und weiterentwickelt haben (und auch heute noch ausüben), nicht auch mit solchen Krankheitsbildern konfrontiert waren? Es gibt jedenfalls - sofern es Dich interessieren sollte - genügend Berichte über die Behandlung Fallsüchtiger.
Ich halte es jedenfalls für eine positive Entwicklung ganz im Sinne der Patienten, dass auch zunehmend Ärzte sich wieder dieser Methode annehmen. Da muss man nämlich nicht immer diese "entweder-oder"-Diskussionen führen, die ohnehin zu nichts führt.
Vor ein paar Wochen war übrigens in einem Ärzteforum ein Bericht über die "Unwirksamkeit der Bachblüten-Therapie". Interessanterweise gab es seitens der Ärzte zahlreiche Reaktionen darauf - nämlich derart, dass sie (trotz nicht vorhandener Wirksamkeitsnachweise!!!) die Mittel selbst anwenden, und zwar mit sehr guten Erfolgen. Die Gräben zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin sind nämlich überhaupt nicht so tief, wie viele meinen. Und das ist gut so!
In diesem Sinn wünsche ich Dir noch einen schönen Tag.
Andreas
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Wednesday, 18.08.2010, 16:54 (vor 5844 Tagen) @
Andreas
bearbeitet von Ela, Wednesday, 18.08.2010, 17:43
dass die Epilepsie-Behandlung oftmals eben (leider) eine "Trial-and-Error"-Behandlung ist, widerspricht doch der Aussage, dass 70% der Patienten mit dem ersten Mittel dauerhaft anfallsfrei werden.
Nein Andreas, das widerspricht sich nicht im geringsten, da es in der Epilepsiebehandlung nicht das Medikament gibt, was bei allen wirksam ist.
Dann läge die Erfolgsrate bei 100 %.
Ein AE, welches adäquat zur Epilepsie-Art gegeben wird, führt in 70% der Fälle zu einem dauerhaften Erfolg. Die anderen müssen leider mitunter länger probieren, bis sie das passende Medikament gefunden haben.
Die Homöopathie gibt es ja seit mittlerweile über 200 Jahren, die Epilepsie schon ein paar Tage länger. Glaubst Du, dass die Ärzte, die die Homöopathie auch nach Hahnemann ausgeübt und weiterentwickelt haben (und auch heute noch ausüben), nicht auch mit solchen Krankheitsbildern konfrontiert waren? Es gibt jedenfalls - sofern es Dich interessieren sollte - genügend Berichte über die Behandlung Fallsüchtiger.
Selbstverständlich gibt es Epilepsie schon ein paar Tage länger. Und auch die medizinische Behandlung derselben. Und selbstverständlich bin ich froh, dass sich auf diesem Gebiet das Wissen um die Behandelbarkeit, weitgreifendere Möglichkeiten der medikamentösen Therapie oder auch der Epilepsiechirurgie entwickelt und auch weiterentwickelt hat. Trepanationen, wie sie damals üblich waren, gehören heute GottseiDank nicht mehr zu den üblichen Mitteln eine Epilepsie zu behandeln. Aderlass und Behandlung mit hochgiftigen Stoffen haben damals so manch einem das Leben gekostet.
Wo sich allerdings die Homöopathie in den letzten 200 Jahren weiterentwickelt hat, erschließt sich mir nicht ganz. Da sie doch auf dem Hahnemannschen Wissen von vor 200 Jahren, zu Zeiten als keine Viren, keine Bakterien, keine Antibiotika, keine Mikrobiologie, keine Immunologie, entscheidende Kenntnisse über Hygiene etc.pp. bekannt waren -grundlegendes Wissen, das heute erst die Behandlung von Krankheiten möglich macht, an denen die Leute damals jämmerlich verreckt sind, begründet ist. Für mich ist das ein Rückschritt und zwar definitiv in die falsche Richtung.
Vor ein paar Wochen war übrigens in einem Ärzteforum ein Bericht über die "Unwirksamkeit der Bachblüten-Therapie". Interessanterweise gab es seitens der Ärzte zahlreiche Reaktionen darauf - nämlich derart, dass sie (trotz nicht vorhandener Wirksamkeitsnachweise!!!) die Mittel selbst anwenden, und zwar mit sehr guten Erfolgen. Die Gräben zwischen Naturheilkunde und Schulmedizin sind nämlich überhaupt nicht so tief, wie viele meinen. Und das ist gut so!
Ja Andreas, wobei hier nun die Frage offen bleibt, welche Krankeitsbilder die Mediziner mit Bachblüten behandeln, wohlwissend das der Wirksamkeitsnachweis fehlt.Schwerwiegende Erkrankungen wie Krebs oder eine hochakute Epilepsie? Oder vielleicht doch eher Erkrankungen aus dem Bereich der Psychosomatik? Leichte grippale Infekte oder eine bakterielle Lungenentzündung? Der Zweck heiligt die Mittel. Kein Arzt wird sich wohl bei einer schwerwiegenden Erkrankung auf so etwas wie Bachblüten verlassen. Bachblüten statt Zytostatika...wohl kaum!
Kein seriöser Arzt oder Therapeut wird versuchen eine akute Epilepsie ausschließlich mit alternativen Mitteln zu behandeln. Und kein seriöser Therapeut wird versuchen, den Leuten notwendige Medikamente auszureden.
Dir auch einen schönen Tag!
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Wednesday, 18.08.2010, 18:51 (vor 5844 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
Du kannst sicher viele Medikamente adäquat zur Epilepsieform eines jeden Einzelnen verabreichen, gäbe es da nicht die große Anzahl der Nebenwirkungen, die genau dieses Unterfangen fast unmöglich macht.
So ist es mir ergangen.
Da geht es in der Schulmedizin darum, eine bestimmte Art der Epilepsie genau mit einem am besten geeigneten Medikament zu behandeln. Aber nicht jeder verträgt genau diese "Chemie" gleich gut.
Und so gibt es viele "Versuche", eben "Trial and Error".
Es kann sein, dass die Anfälle mit einem Medikament rückläufig sind, aber was hilft das alles, wenn der Patient dann unter den Nebenwirkungen der "Chemie" ebenso leidet.
Und ganz schnell ist man wieder da, wo man schon mal war.....!
Wenn das alles so einfach wär, das wäre schön.
Da lob ich mir die Naturheilkunde und hier insbesondere die klassische Homöopathie, die den Menschen bzw. den Patienten ganzheitlich (Körper und Seele) anschaut, behandelt, und auch ohne den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen, auf dem immer alle "rumhacken", sehr wohl wirksam ist.
Wenn man sich z.B. der klassischen Homöopathie zuwendet, heißt das doch nicht automatisch, dass sofort die laufende schulmedizinische Medikation abgesetzt wird bzw. werden muß.
Das ist sicher weder im Sinne des naturheilkundlichen Therapeuten noch im Sinne des Patienten, aber das wird auch kein Therapeut machen bzw. vorschlagen, der sich seiner Verantwortung bewußt ist!
Da gilt es eben, einen guten klassischen Homöopathen/ Heilpraktiker zu finden.
Wenn man ein wirksames schulmedizinisches Mittel gefunden hat, das dem Patienten dazu verhilft, weniger Anfälle zu bekommen oder sogar anfallsfrei zu werden, warum soll man dann nicht versuchen, zunächst die Homöopathie begleitend einzusetzen, z.B. um die Nebenwirkungen zu mildern?
Aber natürlich in der Hoffnung, irgendwann ganz die Chemie aus dem Körper zu verabschieden?
Das ist doch ein gutes Ansinnen.
Schönen Abend.
Lego
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Wednesday, 18.08.2010, 21:02 (vor 5844 Tagen) @
Lego
bearbeitet von Ela, Wednesday, 18.08.2010, 21:34
Du kannst sicher viele Medikamente adäquat zur Epilepsieform eines jeden Einzelnen verabreichen, gäbe es da nicht die große Anzahl der Nebenwirkungen, die genau dieses Unterfangen fast unmöglich macht.
So ist es mir ergangen.
Warum wird jemand auf Antiepileptika eingestellt? Weil er/sie/es Anfälle hat, die sein Leben belasten, die ihn ängstigen, die ihn durch Stürze gefährden,die verhindern, den Führerschein zu machen oder zu behalten, die ihn beruflich einschränken oder dazu führen überhaupt erst gar nicht eingestellt zu werden. Niemand lässt sich wohl ohne sehr guten Grund auf derartige Medikamente einstellen.Der mögliche Nutzen-Anfallsfreiheit- sollte da schon die möglichen Nachteile, in Form der Nebenwirkungen überwiegen.
Auch mein Kind gehört leider nicht zu den 70 % derer, bei denen die Ersteinstellung problemlos geklappt hat. Auch wir kennen Nebenwirkungen wie Doppeltsehen,Schlafprobleme, depressive Phasen bis hin zu Suizidgedanken und allerlei andere Probleme zur Genüge. Denke also nicht, ich wüsste nicht, wovon ich rede. Und auch bei meinem Kind reicht ein Medikament nicht aus, um diese Erkrankung in den Griff zu bekommen. Mittlerweile sind wir bei einer Kombination aus Keppra, Lamotrigin und Frisium angelangt.
Bei etwaigen Nebenwirkungen war jedoch immer unser (jetziger) Arzt mein erster Ansprechpartner.
Und dieser hat uns wahrlich ganzheitlich behandelt, ohne mein Kind auf sein Gehirn zu reduzieren und ohne lediglich die neurologischen Probleme isoliert zu sehen.Das ist ganzheitliche Behandlung von Körper und Seele.
Bisweilen haben wir auch alle auftretenden Probleme in den Griff bekommen.
Wenn Leute sich der Alternativmedizin zuwenden, hat das meines Erachtens nicht selten den Grund, dass sie sich von den Ärzten nicht gut betreut fühlen, sich und sich mit ihren Problemen nicht Ernst genommen fühlen. Ich persönlich würde mir da lieber einen besseren Arzt suchen.
Wenn man sich z.B. der klassischen Homöopathie zuwendet, heißt das doch nicht automatisch, dass sofort die laufende schulmedizinische Medikation abgesetzt wird bzw. werden muß.
Andreas warf die Frage auf, warum man bei weiter auftretenden Anfällen denn eine ausschließlich alternativmedizinische Behandlung nur abbrechen sollte.
Meine Meinung dazu habe ich geäußert. Und die ist eindeutig.Das wäre Wahnsinn.
Ich habe gar nichts dagegen, wenn Leute sich zusätzlich zur konventionellen Behandlung in die Hände eines Alternativtherapeuten begeben, solange sie nicht darüber getäuscht werden, was diese leisten können und was nicht.
Solange man nicht bequatscht wird, Medikamente abzusetzen,wichtige medizinische Therapien auszulassen, muss jeder für sich entscheiden, ob es ihn nicht stört, dass die Behandlung bis dato keinen Wirksamkeitsnachweis erbringen konnte.Ich wäre da zu verstandsgesteuert für. Und mein Kind fand die Behandlungen eh von jeher stinklangweilig.
Aber die Eingangsfrage von Christian war ja auch sowieso konventionelle Behandlung oder Alternativbehandlung. Da gibt es für mich sowieso kein großartiges Drübernachdenken. Eindeutig Pro konventionelle Behandlung!
Ebenso einen schönen Abend.
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Wednesday, 18.08.2010, 22:20 (vor 5844 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
nun möchte ich doch nochmal auf die NW der Medis zu sprechen kommen.
Es gibt Epilepsiepatienten, die nicht sofort bei einem Anfall aus den Pantoffeln kippen und trotzdem Anfälle haben.
Wenn man dann als Patient mit den Medis "beschossen" wird, sich an der Anfallssituation nichts ändert, sondern im Gegenteil die erheblichen NW das Problem sind, dann gibt es gegen die NW die nächste Pille.
Dann kommt irgendwann die nächste NW und schon ist die Schulmedizin mit einer weiteren Pille dabei.
Das ist ein Teufelskreis, aus dem es kaum ein Entrinnen gibt.
Da habe ich mich der klassischen Homöopathie zugewandt und zwar mit Erfolg, wobei die schulmedizinische Epilepsiemedikation natürlich nicht sofort abgesetzt bzw. reduziert wurde.
Das macht kein Therapeut, der gewissenhaft arbeitet.
Hier hat auch in der laufenden Diskussion niemand(auch Andreas nicht!) behauptet, dass beim Beginn einer naturheilkundlichen Behandlung gleich die komplette Schulmedizin gestrichen werden muß.
Sollten unter einer Kombination aus schulmedizinischer Behandlung und Alternativmedizin doch noch Anfälle auftreten, warum sollte man dann ausgerechnet die naturheilkundliche Behandlung abbrechen? Das verstehe ich nicht.
Die naturheilkundliche Behandlung provoziert mit Sicherheit keine Anfälle, sondern das Gegenteil ist der Fall.
Was mich dann noch interessiert, ist, was man denn nun genau unter ganzheitlicher Behandlung versteht.
Eine solche Behandlung erlebe ich bei der homöopathischen Behandlung, nicht aber in der Schulmedizin.
In der Schulmedizin gibt es gegen Kopfschmerzen eine Pille.
In einer homöopathischen Behandlung wird der Mensch in seiner Einheit (Körper und Seele) angeschaut und dadurch wird auch die Behandlung sehr individuell und läßt sich nicht auf einen anderen einfach so übertragen.
Bin gespannt, wie die Diskussion hier weitergeht.
Gruß
Lego
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Thursday, 19.08.2010, 00:08 (vor 5844 Tagen) @ Lego
Hallo zusammen,
so sehr ich auch mit Dir in Deinen Aussagen übereinstimme, Lego, Deine Vorfreude auf den weiteren Verlauf dieser Diskussion kann ich nicht teilen - obwohl mir wirklich viel an derartigen Diskussionen liegt.
Denn leider passiert es immer wieder, dass Aussagen völlig aus dem Kontext gegriffen und dadurch sinnentfremdet werden. Daher wiederhole mich jetzt schon zum Xten Mal, indem ich sage, dass es ein GROBER BEHANDLUNGSFEHLER ist, wenn der Homöopath oder ein anderer Heilpraktiker oder aber auch ein naturheilkundlich orientierter Arzt die eingestellten Antiepileptika gleich zu Beginn der Therapie radikal absetzt. Die Gefahr eines Wiederauftretens bzw. einer deutlichen Verschlimmerung des derzeitigen Zustandes ist viel zu groß.
Andererseits habe ich behauptet, dass die naturheilkundliche Behandlung nicht zwangsweise abgebrochen werden muss, wenn weiterhin Anfälle auftreten. Ich habe das auch an einem Beispiel verdeutlicht. Selbstverständlich müssen zur Beurteilung der Mittelwirkung bestimmte Parameter hinzugezogen werden. Bei stetig nachlassender Heftigkeit und/oder Häufigkeit der Anfälle unter homöopathischer Therapie wäre es sicherlich nicht sinnvoll, die Therapie abzubrechen. Im Gegenteil: wenn es keine anderen Parameter gibt, die eindeutig gegen die Fortführung sprechen, wäre das ein wünschenswerter Behandlungsverlauf mit guter Aussicht auf dauerhafte Besserung.
Das Beispiel mit den Bachblüten habe ich übrigens angeführt, um zu zeigen, dass die Gräben zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde nicht so tief sind, wie manche Leute noch immer glauben. Und selbst Hochschulprofessoren sind bereit, eigene Erfahrungen jenseits pharmazeutischer Wirksamkeitsnachweise zu machen. Daher hat mich der erwähnte Artikel bzw. die Reaktion vieler Ärzte darauf einerseits überrascht, andererseits aber auch sehr positiv gestimmt.
Ich bin überhaupt kein Gegner der Schulmedizin, das möchte ich auch noch einmal ganz deutlich herausstellen, und mindestens genauso wichtig wie die Therapie an sich ist das Vertrauen, das man als Patient in seinen Behandler hat.
In diesem Sinn wünsche ich jedem Patient einen Behandler, dem er vertraut.
Gute Nacht.
Andreas
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 09:16 (vor 5844 Tagen) @
Andreas
bearbeitet von Ela, Thursday, 19.08.2010, 09:30
Denn leider passiert es immer wieder, dass Aussagen völlig aus dem Kontext gegriffen und dadurch sinnentfremdet werden. Daher wiederhole mich jetzt schon zum Xten Mal, indem ich sage, dass es ein GROBER BEHANDLUNGSFEHLER ist, wenn der Homöopath oder ein anderer Heilpraktiker oder aber auch ein naturheilkundlich orientierter Arzt die eingestellten Antiepileptika gleich zu Beginn der Therapie radikal absetzt. Die Gefahr eines Wiederauftretens bzw. einer deutlichen Verschlimmerung des derzeitigen Zustandes ist viel zu groß.
Hallo Andreas,
mir ist ehrlich gesagt nicht klar, warum du nun so ungehalten reagierst und auf welche meiner Aussagen sich das oben Beschriebene bezieht.
Ob du so behandelst kann ich schließlich überhaupt nicht sagen, weil ich dich nicht im geringsten kenne.
Nur, wenn es andauernd passiert, dass Leute argwöhnen ein HP würde Medikamente versuchen abzusetzen, lässt das den Schluss nahe, dass
a) diejenigen diese Erfahrung bereits gemacht haben
oder
b) diejenigen befürchten, das könnte so passieren
Und das sollte man doch in jedem Fall ernst nehmen oder siehst du das anders?
Aber mal abgesehen davon, wenn man in einem Metier arbeitet, das von einigen durchaus kritisch betrachtet wird, kommt man nicht umhin, seinen Standpunkt, seine Einstellung unter Umständen auch mehrere Male darzustellen.
Einen schönen Tag!
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Thursday, 19.08.2010, 13:44 (vor 5843 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
bitte entschuldige, wenn ich einen ungehaltenen Eindruck gemacht habe. Leider bin ich in derartigen Diskussionen sehr emotional, was daran liegt, dass ich ein "entweder-oder"-Denken gerade bei Krankheiten wie der Epilepsie nicht nachvollziehen kann.
Ich bin immer für offene Dialoge, was aber teilweise sehr schwer ist, da von Verfechtern der Schulmedizin häufig Dinge in den Raum gestellt werden, die nicht zutreffen. Und das ist mir unerklärlich, da ich selbst genügend Ärzte im Umfeld habe, die der Naturheilkunde offen gegenüberstehen.
Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in Zukunft auf einer respektvollen Ebene weiterdiskutieren können. Schließlich geht es um sachliche Dinge, und da sollten persönliche "Angriffe" keinen Platz haben.
Viele Grüße.
Andreas
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 16:17 (vor 5843 Tagen) @ Andreas
Ich bin immer für offene Dialoge, was aber teilweise sehr schwer ist,da von Verfechtern der Schulmedizin häufig Dinge in den Raum gestellt werden, die nicht zutreffen.
Hallo Andreas,
wenn du damit eine konkrete Äußerung meinerseits meinst, bitte ich darum diese auch zu benennen, damit ich darauf eingehen kann. Mit solch Allgemeinplätzen wie "Die Verfechter der Schulmedizin..." kann ich nur recht wenig anfangen.
Auf die von dir angezweifelte Prozentzahl der erfolgreichen Ersteinstellung mit AEs hast du schließlich auch eine ordentliche Antwort von mir bekommen, gell?!
Einen sonnigen Nachmittag!
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Thursday, 19.08.2010, 17:13 (vor 5843 Tagen) @ Andreas
Hallo Andreas,
wie ich hier lese, haben sich die Wogen doch wenigstens etwas geglättet.
All das, was Du geschrieben hast, habe ich auch versucht zum Ausdruck zu bringen.
Ich habe besonders betont, dass niemand!!! in der laufenden Diskussion hier behauptet hat, dass es nun unerläßlich sei, die laufende schulmedizinische Medikation abzubrechen, wenn man sich der Naturheilkunde zuwendet.
Ich kann es auch nicht ausstehen, wenn jemand Dinge aus dem Zusammenhang reißt und in den Raum wirft bzw. unterstellt, die man so gar nicht gemeint hat.
Du weißt und hast es mehrfach zum Ausdruck gebracht(und ich weiß es auch), dass auch die Schulmedizin natürlich ihren Platz hat, aber mir liegt genauso wie Dir daran, dass auch die Naturheilkunde und hier im speziellen die klassische Homöopathie ihren Platz hat und behält und nicht aus den unterschiedlichsten Gründen ständig mies gemacht wird und somit die Schulmedizin auf ein Podest kommt.
Fast noch schlimmer ist es doch, so empfinde ich es als Patient, der gute Erfahrungen mit der Homöopathie macht, wenn jemand einmal schlechte Erfahrungen mit einem Homöopathen/ Heilpraktiker gemacht hat, und hier gleich pauschal alle "über einen Kamm schert".
Wie mag es Dir da erst mit solchen Verallgemeinerungen gehen, wo ich mich als Patient schon mies fühle, wenn man so pauschal urteilt.
Nun bin ich ein echter Anhänger der Homöopathie, weil ich sehr davon profitiere,
was aber natürlich nicht heißt, dass nicht auch die Schulmedizin ihren Platz hätte. Ich merke, dass man sich hier ja schriftlich schon doppelt und dreifach "absichern" muß, damit einem nicht das Wort im Mund umgedreht wird.
Du hast natürlich völlig recht, dass eine Behandlung auch immer eine Vertrauenssache ist. Entweder man hat Vertrauen in seinen Arzt und/ oder Naturheilkundler oder eben nicht.
Aber das wird man ja sehr schnell feststellen.
Auch bin ich mit Dir einer Meinung was die heutige Ärzteschaft angeht.
Ich erlebe es als Patient immer wieder, dass ich nicht mehr wie früher fast "beichten" muß, dass ich mich in naturheilkundliche Behandlung begeben habe.
Die Ärzte sind zum großen Teil sehr aufgeschlossen und lassen auch der Naturheilkunde (für mich die klassische Homöopathie)ihren Platz.
Sie dulden sie nicht nur, sondern sie akzeptieren sie, weil sie wissen, welch tolle Behandlungserfolge auch mit der Alternativmedizin zu erreichen sind.
Die Gräben sind längst nicht mehr so tief.
Wenn schon die Ärzte - was ich ja selbst am laufenden Band so erlebe - der Naturheilkunde positiv zugewandt sind, dann stellt sich mir die Frage, warum immer wieder gerade die Patienten versuchen, diese Gräben zu vertiefen.
Denn wir als Patienten wollen doch nur das Beste für unseren Körper bzw. unsere Gesundheit.
Die Naturheilkunde und die Schulmedizin "vertragen sich miteinander", das ist doch wünschenswert für die Patienten und ein Riesenerfolg für Ärzte und Naturheilkundler.
Gruß
Lego
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 00:23 (vor 5844 Tagen) @ Lego
@Lego
nun möchte ich doch nochmal auf die NW der Medis zu sprechen kommen.
Es gibt Epilepsiepatienten, die nicht sofort bei einem Anfall aus den Pantoffeln kippen und trotzdem Anfälle haben.
Wenn man dann als Patient mit den Medis "beschossen" wird, sich an der Anfallssituation nichts ändert, sondern im Gegenteil die erheblichen NW das Problem sind, dann gibt es gegen die NW die nächste Pille.
Selbst wenn die Leute bei den Anfällen nicht "aus den Latschen kippen" sagt das an sich nichts darüber aus, inwieweit sich die Leute durch die Anfälle belastet fühlen, oder?! Ein komplex-fokaler Anfall kann genauso belastend sein, wie ein Grand mal. Ein Speech Arrest einen zur Verzweiflung bringen und auch einfach fokale Anfälle können einem deutlich zeigen, dass man nicht Herr seines Körpers ist. Was einen wie stark belastet ist wohl individuell unterschiedlich. Und jeder wird auf unterschiedliche Weise damit fertig.
Für mich auch unverständlich eine bestehende Medikation beizubehalten, wenn sich an der Anfallssituation nichts ändert. Wozu soll das gut sein?
Erhebliche Nebenwirkungen, die sich nicht nach der Eindosierungsphase in Luft auflösen, würde ich nicht klaglos über mich (oder mein Kind) ergehen lassen.
Schlafprobleme durch das Lamotrigin haben wir erst dadurch gelöst, zusätzlich Melatonin zu geben, was für mich allerdings als Dauerzustand keine akzeptable Lösung war. Seitdem wir das Medikament am späten Nachmittag verabreichen, hat sich dieses Problem weitgehend in Luft aufgelöst.
Keppra...für uns super wirksam, allerdings ja, es hat zu schlimmen depressiven und auch aggressiven Episoden geführt, die so auf keinen Fall hinnehmbar waren. Runter mit der Dosis, Lamotrigin rauf, Vit.B 6 als Add-on, das Problem, was ich wirklich als das Allerschlimmste erlebt habe, hat sich erledigt.
Vieles, sehr vieles läßt sich ändern, indem man seinem Arzt signalisiert, dass es auf die eine Weise nicht geht.
Notfalls mit einer Medikamentenumstellung, ich schau mir auch nicht tatenlos an, wie mein Kind auf dem Sofa sitzt und lallt "Mama, ich sehe dich doppelt"
Und Lego, mal ganz ehrlich, keine Homöopathie der Welt könnte etwas an Suizidgedanken aufgrund einer Medikation ändern, das ist absoluter Wunschglauben.
wobei die schulmedizinische Epilepsiemedikation natürlich nicht sofort abgesetzt bzw. reduziert wurde.
Das macht kein Therapeut, der gewissenhaft arbeitet.
Oh, da vertue dich mal nicht, dass das kein Therapeut macht. Das kommt häufiger vor, als du glaubst. Allein die Aussage, wie giftig AEs für den Körper des Betroffenen wäre, signalisiert doch recht deutlich, wie der Hase läuft und mit welch schon nicht mehr subtilen Mitteln den Leuten ein schlechtes Gefühl bei der Medikamenteneinnahme verinnerlicht wird.
Dabei muss ich ganz ehrlich sagen, wenn es diese Medikamente nicht gäbe, wäre mein Kind definitiv nicht mehr in der Lage am Leben teilzunehmen. Ganz sicher nicht, denn ich habe sehen müssen, was eine einmal vergessene Tabletteneinnahme bewirkt.
Die naturheilkundliche Behandlung provoziert mit Sicherheit keine Anfälle, sondern das Gegenteil ist der Fall.
Die homöopathische Behandlung provoziert sicher keine Anfälle, nur kann sie, weil eine nötige Höherdosierung der AEs ausbleibt (wie in unserem Fall beispielsweise), dazu führen, dass eine adäquate medizinische Behandlung ausbleibt und das kann zu Anfällen führen.
Was mich dann noch interessiert, ist, was man denn nun genau unter ganzheitlicher Behandlung versteht.
Eine solche Behandlung erlebe ich bei der homöopathischen Behandlung, nicht aber in der Schulmedizin.
Das ist vermutlich eine Definitionsfrage Lego,
ich sehe mein Kind eben nicht als einen "Fall von Epilepsie" behandelt.
Wir haben ausreichend Zeit unsere Situation und Probleme beim Arzt zu schildern (wobei ich da auch ganz ehrlich keine 1,5 Stunden für brauche).Mein Kind ist eben nicht "der diffizile Frontallappenfall", sondern ein Mensch, dessen Probleme in der Schule, Familie auch entsprechend berücksichtigt werden.
Unserem Arzt muss ich nicht nach 3 Monaten noch einmal erzählen, welche Probleme wir mit welchem Medikament hatten.Er hat mir Kontakte zu einer Selbsthilfegruppe vermittelt, einen gescheiten Kinderpsycholgen empfohlen...warum um Himmels willen sollte ich noch zu einem HP gehen?
Das ist eine sehr individuelle Behandlung, in der Epilepsiebehandlung ähnelt sowieso kaum ein Fall dem anderen.
Gute Nacht.
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Thursday, 19.08.2010, 13:38 (vor 5843 Tagen) @ Ela
Selbst wenn die Leute bei den Anfällen nicht "aus den Latschen kippen" sagt das an sich nichts darüber aus, inwieweit sich die Leute durch die Anfälle belastet fühlen, oder?!
Da bin ich ganz Deiner Meinung, und deshalb sollte die Anfallsfreiheit auch oberstes Therapieziel sein. Habe ich auch schon mal erwähnt, oder?
Für mich auch unverständlich eine bestehende Medikation beizubehalten, wenn sich an der Anfallssituation nichts ändert. Wozu soll das gut sein?
Hier bin ich bedingt einverstanden, weil man das von Fall zu Fall differenziert beurteilen muss. Im Idealfall klingen die Beschwerden unter homöopathischer Behandlung (das gilt nicht nur für Epilepsien, sondern auch für Hautausschläge, Kopfschmerzen usw.) stetig ab, d. h. das Anfallsmuster ändert sich, die Dauer der Anfälle verkürzt sich, die Eintrübung, Unruhe, Verwirrtheit etc. nach dem Anfall sind nicht so anhaltend, die Aura ist nicht so intensiv, usw.
Dass es - eben je nach Fall - nicht zu einem sofortigen Anfallsstopp kommt, liegt daran, dass die Homöopathie eine Umstellungstherapie ist und der Körper zu einer Reaktion gebracht werden soll. Hier liegt der Unterschied im Ansatz zwischen Schulmedizin und Homöopathie; denn bei der Schulmedizin sollen die Anfälle sozusagen abgeschaltet werden. Problematisch dabei ist, dass der eigentliche Krankheitsprozess davon meist nicht berührt wird, d. h. die Mittel müssen mit der Zeit umgestellt oder höherdosiert werden.
Und Lego, mal ganz ehrlich, keine Homöopathie der Welt könnte etwas an Suizidgedanken aufgrund einer Medikation ändern, das ist absoluter Wunschglauben.
Diese Aussage verstehe ich leider nicht ganz, könntest Du das etwas präzisieren?
Was mich dann noch interessiert, ist, was man denn nun genau unter ganzheitlicher Behandlung versteht.
Eine solche Behandlung erlebe ich bei der homöopathischen Behandlung, nicht aber in der Schulmedizin.
Das ist vermutlich eine Definitionsfrage Lego
Das lässt sich auch einigermaßen definieren: Ganzheitlichkeit heißt, dass der Therapeut alle Aspekte des Patienten betrachtet und in seine Überlegungen einbezieht. Dazu gehören neben dem akuten Krankheitsbild etwaige Nebenbeschwerden, sonstige chronische Krankheiten, bisherige Operationen, Unfälle, Verletzungen, familiäre Dispositionen usw. Daneben spielt das Verhalten bzw. die psychische Situation oft eine entscheidende Rolle. Und diese Parameter sind letztlich nicht nur für die Mittelwahl, sondern auch für die Beurteilung der Mittelwirkung von Bedeutung.
ich sehe mein Kind eben nicht als einen "Fall von Epilepsie" behandelt.
Wir haben ausreichend Zeit unsere Situation und Probleme beim Arzt zu schildern (wobei ich da auch ganz ehrlich keine 1,5 Stunden für brauche).Mein Kind ist eben nicht "der diffizile Frontallappenfall", sondern ein Mensch, dessen Probleme in der Schule, Familie auch entsprechend berücksichtigt werden.Unserem Arzt muss ich nicht nach 3 Monaten noch einmal erzählen, welche Probleme wir mit welchem Medikament hatten.Er hat mir Kontakte zu einer Selbsthilfegruppe vermittelt, einen gescheiten Kinderpsycholgen empfohlen...warum um Himmels willen sollte ich noch zu einem HP gehen?
Es ist doch wie gesagt ganz wichtig, dass man einen Therapeuten findet, dem man vertraut. Und es ist schön, wenn Du für Dein Kind einen solchen Arzt gefunden hast. Welchen Therapieweg man letztlich beschreitet, bleibt einem schließlich selbst überlassen. Was mich an solchen Diskussionen aber stört, ist, wenn behauptet wird, alternative Methoden seien völlig unwirksam. Wer negative Erfahrungen gemacht hat, kann sich seine Meinung bilden und diese natürlich auch äußern. Aber dabei sollte man nicht mit zweierlei Maß messen und einfach zugestehen, dass Fehler - leider immer zum Nachteil der Patienten - auf beiden Seiten passieren können.
Schönen Tag noch.
Andreas
Eine schwere Entscheidung ...
Lego, Thursday, 19.08.2010, 18:06 (vor 5843 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
natürlich sollte Anfallsfreiheit immer das Ziel jeder Behandlung. Darüber brauchen wir hier gar nicht diskutieren.
Aber was ist, wenn trotz der ständigen Mekamentenwechsel die einfach fokalen Anfälle nicht unterdrückt werden können, man aber zusätzlich noch mit NW zu kämpfen hat.
Auch einfach fokale Anfälle sind schrecklich, aber die NW der Chemie sind nicht minder furchtbar.
Was macht man da? Man beschreitet "andere Wege", um wenigstens die NW zu mildern so gut es geht.
Die "anderen Wege" habe ich schon in meinen anderen Beiträgen groß und breit erörtert, da wiederhole ich mich jetzt nicht!
Irgendwie finde ich inzwischen die Debatte hier auch wenig erquicklich, denn ich habe nie behauptet, dass man Suizidgedanken mit Homöopathie "abschalten" kann.
Diese Äußerung von Dir ist völlig aus der Luft gegriffen.
Was man bei Suizidgedanken macht, weiß ich nicht, aber da könnte vermutlich eine Psychotherapie hilfreich sein.
Ela,Du hast für Dein Kind einen Arzt, dem Du vertraust und das ist doch gut so.
Gut dran ist der, der beides hat - einen Arzt des Vertrauens und einen Naturheilkundler, dem man bedingungslos vertrauen kann.
Ela, um eines möchte ich noch bitten:
Du scheinst negative Erfahrungen mit einem Homöopathen/ Heilpraktiker gemacht zu haben, das ist schade und tut mir leid.
Aber unterstelle jetzt bitte nicht allen Naturheilkundlern, dass sie nicht fähig wären bzw. gar nicht den Willen hätten, ihren Beruf gewissenhaft und zum Wohle des Patienten auszuüben.
Mit solch einem "Rundumschlag" ist niemandem geholfen, ganz im Gegenteil es ist für alle Seiten kontraproduktiv.
Du hast Deine Erfahrungen gemacht und ich kann nur Positives über die naturheilkundliche Behandlung sagen.
Schulmedizin und Naturheilkunde können sich auch wunderbar ergänzen.
Die Ärzteschaft ist aufgeschlossen und begrüßt inzwischen diese Zusammenarbeit mit der Naturheilkunde.
Das kann uns als Patienten doch nur recht sein.
Gruß
Lego
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 20:37 (vor 5843 Tagen) @
Lego
bearbeitet von Ela, Thursday, 19.08.2010, 20:53
Hallo Lego,
ich fände es auch durchaus erquickender, wenn du dich im Ton ein wenig mäßigen könntest und genauer lesen würdest, was ich schreibe.
Irgendwie finde ich inzwischen die Debatte hier auch wenig erquicklich, denn ich habe nie behauptet, dass man Suizidgedanken mit Homöopathie "abschalten" kann.
Diese Äußerung von Dir ist völlig aus der Luft gegriffen.
Ich weiß nicht, wo du das herausgelesen hast.
Zitat:
"Und Lego, mal ganz ehrlich, keine Homöopathie der Welt könnte etwas an Suizidgedanken aufgrund einer Medikation ändern, das ist absoluter Wunschglauben."
Meine Aussage, dass man medikamentös bedingte Suizidgedanken nicht mit Homöopathie behandeln könnte, modelst du um in die Aussage, ich hätte behauptet, du wärst der Ansicht man könne es.
Bitte lies meine Beiträge genauer und versuche nicht von vornherein etwas hinein zuinterpretieren, was vielleicht in dein Weltbild passt, jedoch nicht im geringsten den Tatsachen entspricht.
Die "anderen Wege" habe ich schon in meinen anderen Beiträgen groß und breit erörtert, da wiederhole ich mich jetzt nicht!
Habe ich dich darum gebeten? Das war mir nicht bewußt.Ich bin durchaus über "andere Wege" informiert, so dass ich mir ein Urteil darüber erlauben kann und erlauben werde.
Ela,Du hast für Dein Kind einen Arzt, dem Du vertraust und das ist doch gut so.
Richtig!
Aber unterstelle jetzt bitte nicht allen Naturheilkundlern, dass sie nicht fähig wären bzw. gar nicht den Willen hätten, ihren Beruf gewissenhaft und zum Wohle des Patienten auszuüben.
Habe ich das? Wo?
Du hast Deine Erfahrungen gemacht und ich kann nur Positives über die naturheilkundliche Behandlung sagen.
Das freut mich für dich, wirklich.Wenngleich es zwar nicht Naturheilkunde war, von der du profitiert hast, sondern Homöopathie.
Ich habe meine Erfahrungen gemacht und kann in weiten Teilen, nicht in allen, Negatives berichten. Ich wüßte allerdings nicht, warum es nicht erlaubt sein sollte auch kritische Sachen zu dererlei Themen anzubringen. Wer entscheidet darüber, du?
Ebenso wird hier von Problemen mit der konventionellen Behandlung berichtet, sich über Schwierigkeiten mit Medikamenten ausgetauscht. Warum sollte man da mit zweierlei Maß messen und nur eine einseitig positive Darstellung der alternativen Therapien erlauben?
Wenn du meine Beiträge nicht lesen möchtest, click sie einfach nicht an.
Einen schönen Abend.
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
anonym, Thursday, 19.08.2010, 22:48 (vor 5843 Tagen) @
Ela
bearbeitet von anonym, Thursday, 19.08.2010, 22:51
Hallo Ela,
Du schreibst etwas von einer Add ad On Therapie von vitamin B6, hat Euch der Neurologe darauf eingstellt? Kann man einen Vitamin b6 mangel im Blutbild festellen?, würde mich über eine Antwort freuen! Ein Freund der Hömpopathie, wie sie hier zum Teil propagiert wird, bin ich leider nicht.
Gruß
Corinna
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 23:21 (vor 5843 Tagen) @
anonym
bearbeitet von Ela, Thursday, 19.08.2010, 23:40
Hallo Ela,
Du schreibst etwas von einer Add ad On Therapie von vitamin B6, hat Euch der Neurologe darauf eingstellt? Kann man einen Vitamin b6 mangel im Blutbild festellen?, würde mich über eine Antwort freuen! Ein Freund der Hömpopathie, wie sie hier zum Teil propagiert wird, bin ich leider nicht.![]()
Gruß
Corinna
Hallo Corinna,
einen Vitamin B Mangel kann ein Arzt mittels Blutbild diagnostizieren, sicher.
Mein Kind hat allerdings das Vitamin B6 nicht aus dem Grunde erhalten, weil es einen Mangel daran hat, also als Supplementation, sondern weil es laut der Aussage unseres Arztes aus Bethel in kleineren Studien in den USA belegt wurde, dass die zusätzliche Gabe von Vitamin B 6 zur Keppra Medikation in der Neuropädiatrie dazu geführt hat, Nebenwirkungen aus dem Verhaltensspektrum wie beispielsweise aggressives Verhalten deutlich abzumildern bzw.abzustellen.
Durch randomisierte, Doppel-Blind- Studien ist dieser Effekt allerdings noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Meinem Kind hat es geholfen.
Ich hoffe, ich konnte dir damit helfen!
Grüße
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
anonym, Thursday, 19.08.2010, 23:39 (vor 5843 Tagen) @
Ela
bearbeitet von anonym, Thursday, 19.08.2010, 23:43
Hallo Ela,
danke für Deine Antwort, sie hat mir schon sehr weitergeholfen. Da ich mit der AE von Keppra große Probleme habe bezüglich der Nebenwirkungen, aber es für mich auf Bezug auf die Anfälle aber ein klasse Medikament ist und ich davon nicht lassen kann, bin ich auf der Suche nach einer Möglichkeit um dieses AE besser zu vertragen.
Ich bin zwar aus dem Kindsein hinausgewachsen, aber mit dem Gedanken in Bethel einmal vorstellig zu werden, trage ich mich auch schon länger. Sicherlich hat Bethel, mehr Erfahrungen dem nach mit der Dosis/höhe von Vitamin B6.
Erst einmal werde ich meinen Neurologen vor Ort fragen, ob er diesbezüglich Informationen dazu hat.
Gruß und Alles Gute
Euch beiden Corinna
Eine schwere Entscheidung ...
Ela, Thursday, 19.08.2010, 23:54 (vor 5843 Tagen) @
anonym
bearbeitet von Ela, Thursday, 19.08.2010, 23:57
Hallo Corinna,
Bethel ist in jedem Fall eine der 1-A Adressen, die ich persönlich uneingeschränkt empfehlen kann.
Die Medikations-Empfehlung für das Vit.B 6 haben wir von Herrn Dr.Polster, dem leitenden Arzt der Kinder-Epilepsiechirurgie.
Ich kenne allerdings auch etliche Erwachsene, die Vit.B 6 zusätzlich zum Keppra einnehmen und damit gute Erfolge erzielt haben.
Auch für uns war Keppra das erste Medikament, mit dem endlich ein Fortschritt festzustellen war und eine deutliche Verbesserung einherging.
Ich wünsche dir auch alles Gute!
Ela
Eine schwere Entscheidung ...
anonym, Friday, 20.08.2010, 00:02 (vor 5843 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
das ermutigt mich um weiterzumachen und nicht aufzugeben. Danke noch einmal für die Empfehlung Bethel.
Gruß
Corinna
Eine schwere Entscheidung ...
Mondenkind, Thursday, 19.08.2010, 19:45 (vor 5843 Tagen) @ Sunrise23
Hallo Sunrise,
ich habe mir jetzt hier alles durchgelesen.
Es ist keine Besonderheit, Christian, wenn man die Anfälle nur nachts bekommt, das war bei mir über 5 Jahre der Fall. Aber es kann sich ändern. Bei mir war es dies vor rund 3 Jahren der Fall.
Bei meinem ersten Anfall (mit 18) hat man dies auf den Stress geschoben, den ich zu der Zeit hatte (1. Arbeitsplatz, Probleme zu Hause ...), doch viele der weiteren Anfälle kamen ohne dass ich Stress hatte und mir ging es gut. Erst rund 5 Jahre später hatte (mein inzwischen 3. Neurologe) die Idee, dass es ggf. etwas anderes sein könnte und überwies mich in eine Epileptologie. Dort stellte sich heraus, dass ich eine Vernarbung am linken Hippocampus habe.
Aus dem Grund, dass keiner der anderen Ärzte vorher auf die Idee und es sich somit erst so spät feststellte, habe ich sehr viele Medikamentenwechsel hinter mir (ich schätze, es waren etwa 10 - vor allem, wenn ich hinzurechne, dass ich nicht immer nur ein Medikament einnahm, sondern zum Teil auch noch nach einem halben Jahr oder so ein weiteres Medikament hinzukam) - zurzeit nehme ich Keppra & Apydan extent.
Dass dein Arzt dir die Wahl gelassen hat, ob du Medikamente nimmst oder nicht finde ich persönlich etwas seltsam, aber naja...
Hast du mal überlegt, dir eine zweite Meinung bei einem Neurologen - oder noch besser Epileptologen zu holen?? Dazu kann ich dir nur raten.
Jetzt zur Homöopathie:
Einerseits stimme ich zu. Homöopathie ist interessant und gut. Ich gehe in meinem Ort in eine Apotheke, die sich auf Homöopathie und Naturheilmittel spezialisiert hat. Dort bestelle ich auch meine Antiepileptika vor und hole sie dort ab. Von dem her wissen sie, was ich für Medikamente einnehme und warum. Sie haben mich noch nie darauf angesprochen, dass sie da etwas gegen die Epilepsie haben.
Anders sieht es aus bei Erkältung, Schmerzen, Narbengel etc. Da habe ich auch schon manches ausprobiert und getestet und war zum größten Teil auch zufrieden und habe mir die Medikamente auch noch einmal gekauft.
Aber ich glaube nicht dass man es alleine durch homöopathische Medizin schafft, die Epilepsie zu überwinden.
Ich möchte dir / euch hierzu auch sagen, warum ich es sehe:
Eine Freundin eines Bekannten hatte Epilepsie. Sie fand, dass ihre Medikamente nicht halfen und wechselte zu einem Homöapathen. Es ging monatelang gut - keine Anfälle. Dann bekam sie den größten Anfall, den sie bisher hatte - einen Status epilepticus (mehrere Anfälle hintereinander - ohne Unterbrechung). Sie war alleine zu Hause, keiner konnte ihr helfen.
Ihre Familie fand sie Stunden später tot im Badezimmer...
Ich sehe es genauso, wie ich es auf der Seite der Deutschen Epilepsievereinigung gefunden habe:
Unterstützend für ein allgemeines Wohlbefinden zeigt auch die Kombination von Medikamenten mit ergänzenden Therapien, z.B. Homöopathie, Shiatsu, Reiki u.a. gute Erfolge.
Und Christian, jedes Medikament hat Nebenwirkung, egal ob Schmerzmittel oder Antibotika oder ..., doch vielfach machen sie das Leben einfacher und lebenswerter - und das sehe ich auch so bei Antiepileptika!
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Eine schwere Entscheidung ...
anonym, Thursday, 19.08.2010, 22:37 (vor 5843 Tagen) @
Mondenkind
bearbeitet von anonym, Thursday, 19.08.2010, 22:57
Hallo Christian,
das sehe ich genauso wie Mondenkind, das Leben mit AE ist nicht immer einfach, aber sicherlich auch in mancher Hinsicht lebenswerter. Dein Neurologe hat Dir die AE sicherlich nicht aus Spaß verschrieben. Siehe die Hömopathie als sinvolle Ergänzung aber es ist kein Ersatz für die Schulmedizin.
Es gibt auch noch die Gehirnchirugie, wie Modenkind es erwähnt hat, hast Du diese Variente auch schon einmal beim Spezialisten ausgelotet.
klingt oft schlimmer, als es in Wirklichkeit ist. Ich z.B. wäre auch bereit mich opieren zulassen, wenn es machbar ist.
Gruß und alles Gute
Corinna
Eine schwere Entscheidung ...
unbekannt, Friday, 20.08.2010, 11:51 (vor 5843 Tagen) @ Mondenkind
" Dass dein Arzt dir die Wahl gelassen hat, ob du Medikamente nimmst oder nicht finde ich persönlich etwas seltsam,"
Sollte man diese Wahl nicht immer haben ?
Wieviele Anfälle hatte denn die Freundin deines Bekannten mit den Tabletten oder bevor sie die genommen hatte ?
Gruß
Eine schwere Entscheidung ...
Andreas, Friday, 20.08.2010, 14:57 (vor 5842 Tagen) @ Mondenkind
Jetzt zur Homöopathie:
Einerseits stimme ich zu. Homöopathie ist interessant und gut. Ich gehe in meinem Ort in eine Apotheke, die sich auf Homöopathie und Naturheilmittel spezialisiert hat. Dort bestelle ich auch meine Antiepileptika vor und hole sie dort ab. Von dem her wissen sie, was ich für Medikamente einnehme und warum. Sie haben mich noch nie darauf angesprochen, dass sie da etwas gegen die Epilepsie haben.
Hallo Mondenkind,
gerade darum geht es mir doch: Das wäre auch keine Homöopathie!!! Mal schnell über den Ladentisch eine Packung Globuli gegen Epilepsie zu verabreichen wäre, als ob man sich bei Kopfschmerzen mit einer Nadel in den Finger sticht und dann sagt: naja, ich hab's ja versucht, aber Akupunktur wirkt einfach nicht. Ein Apotheker ist kein Homöopath, auch wenn er die Mittel über die Theke gibt. Genausowenig geht man doch mit einem Motorschaden zu einem Autohändler, sondern in eine Werkstatt. Wenn sich Dein Apotheker zwei Stunden Zeit für eine ausführliche Anamnese nimmt und Dir dann ein Mittel verordnet, sieht die Sache schon anders aus.
Eine Freundin eines Bekannten hatte Epilepsie. Sie fand, dass ihre Medikamente nicht halfen und wechselte zu einem Homöapathen. Es ging monatelang gut - keine Anfälle. Dann bekam sie den größten Anfall, den sie bisher hatte - einen Status epilepticus (mehrere Anfälle hintereinander - ohne Unterbrechung). Sie war alleine zu Hause, keiner konnte ihr helfen.
Ihre Familie fand sie Stunden später tot im Badezimmer...
So dramatisch der Fall leider ist, so wenig können wir hier einschätzen, was tatsächlich vorgefallen ist. Einerseits haben die schulmedizinischen Mittel scheinbar keinerlei Wirkung gezeigt, also sind offensichtlich trotz verschiedener Medikation noch immer Anfälle aufgetreten. Wie häufig und wie heftig? Wir wissen es nicht. Vielleicht war ja ein rasch wachsender Hirntumor der Auslöser, und da sind auch die homöopathischen Möglichkeiten sehr begrenzt.
Wie gesagt, es geht mir nicht um das "entweder-oder", sondern um das Zusammenspiel der Schulmedizin mit der Homöopathie bzw. anderen naturheilkundlichen Therapien. Und wenn sich doch schon die Ärzte zusehends für alternative Methoden öffnen, warum wird dann unter den Betroffenen teilweise (ich beziehe das jetzt nicht auf Deinen Beitrag, also bitte nicht falsch verstehen) so einseitig argumentiert? Das will irgendwie nicht so richtig in meinen Kopf.
Viele Grüße.
Andreas