Epileptische Anfälle+Lamotrigin
ZensiBeSensi, Friday, 27.08.2010, 19:12 (vor 5836 Tagen)
Hallo,
ich bin 19 Jahre alt und habe seit beinah 7 Jahren Epilepsie.
Nachdem ich meinen ersten Anfall hatte, wurde mir dafür ein Medikament verschrieben: Lamotrigin. Ich habe bei 25mg angefangen und bin nun erst bei 200mg täglich, weil meine Neurologin keine Ahnung davon hat was sie tut.
Ich hatte letzten Monat meine Ausbildung angefangen und musste nach 2 Wochen die Ausbildung abbrechen weil ich nur krank war. Ich hatte innerhalb von einer Woche 3 Große Anfälle- bei denen ich auch jedes Mal Ohnmächtig werde-kam deshalb für 2 Tage ins Krankenhaus-sollte 24 Stunden Anfallsfrei sein.
Dort haben die Ärzte gesagt so wie ich mit den Medikamenten eingestellt bin, bieten sie mir keinen Schutz.
Nun nehme ich morgens 100 mg und abends 100 mg. Und wir erhöhen die Medikamente weiterhin langsam. Meine Blutwerte sind immer toll gewesen und auch von anderen Untersuchungen gab es nicht wirklich ein Ergebnis-das begründen könnte, warum ich so viele Anfälle in so kurzer Zeit hatte.
Ich hatte Privat große Probleme und dann auch in der Arbeit nachdem ich krank geworden bin. Ich nehme Baldrian Tabletten zum einschlafen, weil ich damit in letzter Zeit große Probleme habe. Aber die wirken nicht.
Die Apotheke hat mir Notfalltropfen empfohlen, aber die dürfen Epileptiker nicht einnehmen, also gab es Globuli-diese kleinen weißen Kügelchen-falls die so heißen.
Aber die wirken nicht und ich glaube da auch nicht dran. Und an das Baldrian-Sach auch nicht mehr.
Nachdem ich einen Anfall hatte, tut mir alles weh- wie bei einem Muskelkater. Ich hab Gänsehaut und immer wieder Schweißausbrüche. Manchmal habe ich sogar Angstzustände-aber das weniger.
Diese Angst hab ich eher- kurz bevor ein Anfall losgeht. Das passiert meist Nachts, da wach ich für einen kleinen Moment auf und im nächsten Moment krampfe ich und alles dreht sich, mir wird schwummerig und dann bin ich weg.
Mich interessiert was ihr nach solchen Anfällen tut, wie es euch geht?
Meine Ärztin meint ich solle mich entspannen, ein Bad nehmen-viel schlafen, aber wirklich helfen tut nichts davon.
Ich freu mich über Antworten.
Liebe Grüße
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Musica, Saturday, 28.08.2010, 14:42 (vor 5836 Tagen) @ ZensiBeSensi
Hallo ZensiB...., das hört sich alles nicht gut an. Wenn Du von Deiner Neurologin nichts hälts, wechsel doch einfach. Möglicherweise ist Lamotrigin nicht gut für Dich. Probleme, gleich welcher Art begünstigen Anfälle. Ebenso ist es mit dem Schlaf. Diese habe ich auch. Und die Angst davor, macht mir das Einschlafen noch schwerer bis unmöglich.Wie ein Teufelskreis.Ich erhalte seit einiger Zeit "Trimiparin" Es löst die Ängste, beruhigt mich,mit dem Ergebnis, dass ich schlafen kann. Schlafprobleme können bei Epilepsie auftreten, das müsste diese Neurologin eigentlich schon wissen!!Baldrian, Kügelchen udgl. unterstützen vielleicht Gesunde, aber nicht uns Epi`s! Wenn sich ein Anfall ankündigt, habe ich auch Angst und wenn ich zu mir komme immer das schreckliche Gefühl, ich habe einen Fehler gemacht. Wie auch immer, ich wünsch Dir alles Gute. Du bist noch jung, es ist nichts verloren und nichts bleibt wie es ist....
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Franzi91, Niederbayern, Saturday, 28.08.2010, 15:18 (vor 5836 Tagen) @ Musica
hi
bei mir was auch am anfang ein chaos ich wurd auf Trileptal eingstellt was mir aber nicht genügte denn ich hatte noch 5 mal in der woche fokale und Grand mal anfälle
Dann bekam ich Keppra dazu dann wurds besser aber dann wollten sie Keppra absetzen wegen meinem Haarausfall was aber dazu führte dass ich wider Gand Mals gekam.
ich bin jetz Trileptal 600 a 600 und Keppra 500 a 750 und Lamotritin 50 a 75 eingestellt.
Vll reicht bei dir auch ne Monotherapie nich frag doch mal nen anderen Neurologen 
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
ZensiBeSensi, Saturday, 28.08.2010, 20:05 (vor 5835 Tagen) @ Franzi91
Hallo,
danke für eure Antworten.
Ja bei der Neurologin bin ich auch nicht mehr seit ich im Krankenhaus war.
Die Ärzte meinen aber das Lamotrigin würde ausreichen, das ich psychisch angeschlagen bin-löst die Anfälle mit aus und sie können das aber auch nicht ändern. Ich soll mich in Geduld üben sagen sie.
Aber das hat nix mit Geduld zu tun. Seit ich das Lamotrigin nehme, bekomme ich manchmal ein ganz rotes Gesicht und bin dann ganz warm und es brennt manchmal sogar. Im Sommer mehr als im Winter. Es war erst eine Vermutung auf eine Sonnenallergie. Aber durch meinen Hauttyp ist das sehr unwahrscheinlich und das soll es wohl auch nicht sein. Aber was es ist können sie mir nicht sagen.
Die Ärzte meinen auch das Lamotrigin ein Medikament ist das die wenigsten Nebenwirkungen hat, deswegen soll ich auch dabei bleiben.
Seit ich im Krankenhaus war hab ich jeden Tag eine Tavor bekommen, 0,5mg wenn ich mich nicht täusche. Und ein Medikament das Krämpfe vorbeugen soll.
Aber jeden Tag ne Tavor? Dann schlaf ich ja nur noch....
Nun wollen sie wieder eine Untersuchung machen bei der sie einen Anfall erzwingen.
Aber das kann ich nicht nochmal machen lassen. Ich hab da panische Angst vor! Beim letzten Mal wusste die Arzthelferin nicht was sie machen soll und dann lag ich einfach in der Praxis aufm Boden.
Hattet ihr solche Untersuchungen auch schon?
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Musica, Saturday, 28.08.2010, 22:51 (vor 5835 Tagen) @ ZensiBeSensi
Hallo ZebsiBe....ich denke, Du solltest Dich nach einer guten Klinik, die sich auch speziell mit Epilepsie beschäftigt, umschauen. Ich habe von" Bethel" gehört, das soll sogar sehr gut sein.Es kann ja nicht sein, dass man an Dir, wie es sich anhört vergebens nach einer geeigneten Behandlung sucht. Sicher kann Dir jemand in diesem Forum mehr darüber sagen, oder auch andere derartige Einrichtungen empfehlen. Du kannst Dich aber auch über Epilepsie-Beratungsstellen informieren. Falls Du in Bayern wohnst, gäbe es die Innere Mission.Überlegs Dir! LG
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Mondenkind, Sunday, 29.08.2010, 11:45 (vor 5835 Tagen) @ ZensiBeSensi
Hallo ZensiBeSensi,
wie Musica schon sagt, ich kann dir auch nur eine Klinik mit Epileptologie empfehlen. Ich selber war schon in Bethel und in Bonn und kann von beiden nur positives berichten.
Ich habe mich jahrelang auch nur rumgeschoben gefühlt. Anfall - ok... dann eben Medikamentenwechsel...
Bis mein jetziger Neurologe sagte: "Mondenkind, ich weiß nicht weiter - ich möchte Sie gerne in eine Reha nach Bethel schicken, damit Sie dort mal durchgecheckt werden. Sind Sie damit einverstanden?"
Ich stimmte dem zu und in Bethel stellten sie dann fest, dass ich eine Vernarbung am linken Hippocampus habe. Es wurden viele Untersuchungen gemacht, ich holte mir eine zweite Meinung in Bonn und ließ mich dann letzes Jahr im September in Bonn operieren. Seitdem bin ich anfallsfrei.
Weiß man, was bei dir die Anfälle auslöst? Bist du schon einmal ordentlich durchgecheckt worden??
Ich hatte als Kleinkind Anfälle, dann jahrelang nichts (auch ohne Medikamente) - dann trat mit 18 die Epilepsie wieder auf.
Kein Arzt konnte mir bisher erklären, warum die Vernarbung jahrelang keine Probleme machte und warum plötzlich wieder Anfälle aufgetreten sind.
Anfangs schob es mein damaliger Arzt im übrigen auf "Stress" - ein sehr beliebter Auslösergrund, wie ich bisher festgestellt habe - sag mir mal jemanden, der nie Stress hat...
Viele liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
ZensiBeSensi, Monday, 30.08.2010, 12:17 (vor 5834 Tagen) @ Mondenkind
Hallo Mondenkind,
also die üblichen Untersuchungen halt die man in ner Praxis machen kann, im KH kam ich in die Röhre und mehr war eigentlich nicht.
Also wortwörtlich hat meine Ärztin gesagt "Ihre Gehirnströme auf der rechten Seite stimmen nicht." Ja aber was ist denn "stimmen nicht"?
Ich werd immer nur mit Tavor wieder nach Hause geschickt und das wars dann.
Und sie wollen jedes Mal einen Anfall erzwingen um zu sehen was dann passiert,aber das mache ich nicht mehr und anscheinend können sie mir deswegen auch nicht viel mehr sagen.
Aber es kann nicht sein das ich nach ner Woche mit 3 Anfällen mir noch nen 4. antu...
Ein Arzt wollte mich mal in ne Schlafklinik schicken, aber meine Ärztin war dagegen.Und die haben sich wirklich richtig gefetzt und dann meinte der andere Arzt er hält sich da raus. Ich geh seitdem auch nicht mehr so gern zu Ärzten, solche Aussagen oder Streitbeobachtungen helfen mir auch nicht weiter.
Im Moment lass ich sehr oft Sachen fallen. Meine Hände krampfen immer so leicht zusammen, dann totale Entspannung und das passiert oft.
Also die Ärzte meinen auch das ich nicht mehr rauchen sollte. Das würde auch mitwirken und schaden. Habt ihr sowas auch schon gehört?
Ich hatte auch ne Zeit lang das Gefühl wenn ich weniger rauche, krampf ich weniger.Aber vielleicht bild ich mir das auch nur ein...
Liebe Grüße
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Lerche, Monday, 30.08.2010, 16:39 (vor 5833 Tagen) @ ZensiBeSensi
Hallo Zensi,
ich hatte auch mal GMs, die verliefen aber anders, als die von dir beschriebenen. Ohne Vorzeichen, ich registrierte sie immer erst beim Aufwachen, was ganz langsam vor sich ging, so ungefähr als ob sich eine Nebelwand auflöst. Is eben bei jedem verschieden und will auch nicht weiter davon berichten...
Was anderes fiel mir ein, als ich das mit dem Rauchen las. Ela hatte kürzlich bei einem anderen Thema einen Link eingefügt, den ich sehr aufmerksam studiert habe. Da ging es u.a. auch ums Rauchen. Ich weiß nicht so richtig, wie man Links erstellt oder kopiert, deshalb füge ich die betreffenden Zeilen einfach mal hier ein und hoffe, dass das nicht schon Urheberrechtsverletzung ist:
"Es gibt keinen Nachweis dafür, dass sich das Rauchen von Zigaretten negativ auf das Anfallsrisiko auswirkt. Tierexperimentell ist jedoch eine abgeschwächte Wirkung mehrerer Antiepileptika bei gleichzeitiger Gabe von Nikotin beschrieben worden. In letzter Zeit gab es auch Hinweise, dass es beispielsweise bei Rauchern, die mit Lamotrigin behandelt wurden, zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs kam. (...)"
Anmerkung von mir als Raucher: Wenn du es packst, dann höre auf damit! Es wird mit den Jahren immer schwerer, glaub mir! Ich hatte mit 16 angefangen und mit 25 immer noch gedacht, ich könne jederzeit aufhören, wenn ich nur wolle. Jetzt bin ich 48 und glaub das schon lange nicht mehr...
Du dagegen hättest jetzt neben den 1000en bereits hinlänglich bekannten Gründen noch einen weiteren, sehr schwerwiegenden, wie ich meine. Mit 19 ist das zu schaffen, denk ich...
MfG Uwe
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
püppy482, Teltow, Tuesday, 31.08.2010, 15:02 (vor 5833 Tagen) @ ZensiBeSensi
Hallo,
Lamotrigin habe ich auch mal genommen, aber wurde nach ca. 1 1/2 Jahren dagegen resistent also hab sie nicht mehr vertragen.
Aber zu den Tavor muss ich sagen "sei vorsichtig". Ich habe sie mal als Notfalltablette bekommen. Die macht süchtig!!! Und das stimmt. Ich habe sie mir dann nicht mehr geholt, sondern bin auch ins KH und wurde umgestellt. Da ich dann mitbekommen habe das es die Nebenwirkung bzw. keine Wirkung mehr vom Lamo waren.
LG püppy482
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
Chris, Traunstein- Oberbayern, Sunday, 29.08.2010, 22:03 (vor 5834 Tagen) @ ZensiBeSensi
Diese Angst hab ich eher- kurz bevor ein Anfall losgeht. Das passiert meist Nachts, da wach ich für einen kleinen Moment auf und im nächsten Moment krampfe ich und alles dreht sich, mir wird schwummerig und dann bin ich weg.
Mich interessiert was ihr nach solchen Anfällen tut, wie es euch geht?
Meine Ärztin meint ich solle mich entspannen, ein Bad nehmen-viel schlafen, aber wirklich helfen tut nichts davon.Ich freu mich über Antworten.
Liebe Grüße
Hallo ZensiBeSensi das mit der Nacht hab ich auch. Die Einschlafphase, da schreck ich immer auf und hab zuerst das Angstgefühl und dann krampf ich.
naja ich mach eigentlich nach Anfällen nichts, es sei den ich hab mich verletzt
nein im Ernst mach da gar nichts.
Ich nehm auch Lamotrogin und hatte auch oft Anfälle und auch so oft in der Woche
nun nehm ich noch Keppra und Frisium dazu ach ja und Vimpat
frag doch mal deine Neurologin ob bei dir Keppra nicht helfen könnte
lg Chris
Epileptische Anfälle+Lamotrigin
jules, Tuesday, 07.09.2010, 00:33 (vor 5826 Tagen) @ Chris
ich habe ein jahr lang lamotrigin genommen und nach einem halben jahr bekam ich nur noch anfälle. zuvor war ich gut auf orfiril long eingestellt, welche aufgrund von thrombose-gefahr abgesetzt wurden. leider bin ich nicht immer regelmäßig zu meinen kontrollen gegangen(blutspiegel, eeg) und habe mich erst nach den anfällen wieder dort blicken lassen. dann kam nach dieser zeit raus, dass sie tabletten bei mir gar nicht wirken, jetzt nehme ich keppra und es geht mir soweit damit ganz gut. habe jetzt auch schon alle medis durch und anders als keppra bleibt mir nicht übrig.
und chris hat recht, nach einem anfall kann man nicht viel machen, außer schlaf nachholen und versuchen sich selbst zu beruhigen und nicht weiter drüber nachdenken.
ich habe auch sehr oft über meine epi nachgedacht und mich immer verrückter gemacht, habe daraus eine angststörung bekommen, dass ich in der einschlafphase mit angst vor einem anfall aufwachte, bei öffentlichen plätzen die angst hatte, dass ein anfall kommen könnte und mied disco´s wegen dem flackerlicht. also es wurde bei mir sehr extrem. seit februar befinde ich mich deshalb in psychologischer behandlung und dieser bestätigte mir, dass man sich einen anfall einreden kann und somit selbst auslösen kann. das kann man im i-net recherchieren(belegte studie). schicke bei gelegenheit mal den link dazu. seitdem ich dies weiß, beruhige ich mich bei meinen ängsten und nachdenken immer damit, dass es willkürlich steuerbar ist und ich es nicht haben möchte.
das klingt vielleicht echt bekloppt, aber bei mir klappt es. und wenn meine gedanken gar nicht abschweifen möchten, dann nehme ich mir meinen mp3player oder ein buch.
versuche dir deine eigene strategie zurecht zu legen, so dass du beruhigter durchs leben gehen kannst.