Reicht Keppra 1000 aus?

Anton, Saturday, 04.09.2010, 17:23 (vor 5827 Tagen) @ Ramtto

Hallo Ramtto,

schön, dass Du mit der Frage zu uns gekommen bist. Du nimmst Keppra (1000 --- 1000 mg) und hast immer noch aurenähnliche Sxmptome. Du merkst, dass etwas nicht stimmt.

Tabletten müssen regelmäßig genommen werden. Wenn möglich, abends und morgens jeweils zu einer Uhrzeit. Die kontinuierliche Einhaltung des Schlaf-/Wachrhythmus, Verzicht auf Alkohol und Drogen sowie ein solider Lebensstil sind die Vorbedingungen für Anfallsfreiheit.

Ich gehe davon aus, dass Du danach lebst. Epilepsie und die Sturmfluten an der Nordsee haben eins gemeinsam. Sie können gefährlich werden. Wer sich nicht ausreichend schützt, begibt sich in Gefahr. So wie die Deiche an der Küste bei Sturm das Wasser zurückhalten, bauen Medikamente gegen Epilepsie eine Wand, um die Anfallsschwelle oben zu halten und Anfälle zu verhindern.

Wenn die Einnahme vergessen wird, kommt es zum Absinken der Anfallsschwelle. Die Gefahr neuer Anfälle droht. Wenn, wie in Deinem Fall, Du solide lebst und die Medikation einhältst, kann eine Auffälligkeit bedeuten, dass nicht genug Wirkstoff von Keppra im Blut ist. Die Anfallsschwelle wird nicht weit genug oben gehalten, um alle Ansätze zu neuen Anfällen auszuschließen.

Sofern es sich bei den geschilderten Erscheinungen um Auren handelt, bekommst Du bereits Anfälle. Auren sind in den Augen der Epileptologen epileptische Anfälle. Somit sind, wie mein Vorredner bereits empfohlen hat, ein Gespräch mit dem Arzt und eine Blutserumkontrolle dringend erforderlich.

Aus meiner Sicht liegst Du mit dem Keppra noch im steigerungsfähigen Bereich. Ich gehe davon aus, dass Du Keppra als einziges Antikonvulsivum nimmst. Der Arzt wird zuerst versuchen, mit einer Dosiserhöhung die Sache in den Griff zu bekommen. Damit es bei einer Monotherapie bleibt.

Erst wenn das nicht funktioniert, besteht die Möglichkeit, ein weiteres Mittel hinzugegeben. In einigen Fällen werden sogar drei Mittel gegen die Krankheit genommen. Veränderungen der Medikation dürfen nur in Abstimmung mit dem Arzt vorgenommen werden.

Neurologen verwenden verschiedene Formen der Provokation, um beim Patienten Anfälle herbeizuführen. Entweder nehmen sie das Flackerlicht, oder sie reduzieren die Medikamente (beim Langzeit-EEG). Eine weitere Möglichkeit ist die Hyperventilation (beschleunigtes Atmen).

Ich gehe davon aus, dass Du bei größeren Anstrengungen eine beschleunigte Atmung hast. Du hyperventilierst. Aus dem Grunde treten die geschilderten Symptome auf. Du erzählt am besten dem Arzt genau, wann es zu diesen Erscheinungen kommt. Sie gehören im Anfallskalender vermerkt. Ich wünsche gute Besserung und hoffe, dass dir schnell geholfen wird.

Viele Grüße
Anton


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