Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
TrümmerLotte, Tuesday, 14.09.2010, 15:23 (vor 5817 Tagen)
Hallo ihr Lieben,
ich habe da eine Frage und ich hoffe es klingt nicht lächerlich.
Kurz zu meiner Vorgeschichte.. ich habe Anfälle fast mein ganzes Leben gehabt. Bin 24 Jahre und bin jetzt erst zum Arzt gegangen um das mal abklären zu lassen. Die Buh-Rufe eurer Seits kann ich voll und ganz nachvollziehen. Die Diagnose war, wie ihr euch sicher denken könnt, Epilepsie. Ich werde momentan auf Lamotrigin eingestellt. 5mg am Tag - süß. Aber das bereitet mir irgendwie Probleme... neben der Tatsache, dass ich mein Leben umstellen muss, nicht mehr Auto fahren darf, mein Job davon abhängt, etc. Ich nehme die Medis jetzt seit 10Tagen und irgendwie gehts mir komisch damit. Okay, ich schleppe eine Erkältung mit mir rum, die nicht richtig ausbricht und auch nicht vorüber geht, aber ich musste leider feststellen, dass ich unter Herzrasen (mit der verbundenen Panik, dass ich einen Anfall bekomme, mal ganz abgesehen) und starken Kopfschmerzen leide. Kopfschmerzen habe ich schon immer häufiger gehabt als andere, was sicher auch von meinem Nacken ausstrahlt. Aber so schlimm?
Habe gerade meinen Neuro angerufen und er meinte, dass die Dosis fast schon Homeopatisch ist und das das eigentlich nicht sein kann. Trotzdem darf ich morgen vorbei kommen damit Blut abgenommen wird. Wovon ich das erste mal höre. Bei meinem ersten Besuch war nur eine Beschreibung des Krankheitsverlaufs und ein EEG drin. (ich war vor zehn Jahren schon mal im Krankenhaus mit Vollprogramm, aber da hieß es "nur" Krampfneigung, der ich weiter keine Beachtung geschenkt habe - genauso wenig wie von den Ärtzten)
Also, ihr Lieben, meine Frage ist eigentlich, bin ich etwa verrückt geworden? Nebenwirkungen bei 5mg? In drei Tagen muss ich erhöhen auf 25. Das ist doch lächerlich, oder? ich komme mir total doof vor.
Über Antworten würde ich mich echt freuen, denn Momentan bin ich einfach nur überfordert.
LG Lotte
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
ine, Tuesday, 14.09.2010, 15:42 (vor 5817 Tagen) @ TrümmerLotte
hallo lotte,
ich wurde auch auf lamotrigin eingestellt und bei mir sind die probleme erst bei 50mg aufgetreten das ich vergesslich wurde mich wiederholt hab blaue blitze vor den augen hatte dann musste ich 100nehmen und zum schluss 200mg die habe ich gar nicht vertragen ich dachte ich stehe unter drogen und werde total bekloppt im kopf..!jetzt nehm ich 100mg doch leider hat sich nichts geändert!vielleicht kann es bei dir sein das du das medikamment einfach nicht verträgst ich würde das deinem neurlogen mal sagen ich glaube am anfang der einstellung kann man noch ein anderes medikamment leichter ausprobieren (sagt mein neurologe)vielleicht ist es mit einem anderen besser..
sag mal bescheid was dein neurologe dir geraten hat
lg kopf hoch
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
utebj59, Fürstenwalde, Tuesday, 14.09.2010, 15:45 (vor 5817 Tagen) @ TrümmerLotte
glaube du könntest dir die antwort dafür am ende schon selbst gegeben haben . du bist mit der diagnose zur zeit ..... und lächerlich klingt das überhaut nicht. da mach dir mal keine sorgen.
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
Microtus, Tuesday, 14.09.2010, 16:38 (vor 5817 Tagen) @ TrümmerLotte
Hallo TrümmerLotte,
ich verstehe die Einleitung nicht ganz. Wenn du schon das ganze Leben Anfälle hattest, wieso weißt du erst jetzt, dass du an Epilepsie leidest?
Und 5mg ist wirklich sehr wenig. Ich nehme 50mg Lamotrigin 2-0-2. Zusammen mit anderen Medikamenten. Könnte es sein, dass deine Reaktionen eher psychosomatischer Art sind? Dass du dich unsicher fühlst? Epilepsie ist wirklich keine besondere Einschränkung. Kranfahrer sollte man nicht sein! Ich denke, im Laufe der Zeit nimmt deine Unsicherheit ab. Suche mal den Rat von anderen. So wie jetzt. Es gibt auch örtliche Selbsthilfegruppen. Und gute Bücher, über den Umgang mit Epilepsie.
Für eine Rückfrage bin ich gerne zu haben.
Gruß
Christian
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
TrümmerLotte, Wednesday, 15.09.2010, 08:15 (vor 5817 Tagen) @ TrümmerLotte
Danke für eure Antworten. ich glaube ich bin wirklich nur überfordert. War gestern beim Hausarzt und mein Blutdruck feiert ohne mich ne Party. 90 zu 150. Ist viel zu hoch. Davon ab habe ich mal wieder einen bronchialen Infekt. Daher wohl auch das Benommensein und die Kopfschmerzen. Muss jetzt wieder Antibiotika nehmen. Werd gleich aber trotzdem zum Nero fahren und mal so einige Fragen stellen.
Und das ich jetzt erst "weiß" das ich Epilepsie habe, trotz der Anfälle, die ich schon seit ich klein bin habe hat mehrere Gründe. Ich war mit zwölf längere Zeit im Krankenhaus, da wurden die "üblichen" Untersuchungen gemacht, die so anfallen, wenn ein Verdacht auf Epilepsie besteht. Allerdings konnte es nie auf festen Mauern gebaut werden und ich wurde wieder nach Hause geschickt. Die Ärzte sagten es sei eine "Krampfneigung" die irgendwann abschwächt.(nach der Pupertät) Medikamente seien nicht nötig. Der Gang zum Arzt, den ich vor ein paar Wochen gemacht habe, folgte aus einem schweren Anfall Nachts auf der Bushaltestelle. Da hat es endlich "klick" gemacht, dass es so nicht normal ist, wie es immer abgetan wurde. Ich hatte Angst vor den Folgen, wollte eine Diagnose nicht akzeptieren. Ich habe es wohl auch zu oft runtergespielt. Am schlimmsten ist es eigentlich, dass ich erstmal kein Auto fahren darf. Das stellt so einiges auf den Kopf.
Danke dass ihr mich nicht auslacht. Ich bin echt ein wenig Irritiert und unbeholfen. Alle wollen mir helfen und packen mich in Watte. Dabei weiß ich noch nicht mal selber wie ich das alles anstellen soll.
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
Mondenkind, Wednesday, 15.09.2010, 09:48 (vor 5817 Tagen) @ TrümmerLotte
Hallo Lotte,
ich hoffe, die Trümmer verschwinden ganz schnell...
ich habe 1996 meinen ersten Anfall, da war ich 18, gerade den Führerschein am machen...
Dann kamen immer wieder Anfälle, immer wieder neue Medikamente, die Anfälle verschwanden wieder...
...und kamen wieder...
Dann hatte ich sie über Jahre nur aus dem Schlaf heraus, wenn das der Fall ist, darf man nach 3 Jahren wieder Auto fahren (bzw. den Führerschein machen). Das habe ich dann 2006 gemacht.
Doch im Dezember 2007 kamen die Anfälle auch wieder tagsüber - der Führerschein hängt seitdem in der Küche an der Pinnwand...
Ich weiß daher, was du durchmachst... Mich haben die Anfälle tagsüber nicht so sehr geschockt, vielmehr das ich jetzt (vorerst) kein Auto mehr fahren darf...
Vor einem Jahr habe ich mich operieren lassen (hatte eine Vernarbung). Seitdem bin ich anfallsfrei.
Theoretisch darf ich jetzt wieder Auto fahren, aber in zwei Wochen habe ich nochmal einen Termin in der Uni-Klinik in Bonn. Wahrscheinlich wird dann eines meiner Medikamente (Apydan extent) langsam abgesetzt. Keppra muss ich (nach jetztiger medizinischer Sicht) mein lebenlang einnehmen.
Und während der Absetzung darf man eben auch kein Auto fahren, da die Gefahr besteht, dass wieder Anfälle auftreten könnten.
Ich hoffe, alles geht gut. Dann darf ich in etwa einem Jahr wieder Auto fahren.
Ich drücke dir die Daumen, dass deine Medis dir helfen und du dann auch wieder in 1 - 2 Jahren Auto fahren darfst.
Liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
TrümmerLotte, Thursday, 16.09.2010, 09:33 (vor 5816 Tagen) @ Mondenkind
Hallo ihr Lieben,
ich habe da noch eine Frage.. mein Neuro meinte ich darf ein halbes Jahr kein Auto fahren. Wie kommt ihr jetzt auf 1 - 2 Jahre?
Als ich gestern da war hat er mich gleich gefragt ob ich meinen Job schon gekündigt habe. (Arbeite im Telefonverkauf mit Schichtdienst und mit der Bahn brauche ich so entspannte 2 Stunden)
Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht? Mein Leben so dermaßen umstellen? - Echte Arbeit.
Lg Lotte
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
Mondenkind, Thursday, 16.09.2010, 22:35 (vor 5815 Tagen) @ TrümmerLotte
Hallo Lotte,
ich würde sagen, da hast du Glück gehabt. Ich kenne es, wenn nur ein Anfall aufgetreten ist (und man nicht weiß warum), dass sagt der Arzt ggf. ein halbes Jahr, ebenfalls bei Medikamentenumstellung.
Du hast zwar schon mehrere Anfälle gehabt (dürftest also wahrscheinlich gar kein Auto fahren??), dein Arzt das jetzige aber als Medikamenteneinstellung zählt, zählt eben nru das halbe Jahr.
Tritt aber während dessen ein Anfall auf, beginnt die Rechnerei von vorne.
Wichtig ist, sei ehrlich zu dir und zu deinem Arzt.
Ich hoffe für dich, dass alles gut geht und du in 6 Monaten wieder Auto fahren darfst! Auch wenn es dir jetzt ewig vorkommt - die Zeit geht vorbei!
Lieben Gruß
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
TrümmerLotte, Friday, 17.09.2010, 09:50 (vor 5815 Tagen) @ Mondenkind
Danke für deine Antwort, Mondenkind.
Also verstehe ich das Richtig? Wenn ich wieder einen Anfall habe (der ja mit Bewusstlosigkeit verbunden ist) Dann verlängert sich die Zeit in der ich kein Auto fahren darf?
Du meine Güte, ich bin verzweifelt. Ich musste heute mit der Bahn zur Arbeit, musste mitten in der Nacht aufstehen und habe über zwei Stunden gebraucht und musste dann noch vom Bahnhof von einem Arbeitskollegen abgeholt werden, weil kein Bus fuhr. Meine Kollegen hassen mich schon, weil sie Rücksicht nehmen müssen.
Lg Lotte
Gerade in der Einstellung der Medis-und nun?
Mondenkind, Monday, 20.09.2010, 12:30 (vor 5812 Tagen) @ TrümmerLotte
Wenn ich wieder einen Anfall habe (der ja mit Bewusstlosigkeit verbunden ist) Dann verlängert sich die Zeit in der ich kein Auto fahren darf?
Hallo Lotte,
ja, leider ist das so, bei jedem Anfall beginnt die Rechnung neu...
LG
Mondenkind
--
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(George Bernard Shaw)