Lamotrigin Hersteller wechseln?

wolf40, Monday, 18.10.2010, 16:06 (vor 5783 Tagen)

Hallo,

ich nehme Lamotrigin von Ratiopharm, fühle mich aber immer irgendwie benommen im Kopf, und glaube, dass es von dem Medi kommen könnte.
Nun wollte ich im Forum mal fragen, ob es vielleicht sein kann,dass Lamotrigin von einem anderen Hersteller nicht diese Nebenwirkung hat,denn die Zusatzstoffe sind ja unterschiedlich verträglich!
Hat vielleicht deshalb schon mal jemand den Hersteller mit Erfolg gewechselt?

Gruß
wolf40

Lamotrigin Hersteller wechseln?

Anton, Monday, 18.10.2010, 18:59 (vor 5783 Tagen) @ wolf40
bearbeitet von Anton, Monday, 18.10.2010, 19:09

Hallo Wolf,

Dein Neurologe hätte vor 50 Jahren die Praxis haben müssen, für heutige Verhältnisse ist er nicht mehr up to date. Wir haben es heute mit dem aufgeklärten Patienten zu tun, er kommt mit einer Vorstellung und erwartet ein konstruktives Gespräch, das zu einem Ergebnis führt.

Die Bedeutung des Substantivs „Medikation“ hat sich geändert. Während früher damit die strenge Medikamenten-Verordnung des Arztes gemeint war, die ohne Wenn und Aber einzuhalten war, denkt man dabei heute an den aktuellen Stand der Tabletteneinnahme. Es wird nicht mehr vom Arzt verordnet, sondern zuvor mit dem Patienten besprochen, welcher Weg der Richtige ist.

Das was Dein Arzt sich leistet, ist das, was uns Milliarden Euro im Jahr kostet. Es werden Pillen blindlings verschrieben, der Arzt hat gar nicht richtig zugehört, er hat die Interessen der Patienten nicht wahrnehmen. Das führt dazu, dass Patienten verordnete Mittel zwar aus der Apotheke holen, sie aber nicht nehmen.

Um zum Thema zurückzukommen: Sofern ein Epilepsie-Patient mit einem Mittel anfallsfrei ist, sollte nicht zu einem Generikum oder Re-Import gegriffen werden. Folgender Link geht weiter auf die Problematik ein.
http://www.rbb-online.de/quivive/archiv/quivive_vom_10_03/streit_um_generika.html

Wenn aber ein Mittel nicht greift (unerwünschte Nebenwirkungen und Anfälle vorhanden sind), ist es wenig sinnvoll, ein Ersatzpräparat (Generikum) zu verabreichen. Warum? Weil damit eine Besserstellung des Patienten nicht zu erwarten ist.

Frage auf Deine Antwort: Ein Generikum ist wenig sinnvoll. Das Rezept über das Anti-Depressivum gibt’s Du am besten dem Arzt zurück. Ich wünsche gute Besserung!

Liebe Grüße
Anton

PS.: Ist bei der Eindosierung des Lamictal an die vorgeschriebene Zeit gedacht worden? Das Lamictal gehört mit zu den Antikonvulsiva, die ganz langsam eingeschlichen werden müssen. Es ist ein steiniger Weg. Nach gut 4 Wochen lassen die meisten unerwünschten Nebenwirkungen nach. Ob es sich damit leben lässt, kann erst nach einem Vierteljahr gesagt werden.

Lamotrigin Hersteller wechseln?

anonym, Monday, 18.10.2010, 20:08 (vor 5783 Tagen) @ Anton
bearbeitet von anonym, Monday, 18.10.2010, 20:12

Hallo Zusammen,
gerne berichte ich über meine Situation die ich in den letzten Tagen erleben durfte im Bezug auf Lamotrigin, bin ich mit einem Generika Lamo auch nicht klar gekommen, die folge war ein Klinikaufenthalt mit vollem Programm sicherlich auch nicht viel günstiger. Jetzt habe mein altes Präperat zurück, ich bin immer noch etwas schwindlig, aber auf den Weg der Besserung.;-) Ich habe die Suche vor Ort auf jedenfall nach einem Neurologen aufgegeben. Ist mir alles zu nervig geworden.

Gruß
Corinna

Lamotrigin Hersteller wechseln?

wolf40, Wednesday, 20.10.2010, 09:57 (vor 5782 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

ich bin eigentlich der Meinung, dass ein Generikum durchaus o.k. ist,
wenn es zu Beginn einer Behandlung verordnet wird, also keine
Umstellung von dem Originalpräparat auf ein Generikum vorliegt.
Wobei ein Wechsel Generikum auf Generikum ja auch Probleme
macht.
Das wissen sowohl Krankenkassen als auch Ärzte, aber es wird einfach
mit dem Argument „gleicher Wirkstoff“ ausgeräumt!

Ich glaube schon, dass Lamotrigin für mich nicht verkehrt ist,
da Depressionen m.E. mit an meinem Anfall ursächlich waren,
und Lamo ja für beides angezeigt ist.
Ich denke, es ist auch das geringste Übel unter den Medikamenten
bei Depressionen und Anfallgefahr!

Meine Frage ist aber mehr dahingehend, ob ich mit Lamotrigin eines
anderen Herstellers evtl. nicht dieses Benommenheitsgefühl habe,
bzw. ob jemand Erfahrungen damit hat?

Gruß
wolf40

Lamotrigin Hersteller wechseln?

anonym, Wednesday, 20.10.2010, 22:16 (vor 5781 Tagen) @ wolf40
bearbeitet von anonym, Wednesday, 20.10.2010, 22:22

Hallo wolf40,
vergleich doch mal die Packungsbeilage mit deinem jetztigen Lamotrigin, was dir der Neurologe verschrieben hat. Leider hat das ja heute viel mit den Rabatt-verträgen der Krankenkasse zu tun. Beim Lamotrigien ist die Bioverfügbarkeit im Blut sehr unterschiedlich.;-) Die Krankenkasse hat mir im übrigen z.B. gestern mitgeteilt Aut Idem wäre jetzt in Ordnung. Vielleicht besser gleich mal bei der Krankenkasse anfragen.;-)

Gruß
Corinna

Lamotrigin Hersteller wechseln?

miss007, Monday, 25.10.2010, 18:18 (vor 5776 Tagen) @ wolf40

Hallo, also ich nehme seit über einem Jahr Lamo von Desitin. Das sind ganz normale Tabletten, nicht solche, die man auflösen kann. Gibt es auch in verschiedenen mg. Meine neue Ärztin hat mir mal Lamo von Ratiopharm aufgeschrieben und ich hab es mir auch noch geholt, ohne genauer auf das Rezept zu schauen. Mir war nach 3 Tagen so schlecht, dass ich dann bei meiner alten Ärztin wieder das Lamo von Desitin geholt habe. Ich vertrag es wirklich gut, nur manchmal hab ich etwas Kopfschmerzen und ich habe kein Hunger und Appetit mehr. Es hat sich zwar etwas gegeben, aber ganz habe ich diese Gefühle noch nicht wieder. Es gibt schlimmeres wie z.B. die von dir beschriebene Benommenheit.
Es kommt zum Teil aber drauf an, mit welchem Hersteller deine Krankenversicherung kooperiert - aber grundsätzlich sind Ratiopharm und Desitin von den Kosten her identisch (habe nachgefragt, weil ich Privatpatientin bin). Meine andere Kollegin zum Beispiel bekommt Lamo von Desitin, weil sie Ratiopharm nicht verträgt auch gegen das Rabattabkommen ihrer KV.

Hoffe, ich konnte dir irgendwie weiterhelfen - die vorigen Diskussionen waren irgendwie seltsam...
L*G* Missy

Lamotrigin Hersteller wechseln?

wolf40, Tuesday, 26.10.2010, 10:11 (vor 5776 Tagen) @ miss007

Danke Missy,

das ist eigentlich das, was ich mal hören wollte!

Lamo von Destin soll ja wohl auch dem Original Lamictal
am ehesten entsprechen!

Nimmst Du es auch, weil Depressionen mit im Spiel sind?
Ich bekomme es auch gleichzeitig deshalb, nur spüre ich
wenig von der antidepressiven Wirkung!

In welcher Dosierung nimmst Du es denn?

Ich nehme nur 75-75 mg.
Habe auch etwas Angst viel zu erhöhen, da ja dann wohl
besonders Nebenwirkungen wie Hautausschlag auftreten können.

Gruß
Wolf