Epilepsie und LED-Lampen
Ich bin von Geburt an Epileptikerin und war von klein auf immer wieder auf diversen Messen, hatte aber nie ernsthafte Probleme mit der Beleuchtung.
Als ich vor einigen Wochen auf einer Messe war, hab ich folgende Beobachtung an mir festgestellt:
An zwei Messeständen hatte ich mit dem Licht Probleme. Es waren Stände, die sehr billige LED-Lichtschläuche (bunte "monochromatische" LEDs) als Standbeleuchtung hergenommen haben, welche aufgrund der einfachen Ansteuerelektronik darin extrem flackerten (100 Hertz). Mir wurde schlecht, das Gehirn ist Karussell gefahren und ich hatte das Gefühl gleich einen Anfall zu bekommen. Ich habe sofort meinen Freund gebeten von den Ständen wegzugehen, ich hab ein paar mal tief atmen müssen, mein Herz ist gerast. Bei den anderen Ständen, die hochwertigere LED-Lampen hatten, habe ich keine Probleme gehabt. Auch in Discos hatte ich nie Probleme mit Stroboskop-Blitzen witzigerweise. Also muss es wirklich an den LED-Lampen liegen.
Da Beleuchtung mittels LED in Zukunft vor allem in öffentlichen Gebäuden (Restaurants, Kaufhäuser etc.) immer weiter verbreitet sein wird (stromsparend, neue Effekte, auch im Außenbereich zur Fassadenbeleuchtung, Verbot von Glühlampen) stellte sich mir die Frage, ob ich dieser "Gefahr" irgendwann gar nicht mehr entkommen kann.
Auf der electronica in München hat sich mein Freund liebenswerterweise mit dem einen oder anderen Hersteller unterhalten. Sie waren dankbar für den Hinweis, dass sie das bei der zukünftigen Entwicklung mit berücksichtigen sollten. So wie sich die Zukunft der LED-Lampen darstellt, wird hoffentlich diese Problematik für uns nicht mehr von Bedeutung sein, da die neueren nicht mehr so intensiv flackern. Hintergrund ist, daß starke LEDs (z.B. künftige Straßenbeleuchtung) wegen der Störstrahlung welche ein gepulster Betrieb verursachen würde, mit Gleichspannung (bzw. Gleichstrom) angesteuert werden. Wohnraumbeleuchtung, die vermutlich dimmbar sein wird und manchmal sogar die Einstellung der Lichtfarbe erlauben wird (kaltes weiß, warmes weiß, stimmungsvoller Sonenuntergang bei indirekter Beleuchtung etc.), wird mit Pulsweitenmodulation (PWM) betrieben werden, aber mit Frequenzen oberhalb 40kHz (ab da hört man es nicht mehr pfeiffen), sogar bis hinauf in den Bereich von mehreren hundert Kilohertz. Durch den in derzeit fast allen gängigen weißen LEDs verbauten Phosphor (er erzeugt aus der eigentlichen LED-Farbe eine zweite Farbe die fürs Auge mit der ersten Farbe gemischt wird, also z.B. blaue LED mit Phosphor der gelb erzeugt und das ganze dann fürs Auge weiß erscheint) wird das hochfrequente Flackern noch weiter gemildert, denn der Phosphor ist träge und leuchtet etwas nach, glättet also die Helligkeitspulse.
Die Zukunft wird also zwar bunt, aber hoffentlich doch nicht so gefährlich für uns Betroffene. 