Rolando-Epilepsie
Pille66, Tuesday, 16.11.2010, 20:23 (vor 5754 Tagen)
Hallo liebe Foren-Gemeinde,
ich habe einen 7-Jährigen Sohn, der im Juli 09 die Diagnose idiopathische fokale Epilepsie erhielt.
Zur Vorgeschichte:
Im Juni fiel es uns zum ersten Mal auf, mein Sohn saß im Auto auf der Rückbank und "tönte".
Es kamen teils singende, teils gurgelnde Geräusche, auch ein Seufzen.
Wir sagten noch "Ach, hör mal wieder auf, was soll denn das".
Bis er irgendwann sagte, daß er das nicht unter Kontrolle habe.
Jetzt merkte ich, daß er nach diesen Anfällen für ca. eine halbe Stunde nicht mehr richtig sprechen konnte.
Das machte mir Angst und ich ging sofort mit ihm zum Hausarzt, der uns zum Kinderfacharzt überweisen wollte.
Am nächsten Morgen wachte mein Sohn auf, verdrehte nur noch die Augen, das Gesicht war schief und verzerrt.
Panik, ab ins Krankenhaus.
Dort haben sie Wach- und SchlafEEG gemacht, ein MRT und einige andere Untersuchungen durchgeführt.
Diagnose steht oben.
Mein Sohn bekam Ospolot 50, nach dem Hochdosieren konstant auf 0,5/0,5/1.
Die Anfälle, die vorher noch so 8-10mal täglich auftraten, spielten sich langsam runter, bis er anfallsfrei war. Juchu.
Es geht ihm bis heute sehr gut, wir gehen alle 3-4 Monate zur Kontrolle.
Was jetzt allerdings ein großes Problem ist:
mein Sohn hat große Probleme in der Schule.
Ich frage mich natürlich, ob das mit der Epilepsie zu tun hat.
Probleme hatte er nämlich auch schon vorher im Kindergarten.
Er fühlt sich am wohlsten in einer kleinen Gruppe, wenn er einen Ansprechpartner hat.
Sind sehr viele Kinder da, wie jetzt in der 2. Klasse (26 Kinder), dann kann es schon mal vorkommen, daß er mal ein wenig...flippt.
das ist allerdings schon viel besser geworden.
Momentan mache ich mir wieder Sorgen, weil er teilweise nicht behalten kann, was die Lehrer sagen.
Ich habe schon ein wenig im Forum bei Euch gesucht, und habe gelesen, daß wohl ein Kind auch eine Beeinträchtigung der Merkfähigkeit hat.
Es wäre sehr schade, wenn ich ihn von der Schule nehmen müßte, denn er ist ein recht pfiffiges kerlchen, liest viel, rechnet gern.
Wenn da nur nicht das Problem wäre, daß er vergißt, was der Lehrer erzählt.
Oder er kann sich schlecht konzentrieren.
Kennt das hier jemand? Was können wir tun?
Ich will jetzt noch einmal mit ihm zu der Ärztin, die ihn ansonsten im Krankenhaus auch untersucht.
Danke für's Lesen
eine besorgte Tanja
Rolando-Epilepsie
justins-mama, erfurt, Tuesday, 16.11.2010, 20:46 (vor 5754 Tagen) @ Pille66
hallo...ich habe zwar nicht das selbe problem, aber wie wär es denn wenn ihr ihn vielleicht auf eine andere schule (lernbehindertenschule) schickt? ich weiß das man immer nur das beste für sein kind möchte, aber es bringt ihn später auch nicht weiter wenn er auf einer regelschule ein schlechtes zeugnis hat...und vorallem kann er später auch noch einen anderen abschluss nach machen...oder wie ihr schon vorhabt mit dem behandelnden arzt sprechen vielleicht liegt es doch am medi?
liebe grüsse
Rolando-Epilepsie
Pille66, Wednesday, 17.11.2010, 08:48 (vor 5754 Tagen) @ justins-mama
Genau. Habe schon einen Termin. Danke!
Rolando-Epilepsie
Ela, Tuesday, 16.11.2010, 21:52 (vor 5754 Tagen) @
Pille66
bearbeitet von Ela, Tuesday, 16.11.2010, 21:58
Hallo Tanja,
grundsätzlich ist es immer etwas schwierig zu unterscheiden, woher Teilleistungsstörungen kommen.Denkbar sind Nebenwirkungen der antikonvulsiven Therapie (wobei man bei Anfallsfreiheit natürlich gut überlegen muss, eine Änderung der Medikation durchzuziehen, das Risiko bei einem anderen Medikament neue Anfälle zu risikieren, ist leider gegeben), die Erkrankung selber kann allerdings eben auch Probleme machen, bei der Rolando Epilepsie kommen häufig Teilleistungsstörungenvor und manchmal ist es auch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Was wichtig wäre aus meiner Sicht (habe selber ein betroffenes Kind mit ähnlichen Problemen), Gespräche mit der Klassenlehrerin, um Verständnis und auch Geduld für die aktuelle Situation deines Kindes zu wecken und als Möglichkeit für die Lehrerin, das Verhalten deines Sohnes besser einschätzen zu können.
Ansonsten besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Nachteilsausgleich an die Schulleitung zu stellen. Damit sollen behinderungsbedingte Nachteile, die sich aus der Erkrankung ergeben, ausgeglichen werden. Beispielsweise besteht die Möglichkeit, bei Klassenarbeiten eine Zeitverlängerung zu erreichen oder einer verkürzte Aufgabenstellung, häufigere Pausen etc. pp. Nähere Informationen findest du z.b. hier (oder du kannst auch mich fragen):
http://epikurier.de/2-4-Nachteilsausglei.1305.0.html
http://epikurier.de/2-Schulische-Aspekt.1300.0.html
Andere Möglichkeit ist z.B. ein Integrationshelfer, der als Schulbegleitung deinen Sohn unterstützt.
Ein Schulwechsel auf eine Lernbehindertenschule ist für ein ganz normal begabtes Kind mit Epilepsie nach meinem Dafürhalten überhaupt nicht notwendig.
Wenn überhaupt ist ein Wechsel auf eine Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche Entwicklung möglicherweise angezeigt- das halte ich aber zum jetzigen Zeitpunkt für doch verfrüht-, denn Epilepsie (oder die Medikation) bewirkt u.U. Leistungsstörungen im Bereich Konzentration, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, deshalb ist das Kind jedoch nicht geistig oder lernbehindert und kann, wenn es vielleicht auch länger braucht als andere, trotzdem entsprechende/ altersgerechte Leistungen bringen. Für einen Schulwechsel ist ein Antrag auf sonderpädagischen Förderbedarf notwendig. Den kannst du als Mutter stellen oder die Schulleitung. Durch Gespräche mit den Eltern, dem Kind, den Lehrern, Hospitationen im Unterricht macht sich der Gutachter ein Bild davon wo und wie das Kind am besten zu fördern ist. Ein Schulwechsel kommt bei diesem Verfahren nicht notwendigerweise heraus.
Möglicherweise wird auch festgestellt, dass die integrative Beschulung, der gemeinsame Unterricht und zusätzliche Förderstunden, ausreichend ist.
Allerdings finde ich, dass du doch eure Ärztin über die Schulprobleme informieren solltest, vor dem nächsten Termin. Möglicherweise hat die noch eine gute Idee. (Einige Kinderkliniken bieten im Rahmen der Epilepsiediagnostik auch neuropsychologische Testungen an, die darüber Aufschluss geben, in welchen Bereichen die Probleme liegen)
Viel Text...ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen.
Grüße
Rolando-Epilepsie
anonym, Tuesday, 16.11.2010, 23:36 (vor 5754 Tagen) @ Ela
Hallo pille66,
eine Schule für lernbehinderte schüler ist nicht zwingend erforderlich, vielleicht findet ihr eine Möglickeit in kleinen Gruppen zu lernen. Für mich waren 20 Schüler schon fast zu viel. Richtig lernen und konzentrieren konnte ich erst mit 15 Schüler in einer Klasse. Das ist natürlich ein optimal Zustand, der mich erst weiter gebracht hat.
Vielleicht ist in eurer Gegend auch ähnlich realisierbar. Scheint ja heutzutage, wie Ela beschrieben hat, schon einige Nachteilsausgleiche mehr zu geben, als noch vor ca. 20 Jahren, also zu meiner Zeit. In diesem Sinne würde ich die Möglich-keiten die Ela beschrieben hat ersteinmal in Betracht ziehen.
Eine Klassenstärke von 15-20 Schüler ist schon optimal.
Gruß
Corinna
Rolando-Epilepsie
Pille66, Wednesday, 17.11.2010, 08:47 (vor 5754 Tagen) @ anonym
Hey,
in der Klasse sind 26 Schüler. Da ist natürlich Trubel angesagt.
Auch Dir vielen Dank!
Rolando-Epilepsie
Pille66, Wednesday, 17.11.2010, 08:46 (vor 5754 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
vielen Dank für die umfangreiche Info!
Da kann ich uns viel herausziehen, denke ich.
Habe gerade einen Termin bei der Ärztin gemacht, werde dort natürlich die Schulprobleme einmal erläutern.
Bei ihm ist auf jeden Fall die Merkfähigkeit begrenzt. Oft weiß er nicht, was die Lehrerin am Anfang erzählte.
Er hat dann Probleme dem zu folgen und schaltet vermutlich irgendwann ab.
Leicht ablenkbar ist er auch, was ich aber noch im normalen Rahmen sehe.
Mir fällt hier zuhause auf, daß seine Aussprache wieder verwaschener wird.
Also werden wir erstmal schauen, was die Ärztin sagt.
Die Lehrerin ist sehr kooperativ, da kann ich sicher etwas erreichen.
Mir persönlich würde ein Integrationshelfer gefallen, da wir hier auch Schulbegleiter haben und wir schon gesehen haben, daß es zB im Fach Mathe, wo die Begleiterin bei meinem Sohn sitzt, erfolgreicher verläuft.
Auf jeden Fall bin ich schon ein ganzes Stück schlauer, was die sache betrifft.
Dankeschön!
Rolando-Epilepsie
Andreas, Thursday, 18.11.2010, 21:37 (vor 5752 Tagen) @ Ela
grundsätzlich ist es immer etwas schwierig zu unterscheiden, woher Teilleistungsstörungen kommen.Denkbar sind Nebenwirkungen der antikonvulsiven Therapie (wobei man bei Anfallsfreiheit natürlich gut überlegen muss, eine Änderung der Medikation durchzuziehen, das Risiko bei einem anderen Medikament neue Anfälle zu risikieren, ist leider gegeben), die Erkrankung selber kann allerdings eben auch Probleme machen, bei der Rolando Epilepsie kommen häufig Teilleistungsstörungenvor und manchmal ist es auch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Hallo Ela,
dazu ein paar Gedanken von mir.
1. Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörung von den Medikamenten kommt, müsste man beurteilen, wie die vorige Entwicklung des Kindes war. Beim Tanjas Sohn wurden bereits im Kindergarten Auffälligkeiten festgestellt, wobei man differenzieren muss, ob es sich um Verhaltensauffälligkeiten oder Gedächtnisstörungen gehandelt hat.
2. Die Rolando-Epilepsie zählt doch zu den "gutartigen" Epilepsieformen mit partiellen Anfällen, die oft in langen Zeitabständen auftreten. Demzufolge ist nicht davon auszugehen, dass es durch die Anfälle zu einer organischen Hirnschädigung kommt. Und so wie ich das sehe, wird auch nicht in jedem Fall medikamentös behandelt. Wäre es unter diesen Gesichtspunkten nicht also sinnvoll, eine Medikamentenumstellung vorzunehmen, wenn nahe liegt, dass es durch die bisherigen Arzneien zu einer Teilleistungsstörung kommt, auch wenn man dadurch das Auftreten weiterer Anfälle riskiert?
3. Gibt es eine Erklärung für das Zusammenspiel der Rolando-Epilepsie mit Teilleistungsstörungen?
Viele Grüße.
Andreas
Rolando-Epilepsie
Ela, Thursday, 18.11.2010, 23:36 (vor 5752 Tagen) @ Andreas
@Andreas
1. Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörung von den Medikamenten kommt, müsste man beurteilen, wie die vorige Entwicklung des Kindes war. Beim Tanjas Sohn wurden bereits im Kindergarten Auffälligkeiten festgestellt, wobei man differenzieren muss, ob es sich um Verhaltensauffälligkeiten oder Gedächtnisstörungen gehandelt hat.
Retrospektiv kannst du da im Hinblick auf Teilleistungsstörungen wohl schlecht etwas beurteilen, wie auch ?!
Theoretisch ist es sehr wohl möglich, dass ein Kind mit derartigen Problemen lange bevor sich ein Anfall zeigt, das typische Rolando- EEG-Muster hat.Üblicherweise werden nur erst dann EEGs gemacht, wenn der 1.Anfall passiert ist.
Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörungen tatsächlich von dem Medikament kommen, müsste man rein theoretisch jetzt unter bestehender Medikation eine neuropsychologische Testung machen und anschließend unter einer veränderten (oder auch unter keiner) Medikation.
2. Die Rolando-Epilepsie zählt doch zu den "gutartigen" Epilepsieformen mit partiellen Anfällen, die oft in langen Zeitabständen auftreten.
Auch bei der Rolando-Epilepsie können Anfälle durchaus täglich, in seltenen Fällen auch mehrmals täglich vorkommen. Die Bandbreite ist auch hier enorm, von Grand-Mal, über Hemi-Grand-mal, partiellen Anfällen mit erhaltenen Bewusstsein ist auch hier alles vertreten.
Demzufolge ist nicht davon auszugehen, dass es durch die Anfälle zu einer organischen Hirnschädigung kommt.
Hirnschädigungen? Da gehe ich auch bei meinem Kind nicht von aus, dass die Anfälle Hirnschädigungen verursachen (jetzt mal abseits von einem Status oder längeren Anfällen mit einer Zyanose). Wie kommst du darauf?
Und so wie ich das sehe, wird auch nicht in jedem Fall medikamentös behandelt.
Das ist wiederum abhängig davon, welche Art Anfälle, in welcher Häufigkeit, zu welcher tageszeitlichen Verteilung sie passieren und als wie belastend sie empfunden werden.
Wäre es unter diesen Gesichtspunkten nicht also sinnvoll, eine Medikamentenumstellung vorzunehmen, wenn nahe liegt, dass es durch die bisherigen Arzneien zu einer Teilleistungsstörung kommt, auch wenn man dadurch das Auftreten weiterer Anfälle riskiert?
Das ist eine Frage, die man besser mit dem behandelnden Arzt klären sollte,als hier darüber Spekulationen anzustellen, woher die Teilleistungsstörungen denn nun kommen.
3. Gibt es eine Erklärung für das Zusammenspiel der Rolando-Epilepsie mit Teilleistungsstörungen?
Das wird durchaus kontrovers diskutiert, ob und inwieweit beispielsweise ein epileptogener Focus in sprachrelevanten Bereichen zu den unterschiedlichsten Problemen im rezeptiven oder expressiven Sprachgebrauch führen können.Forschungsbedarf besteht da sicherlich noch.
Studien und wissenschaftliche Arbeiten findet man z.B. in Google Scholar oder Pubmed (aber das weißt du doch sicherlich)
Viele Grüße
Ela
Rolando-Epilepsie
Andreas, Thursday, 02.12.2010, 23:48 (vor 5738 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
danke zunächst für die ausführlichen Erläuterungen. Leider bin ich gerade selten im Forum, möchte aber gerne noch den einen oder anderen Punkt kommentieren.
Um einschätzen zu können, ob die Teilleistungsstörungen tatsächlich von dem Medikament kommen, müsste man rein theoretisch jetzt unter bestehender Medikation eine neuropsychologische Testung machen und anschließend unter einer veränderten (oder auch unter keiner) Medikation.
Natürlich ist es immer schwierig, eine exakte Aussage zu treffen, ob die Störung medikamentös oder krankheitsbedingt ist. Wenn die Veränderungen der Konzentrationsfähigkeit allerdings seit der Mitteleinnahme deutlich wahrnehmbar sind (was dem Umfeld bei Kindern im Kindergarten oder in der Schule auffallen dürfte), ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es an dem Mittel liegt.
Hirnschädigungen? Da gehe ich auch bei meinem Kind nicht von aus, dass die Anfälle Hirnschädigungen verursachen (jetzt mal abseits von einem Status oder längeren Anfällen mit einer Zyanose). Wie kommst du darauf?
Hirnschädigungen ist in diesem Zusammenhang vielleicht falsch ausgedrückt. Möglich ist doch aber, dass es durch gehäuft auftretende Anfälle zu einer Störung der Hirnreifung kommt.
Viele Grüße
Andreas
Rolando-Epilepsie
Ela, Friday, 03.12.2010, 00:12 (vor 5738 Tagen) @
Andreas
bearbeitet von Ela, Friday, 03.12.2010, 00:26
Hirnschädigungen ist in diesem Zusammenhang vielleicht falsch ausgedrückt. Möglich ist doch aber, dass es durch gehäuft auftretende Anfälle zu einer Störung der Hirnreifung kommt.
Ach weißt Du Andreas, sei mir nicht böse, aber was Hirnschädigungen durch epileptische Anfälle angeht, halte ich mich lieber an die fundierte Meinung unseres Arztes, der seit 25 Jahren seinen Job in exzellenter Weise ausführt, an die Aussage des Leiters der pädiatrischen Epilepsiechirurgie eines der besten Epilepsiezentren Deutschlands und eines Arztes, der in der Epilepsieforschung an der Epileptologie Bonn tätig war und nun nach Bethel wechselt.
Dürfte schwierig werden, dem etwas entgegenzusetzen... so rein wissenstechnisch, über neurodegenerative Apoptose willst du wohl nicht ernsthaft diskutieren -na, ich trau es mir nicht zu, obwohl ich eine Menge darüber gelesen habe.
Viele Grüße
Rolando-Epilepsie
Andreas, Friday, 03.12.2010, 09:35 (vor 5738 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
scheinbar hast Du den Eindruck, dass ich Dich oder die anderen Forumsteilnehmer mit meinen Beiträgen über irgendwelche Sachverhalte belehren möchte. Das ist doch überhaupt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, ich bin hier, weil ich mich für das Krankheitsbild interessiere und selbst noch vieles darüber lernen kann.
Hirnschädigungen ist in diesem Zusammenhang vielleicht falsch ausgedrückt. Möglich ist doch aber, dass es durch gehäuft auftretende Anfälle zu einer Störung der Hirnreifung kommt.
Diese Aussage von mir ist demnach auch keine feststehende Behauptung, sondern vielmehr eine Fragestellung zu einem sehr komplizierten Sachverhalt. Wie soll ich also Bemerkungen wie die, dass Du Dich "lieber an die fundierte Meinung unseres Arztes" hältst, "der seit 25 Jahren seinen Job in exzellenter Weise ausführt", verstehen?
Gruß
Andreas
Rolando-Epilepsie
Ela, Friday, 03.12.2010, 12:57 (vor 5737 Tagen) @ Andreas
scheinbar hast Du den Eindruck, dass ich Dich oder die anderen Forumsteilnehmer mit meinen Beiträgen über irgendwelche Sachverhalte belehren möchte. Das ist doch überhaupt nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, ich bin hier, weil ich mich für das Krankheitsbild interessiere und selbst noch vieles darüber lernen kann.
Ehrlich gesagt ist mir nicht klar, welche Intention du verfolgst. Ich bin hier, weil ich ein betroffenes Kind habe mit einer sehr schwierigen Epilepsie.
Willst du als Heilpraktiker dich auf die Behandlung von an Epilepsie Erkrankten konzentrieren? Deine Fragen in diversen Threads kommen bei mir etwas merkwürdig an. Du fragst nach Zusammensetzungen von Tees oder Mineralstoffen, die jemand einnimmt.Warum? Sollen deine Patienten Versuchskaninchen werden?
Denkst du die (recht subjektive)Information durch Betroffene könne ein Studium ersetzen und man qualifiziere sich dadurch in besonderer Weise jemanden mit Epilepsie behandeln zu können?
Allein der Gedanke kommt mir persönlich recht vermessen vor. Deshalb mein Hinweis auf Ärzte, die sich oft jahrzehntelang mit der schwierigen Thematik befassen.
Hirnschädigungen ist in diesem Zusammenhang vielleicht falsch ausgedrückt. Möglich ist doch aber, dass es durch gehäuft auftretende Anfälle zu einer Störung der Hirnreifung kommt.
Ja, möglich ist das. Beispielsweise bei BNS/West, ESES/CSWS, Lennox-Gastaut.Das sind allerdings schwierigste Formen der Epilepsie.
Was das nun in einem Rolando-Thread zu suchen hat...keine Ahnung.
Diese Aussage von mir ist demnach auch keine feststehende Behauptung, sondern vielmehr eine Fragestellung zu einem sehr komplizierten Sachverhalt. Wie soll ich also Bemerkungen wie die, dass Du Dich "lieber an die fundierte Meinung unseres Arztes" hältst, "der seit 25 Jahren seinen Job in exzellenter Weise ausführt", verstehen?
Eben drum Andreas, der Sachverhalt neuronaler Zelluntergang ist sehr, sehr kompliziert. Unser Kinderarzt winkt bereits ab und verweist an Experten, wenn ich nur eine geringfügig tiefgreifendere Frage zum Thema Epilepsie habe. Wer da meint als Nichtfachmann kompetente Diskussionen führen zu können, erliegt einem Irrtum ...und/oder dem Dunning-Kruger-Effekt.
Mit bestem Gruß
Ela
Rolando-Epilepsie
Andreas, Thursday, 09.12.2010, 20:26 (vor 5731 Tagen) @ Ela
Hallo Ela,
Ehrlich gesagt ist mir nicht klar, welche Intention du verfolgst. Ich bin hier, weil ich ein betroffenes Kind habe mit einer sehr schwierigen Epilepsie.
Eigentlich dachte ich, dass ich das oft genug erklärt habe. Ich bin aus zwei Gründen hier: einerseits möchte ich etwas über das ärztliche Vorgehen erfahren und über die Wirkungsweise der Arzneien bei den Betroffenen. Andererseits hatte ich gehofft, dass ich bei gezielten Fragen rund um die Naturheilkunde den einen oder anderen Hinweis geben kann. Denn wie Du auch im aktuellen Homöopathie-Thread sehen kannst, werden immer wieder Äpfel mit Birnen verwechselt. Man kann ja zu den Therapien stehen, wie man will, aber wenn man darüber diskutiert, sollte man irgendwo einen einheitlichen Nenner haben.
Willst du als Heilpraktiker dich auf die Behandlung von an Epilepsie Erkrankten konzentrieren? Deine Fragen in diversen Threads kommen bei mir etwas merkwürdig an. Du fragst nach Zusammensetzungen von Tees oder Mineralstoffen, die jemand einnimmt.Warum? Sollen deine Patienten Versuchskaninchen werden?
Die Spezialisierung überlasse ich gerne anderen. Wenn ich bei Aussagen wie "Präparat XY hat mir gut getan, probiert das doch mal aus" wissen will, wie es zusammengesetzt ist bzw. was der Tee enthält, dann ist das zunächst rein interessehalber. Und wenn ich dann nachfrage, was sich denn konkret am Zustand gebessert hat, dann doch nur deshalb, weil die Aussage "mir hat es gut getan" eher nichtssagend ist. Und gerade damit mache ich niemanden zum Versuchskaninchen, sondern möchte vielmehr andere davon abhalten, selbst zu einem zu werden.
Außerdem interessiert es mich natürlich, ob sich beispielsweise durch Tees tatsächlich das Anfallsgeschehen beeinflussen lässt. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass ausgerechnet ich als Nichtbetroffener hier der einzige bin, den das interessiert. Nicht umsonst tauchen solche Themen immer wieder auf.
Denkst du die (recht subjektive)Information durch Betroffene könne ein Studium ersetzen und man qualifiziere sich dadurch in besonderer Weise jemanden mit Epilepsie behandeln zu können?
Allein der Gedanke kommt mir persönlich recht vermessen vor. Deshalb mein Hinweis auf Ärzte, die sich oft jahrzehntelang mit der schwierigen Thematik befassen.
Irgendwie kommt mir hingegen die Fragestellung recht vermessen vor. Natürlich ersetzt das Mitlesen in einem Forum kein Studium, genauso wenig wie das Ansehen von Formel1-Rennen die Ausbildung zum Automechaniker ersetzt. Und Du wirst in keinem Thread erlebt haben, dass ich den Hinweisen auf die Konsultation eines Spezialisten widersprochen hätte. Somit verstehe ich Deine Aussage wirklich nicht.
Eben drum Andreas, der Sachverhalt neuronaler Zelluntergang ist sehr, sehr kompliziert. Unser Kinderarzt winkt bereits ab und verweist an Experten, wenn ich nur eine geringfügig tiefgreifendere Frage zum Thema Epilepsie habe. Wer da meint als Nichtfachmann kompetente Diskussionen führen zu können, erliegt einem Irrtum ...und/oder dem Dunning-Kruger-Effekt.
Ich habe anfangs eine meiner Ansicht nach recht einfache Überlegung zu einem zugegebenermaßen sehr komplexen Thema angestellt. Fachliche Fragen kann man diskutieren, man kann sie verwerfen, aber man sollte sie nicht mit persönlichen Beleidigungen abtun. Daher würde ich Dich enfach bitten, beim nächsten Mal auf die anderen Alternativen zurückzugreifen.
In diesem Sinn
Andreas
Rolando-Epilepsie
Ela, Thursday, 09.12.2010, 21:13 (vor 5731 Tagen) @
Andreas
bearbeitet von Ela, Thursday, 09.12.2010, 21:17
Irgendwie kommt mir hingegen die Fragestellung recht vermessen vor. Natürlich ersetzt das Mitlesen in einem Forum kein Studium, genauso wenig wie das Ansehen von Formel1-Rennen die Ausbildung zum Automechaniker ersetzt. Und Du wirst in keinem Thread erlebt haben, dass ich den Hinweisen auf die Konsultation eines Spezialisten widersprochen hätte. Somit verstehe ich Deine Aussage wirklich nicht.
Der Zuschauer eines Formel1-Rennens tut das, was ihm angemessen ist, er schaut zu und versucht sich nicht in der Boxengasse beim Reifenwechsel und in der Behebung von Motorenproblemen. Dafür gibt es das Mechaniker-Team.
Ein Heilpraktiker versucht sich in der Behandlung oftmals schwer kranker Menschen, ohne eine fundierte Ausbildung dafür zu haben.
Somit verstehe ich deine berufliche Tätigkeit wirklich nicht.
Fachliche Fragen kann man diskutieren, man kann sie verwerfen, aber man sollte sie nicht mit persönlichen Beleidigungen abtun. Daher würde ich Dich enfach bitten, beim nächsten Mal auf die anderen Alternativen zurückzugreifen.
Wenn ich der Ansicht wäre, ich hätte dich persönlich beleidigt, hätte ich keinerlei Probleme damit, mich bei dir zu entschuldigen.
Es ist nun einmal eine Tatsache, dass deine Ausbildung nicht im geringsten mit der eines Arztes vergleichbar ist, auch wenn du dich darum bemühst lebenslang weiter zu lernen und dich fortzubilden. Du hast definitiv keine vergleichbare Qualifikation wie ein Facharzt der Neurologie oder der Neuropädiatrie, die mindestens 12 JahreAusbildung hinter sich haben, um sich überhaupt erst einmal so nennen zu dürfen.
Fach-Diskussionen (über neuronale Zelluntergänge etc.pp.) sollten Fachleuten vorbehalten sein. Und nein, denn Dunning-Kruger nehme ich nicht zurück, weil er stimmt und zwar ganz eindeutig!
MF