MOSES
Musica, Saturday, 04.12.2010, 16:35 (vor 5736 Tagen)
Hallo, waseigentlich genau ist Moses? Ich habe es nach Ausbruch meiner Krankheit gemacht, kann mich erinnern, dass alle frustriert um mich herum saßen ich besonders weil ich die Krankheit einfach nicht akzeptiert habe. Das ist 18 Jahre her, Moses befand sich,so glaube ich noch in den Kinderschuhen. Ihr seid immer alle so begeistert, inwiefern hat es Euch geholfen und was macht ihr danach damit? Viele liebe Grüße, Musica
MOSES
Gittala, Hallstadt, Saturday, 04.12.2010, 16:54 (vor 5736 Tagen) @ Musica
Hallo Musica,
Moses soll Betroffenen helfen.
Experten ihrer Krankheit zu werden,
Diagnostische und therapeutische Maßnahmen besser kennen und verstehen lernen.
Psychosoziale Konsequenzen besser zu verstehen und sie aktiv zu bewältigen und das Leben mit möglichst wenig Einschränkungen zu gestalten.
Es können Betroffene über 16 und ihre Angehörigen unabhängig von der Art und der Schwere ihrer Erkrankung teilnehmen. Die Teilnehmer sollten in der Lage sein den 90 Min. Unterricht zu folgen und sich einigen Notizen zu machen. Mittlerweile gibt es auch eine Mosesschulung für Kinder. Da haben meine Tochter und ich mal dran teilgenommen. Die Kinder verstehen dann besser was ihre Krankheit ist und wie sie damit umgehen können. Ich hoffe ich konnte etwas verstehen helfen.
Lieben Gruß
Brigitte
MOSES
Musica, Saturday, 04.12.2010, 18:47 (vor 5736 Tagen) @ Gittala
Dank Dir, interesseant für mich wäre, Anfallsverhütung zu lernen. Mir wird klar, warum ich das damals nicht angenommen habe.Im Laufe der Zeit habe ich mir das Meiste selbt beigebracht- ohne es zu wissen.
LG, Musica
MOSES
Anton, Saturday, 04.12.2010, 17:43 (vor 5736 Tagen) @ Musica
Hallo Musica,
ich habe vor ungefähr 10 Jahren während eines Klinikaufenthalts an einer Moses-Schulung teilgenommen. Vor Beginn habe ich eine dicke Mappe voller Informationen erhalten. Totalaufklärung über das Krankheitsbild Epilepsie. Und die wichtigsten Hinweise, wie Anfälle verhütet werden können.
Auch eine CD-ROM gab es gratis. In ihr wird deutlich gemacht, wie einfach ein Leben mit Epilepsie sein kann. Die junge Frau, die in dem Film in der Hauptrolle zu sehen war, habe ich später in einem Epilepsie-Zentrum als Patientin getroffen.
Zwei Hauptthemen waren dominierend. Zum einen die Anfallsverhütung durch rechtzeitiges Handeln während der Auren. Wir haben gelernt, dass es Patienten gibt, die selbst im letzten Moment durch bewusstes, richtiges Verhalten noch Wunder bewirken können.
Zum anderen wurde betont, dass es für den Betroffenen eine große Hilfe sein kann, wenn er die Krankheit öffentlich macht. Es wurde empfohlen, sich ein Schild auf den Rücken mit der Aufschrift „Epilepsiekranker“ zu kleben. Das habe ich für stark übertrieben gehalten, zumal Anfallskranke leider immer noch Stigmatisierungen ausgesetzt sind.
Deine Frage, ob es mir geholfen hat und ob mir das Wissen etwas gebracht hat, muss ich verneinen. Wie ich mich zu verhalten hatte, wusste ich. Mich zu outen kam überhaupt nicht in Frage. Das habe ich einige Male, seit ich anfallsfrei bin, gemacht und negative Konsequenzen daraus gezogen.
Das Gros der Bevölkerung hält Epilepsie für eine Geisteskrankheit. Oder sie geht davon aus, dass Epilepsie und ein nicht wacher Geist eng miteinander verbunden sind. Es wird allgemein angenommen, dass der Intelligenz-Quotient eines Anfallskranken bei weit unter 100 liegt.
Viele Grüße
Anton
MOSES
Musica, Saturday, 04.12.2010, 18:59 (vor 5736 Tagen) @ Anton
Danke! Die letzten 3 Absätze von Dir kann ich nur vollstenes unterstützen!Ich habe mich 20 Jahre aus ebensolchen Gründen nicht geoutet.Freut mich direkt, dass es jemanden wie mich in diesem Forum gibt. Das Plakat auf dem Rücken ist ja ein selbst konsturiertes Stigma! Mir ist jetzt deutlich, warum ich damals nicht wirklich mitgemacht habe. Aber wenn es jemanden unterstützt mag es wohl auch nicht schlecht sein.Lieben Gruß, Musica
MOSES
schwedin87, Wednesday, 08.12.2010, 21:46 (vor 5732 Tagen) @ Anton
hey wie hieß denn der Film den Ihr Euch angeschaut habt vll. Umgefallen was dann.....
lieben Gruß
MOSES
Tom vom Berg
, Sunday, 05.12.2010, 00:22 (vor 5736 Tagen) @
Musica
Hallo Musica,
Im Grunde wurde schon alles gesagt.
Moses soll Betroffenen helfen.
Experten ihrer Krankheit zu werden,
Diagnostische und therapeutische Maßnahmen besser kennen und verstehen lernen.
Psychosoziale Konsequenzen besser zu verstehen und sie aktiv zu bewältigen und das Leben mit möglichst wenig Einschränkungen zu gestalten.
Totalaufklärung über das Krankheitsbild Epilepsie. Und die wichtigsten Hinweise, wie Anfälle verhütet werden können.
In ihr wird deutlich gemacht, wie einfach ein Leben mit Epilepsie sein kann.
MOSES soll helfen sich weiter zuentwickeln.
Damit man nicht sagt "Oje nun hab ich Epilepsie" und den Kopf im Sand steckt.
Und aus dem tiefen Loch raus kommt in dem man nach der Diagnose "Sie haben Epilepsie" gefallen ist.
Man könnte es auch einen Abschlepp- und Reperaturdienst für die Sehle bezeichnen.
Wobei der Reperaturdienst eigendlich nur eine Reperaturanleitung ist, reparieren darf man selber.
Wie auch wir uns weiter entwickeln so ist das auch mit MOSES.
Interessant fand ich was ist wenn mal die Tabletten vergessen wurden?
Einfach nach nehmen bis zwei Stunden vor der nächsten Tabletten einnahme.
Ein Schild auf den Rücken mit der Aufschrift „Epilepsiekranker“ zu kleben. (Habe den Satz mal gekürzt)
Wissen ist Macht und wenn jemand zuviel über einen weiß ist das nicht immer gut.
Denn in eine Schublade ist man schnell gesteckt und aus der kommt man schlecht oder garnicht wieder raus.
Die für die es wichtig ist wissen bescheid, den Rest geht es nichts an.
In diesem Sinne
Tom
MOSES
Lerche, Sunday, 05.12.2010, 13:57 (vor 5735 Tagen) @ Tom vom Berg
Hallo Tom!
Zu MOSES: Es ist schön, dass es auch Leute gibt, die Dinge einfach so bildhaft per Gleichnis erklären können. Danke!
Zum Schild „Epilepsiekranker“: Mag ja gut gemeint und unter Umständen auch hilfreich sein und vielleicht bin ich als Deutscher in dieser Hinsicht etwas überempfindlich, aber ich lehne es rigoros ab, spezielle Gruppen von Menschen zu beschriften oder mit Zeichen zu versehen – egal, ob auf dem Rücken oder auf dem Oberarm…
Schön’ 2.Advent wünscht
Uwe