Spiegelbestimmung

Anton, Tuesday, 07.12.2010, 15:01 (vor 5733 Tagen) @ justins-mama

Hallo Tanguera,

so wie meine Vorredner bereits geschrieben haben, ist für die Blutserumkontrolle erforderlich, dass sie vor der Medikamenteneinnahme erfolgt, weil sie sonst dem Arzt ein verfälschtes Ergebnis liefert. Wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt, muss der Arzt wissen, dass kurz vor der Blutentnahme noch Tabletten genommen worden sind. So hat er die Möglichkeit, den Steady State (das Fließgleichgewicht im Blut) zurückzurechnen. Ich habe an anderer Stelle etwas zum Wirkstoffspiegel im Blut veröffentlicht, ich kopiere es unter diesen Beitrag.

Liebe Grüße
Anton


Epilepsie und die Sturmfluten an der Nordsee haben eins gemeinsam. Sie können gefährlich werden. Wer sich nicht ausreichend schützt, begibt sich in Gefahr. So wie Deiche an der Küste bei Sturm das Wasser zurückhalten, bauen Medikamente gegen Epilepsie eine Wand auf, den Wirkstoffspiegel, um die Anfallsschwelle so hoch zu halten, damit das „Gewitter im Gehirn“ nicht mit Anfällen in Aktion treten kann.

Wenn die Einnahme vergessen wird, kommt es zum Absinken der Anfallsschwelle. Der Patient ist ohne Schutz. Die Gefahr neuer Anfälle droht. Die Anfallsschwelle wird nicht weit genug oben gehalten, um alle Ansätze neuer Anfälle zu verhindern. Was soll damit gesagt werden? Medikamente gegen Epilepsie sind nicht vergleichbar mit Tabletten gegen Kopfschmerzen. Sie haben eine andere Funktion und müssen dauerhaft genommen werden, damit der Wirkstoffspiegel oben bleibt. Während Kopfschmerzmittel im akuten Fall genommen werden, haben Antikonvulsiva mehr eine präventive Wirkung.

Bei hundertprozentiger Einhaltung der Medikation bedeutet ein zu niedriger Wirkstoffspiegel im Blut, dass die Tablettenmenge erhöht werden muss.


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