Probezeit am Arbeitsplatz mit Epilepsie
Hallo Andre,
leider musste ich vor zwei Wochen am Arbeitsplatz eine schlimme Erfahrung machen, aus der ich mich bis jetzt noch nicht ganz erholt habe...
Vor ca einem Jahr steckte unsere Branche ziemlich tief in der Krise drin, und es musste bei uns im Team zu einem drastischen Abbau kommen. Der eine Kollege wurde entlassen, zwei Kolleginnen mussten ihr Arbeitspensum reduzieren. Bei mir hat es geheissen, dass sie auf mich nicht verzichten können, und deshalb darf ich nicht reduzieren (wass mir eigentlich recht gewesen wäre...). Um den anderen gegenüber ein Zeichen der Loyalität zu setzten, soll ich jedoch mit dem Lohn runtergehen. Ich brauche keine Angst zu haben, sobald alles vorbei ist, bekomme ich einen deutlich höheren Lohn, somit ich so schnell wie möglich einen Ausgleich habe, und dieser Lohn bleibt mit dann auch weiterhin. Ich habe gewartet und gewartet... Und gesehen, dass uns wieder langsam besser und besser geht. Nach vier Monaten habe ich einen Lohnausgleich bekommen, aber keine Lohnerhöhung. Und ich habe wieder gewartet.
Im Januar haben wir eine neue Mitarbeiterin bekommen, somit war endgültig klar, dass es uns wieder gut geht...So habe ich in einem Gespräch nach der versprochenen Lohnerhöhung gefragt. Die Antwort hat mich schokiert! Unter dem Vorwand der Epilepsie und damit angeblich verbundenem Leistungsabbau bekomme ich keine! Wobei ich natürlich weiss, dass es so nicht stimmt. Ich habe Zugang zu den Computern von allen im Team und auch zu dem vom Chef und kann die einzelnen Tage durchgehen und mit meinem Tagespensum vergleichen... Ich spare meine Energie überall, wo es nur geht, mein Haushalt kommt wirklich zu kurz, nur um die Leistung beim Arbeiten nicht zu beinträchtigen.
Ich habe meine Stelle als "Nicht-Epileptikerin" angefangen und bin immer sehr offen mit der Krankeheit umgegangen. Das dies einmal gegen mich verwendet wird, damit habe ich nicht gerechnet.
Na, ja der Text ist ein bisschen länger geworden, aber ich bin froh, es ist mal raus
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
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