SUDEP
wolkesieben, Thursday, 10.02.2011, 19:11 (vor 5668 Tagen)
Wer hat von euch schon mal von SUDEP gehört?
SUDEP
wolkesieben, Friday, 11.02.2011, 18:57 (vor 5667 Tagen) @ wolkesieben
Hat den keiner eine Ahnung?
SUDEP
tanguera, Schweiz, Friday, 11.02.2011, 19:22 (vor 5667 Tagen) @ wolkesieben
Hallo wolkesieben,
es gab hier schon mal eine Diskussion dazu:
http://www.epilepsie-online.de/forum/index.php?id=51168
Gruss
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
SUDEP
Gittala, Hallstadt, Friday, 11.02.2011, 20:10 (vor 5667 Tagen) @ wolkesieben
Hallo wolkesieben,
Heilungschancen
Rund 70 Prozent der Betroffenen werden durch die Kombination von Medikamenten, Selbstkontrolle und anderen unterstützenden Maßnahmen anfallsfrei. Ein Restrisiko bleibt aber immer bestehen. In der Regel gelingt es zumindest, die Zahl der Anfälle stark zu reduzieren.
Zum Tod führt eine Epilepsie selten. Die Todesursache liegt dann meist in indirekten Auswirkungen eines Anfalls, z.B. ertrinken. Ein Anfall kann in seltenen Fällen aber auch zu einem sogenannten SUDEP-Syndrom ("Sudden Unexpected Death in EPilepsy") führen, das vermutlich durch bösartige Herzrhythmusstörungen ausgelöst wird und zum Tod führen kann.
Lieben Gruß
Brigitte
SUDEP
wolkesieben, Friday, 11.02.2011, 21:07 (vor 5667 Tagen) @ wolkesieben
Danke für die Hilfe
SUDEP
thomas
, Thursday, 17.02.2011, 20:55 (vor 5661 Tagen) @
wolkesieben
Die Uniklinik Freiburg hat 2006 einen guten Beitrag zum SUDEP geschrieben:
Bitte auch den Link am ende (nur englisch ) beachten!
Thomas vom Epilepsie-Forum
SUDEP – was ist das?
Das Akronym "SUDEP" steht für "sudden unexpected death in epilepsy patients", d.h. plötzlichen, unerwarteten Todesfällen bei Epilepsiepatienten. Solche unerwarteten Todesfälle treten aus einem ansonsten weitgehend normalen Gesundheitszustand ohne erkennbare Ursache aus. Die Häufigkeit von SUDEP-Fällen wird in Deutschland mit ca. 600 - 1.000/Jahr geschätzt. Im jungen Erwachsenenalter ist ein SUDEP die häufigste Todesursache bei Epilepsiepatienten.
Wie kommt es zum Auftreten eines SUDEP?
Man geht heute davon aus, dass SUDEP-Todesfälle auf Einflüssen von Anfällen auf das vegetative Nervensystem beruhen. So kann es im Verlauf von epileptischen Anfällen zu erheblichen Veränderungen der Herzfrequenz (sowohl in Form sehr hoher Herzfrequenzen als auch in Form von Verlangsamungen bis hin zum Herzstillstand) und zu einer Störung der Atemregulation Atmung kommen. Möglicherweise spielen auch direkte Einflüsse der epileptischen Aktivität auf die Lunge ("neurogenes Lungenödem") eine Rolle. Die meisten Patienten versterben im Schlaf.
Wer ist besonders gefährdet?
Aus Untersuchungen größerer Patientenzahlen weisen darauf hin, dass folgende Faktoren dazu beitragen, das Risiko für das Auftreten eines SUDEP zu erhöhen:
* fokale Epilepsien
* Zusätzliches Vorliegen neurologischer Defizite oder einer Behinderung
* früher Epilepsiebeginn
* medikamentöse Polytherapie
* häufige Wechsel der Medikation
* Unzureichende Compliance bei der Medikamenteneinnahme
* Vorliegen generalisiert tonisch-klonischer Anfälle
Was kann man tun, um das Risiko eines SUDEP zu vermindern?
Eine optimierte Therapie, die Anfälle vollständig unterbindet , stellt den einzigen bislang nachgewiesenen Faktor dar, der das SUDEP-Risiko reduziert. Beitragen können ferner:
* Befolgen der ärztlichen Anweisungen zur Medikamenteneinnahme
* Insbesondere regelmäßige Einnahme der Medikation
* Beachtung einer gesunden Lebensführung, Vermeidung von Alkohol
* Schlafen in einer Rückenposition und wenn möglich nicht alleine
Beim Nichterreichen einer vollständigen Anfallsfreiheit kann der frühzeitige Besuch spezialisierter Epilepsie-Praxen, Epilepsie-Ambulanzen und Epilepsiezentren dazu beitragen, die beste Therapieform zu finden.
Bei Pharmakoresistenz, d.h. dem Nichtansprechen auf die ersten beiden medikamentösen Behandlungen, sollte bei fokalen Epilepsien die Option eines epilepsiechirurgischen Eingriffes frühzeitig geklärt werden, da erfolgreiche epilepsiechirurgische Eingriffe das Risiko für das Auftreten unerwarteter Todesfälle bei Epilepsiepatienten mindern.
Literatur:
* A. Schulze-Bonhage:
SUDEP und Epilepsiechirurgie.
Zeitschrift für Epileptologie 2006, im Druck
Internetlinks:
Epilepsy Bereaved (www.sudep.org/default.asp)