In aller Frühe
Musica, Monday, 21.03.2011, 09:10 (vor 5629 Tagen)
Ihr Lieben, fast hätte ich soebenlos geweint, aber dachte an Euch und an die Einzigen, die mich wirklich verstehen.Eine Lösung könnt selbst ihr mir nicht geben..
Ihr wißt ja, wir schimm meine Vergesslichkeit für mich ist. Ich schäme mich dafür unendlich und ich will und werde es nicht zugeben. Für den Job wäre es eine Katastrophe. Gerade habe ich mit meinem Mann gestritten. Ich habe mir wieder nicht merken können, was er mir am Computer erklärt hatte (Drucken über Stick). Ich sagte, ich würde gern einen eigenen haben, (da brauch ich wieder ihn oder weiß der Teufel wen) der ihn mir einrichtet.Er redet blöd daher und ist sauer, wozu ich einen eigenen Drucker brauche Mitgeschrieben habe ich auch schon, weiß dann aber nicht mehr was das alles bedeutet. Ich schäme mich zu Tode und jetzt will er es mir wieder erklären, komme mir so dumm und beschämt vor, daß ich schon vor Angst nicht mehr mitkommen werde
Jetzt bin ich es wenigstens los. Liebe verzweifelte Grüße, Musica
In aller Frühe
tanguera, Schweiz, Monday, 21.03.2011, 10:14 (vor 5629 Tagen) @ Musica
Liebe Musica,
auch wenn es für Dich sehr schlimm ist, ist wahrscheinlich genau das der Punkt: "ich will und werde es nicht zugeben"
Hast Du schon mal mit Deinem Mann offen darüber gesprochen? Du brauchst es nicht jedem Nachbar zu erzählen, aber Deinem Mann? Ich habe ein Problem, das in eine ähnliche Richtung geht. Ich habe das Problem, das Gesprochene zu verstehen. Es passiert nicht immer, aber meistens zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Mein Mann hat mir schon öfters vorgeworfen, es interessiere mich nicht, was er mir erzählt... Dabei kann ich nichts dafür, ich bin nicht gerade glücklich darüber. Er rastete dann meistens aus. Bis ich mit der Wahrheit raus war. Ich merke es meistens grad am Anfang und dann muss ich sagen, bitte nochmals vor vorne an, ich konnte Dir nicht folgen. Es war nicht einfach für mich, es zuzugeben - ich "ober, oberkluge"
Ich habe auch gelernt, z.B. beim Arbeiten, "unaufällig" "Kontrollfragen" zu stellen, damit ich sicher bin, alles mitverfolgt zu haben... Vielleicht kannst Du auch irgendeine eigene "Strategie" entwickeln.
Wirklich helfen kann ich Dir nicht, aber vieleicht macht es ein bisschen weniger schlimm eine virtuelle Umarmung?
LG
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
In aller Frühe
Mondenkind, Monday, 21.03.2011, 11:49 (vor 5629 Tagen) @ Musica
Hallo Musica,
ich lese gerade "Epi on board - ich glaub ich krieg ´nen Anfall" von Anja Zeipelt.
Hier ein Teilkapitel (Auf der Arbeit) daraus:
Sie arbeitete zu dem Zeitpunkt in einer Stoffabteilung und hatte gerade ein sehr gutes Geschäft mit einer Kundin gemacht
... ich hob siegessicher immer mal Daumen zu unserer Näherin, die mir ein paar Meter gegenüber saß, und ich freute mich schon darauf, ihr Gesicht zu sehen, wenn ich ihr den Betrag, den ich hier berechnete unter die Nase halten würde. Ich überlegte noch, wann ich mit meinem Chef über Provisionen reden könnte, da passierte es zum ersten Mal: Ich wusste nicht mehr weiter. Wir war bloß die Tastenkombination für das Eurozeichen? Keine Ahnung. Es war weg, aus meinem Hirn gepustet. Ich saß da un wartete, dass es zurückkam, aber es dachte überhaupt nicht daran. Das € war weg! Und ich konnte ja wohl kaum mitten im Dokument das Euro als Wort hinter die Zahlen schreiben. Verzweifelt wollte ich zu unserer Näherin gegen und sie um Hilfe bitten, da rannte ich zuerst einen Wagen mit Stoffmustern um und gleich danach kickte ich mit meinem Hüftknochen die Tischkante, die mir im Weg stand.
...
Die Krönung aber habe ich, dem Himmel sei Dank unbemerkt von Chef und Chefin, eines Mittags im Hochsommer gebracht. Es war auf der Arbeit. Das Telefon klingelte und eine Dame am anderen Ende des Apparates, fragte mich nach ihrem Kostenvoranschlag. Ich fragte die Dame, ob sie denn auch sicher sein, dass sie im richtigen Geschäft angerufen habe. Normalerweise wusste ich auch über die Kunden Bescheid, die in meiner Abwesenheit da waren, denn ich wurde stets per Schreiben darüber informiert. Aber ich hatte keine Notiz gefunden. Tanja hatte heute ihren freien Tag und so bat ich die Kundin, sich am nächsten Tag noch einmal zu melden. Die Kundin beschloss, tags darauf persönlich vorbeizukommen, um sich in Erinnerung zu bringen. Als sie dann vor stand, um mir klar zu machen, dass sie meine Kundin war, war ich überzeugt davon, dass diese arme Frau ein absolutes Problem hatte, denn ich hatte sie noch nie zuvor gesehen. Tanja sah mich entsetzt an und erzählte mir, dass ich diejenige mit dem klitzekleinen Problem war. Es war meine Kundin! Ich hatte eine komplette Verkaufsberatung vergessen und konnte mich erst Tage später wenigstens teilweise wieder daran erinnern.
Und? In manchen Dingen wiedergefunden?? Ich musste (nicht nur in diesem Kapitel) ein paar mal nicken, "ja, dass kenne ich auch".
Wie du vielleicht gemerkt hast, nimmt Frau Zeipelt die Dinge gern ein bisschen auf die Schippe und das ist es auch, was sie mit ihrem Buch schaffen will. Bei dem ganzen, den Humor nicht vergessen und ihn nicht verlieren, so wie sie in ihrem Vorwort schreibt: "Humor ist Medizin... uns wenn man über sich selbst lachen kann."
Viele liebe humorvolle Grüße
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
In aller Frühe
Musica, Monday, 21.03.2011, 15:09 (vor 5629 Tagen) @ Mondenkind
Liebe Tanguera, liebes Mondenkind, es kam wie es kommen mußte, ich hatte schon so eine Blockade, fing dann tatsächlich an zu weinen nachdem er mit Gestig um Mimik tatls wäre es hoffnungslos.Ich schluchzte und fragte, ob er wisse, was das beimir ist, ja, er weiß es. Auch das wußte ich, nur haben wir eben nicht darüber gesprochen. Das werden wir auch nicht. Danke für Eure tröstenden Worte und das Verständnis und Berichten von ähnlichen Situationen. Da ist man dann ebennnicht mehr so allein!
Das Buch muß ich lesen! Das Kapitel hat mich echt rleichtert und ich mußte echt schmunzeln. Wenn halt nicht so viel davon abhängig wäre. Aber jetzt geh ich´s wieder an, was hilfts?
Danke nochmal an Euch beide,Musica
In aller Frühe
tanguera, Schweiz, Monday, 21.03.2011, 15:33 (vor 5629 Tagen) @ Musica
Hallo Musica,
möchtest Du noch ein bisschen mehr lachen?
Mir rutschen nämlich auch immer öfters Wörte und Sätze raus, die ich eigentlich gar nicht sagen will...ich weiss nicht, voran es liegt, ob an den Medis oder der Krankheit selbst.. Aber es bringt mir nichts, darüber nachzudenken... Lachen ist gesund.
Meine Kollegin geht in die Mittagspause: statt Guten Appetit sage ich zu ihr "Alles Gute zum Geburtstag"
Meine Kinder gehen in die Schule, ich stehe in der Tür. Ich will Ihnen Tschüss sagen. Ausgerechnet in dem Moment muss eine Nachbarin ihre Zeitung holen wollen. Und ich sage zu den Kindern: Gute Nacht!
Das Neueste : Ich muss eine Physiotherapie machen. Die Therapeutin hat mich angerufen, ob ich kurzfristig kommen kann, jemand hat abgesagt. Am Schluss sage ich zu ihr: Auf Wiederhören Frau Suppe. Obwohl ich ganz genau weiss, dass sie Bouillon heisst...
LG
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
In aller Frühe
Lerche, Monday, 21.03.2011, 17:09 (vor 5629 Tagen) @ tanguera
Hallo Tanguera,
das erinnert im 1. Moment an eine „Light-Version“ des Tourette-Syndroms. Aber mach dir keine Sorgen, hab gleich bei Wiki nachgeschaut – das ist nun doch ne ganze Stange extremer. Und auch extrem selten. Alles Übel kann man ja nun auch wieder nicht haben.
@Musica: Ich kenn es auch und es ist belastend. Was hab ich mir nicht schon alles auf Merkzetteln notiert, die ich dann, wenn’s drauf ankam, natürlich nicht mehr gefunden hab!
LG
Uwe
In aller Frühe
tanguera, Schweiz, Monday, 21.03.2011, 17:13 (vor 5629 Tagen) @ Lerche
Hallo Uwe,
danke für die Mühe, darauf wäre ich nicht gekommen. Na, dann bin ich erleichtert.
LG
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
In aller Frühe
Musica, Monday, 21.03.2011, 18:47 (vor 5629 Tagen) @ tanguera
Hallo Tanguera, klar hast Du mich zum Lachen gebracht. Danke!
Revanche zum Lachen: Letzte Woche verabschiedete ich mich von meiner Kollegin, weil i c h in Urlaub gehe. Ha, was sage ich zu ihr? Schönen Urlaub, wohin fährst Du ?
Jetzt konnte ich Dank dir tatsächlich über mich selber lachen! Einen lieben Gruß, Musica
In aller Frühe
Docfriend1, Wednesday, 30.03.2011, 07:52 (vor 5620 Tagen) @ Musica
Und ich dachte, ich drehe jetzt komplett durch! Eure Beiträge trösten mich ja dann doch! Vielen Dank
Pepelinchen