Was passiert mit mir?
Hey Leute,
ich bin mitlerweile 20 Jahre alt.
Mit 12 hatte ich einen Grand-Mal-Anfall. Im Verlauf wurde ich mit folgeneden Medikamenten behandelt:
Topiramat (fast 1 Jahr): schlimme Nebenwirkungen, wie Sprachfindungsstörungen, Nierenstein, Konzentrationsprobleme und starker Wesensveränderung (ich weiß nicht, ob ich davon noch einen Knacks habe). Es war psychisch die reinste Hölle für mich. Ich hatte nur noch alle paar Tage bis Wochen komplex-fokale Anfälle. Es hat sich kaum verbessert.
Oxcarbazepin, Levetiracetam und Valproinsäure haben leider nicht gut gewirkt und hatten Nebenwirkungen, wie Hautausschlag, Haarausfall und psychische Veränderung)
Nach ca 2-3 Jahren mit anderen Medikamenten bin ich endlich zu Lamictal gekommen. Ich nehme Lamictal jetzt schon fast 8 Jahre und die komplex-fokalen Anfälle (mit Aura, kurzem Bewusstseinsverlust, komischen Handlungen und Äußerungen) sind immer weiter zurück gegangen. Zeitweise hatte ich dann nur noch selten Auren, ohne dass darauf ein Anfall folgte.
Richtig anfallsfrei bin ich jetzt seit 4 Jahren. Nur manchmal habe ich ein komisches, kribbelndes, aufsteigendes Glücksgefühl in der Herzregion. Als ob irgendwelche körpereigenen Stoffe, wie Dopamin oder Adrenalin ausgeschütet werden.
Mitlerweile habe ich die Schule in der 13. abgebrochen, weil ich einfach nicht mehr konnte. Zeitweise war ich auch einfach demotiviert. Das ist nicht so schlimm. Ich fange eine Ausbildung an und kann dannach immer noch studieren.
Meine Konzentration und Merkfähigkeit ist mitlerweile sehr stark gesunken. Es würde wesentlich länger dauern ein Gedicht auswendig zu lernen. Auch kann ich nicht mehr so gut kopfrechnen bzw. brauche ziemlich lange.
Der Start der Epilepsie war für mich ein starker Lesitungsabsturz.
Jetzt habe ich seit einer Zeit das Problem, dass ich ein Leeregefühl im Kopf habe und alles etwas unbewusster mache. Ich bin oft in unentspannten Situationen sehr nervös. Zu dem wird mir immer für 10 sec schwindelig, wenn ich zu schnell aufstehe. Ich bin manchmal etwas wuschig, langsam, kann nicht gut hören und nehme manchmal Gehörtes erst später wahr. Auch meine Reaktionszeit ist sehr eingeschränkt, wenn ich passiv bin (Im Sport ist es was anderes). Vergesslich bin ich sowieso. Ich brauche auch manchmal etwas um mir viele Namen zu merken, aber wenn ich sie habe vergesse ich sie eigentlich auch nicht. Meine Orientierung war zeiweise auch verdammt schlecht und ist auch etwas besser geworden. Ich neige zu Tagträumereien bzw. der Hingabe zum Leeregefühl, bekomme so manche Sachen nicht immer mit und brauche manchmal etwas lange, bis mir das Richtige einfällt. So versuche ich manchmal was anderes passendes zu finden.
Ich habe noch ein paar psychische Probleme:
Ich bin pessimistisch, werde leicht gereizt und noch einiges mehr. Ich bin ein ernster Mensch, kann allerdings auch mal lachen.
Ich mache mir wirklich Sorgen um meinen Zustand.
Ich weiß nicht, ob ich eine Depression habe oder gar eine Demenz bekomme. Ich hoffe, dass es behandelbar und keine Abbauerkrankung ist.
Ich habe schon Menschen mit schwacher bis starker Demenz erlebt und würde so nie vor mich hinvegetieren wollen. Der Lebenswert sinkt in dem Fall auf ein Minimum. Ich habe in den letzten Jahren einfach sehr viel ignoriert und mich nicht mit Gefühlen oder ähnlichem auseinandergesetzt. Erst jetzt arbeite ich alles auf.
Ich habe erst in 4 Monaten einen Termin beim Neurologen.
Zu dem habe ich noch eine Skoliose. u.A. ist meine HWS stark versetzt.
