Ärger mit Eltern

Anton, Sunday, 24.04.2011, 22:43 (vor 5595 Tagen) @ hesiod

Hallo Hesiod,

schön, dass Du zu uns gekommen bist. Ein intessanter Nickname. 3 Konsonanten und 3 Vokale. Ich kann Deinen Unmut über das Verhalten der Eltern gut verstehen. Sicher meinen sie es gut, geben dir gerne einen Rat. Mit der Empfehlung, das Posaunen- und Dudelsackspielen aufzugeben, liegen sie völlig falsch. Warum? Ihnen fehlt das ganze Wissen über die Hyperventilation. Wo sie beginnt und wo sie aufhört.

Die Hyperventilation findet beim Neurologen Anwendung bei der Provokation von Anfällen. Der Patient bekommt den Auftrag, schnell ein- und auszuatmen. Wenn wir dieses Verhalten betrachten, kommen wir zu dem Ergebnis, es ist künstliches Atmen. Der Patient macht es auf Befehl, obwohl ihm dazu gar nicht zumute ist.

Ferner gibt es die Hyperventilation als Symptom bei Menschen mit Ängsten, chronischer Stressbelastung und Verspannung. Sie atmen flach und unergiebig aus dem oberen Brustkorb heraus, es wird nur ein Drittel bis zur Hälfte der Lungenkapazität genutzt. Bei mehr Sauerstoffbedarf atmen sie noch stärker mit dem Brustkorb statt intensiver mit dem Zwergfell. Das führt zu anderen Blutwerten, die das Gehirn weniger als erforderlich mit Sauerstoff versorgen. Und macht sich zuerst bemerkbar bei Menschen mit gesundheitlichen Störungen.

Das Musizieren mit „Luft-Instrumenten“ ist etwas völlig anderes. Es wird dem Instrument bei richtiger Atmung kontrolliert Luft zugeführt. Jeder qualifizierte Sänger erhält „Stimmbildung“ im Unterricht. Teil dieses Unterrichts ist das Erlernen effektiver Atmung. Spieler von Luft-Instrumenten werden genauso geschult.

Fazit: Das Musizieren sollte auf keinen Fall eingestellt werden, sofern nicht andere Gründe dagegen sprechen. Denn Musik gibt dir schöne Momente, Du bekommst ein positives Feedback, was Du sonst allzuoft vermisst. Musik ist gut für die Seele und folglich für den Körper.

Mit meinem Schriftsatz ist dir Laienwissen zugegangen. Von einem an Epilepsie Erkrankten. Somit ersetzt Inhalt meines Schreibens nicht ärztlichen Rat. Du solltest bei nächster Gelegenheit den Sachstand mit Deinem Neurologen besprechen. Ich wünsche gute Besserung und weiterhin Spaß an der Musik.

Liebe Grüße
Anton

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Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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