Geoutet
Musica, Friday, 27.05.2011, 19:42 (vor 5562 Tagen)
Hallo ihr Lieben, jetzt ist es passiert. Vor 2 Jahren habe ich mich bei meinem AG geoutet und meinen Schwerbehindertenausweis vorgelegt. Heute ist es passiert, urplötzlich. Ich muß versetzt werden. Meine Schwerbehinderung erlaubt nicht , daß ich auf diesem Posten sitze. Ich habe ihn wie eh und je gemacht.Niemand hat mich kritisiert. Es wurde mir zwar eine Stelle angeboten, aber sie entspricht weit nicht dem Niveau meines erlernten Berufes. Ich kann es eigentlich noch gar nicht glauben, es war erst heute, bin verletzt und schäme mich schon jetzt vor den Kollegen die sich wundern werden.Und getuschelt wird sowieso immer. Wenn man erst einmal auf so einem Posten sitzt, kommt man nicht mehr weg. Brauch Euch nicht um Rat fragen, es wird keinen geben. Aber es würde sonst niemand verstehen. Ich höre meine Freunde schon...sei froh daß Du weniger Verantwortung hast, die Bezahlung bleibt ja schließlich gleich...Grüße, Musica
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Mondenkind, Friday, 27.05.2011, 20:21 (vor 5562 Tagen) @ Musica
Hallo Musica,
gibt es in deiner Firma eine Mitarbeitervertretung bzw. Schwerbehindertenvertretung?
Rede mal mit ihr - zumindest in meiner alten Firma hat mir die MAV immer wieder geholfen.
Liebe Grüße
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
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Musica, Friday, 27.05.2011, 20:35 (vor 5562 Tagen) @ Mondenkind
Hallo Mondenkind, Schwerbehindertenbeauftragte gibt es. Allerdings haben sich die schon vor 2 Jahren nur wichtig gemacht.Jeder Behinderte ist gut für deren Statistik und Selbstbeweihräucherung. Ich habe kein Vertrauen mehr in diese Schwätzer.Ich arbeite in einem sehr großen Betrieb. LG
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sarina78, Sunday, 29.05.2011, 06:53 (vor 5561 Tagen) @ Musica
..hat man nach zwei Jahren nicht mittlerweile sowas wie ein "Gewohnheitsrecht"....die Firma hat es zwei Jahre lang hingenommen, dass du auf dem Posten sitzt und nun plötzlich sollst du da runter?...informier dich nochmal!
LG
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tanguera, Schweiz, Sunday, 29.05.2011, 10:40 (vor 5560 Tagen) @ Musica
Hallo liebe Musica,
ich bin am Freitag um 20.00 Uhr von der Arbeit zurückgekommen (habe am Morgen um 8.00 angefangen) und habe Deinen Beitrag gelesen.
Wir sind ein kleines Unternehmen, und über mir sitzt nur noch mein Chef, der Inhaber der Firma. Jetzt ist er 14 Tage weg, also kam ich so spät nach Hause...
Von alles Seiten (meine Eltern, Familie, meine Freunde) höre ich ständig, dass das, was ich mache "entspricht weit nicht dem Niveau meines erlernten Berufes ",
d.h. ich habe keine weiteren Aufstiegsmöglichkeiten (über mir ist ja nur noch der Innhaber...) Und ich beginne zu zweifeln...
Manchmal, wenn ich soviel Verantwortung trage wie jetzt, dann sage ich mir: Will ich es überahaupt? Ist es dann wert, dass ich meine Gesundheit ruiniere, dass ich angespannt und gestresst bin?
Ich habe eine Bekannte, die schwer an Krebs erkrankt war. Sie hat dann freiwillig ihren höheren Posten abgegeben und arbeitet jetzt in der Abteilung mit den Kollegen zusammen, über die sie früher mal Chefin war. Sie ist überglücklich.
Nicht, dass Du meinst, ich verstehe Dich nicht. Aber vielleicht haben Deine Freunde nicht so unrecht:
Ich höre meine Freunde schon... sei froh daß Du weniger Verantwortung hast, die Bezahlung bleibt ja schließlich gleich...
Du hast in der letzten Zeit öfter darüber berichtet, wie schwer Dir die Vergesslichkeit zu schaffen macht, dass Du Dich auch im Beruf immer wieder ärgerst. Ich würde mich wahrscheinlich auch schämen, aber vielleicht kommt alles besser, als Du im Moment glaubst.
Liebe Grüsse
tanguera
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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
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Bird-of-Prey, Sunday, 29.05.2011, 13:42 (vor 5560 Tagen) @ tanguera
ich werds mal so formulieren: ich bin in der Position momentan auch eine Stufe runter, die Bezahlung ist aber gleich. Das, was ich jetzt leisten und verantworten muss, ist momentan ein Kinderspiel - im Vergleich zu vorher.
Warum sich unnötig quälen?
Wenn man es halt zur Selbstbestätigung braucht.....hmmm...ja dann ist es nicht ganz soooo einfach.
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Musica, Sunday, 29.05.2011, 23:38 (vor 5560 Tagen) @ Bird-of-Prey
Stimmt, es ist nicht so einfach. Ich habe oder hatte einen hohen Anspruch an mich selbst und habe viel an mir gearbeitet. Das kann man nicht so einfach über Bord werfen. Danke Dir und lg
Musica
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Musica, Monday, 30.05.2011, 19:03 (vor 5559 Tagen) @ tanguera
Hallo Tanguere, vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Du hast sicher recht.Ich sehe aber einen Unterschied zwischen selbst verändern wollen, oder verändert werden! Außerdem hat mein AG mich 2 Jahre auf dieser Stelle behalten, obwohl er gleich nach meinem Outen reagiert haben sollte. Sicher muß er Verantwortung tragen, aber nicht von heute auf moregn einem Mitarbeiter erzählen, daß er etwas anderes machen wird. Der Job hat Abstellgleischarakter. Ich soll mich innerhalb von 6 Tagen entscheiden. Ich melde mich morgen beim personalrat und frage nach meinen Rechten. Es werden mir versch. Stellen angeboten, nach und nach. Ich "muß" keinen nehmen. Aber irgendwann setzen sie mich wohin, wo es mir gar nicht gefällt. Stell Dir vor, Du mußt an einem Arbeitsplatz sitzen bis Du in Rente gehst! Das sind bei mir immerhin noch 10 Jahre. Ich werde dort nicht mehr wegkommen. Es ist mir auch nicht egal was so geredet oder getuschelt wird. Nur meine nächsten Kollegen wissen von meinr Krankheit. Meine Firma hat 3000 Mitarbeiter. Dein letzter Satz, daß es viell. gar nicht so schlimm wird gibt mir Hoffnung. Einen lieben Gruß, Musica
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Johnny, Tuesday, 31.05.2011, 20:44 (vor 5558 Tagen) @ Musica
Hallo Musica
War Cheftechniker in einem Krankenhaus. 60 Stundenwoche Schichtarbeit Wochenenden war keine Seltenheit. Hab sämtliche Geräte überwacht geprüft und repariert. Wegen meiner Epi und der bipolaren Erkrankung hab ichs einfach nicht gepackt. Hab der Chefin die Koffer hingestellt und gesagt mach den Scheiß doch selber. Bin rauf zum Chef und erklärte ihm das. warum fragte er Sie sind ein guter Fachmann wir brauchen Sie. Unter den Umstaänden meiner Behinderung, hab Gdb von 90 % , akzeptierte er meine Entscheidung. dann holte er die Chefin ins Büro und faltete sie wohl zusammen. ich werde sie zur Verantwortung ziehen wenn das nun schiefgeht hörte ich ihn schreien. Jahrelang hab ich geackert geschuftet nacht für nacht und wenn davon krank wirst blödes Gerede hinterm rücken. Bin zwar nur noch Hilfsjoggl aber es geht stetig bergauf. Keine Episoden und keine Anfälle mehr schon seit Wochen. Besser ein gesunder Hilfsjoggl als ein krankes Ass. Vielleicht bringt dir meine Erfahrung wsas und es ist gut so wies ist. Die Zeit heilt bekanntlich alle Wunden.
Grüße und alles Gute Johnny