Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

Susa, Saturday, 28.05.2011, 18:44 (vor 5561 Tagen)

Hallo!

Ich habe erst vor 3 Monaten den Verdacht geschöpft, ich könnte eventuell einen epileptischen Anfall gehabt haben und inzwischen gehen Neurologe und Hausärztin davon aus, obwohl EEG und MRT normal waren. Vor drei Monaten habe ich erlebt, dass ich so ein Warngefühl (Kribbeln, leichte Übelkeit, Gefühl von "gleich wirst du ohnmächtig") bekommen habe, dann fing ich an zu zittern, dann war ich weg. Als ich wieder zu mir kam, lagen Tasse, Aschenbecher und andere Sachen vor mir auf dem Boden. Dabei war niemand. Danach war ich müde und bin ins Bett. Die Müdigkeit hielt noch Tage an und Kopfschmerzen und so ein steifes Nackengefühl hatte ich auch.
Zitteranfälle mit Vorgefühl, aber ohne Bewußtseinsverlust hatte ich vorher und nachher schon öfter. Umgefallen bin ich auch vorher schon, aber ich dachte nicht, dass es eine solche Ursache hätte.
Jetzt bemerke ich einige Dinge, die auch dazu gehören könnten: Kribbeln, plötzliche Schmerzen oder Wärmegefühle im Nacken, Spannungen im Stirnbereich, Wahrnehmungen verschiedener Art, in den Beinen steif werden und so...
und ganz komisch: einmal war das Gefühl nur ein "Flattern" im Kopf... kann es sowas geben?
Vor ein paar Tagen kamen so Gefühle und ein Zittern im ganzen Körper ohne Vorwarnung, vielleicht weil ich über Kopf gearbeitet habe. Ich war ein bißchen benommen und schwach und musste mich gegen die Wand lehnen...

Im Nachhinein sieht es so aus, als hätte ich schon mit 28 erstmals Anfälle gehabt, die damals aber als Magen-Darm-Geschichte mit Übelkeit und Ohnmacht daherkamen, ohne dass ich dann aber krank gewesen wäre.

Medikamente nehme ich noch keine.
1.Ich stehe dem sehr kritisch gegenüber, weil ich 10Jahre mit psychisch Kranken gearbeitet habe und oft und oft erlebt habe, dass die Medikamente den Menschen noch zusätzlich Probleme machen, aber selten wirklich was bessern.
2. Im Moment kann ich mir Nebenwirkungen wie Müdigkeit und Konzentrationsmängel und so nicht leisten. Ich bin selbständig, nicht genug versichert und wenn ich nicht arbeite, dann kann ich zugucken, wie sich die Schulden häufen. Ich muss mindestens noch weitermachen, bis eine geplante Umstrukturierung mir mehr Luft verschafft.
3. Ausschließen tue ich die Einnahme aber auch nicht ganz. ich will es mir nur erst gründlich überlegen können.

Gibt es hier sonst noch jemanden, der erst so spät feststellen musste, dass er eine Epilepsie hat?
Vorher war ich "nur" zeitweise depressiv - jetzt das...

Ich denke, Austausch könnte auf jeden Fall helfen.

Danke schon mal für die Aufmerksamkeit
und Grüße
Susanne

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

Musica, Sunday, 29.05.2011, 23:20 (vor 5560 Tagen) @ Susa

Hallo Susa, falls Du wirklich Epilepsie hast, was leider ganz danach aussieht, nimm die Medikamente. Es bleibt Dir sonst nichts anderes als ein stetiges Risiko. Du kannst dann eigentlich ganz normal arbeiten. Hole Dir auch Hilfe bei einer Epilepsieberatung. Kopf hoch und lieben Gruß, Musica

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

salomon, Monday, 30.05.2011, 15:14 (vor 5559 Tagen) @ Susa

Hallo Susa,

düfte ich dich fragen, ob du mit 28 ein EEG gemacht hast, was vielleicht unauffällig war?

Salomon

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

Susa, Tuesday, 31.05.2011, 18:27 (vor 5558 Tagen) @ salomon

Hallo Salomon

Klar kannst du fragen. Ich war damals auf Sizilien und hätte an alles gedacht, nur nicht an Epilepsie. Aber in den Beiträgen hier habe ich jetzt eine ähnliche Schilderung gefunden. Ich hatte damals große Probleme und eine massive Wochenbettdepression nach einer schwierigen Schwangerschaft. Heute erkennt man ja gerade, dass Depression und Epilepsie stark zusammenhängen, bzw. aus der gleichen Wurzel gespeist werden könnten. Ich war gerade ins Ausland gezogen. Ich kam hinten und vorne nicht zurecht. Und da passierte mir in einem Jahr ziemlich regelmäßig Folgendes: Ich bekam Bauchscmerzen, wie bei Blähungen oder Durchfall, und ein gefühl von Übelkeit. Ich bin dann auf die Toilette und dort wurde mir dann regelmäßig schwarz vor Augen und ich wurde mal kürzer oder mal länger ohnmächtig. Manchmal lag ich dann auf dem Boden. Ob ich gekrampft habe, weiß ich nicht. Ich war da immer allein. Aber eines weiß ich: Ich hatte nie Durchfall oder Blähungen. Wenn es vorbei war, war es vorbei. Müde und abgeschlagen war ich sowieso immer. Mein Sohn schlief bald zwei Jahre nicht durch. Das habe ich dann nicht gesondert wahrgenommen.Ich habe es auf den Kreislauf geschoben.
Der Schwerpunkt meiner Probleme blieb dann erstmal bei Depressionen - viele Jahre lang - das wurde immer schlimmer, bis ich endlich Hilfe fand. Diese komischen Anfälle hörten wieder auf. Ein EEG wurde niemals gemacht.

Jetzt habe ich das dem Neurologen zusammen mit anderen Ohnmachten und auch mit etlichen "Anfällen mit Vorgefühl und Zittern und leicht Wegtreten", die ich ebenfalls lange nicht als solche wahrgenommen habe, erzählt. Und es gibt auch noch ein paar Sachen, die ich bisher niemandem erzählt habe. Aber es scheint doch einen Zusammenhang zwischen all dem zu geben. und ich hatte insgesamt die letzten vier jahre vier mal ein größeres Ereignis, mit Krämpfen und Ohnmacht, wobei ich aber über die Stärke nicht viel sagen kann. Einmal waren Leute dabei, die solche Sachen sagten, wie: "Das sieht aus, wie ein epileptischer Anfall... sollen wir nicht lieber den Arzt holen?" Ich habe das gehört, konnte aber absolut nicht antworten oder Zeichen geben, dass ich wieder da war. Ein Freund sagte, das ich anfangs nicht geatmet hätte, als ich die anderen wieder hörte, war ich wie gelähmt und hinterher war meine Hose nass.

Klingt vielleicht komisch, aber auch das habe ich erstmal wieder verdrängt.
Es gab Gründe, nicht zum Arzt zu gehen. Ich wäre sofort aus dem Job geflogen, weil ich mit diesen Leuten zusammen war, weil gekifft wurde und weil ich für die Betreuung von psychisch Kranken nicht mehr tragbar gewesen wäre.

Einmal waren die bewegungen immerhin so, dass ich den Tisch vor mir "abgeräumt" habe und einmal musste ich mich auf den Boden legen, hatte furchtbar Angst und konnte mich eine Weile nicht rühren.

Auch jetzt passiert es mir trotzdem immer noch wieder, dass ich es noch nicht glaube und denke, vielleicht ist es doch ein Irrtum, sobald mal eine Zeit Ruhe ist. Jetzt inzwischen hat meine Ärztin ein EEG beim Neurologen und dieser dann einen Kernspint veranlasst. Beide ohne Ergebnis - außer ein paar Ministellen mit mangelnder Durchblutung - eigentlich altersangemessen. Trotzdem hat der Neurologe gemeint, dass es eigentlich nichts anderes sein kann.

Grüße

Susanne

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

tanguera, Schweiz, Tuesday, 31.05.2011, 19:17 (vor 5558 Tagen) @ Susa

Hallo Susa,

etwas in Deinem Beitrag hat mich überrascht.

Und da passierte mir in einem Jahr ziemlich regelmäßig Folgendes: Ich bekam Bauchscmerzen, wie bei Blähungen oder Durchfall, und ein gefühl von Übelkeit. Ich bin dann auf die Toilette und dort wurde mir dann regelmäßig schwarz vor Augen und ich wurde mal kürzer oder mal länger ohnmächtig. Manchmal lag ich dann auf dem Boden. Ob ich gekrampft habe, weiß ich nicht. Ich war da immer allein. Aber eines weiß ich: Ich hatte nie Durchfall oder Blähungen. Wenn es vorbei war, war es vorbei. Müde und abgeschlagen war ich sowieso immer.

Mir passiert es (nicht sehr oft) seitdem ich ca 17 bin. Ich habe auch schon überlegt, ob es vielleicht mit Epi zusammenhängt, dann widerum denke ich, dass nicht alles, was schräg ist, auch Epi ist...

Ich wurde dabei nur 1 x ohnmächtig, auf der Toilette, mein Vater musste damals die Türe gewaltsam öffnen. Man ist davon ausgegangen, dass mir übel geworden war. Das Einzige, woran ich mich erinnere ist, dass mir sehr heiss wurde, nicht schwarz vor den Augen. Das nächste Mal war es bei meiner Schwiegermutter (damals noch in Spe), ohne Ohnmacht, ich konnte nur noch laut stöhnen. Ich war damals 19, sie hat dann ganz besorgt meinen Freund gefragt, ob ich nicht schwanger sei :-D .
Diese furchtbare Übelkeit kommt bei mir ca 1x pro Jahr, ohne irgenwelchen äusseren Grund. Denke ich zumindest. Und das Komische daran ist, dass ich es immer auf irgendeine Weise kurz davor spüre, dass "es" kommt. Wie ich das weiss, keine Ahnung.
Vor einem Jahr schliefen wir gerade um diese Zeit in einem Hotel. Ich bin in der Nacht auf die Toilette und dann wusste ich, dass ich nur noch ins Bett flüchten muss oder mich auf Boden hinlegen muss. Das Gleiche passierte mir vor drei Tagen.
Ich habe es noch nie meinem Neuro erzählt. Sollte ich vielleicht?
Ich habe immer gedacht, mir ist halt auf diese Weise schlecht.

Gruss

tanguera

--
Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

Susa, Tuesday, 31.05.2011, 20:18 (vor 5558 Tagen) @ tanguera

Hallo!

Ich weiß es ja auch nicht genau: Aber wenn keine Krankheit oder Entzündung des Magen-Darm-Traktes vorliegt, dann sind das doch auch Krämpfe, bzw. Krampfanfälle. Und dass ein enger Zusammenhang zwischen dem Gehirn im Kopf und dem Bauchhirn (bald genauso viele Nerven und Nervenzentren, wie im Kopf, Gefühlsverarbeitung und so...) besteht, ist doch anzunehmen, dass da ein Zusammenhang ist... oder sein könnte.
Letztlich: Sagen und mal fragen kostet ja nichts.

Grüße
Susanne

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

salomon, Tuesday, 31.05.2011, 23:24 (vor 5558 Tagen) @ Susa

Hallo,

ich habe auch das Gefühl, dass ich irgendwie Epilepsie in der Kindheit hatte: Absenzen (Starren), Deja Vus dauernd. Meine vorherige Aerztin sagte, dass man das teilweise selbst nicht mal merkt, ob man Anfälle hat.

Einmal kurz eine Absenz: Da hatte ich mir den Arm gebrochen oder die Hand verletzt. Das Starren ging irgendwann nicht mehr. Die Deja Vus wurden dann immer weniger und irgendwann waren alle Symptome weg.

Hmh. bzgl. des Bauchs. Das Hirn steuert ja alles, vielleicht nicht direkt (Hormone). Es muss nicht mal zum Anfall kommen, vielleicht eine starke Frequenzänderung im EEG und schon fühlt man was Komisches im Bauch.

LG
Salomon

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

romel80, Wednesday, 01.06.2011, 15:48 (vor 5557 Tagen) @ Susa

Hallöchen
Das mit den Magen kenne ich shr gut. Ich habe vor mein anfällen erst ein komichen druck in den Magen und dan Erbreche ich. Bei ersten und zweiten dachte ich, das es nur ein zufall war.


LG romel80

Erst depressiv, jetzt 54 und als Epileptikerin erkannt

salomon, Tuesday, 31.05.2011, 23:37 (vor 5558 Tagen) @ tanguera

Hallo Tanguera,

ich würde es - glaube ich - erzählen. Ich habe das teilweise auch, teilweise durch Kopfweh oder teilweies durch den Bauch. Es könnte sein, dass das mit Intuition zu tun hat.

LG Salomon