Noch ne Frage

Susa, Sunday, 29.05.2011, 23:32 (vor 5560 Tagen)

Hallo Leute!

Was ist (sind) eigentlich das (die) eindeutigsten Kennzeichen für einen großen Anfall? Manchmal sitze ich hier herum und glaube noch gar nicht so richtig, dass ich Epi bin. Aber immer wenn ich denke, es ist ein irrtum, dann kommt wieder was - meist was Kleines. Ich meine, eigentlich müsste ich es ja wissen, Ich habe 10 Jahre im sozialen Bereich als Betreuerin für psychisch Behinderte gearbeitet, bevor ich ein Geschäft aufgemacht habe.Aber wie auch hier, sieht die Sache bei jedem anders aus. Ich habe jetzt schon so viele Beiträge gelesen, aber noch keinen gefunden, bei dem ich gesagt hätte: Ja, der hat es so ähnlich wie du. Und auch auf meiner Arbeit da gab es eine Frau, die hatte -zig Anfälle am Tag, große, kleine, kaum merkbare und riesen-auffällige und eine andere, bei der schon zweifel umgingen, ob die Diagnose überhaupt stimmt, weil sie nie was hatte, und eines Tages fällt sie um und hämmert mit dem Kopf für eine Minute mindestens ganz hart gegen den Boden (dann gegen die Unterlage) und hat ganz eindeutig einen Anfall...

Gibt es ein Kennzeichen für einen großen Anfall, das immer dazu gehört?

Ich meine: Ich habe mich noch nicht verletzt, ich habe mich noch nicht in die Zunge gebissen, aber ich kenne Ohnmacht, steif sein und zwar alles hören, aber nichts antworten können, und einnässen auch einmal und mehr oder weniger stark zittern, wobei ich das zuerst in den Armen und beinen spüre und sehe und dann im ganzen Körper, na ja und so ein leichtes wegtreten, solange die Sache läuft, manchmal auch nur Sekunden; mich trifft es meistens im Sitzen und dann falle ich wenigstens nicht, auch wenn ich mich schon quer über dem Stuhl liegend vorgefunden habe oder eben die Arbeitsplatte abgeräumt habe.

Ach ja - noch ne Frage: Ich nehme jetzt Valdoxan gegen die Depression - denn die schien mir schlimmer als die Anfälle. Aber seitdem kriege ich bald täglich einen kleinen Anfall, während es vorher eben noch so war, dass ich immer zwischendrin an einen Irrtum glauben konnte. So einmal alle ein-zwei Wochen, eher alle zwei Wochen. Und die großen waren "nur" vier in vier Jahren.

kennt ihr das, dass plötzlich so viele Fragen auf einmal auftauchen?

Schon mal im Voraus danke für die Antworten.
Grüße
Susanne

Noch ne Frage

Mondenkind, Monday, 30.05.2011, 12:01 (vor 5559 Tagen) @ Susa

Hallo Susanne,

Was ist (sind) eigentlich das (die) eindeutigsten Kennzeichen für einen großen Anfall?
Gibt es ein Kennzeichen für einen großen Anfall, das immer dazu gehört?

Kurz gesagt: Bei einem Grand Mal ("großer Anfall") bist du bewusstlos, kannst deinen Körper nicht kontrollieren, du versteifst und krampfst mit beiden Armen und Beinen. Ggf. entleerst du Blase und / oder Darm, ggf. beißt du dir auf die Zunge

Ich meine: Ich habe mich noch nicht verletzt, ich habe mich noch nicht in die Zunge gebissen, aber ich kenne Ohnmacht, steif sein und zwar alles hören, aber nichts antworten können, und einnässen auch einmal und mehr oder weniger stark zittern, wobei ich das zuerst in den Armen und beinen spüre und sehe und dann im ganzen Körper, na ja und so ein leichtes wegtreten, solange die Sache läuft, manchmal auch nur Sekunden; mich trifft es meistens im Sitzen und dann falle ich wenigstens nicht, auch wenn ich mich schon quer über dem Stuhl liegend vorgefunden habe oder eben die Arbeitsplatte abgeräumt habe.

Ich habe mich auch nie verletzt (mal abgesehen von blauen Flecken...), auf die Zunge habe ich mich nur manchmal gebissen. Manchmal habe ich alles mitbekommen, manchmal gar nichts. Ich habe manchmal alles gehört, manchmal auch gar nichts oder etwas ganz anderes (z.B. meine Mutter: "Es ist gleich vorbei, du schaffst das" und sie war gar nicht bei mir), Antworten konnte ich nie - und wenn hat mich keiner verstanden (ich wusste zwar, was ich sagen will, aber heraus kam nur blabla...). Ich konnte mich auch fast immer im Stuhl halten (zumindest so lange er Armlehnen hatte).

Es hing bei mir auch ein bisschen davon ab, wie groß der Anfall war, bzw. ob er in einen Grand Mal überging.

Ach ja - noch ne Frage: Ich nehme jetzt Valdoxan gegen die Depression - denn die schien mir schlimmer als die Anfälle. Aber seitdem kriege ich bald täglich einen kleinen Anfall, während es vorher eben noch so war, dass ich immer zwischendrin an einen Irrtum glauben konnte.

Du solltest das auf jeden Fall mit deinem Neurologen besprechen, nicht das das Valdoxan Anfälle auslöst...

kennt ihr das, dass plötzlich so viele Fragen auf einmal auftauchen?

Darüber brauchst du dir nun wirklich keine Sorgen machen. Neue Lebenssituationen werfen nun mal Fragen auf. Kinder stellen in diesem Fall tausende von Fragen, warum sollen es Erwachsene dann nicht auch dürfen?? ;-)

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen?

Liebe Grüße
Mondenkind

PS: Bevor du dich wunderst, warum ich alles in der Vergangenheit beschreibe. Ich habe mich am 14.09.2009 operieren lassen (ich hatte eine Vernarbung, die die Anfälle auslöste) - meinen letzten Anfall hatte ich drei Tage vor meiner OP.

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Noch ne Frage

Ramona24 ⌂, Erlangen, Monday, 06.06.2011, 21:10 (vor 5552 Tagen) @ Mondenkind

Man kann sich aber meistens Verletzen muss aber nicht

Noch ne Frage

Ramona24 ⌂, Erlangen, Monday, 06.06.2011, 21:09 (vor 5552 Tagen) @ Susa

Bewusstlosigkeit (Amnesie) Warnung durch eine Aura
Hinstürzen / Umfallen (sofern Anfall im Stehen) Schrei zu Beginn des Anfalls
Versteifung des ganzen Körpers Verletzungen
weite, lichtstarre Pupillen
Klonische Phase
grobes Zucken (Krampfen) im Gesicht sowie an Armen/Beinen sowie Rumpf Blauverfärbung der Haut (Zyanose)
Zungenbiss
Verletzungen
Kurzer Atemstillstand Einnässen
Nachphase
Wiederbeginn der Atmung Erregungszustand
Wiedererlangung des Bewusstseins Kopfschmerz, Übelkeit
Erschöpfungszustand Harndrang