Offener Umgang mit Epilepsie

tanguera, Schweiz, Thursday, 16.06.2011, 20:48 (vor 5542 Tagen) @ silvia

Hallo Silvia,

ich gehe damit offen um. Dass heisst aber nicht, dass ich sage "Hallo, ich bin tanguera und habe Epilepsie". Aber z. B. mit dem Autofahren: ich habe zwei Kinder, die Hobbies haben. Und ich kann am Fahrdienst (die Mütter wechseln sich wöchentlich ab) nicht teilnehmen, und meine Töchter werden auch so mitgenommen. Oder wenn sonst was bei den Kindern ist. So wissen's einige Mütter, wieso ich nicht fahre.

Somit vermute ich, dass es das halbe Dorf bereits weiss. Ist mir egal. Hätte ich eine grosse Nase, Ekzem oder schlechte Zähne, dann würde man es auch am Kaffeetisch besprechen.

Ausserdem sind meine Töchter sehr ehrlich, und ich will es auch so, sie sollen die Krankheit so selbstverständlich wie möglich hinnehmen. Ich finde nämlich, dass sie somit auch keine Vorurteile gegenüber anderen Krankheiten haben werden. Sie sollen es lernen. Deshalb nehme ich an, dass es relativ Viele wissen...;-)

Wenn ich es sagen muss, dann versuche ich es so selbsverständlich wie möglich rüberbringen - als wäre es die normalste Sache auf der ganzen Welt. Damit habe ich ausser einmal gute Erfahrungen gemacht.

Die einmalige schlechte Reaktion hat mich damals etwas Nerven gekostet, bis ich herausfinden konnte, dass diese Person auf jedem etwas findet.

Vor einem Jahr haben wir mit meinem Mann ein Welness WE gemacht. Ich habe etwas ausgewählt, wo ich nicht wusste, dass ich alleine in die Badewanne muss, natürlich hinter verschlossener Tür. Ich musste das Personal über Epi informieren, damit sie immer wieder nach mir schauen. Die haben so selbstverständlich reagiert, als hätte ich nach einer Badekappe gefragt.

Die Leute sind über Vieles verunsichert, vor allem über das, was sie nicht kennen. Ich weiss auch nicht, wie ich noch vor 2-3 Jahren auf sowas reagiert hätte.

LG

tanguera

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Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)


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