Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
Nana, Friday, 17.06.2011, 10:42 (vor 5541 Tagen)
Hallo Ihr Lieben,
nach 7 anfallsfreien Wochen kam gestern wieder einer. Ich bekam im Unterricht sehr starke Kopfschmerzen, und ging deswegen raus um mich hinzusetzen.
Irgendwann kamen dann zwei Freunde hinterher und ab da habe ich eine große Gedächtnislücke. Das erste was ich wieder weiß ist, dass mir der Notarzt einen Zugang legte. Die anderen sagten, ich hätte am ganzen Körper gezuckt und gekrampft, wäre mit dem Kopf an die Wand geschlagen und wäre nicht mehr ansprechbar gewesen. Ich habe dann gestern einen Tag in der Klinik verbracht und durfte gestern Abend wieder gehen. EEG wurde gemacht und war mal wieder unauffällig. Mein Arzt sagte, es sei wieder ein psychogener Anfall gewesen und Epilepsie könnte man noch immer ausschließen.
In drei Wochen habe ich meinen Termin in Bonn bei Prof.Dr.Elger und hoffe, dass er das nicht direkt wieder alles auf die Psyche schiebt.
Kennt ihr das, dieses "Abstempeln lassen"??
Ich bin mir noch immer nicht sicher, was ich glauben soll oder nicht.
Freue mich auf Eure Antworten,
Nana
Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
dannie89
, Bayern, Friday, 17.06.2011, 12:58 (vor 5541 Tagen) @
Nana
hallo Nana,
ich vertehe dich voll und ganz, ich habe auch überwiegend psychogene Anfälle und habe auch schon so vieles erlebt. Das schlimmste was ich erlebt habe, war echt schockierent.
Ich hatte beim Massieren einen Anfall und bin von der Liege gefallen und dann haben sie auch den Notarzt gerufen, ich hatte totale Kopfschmerzen, sie haben mich natürlich mitgenommen. Dann im KH auf der Neurologie haben sie mich einfach in ein Zimmer reingeschoben und das wars, kein Arzt war bei mir. Am nächsten Tag kam dann der Oberarzt und der Chefarzt zu mir und haben wort wörtlich zu mir gesagt,ich brauche NIE mehr zu kommen weil es eh nur psychogene Anfälle sind, selbst wenn ich mich verletze.
Ich bin immer noch sehr wüdent wenn ich darüber nach denke, es ist schon 1 Jahr her. Und die haben mich bis heute nicht mehr gesehen.
liebe grüße
schönes wochenende
Daniela
ps: das schaffst du schon
--
Carpe Diem-Nutze den Tag,
Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
Engel, Saturday, 18.06.2011, 18:55 (vor 5540 Tagen) @ Nana
Hallo Nana,
verstehe Dich sehr gut,da man mir auch jahrelang erzählt hat das diese Anfälle
seelisch bedingt seien.
Ich war bei 3 Ärzten (Neurologen),ich habe mich unverstanden gefühlt.Alle 3 speisten mich mit Beruhigungsmittel ab und mit den Worten das wird schon wieder.
Erst vorige Woche konnte ich einen Arzt ausfindig machen,wo ich schon im Vorgespräch merkte, das er sich wirklich Gedanken um mein Befinden macht,das er das nicht einfach so abstempelt,wie die anderen.Er hat sämtliche untersuchungen
angeordnet,wie MRT,EEG u.s.w.Und ich wünsche Dir von ganzem Herzen das Du dieses Glück auch mit deinem Prof.hast.Kopf hoch auch wenn s manchmal schwer fällt
L.G.
Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
Mondenkind, Monday, 20.06.2011, 11:04 (vor 5538 Tagen) @ Nana
Hallo Nana,
ich hatte so etwas ähnliches bisher einmal.
Ich war das erste Mal bei der neuen Kollegin meines damaligen Neurologen. Ich hatte mir den Termin kurzfristig geben lassen, da ich nach längerer Zeit wieder Anfälle bekam.
Ich hatte mich darauf eingestellt, dass es länger dauern wird (Buch mitgenommen, was zu trinken...). Dann bekam ich im Wartezimmer einen Anfall - und kam dann (logischerweise) schneller dran.
Im Arztbrief, den ich mir dann später holte stand drin:
"Als die Patienten erfuhr, dass sie heute wegen der EEG-Ableitung lange warten musste, da sie als Notfallpatientin zusätzlich angenommen wurde und vor ihr noch vier EEG-Patienten auf ihre EEG-Ableitungen warteten, bekam sie einen Synkope-Anfall* im Wartezimmer, womit sie ihr Ziel erreicht hatte, sie bekam sofort ein EEG abgeleitet."
*Ohnmacht
Als ich den Arztbrief Jahre später mal las, war ich froh, dass ich den Arzt (aufgrund Umzugs) gewechselt hatte.
Denn wenn ich heute noch bei diesem Arzt wäre, weiß ich nicht, ob ich jetzt seit 1 3/4 Jahren anfallsfrei wäre...
Mein (nach einem nochmaligen Umzug) jetziger Arzt kam, als die Anfälle schlimmer wurden, auf die Idee, mich nach Bethel zur Reha zur schicken. Dort wurde alles mögliche mit mir gemacht und getestet, ich holte mir eine zweite Meinung in Bonn. Dort wurde ich bestätigt, dass eine OP bei mir die einzige Möglichkeit ist, die Anfälle zu verhindern (Vernarbung am linken Hippocampus). Die Entscheidung zur OP war nicht einfach, aber ich habe es gewagt. Und ohne meinen jetzigen Neurologen / Bethel und Bonn, hätte ich vielleicht immer noch Anfälle.
Von dem her, kann ich dir sagen, in Bonn bist du gut aufgehoben! Wenn es es irgend etwas gibt, das deine Anfälle auslöst, bin ich mir sicher, dass sie es dort finden werden!
Liebe Grüße
Mondenkind
PS: Ich weiß nicht mehr, ob es in Bethel oder Bonn war, aber ich sprach in einem Gespräch o.g. mal an, und die Ärzte sagten mir, dass wenn ich jetzt einen Anfall habe, es durchaus sein kann, man dann 5 oder 10 Minuten später (Dauer des Anlegens der EEG-Ableitung) nichts mehr sieht...
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
tanguera, Schweiz, Monday, 20.06.2011, 11:45 (vor 5538 Tagen) @ Nana
Hallo Nana,
wenn schon Mondekind es erwähnt hat, zitiere ich auch etwas aus meinem Arztbericht:
"...Im Bezug auf die von der Patientin geschilderten kollapsartigen Zuständen verbunden mit verstärkten Lichtepfindlichkeit und ungerichteten Schwidelgefühlen sowie Übelkeit, jedoch ohne Bewusstlosigkeit gehen wir eher nicht vom Vorliegen epileptischer Anfälle aus. Möglich wären (Prä)-Synkopen."
Ich finde es "fantastisch", dass eine Ärztin anhand meiner waagen Schilderungen von Ereignissen, die fast 19 Jahren zurückliegen (an die ich selbst keine vollständnige Erinnerung mehr hatte - verständlicherweise, ich war damals 17)nach 19 Jahren zu dieser Schlussfolgerung kam.
Dabei muss ich noch erwähnen, dass meine EEG's immer epileptische Potenziale aufgewiesen haben, Ausnahme und zum ersten Mal war es bei dieser Ärtzin. (wobei ich schon unter 2000mg Keppra und 200mg Vimpat am Tag stand).
Daraufhin haben wir mit meinem Neurologen versucht (quasi damit wir etwas "in der Hand haben"), NUR die Morgendosis vom Keppra zu reduzieren. Und schau mal, die ETP sind da, sogar mehr als je zuvor und Anfälle auch.
Gib nicht auf! Lass Dich nicht in eine Schublade stecken!
LG
tanguera
--
Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)
Schon wieder ein Anfall, und jetzt???
Relaia, Monday, 20.06.2011, 18:28 (vor 5538 Tagen) @ Nana
Hallo Nana,
ich kann dich auch sehr gut verstehen.
Einerseits fühlt man sich verar****, anderseits wird man immer unsicherer, was jetzt eigentlich los ist. Zumindest geht es mir so.
Hatte vor zwei Wochen auch wieder so ein Erlebnis. Bin mal wieder in der Uni umgekippt
und dann im KH gelandet.
In den zwei! Arztbriefen die ich dann bekommen habe, stand in dem einen vom Notarzt, es sei ein epileptischer Anfall gewesen, in dem aus der Notaufnahme, es wäre ein psychogener. Ich war erst mal total durcheinander, wusste nicht was ich davon halten sollte, was es denn nun war. Einerseits hatte der Notarzt alles mitbekommen und müsste es eigentlich besser beurteilen können, anderseits haben die im KH bessere Untersuchungsmöglichkeiten. Allerdings war, als ich in die Notaufnahme kam, schon wieder alles vorbei. Ich habe nur noch einige Zeit geschlafen. Im nachhinein dann aber erfahren, dass die im KH überhaupt keine weiteren Untersuchungen gemacht haben. Kein EEG, nichts. Als ich das erfahren habe, wurde es mir irgendwie klar. Das war das selbe KH wie vor einem Jahr, wo die mich auch damals einfach mit psychogenen Anfällen abgespeißt haben und die Anfälle dann immer stärker und häufiger wurden, bis ich dann ein paar Monate später bei einem anderen Neurologen war und der gar nicht glauben konnte, dass bisher nichts unternommen wurde. Irgendwie glaube ich, die haben sich die Unterlagen von damals angeschaut und dachten, es müsste wieder ein psychogener gewesen sein.
Hab dann meinen Neurologen gefragt, was er denkt. War halt mal wieder total verunsichert, was es denn nun war, wie ich es beurteilen sollte. War es wirklich ein psychogener, dann müsste ich versuchen ein bisschen Stress loszuwerden. War es ein epileptischer, wäre es evtl. nötig mit der Medi-Dosis wieder etwas hoch zu gehen, die war nämlich ein paar Wochen zuvor etwas runtergesetzt worden. Mein Arzt war dann auch etwas sauer, dass die im KH das nicht weiter untersucht haben, wäre ja möglicherweise sinnvoll gewesen, um zu wissen, was wir jetzt weiter machen sollen. Jetzt wurde die Medi-Dosis auf gut Glück wieder hochgesetzt, aber toll ist das auch nicht.
Glaub mittlerweile wirklich, dass manche Ärzte, wenn sie einmal glauben, dass es das eine oder andere ist, davon nicht mehr abrücken, egal was noch kommt.
Aber Kopf hoch, es gibt viele Ärzte und auch viele gute Ärzte. Und nicht alle schieben einen einfach ab, weil sie vielleicht chronisch überlastet sind.
Das wird schon! Prof Elger soll ja sehr gut sein. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass er dir endlich helfen kann.
Viele liebe Grüße,
Relaia