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Schusselchen, Thursday, 30.06.2011, 11:58 (vor 5528 Tagen)

Hallo an Alle...

Bin seit zwei Monaten mit einem lieben Mann liiert, der mir vor einiger Zeit gestand - ab und zu einen Epileptischen Anfall zu erleiden. Damit ich in dem Falle weiss was ich tun soll - bzw. nicht tun soll.

Ok, kein Thema für mich. Habe ihn sehr liebgewonnen, mache mir aber so meine Gedanken - ob die Medikamente die er einnehmen muss, sich auf sein Verhalten auswirken können. Dazu noch der seelische Druck - wegen Mobbing auf der Arbeit? Ich spüre sehr deutlich, das er vom Wesen her nicht so unbeschwert ist, wie er mal war. Klar, bei der Belastung kann ich das auch verstehen. In irgendeiner Weise möchte ich ihm helfen - habe nur keine Ahnung wie. Dabei habe ich reichlich Lebenserfahrungen gesammelt mit meinen 48 Jahren. Allerdings möchte ich ihn auch nicht übermässig "betütteln" ( das mag er gar nicht )- ist ja auch nicht angebracht, schliesslich ist er ein erwachsener Mann.

Vielleicht hat jemand einen "Tipp" für mich?? Oder eine Erfahrung ähnlicher Art? Gehören unter Umständen Depressionen zu den Begleiterscheinungen - in Verbindung mit Medis?

Ganz liebe Grüsse

Schusselchen

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Medo, Thursday, 30.06.2011, 13:39 (vor 5528 Tagen) @ Schusselchen

Hallo,
ich habe selbst Epi.
Und ich kann Dir nur den Ratschlag geben, behandle ihn ganz normal, sei aber auch für ihn da, wenn es ihm mal nicht so gut geht. Hab immer ein offenes Ohr für seine Sorgen, falls er mal welche hat. Wird er denn auf der Arbeit gemobbt ?
Falls ja, aus welchem Grund ?
Ich lebe damit immer direkt in die Offensive zu gehen um dadurch den Leuten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich sage denen direkt ins Gesicht, dass es jeden treffen kann, diese Krankheit zu bekommen aus welchem Grund auch immer und das sollte sich mal jeder vor Augen halten.

Bist Du denn der Meinung, dass er depressiv ist ? Mir sagte man erst vor kurzem als ich mal wieder stationär im Epi-Zentrum war, dass durchschnittlich jeder 2. Epileptiker depressiv ist. Mit dieser Aussage wollte ich mich nicht abspeisen lassen. Sicher ist es richtig, dass wir, wenn es uns mal wieder gerade nicht so gut geht, nicht gerade himmelhoch jauchzend sind aber deswegen gleich Antidepressiva schlucken ? NEIN !
Das sind alles Psychopharmaka. Aber bitte das ist meine persönliche Meinung also man kann dies nicht auf jeden beziehen. Ich denke, das muß jeder selbst entscheiden.

Die Medis wegen der Epi haben wie alle Medis Nebenwirkungen, die sich aber auch bei jedem anders auswirken oder eben auch nicht. Häufig ist es die Müdigkeit die uns zu schaffen macht. Welche Medis nimmer er denn ?

Ich hoffe ich konnte Dir ein klein wenig helfen. Als ich meinen Mann kennenlernte habe ich ihm gleich gesagt, dass ich Epi habe und für ihn war das überhaupt kein Problem. Er steht voll und ganz hinter mir und das ist das wichtigste, dass es Personen gibt die das tun.

LG Medo

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Schusselchen, Thursday, 30.06.2011, 16:43 (vor 5528 Tagen) @ Medo

Danke Medo für Deine Antwort...

Mein Freund wird auf der Arbeit gemobbt, aber nicht wegen seiner Epi. Er hat eine Behinderten-arbeitsstelle aufgrund seiner Augenbehinderung. Leider ist das Mobbing seitens der beiden Vorgesetzten nicht wirklich greifbar. Mobbing auf höchstem akademischen Niveau!! Aber ich glaube ihm, das es so ist - oft genug bewies er mir schon - das er unglaublich sensibel ist, Stimmungen , ja fast Gedanken - lesen/erspüren kann.

Welche Medikamente er nimmt, weiss ich noch nicht. Kann aber auch sein, das seine Depressionen doch wohl vom Mobbing kommen. Jedenfalls meint er das. Ich habe ihn jedenfalls darauf angesprochen, dass das alles in allem ihm doch sehr zu schaffen macht....er gab mir Recht.

Ich kann ihm ( wie Du schon geschrieben hast ) nur helfen, indem ich für ihn da bin. Unsere Beziehung ist zur Zeit eine Wochen-endbez. , unter der Woche können wir nur telefonieren. Auf meine Frage, wie es ihm heute geht - bekomme ich ein Seufzen zu hören und immer wieder die selbe Antwort: "Wie soll es mir schon gehen"...

Ich komme manchmal nicht wirklich an ihn ran - ergo - wie kann ich mit ihm umgehen? Geduld hab ich allerdings in Mengen. Hoffe, das sich die Arbeitssituation mal bessert...und damit auch sein allgemeines Wohlbefinden. Werde jedenfalls mein Bestes tun, und ihn unterstützen wo es nur geht.

LG Schusselchen

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Medo, Friday, 01.07.2011, 12:13 (vor 5527 Tagen) @ Schusselchen

Hallo Schusselchen,

das sind natürlich nicht besonders optimale Voraussetzungen, wenn er von den Vorgesetzten gemobbt wird wegen seiner Behinderung und er dann auch noch sehr sensibel ist. Denn sich dann durchzusetzen ist nicht gerade einfach. Frag ihn mal ob es nicht so etwas wie einen Betriebsrat oder dergleichen gibt oder jemand die seinen Vorgesetzten noch höher stehen an die er sich wenden kann.

In Bezug auf die Depressionen und das Seufzen, wenn Du ihn fragst wie es ihm geht wäre mein Vorschlag schnapp ihn Dir und unternimm was schönes mit ihm einfach um die Sorgen mal hinter euch zu lassen. Ich weiß, dass das einfacher gesagt als getan ist aber Du mußt versuchen heraus zu finden was ihm gut tut. Ich hatte auch schon mal so eine Phase und mein Mann hat mich regelrecht zusammengestaucht. Ich solle mich nicht selbst bemitleiden, denn es gäbe noch andere Menschen denen es weiß Gott viel schlechter ginge wie mir. Das hört sich jetzt brutal an aber das hat mir die Augen geöffnet. Denn wenn man sich selbst bemitleidet sinkt man immer tiefer in dieses Loch. Ich bekam mal eine Zeit diese Antidepressiva aber wirklich geholfen haben die nicht und ich wollte sie eigentlich auch nicht nehmen sondern wieder der Mensch sein der ich immer war, fröhlich und unternehmungslustig. Aber dazu gehört eben auch ein wenig aufraffen.

Hat er ein Hobby ?
War er schon einmal in einem Epilepsie-Zentrum stationär ? Bekommt er eigentlich noch Anfälle und wenn ja wie viele und was für welche ?

Bei mir ist es momentan so, dass es auch nicht optimal läuft aber ich war dieses Jahr schon 2 mal stationär in einem Epi-Zentrum. Jetzt ist es aber immer noch nicht gut. Mein Mann sagt immer wieder ich solle jetzt wieder gehen damit er in ruhe arbeiten gehen kann. Aber ich möchte nicht schon wieder weg jetzt ist Sommer und da habe ich keine Lust dazu. Ich weiß dass er Recht hat und über Lang oder Kurz werde ich halt doch gehen. Denn ich kann ihm das nicht zumuten. Er ruft mich bestimmt fünf mal am Tag von der Arbeit an ob alles in Ordnung ist.

Was meint eigentlich sein Neurologe ?

LG Medo

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podi, Thursday, 30.06.2011, 13:51 (vor 5528 Tagen) @ Schusselchen

sevus!
wenn man einen Freund/Freundin hat, der/die epileptiker ist,
ist es für alle das schönste/beste, wenn man ihn wie einen ganz
normalen Menschen behandelt. Gerade wenn er schon längere
Zeit Medikamente nimmt und es schon einige in der Firma bzw.
die Bekannten wissen, hat man selten Probleme damit. (Idioten
gibts überall). Wenn man gut eingestellt ist, bleibt man auch so
wie man ist.
Also einfach über ein paar Massnahmen sprechen, wenn er in
deiner Gegenwart einen Anfall hat, damit mann weiss was zu
tun ist. Dann steht einer glücklichen Beziehung nichts mehr im Weg!
alles Gute :-)