10000000%ige Demütigung

Musica, Thursday, 21.07.2011, 09:48 (vor 5507 Tagen)

Hallo an alle, eigentlich wollte ich heute Vormittag meinen Haushalt in Ordnung bringe. Ich habe mich entschieden Euch doch um Rat zu fragen.
Nach einer Woche Urlaub kam ich in die Arbeit. Die Kollegen freuten sich und ich mich ebenfalls. Seit 2 Jahren gibt es ein Gutachten, daß ich an dieser Stelle nicht arbeiten darf, Aufgabe und Verantwortung zu stressig. Umsetzung war angesagt. Es gab aber nichts, man hat mich weiter gelassen.(Weil die Stelle auch dringend besetzt werden mußte und diese auch niemand wollte) Ich war froh, denn ich schaffte den Job schon.Ich liebe das Team und die gute Stimmung im Haus. Probleme hatte ich wegen meiner Vergesslichkeit. Daß das die Ursache für manchens Versehen war, habe ich nicht angegeben. In den letzten 4 Wochen vor meinem Urlaub habe ich mich halb tot geschuftet. Ich war arbeitsmäßig in einer wirklich äußerst belastenden Situation. Chef war schon lange krank, Vertrerung nur 1 x pro Woche. Es handelte sich um 3 tragische Fälle. Ein vierter kam hinzu, ich hatte kaum Zeit und es war eigentlich nicht so dringend. Im Team warnten mit die Kollegen, daß der Chef ihnen die 3 Fälle gegeben hat, für die er keine Verantwortung mehr tragen will. Das wurde in der Woche zuvor o h n e mich beschlossen.In einem Fall habe ich sogar ein großes Ziel erreicht und freute mich, war richtig glücklich. Un dann das. Ich fühltemich so gedümitigt und bloß gestellt , weinte vor meinen Kollegen und rannte raus, lief sofort zu meinem Arzt, der hat mich krank geschrieben. Vor einigen Wochen hat mich der Chef schon einmal so provoziert und mir meine Krankheit vorgehalten. Dan bekam ich wegen meiner Reaktion eine Ermahnung. Bei der 2. wirds gefährlich.Ich gehe nächste Woche zum Personalrat. Was meint ihr zu der Geschichte? Ich will nie mehr dort hin, ich schäme mich, bestimmt hat es sich schon übfrall herumgesprochen. Viele Grüße, Musica

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Musica, Thursday, 21.07.2011, 10:13 (vor 5507 Tagen) @ Musica

....habe vergessen, daß die Ursache ein einzigig fehlendes Formblatt war. Der Chef wurde deshalb angesprochen und fühlte sich wohl blamiert. Wochen davor hat er mir gesagt, daß sich die andere Abteilung zit. verarscht fühlt.Ich hoffe, ich ging Euch mit dieser Story nicht aauf die Nerven.Ist das nicht Mobbing wie es schlimmer nicht geht? Bin gespannt, was Ihr sagt. Jetzt gehe ich aber endgültig den Staubsauger schikanieren, Nochmal Grüße, Musica

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Green, Thursday, 21.07.2011, 12:05 (vor 5507 Tagen) @ Musica

Hallo
ehrlich es ist nicht einfach.
Aber du willst nicht wegen deiner Krankheit anders behandelt werden.
Aber wenn Kritik kommt dann läufst du weg und lässt dich Krankschreiben also dann muss die Krankheit wieder her halten....passt nicht oder.
Glaubst du den an anderer Stelle gehts dir anders du musst lernen damit klar zukommen Rückrat zu bekommen du bestehtst doch nicht nur aus Krankheit...oder?
Geh zum Betriebsrat......wenn gesagt worden ist du sollst da nicht mehr arbeiten und du machst es doch liegt es doch an dir.
Wenn du wo anders arbeiten gehtst nimmst du dich und deine Probleme mit.darum hol dir hilfe um selbst bewusster zu werden ....weis nicht wie z.b. bei Frauen bearatungstelle.....VHS gibt es Seminare zum Thema Selbstbewusstsein
Hast du nicht berichtet das Du aus dem Episeminar weg gegangen bist.....das ist ja soweit auch okay .......aber wenn Du nicht mit Dir zurecht kommst kannst du doch nicht erwarten das es andere dann können. Den ich muss ja dem anderen erstmal vermitteln okay ich komme mehr oder weniger mit mir klar.....dann schafft der andere das auch.
Hol Dir psycholgische Hilfe das ist doch keine Schande.:-) .
Aber über nimm Verantwortung für Dich und hör auf immer die Krankheit für alles Verantwortlich zumachen.
Und sei sicher es kommt niemand und klingelt an deiner Tür und sagt jetzt wird es besser....du musst schon selber gehen.

Green

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Lerche, Thursday, 21.07.2011, 16:10 (vor 5507 Tagen) @ Green

Liest sich nicht gerade kuschelig, was du schreibst, Green. Hast aber recht, denk ich.
(Schon wieder mal...;-).)
VG Uwe

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Aurelia, Thursday, 21.07.2011, 16:10 (vor 5507 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

ich bin zwar keine Epi- Betroffene, habe aber 6 Jahre schlimmstes Mobbing ertragen (müssen), weil wir von irgend etwas leben mussten und mein Mann noch studiert hat.
Was Green dir geschrieben hat, ist vielleicht ein bisschen hart formuliert, trifft aber ziemlich ins Schwarze.
Schau, dass du dir Rückendeckung holst. Auch, wenn du nicht in DIESER Arbeitsstelle bleiben möchtest, brauchst du die Sicherheit, dass du auf einer neuen Stelle stark sein kannst. Ohne Hilfe fällt man ganz schnell in ähnlichen Situationen in die Opferrolle zurück.
Ver.di ist zwar bei Arbeitgebern verhasst, bietet aber telefonische Soforthilfe bei Mobbing an. Es gibt eine Hotline dafür.
Ein psych. Training für Mobbingopfer habe ich selbst erst nach dem ganzen Mist machen können. Vielleicht bekommst du es vorher. So etwas hilft wirklich.
Überleg dir, welchen Teil der Verantwortung du dafür übernehmen musst und was dein Chef/ deine Kollegen zu verantworten haben. Das entlastet etwas.

Je länger du krank geschrieben bist, desto schwerer wird der Wiedereinstieg- falls du den überhaupt vorhast.

Ich selber habe es später geschafft, sogar öffentlich darüber zu sprechen und bin mit versteckter Kamera zu meinem Ex- Chef gegangen. Seit dem ich das geschafft habe, habe ich auch keine Angst mehr, in der Stadt den Mobb´s von früher zu begegnen. Das macht stark. Und das wünsche ich dir auch!

Aurelia

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tanguera, Schweiz, Thursday, 21.07.2011, 19:09 (vor 5507 Tagen) @ Musica
bearbeitet von tanguera, Thursday, 21.07.2011, 20:05

Hallo Musica,

ich kann verstehen, wie Du Dich fühlst und das meine ich wortwörtlich. Ich habe grosse Schwierigkeiten mit einer Mitarbeiterin, die sogar soweit geht, dass sie die ganze Sache umdreht und mich beschuldigt, sie zu mobben.

Aber Flucht ist keine Lösung. Und auch das Verstecken hinter die Krankheit. Ich will nicht anders behandlet werden wie die "Gesunden", kann also die Krankheit auch nicht für Vorteile ausnutzen.
Ich weiss, dass es schwer fällt, vor allem, wenn es einem gerade auch gesundheitlich nicht gut geht, dann belastet auch die Psyche alles noch doppelt.

Ich habe mir auch einen Rat geholt. Bei meinem Schwager, der einen Betrieb leitet und schon einige solche Fälle hatte. Ich wollte wissen, wie ich mich zu verhalten habe, und was auch z. B. in diesem Falle der Vorgesetzte von mir erwarten würde.
Ich hatte auch Momente, in denen ich mich am Liebsten hätte krank schreiben lassen, es wurde mir davon abgeraten.
Seitdem bin ich viel gelassener, weil ich weiss, wie ich zu reagieren habe.
Hole Dir einen Rat, Musica, spreche mit jemandem darüber, der sich auskennt!

LG

tanguera

P.S. Liebe Musica, schaut Dir noch das da an, um Deine Situation zu beurteilen:

http://www.mobbing-beratungsstelle.ch/wcms/ftp//m/mobbing-beratungsstelle.ch/uploads/mobbingopfertest_09.pdf

--
Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)

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Musica, Thursday, 21.07.2011, 21:00 (vor 5507 Tagen) @ tanguera

Hallo green,lerche, aurelia,tanguera, Eurer Rat ist gut gemeint. Leider habe ich das alles schon längst hinter mir. Ich wurde schon oft gemobbt, ich habe einige Personalräte kennen gelernt. Ich habe lange Therapie gemacht. Ich arbeite mit kleiner Unterbrechung, aber insgesamt 25 Jahre. Ich habe schon eimal eine Stelle wegen der Krankheit verloren usw. Die Krankheit bleibt treu, die Vorurteile ebenfalls. Glaube kaum, daß jemand wie ich in diesem Fall einen Weinkrampf bekommt und sich kurz vor einem Anfall fühlt nicht zum Arzt gegangen wäre. Mein AG ist verpflichtet, mich umzusetzen, schwarz auf weiß lt. Gutachten. O.K. jetzt hör ich doch lieber auf, danke Euch und wünsche ein schönes, leider verregnetes Wochende.Musica

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Aurelia, Friday, 22.07.2011, 12:33 (vor 5506 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

gerade dann, wenn du schon in anderen Betrieben Mobbingerfahrung gemacht hast, würde ich dir dringend raten, dir Hilfe zu holen. Nicht alle Personalräte sind gleich, nicht alle betrieblichen Strukturen sind gleich.
Ich finde es wichtig, dass du selbst stark genug wirst, um professionell mit einer solchen Situation umgehen zu können.
Gegen Abmahnungen kann man sich wehren, wenn sie unbegründet sind, dafür gibt es Arbeitsgerichte. Mobbingtagebücher sind ebenfalls elementar wichtig.
Auf Krankschreibung reagieren Arbeitgeber- gerade in einer solchen Situation- meist genervt und nicht unbedingt gesprächsbereit.
Jeder Arbeitgeber, der einen in irgendeiner Form beeinträchtigten Arbeitnehmer beschäftigt, weiß, dass das nicht nur Vorteile hat, sondern jede Menge Pflichten, Einschränkungen und finanzielles Risiko mit sich bringt.
Und das sage ich dir jetzt aus der Sicht eines Arbeitgebers.
Ich habe auch eine schwerbehinderte Mitarbeiterin, die ich um keinen Preis verlieren möchte. Wir reden allerdings über anstehende Probleme. So, wie sie mir wichtig ist und dass es ihr gut geht, so bekomme ich das auch von ihr zurück.
Du kannst deinen Arbeitgeber nicht ändern, musst du auch nicht. Aber zu Mobbing gehören immer mindestens 2 Personen. Wenn du es schaffst, nur deinen Teil der Verantwortung zu verändern, wird sich dein Gegenüber zwangsläufig verändern müssen. Du hast mehr Macht, als du glaubst.
Helfen kann letztlich nur eins: Darüber sprechen- mit Mediatoren ggf.
Die Frage ist aber wohl eher, ob du um diese Stelle kämpfen möchtest oder lieber gehst.
Wie green schon gesagt hat: Du nimmst dich und deine ganz persönlcihen Strukturen mit. Und wirst beim nächsten auch noch so kleinen Anzeichen in die Opferrolle zurückfallen. Ich wünsche dir, dass du diesen Teufelskreis durchbrechen kannst!

Aurelia

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teilchenschubse, Friday, 22.07.2011, 10:38 (vor 5506 Tagen) @ Musica

Ich kann verstehen, daß Du aufgewühlt bist, das wäre ich in der Situation auch.

Ich muß aber gestehen, daß ich den Zusammenhang noch nicht ganz verstanden habe. Ihr habt als Team die vier Fälle bearbeitet, es ging etwas schief und Du wirst beschuldigt?

Ich hätte mich an Deiner Stelle nicht krankschreiben lassen. Inwieweit die Ermahnung rechtskräftig ist, kann wohl nur jemand klären, der sich mit der Materie auskennt. (Ich finde sie fragwürdig, aber das tut nichts zur Sache.)

Kopf hoch! :)

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Musica, Monday, 25.07.2011, 16:40 (vor 5503 Tagen) @ teilchenschubse

Hallo Green, Tanguera, Aurelia, Teilchenschubse,

ich war heute beim Personalrat. Ich habe verlangt, diesmal zu jemand anderem zu gehen. Das war gut, ich darf auf eine Änderung hoffen. Danke für Eure Ratschläge, Musica