Job verloren wegen epi

Funny, Friday, 05.08.2011, 17:10 (vor 5492 Tagen)

hallo ihr Lieben,

vielleicht kann mir jemand von Euch einen Rate geben. Ich bin jetzt seit fast drei Jahren anfallsfrei, bin auch absolut glücklich darüber, und habe daher auch geglaubt, dass meine Auffassungsgabe vor allem im Job besser oder eher gesagt vorhanden ist, aber meine Selbsteinschätzung wurde enttäuscht. Und habe nach ca. 6 Wochen meine Arbeit verloren.

Also mir haben vor ungefähr vier Monaten ganz liebe Leute die Chance gegeben im Berufsleben Fuss zu fassen und ich war wahnsinnig glücklich (hätte die ganze Welt umarmen können, als der Anruf mit der Zusage kam). Endlich nach insgesamt 6 Jahren Arbeitslosigkeit endlich einen festen Arbeitsplatz zu haben, doch alle meine Hoffnungen, die ich in mich selbst gesteckt hatte (vor allem durch Anfallsfreiheit) sind, wie gesagt, tief enttäuscht worden. Ich sollte als Unterstützende Kraft im Finanzamt helfen, doch ich war mehr eine Belastung als eine Unterstützung, weil ich mir nichts merken konnte (unbrauchbares Kurzzeitgedächtnis), kaum hatte mir jemand etwas gesagt hatte ich es auch wieder vergessen, bevor ich überhaupt mit der Erledigung der Arbeit beginnen konnte, ich verlegte Unterlagen oder vergaß wie die Ablage funktionierte. O.K. Ihr könntet jetzt sagen, da hätte sie es sich eben aufschreiben müssen, aber selbst das hat nichts geholfen und da ich die Geduld meiner Kollegen nicht noch überstrapazieren wollte, konnte ich mich ja nicht neben miene Kollegen setzten, sie das alles vormachen lassen und mir dabei noch stundenlangen Aufsätze mit jedem Handgriff aufschreiben, die waren berechtigterweise wegen meiner schlechten Arbeit und häufigen Nachfragen sowieso schon genervt genug. Ich muss dazu noch sagen, dass ich eine kaufm. Ausbildung (BfW, Abschluss 2005) und in der Zwischenzeit (2009) mein Fachabi (Vollzeit-Schule) nachgeholt habe, da hatte ich auch keine Probleme mir Dinge zu merken. Ach und bevor ich es vergesse: außer der Geschäftsleitung und den Leuten der Personalabteilung und den zuständigen Behinderten- und Frauenbeauftragten, die hatten damit überhaupt kein Problem, wusste niemand von meiner Epi. Die übrigen Kollegen kamen mir in dieser Beziehung (Behinderungen im Kopf)schon ein bischen verständnislos, fast schon ignorand vor, vielleicht war das auch nur mein Eindruck, ich möchte da niemanden verurteilen. Wenn ich mich in Ihre Lage versetzte, ich glaube ich hätte schon nach wenigen Wochen die Geduld verloren und die jenige (mich) gefragt ob das überhaupt der Richtige Job für die jenige (mich) wäre.

Also nun mein eigentlichen Anliegen, vielleicht hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht und oder kann mir sagen, wo ich deswegen Hilfe bekomme, denn beim Neurologen war ich schon und die haben mit mir auch einen Psycho-Neurologischen-Test gemacht, nun dabei kam raus, dass mein Kurzzeitgedäcchtnis miserabel ist und ich mir zwar einfache Ding gut merken kann aber für komplexe Dinge längere Zeit und mehr Übungen brauche bis sie sitzten (soweit was ich mich noch an das Gespräch nach den Tests errinnere), den fertige Bericht vom Arzt habe ich noch nicht. (Die Ärzte haben nichts gesagt, aber ich kann mir vorstellen, dass ich vielleicht einen geringeren IQ habe). Meine Familie vermutet schon, dass ich vielleicht arbeitsunfähig bin.
Vielen Dank für Eure Hilfe im Voraus!

lG Funny

Job verloren wegen epi

teilchenschubse, Saturday, 06.08.2011, 08:24 (vor 5491 Tagen) @ Funny

Liebe Funny,

das tut mir leid. *umärmel*

Bist Du denn medikamentös eingestellt?

Ich habe meine TLE-Anfälle auch "nur" im Büroumfeld und bin daher mehr oder weniger überzeugt, daß das an einer Art Überforderung liegen könnte.
Mir ist mal gesagt worden, das Gehirn kann nicht nicht an etwas denken.
Will sagen: wenn Du die ganze Zeit nur daran denkst, daß Du jetzt nichts vergessen darfst, kommst Du vielleicht eher durcheinander.

Ich rate Dir, das ganze mal in Ruhe mit einem Psychologen bzw. Psychiater zu besprechen.
Falls Deine Gedächtnisausfälle mit der Epilepsiemedikation zusammenhängen, solltest Du meines Erachtens auch noch mal mit dem Neurologen sprechen.

Kopf hoch!
Ich kann mir nicht vorstellen, daß es keine Arbeit gibt, die Dir genügend Routine bietet, um sinnvoll von Dir ausgeführt werden zu können.

LG
die teilchenschubse

Job verloren wegen epi

Funny, Monday, 08.08.2011, 13:32 (vor 5489 Tagen) @ teilchenschubse

Vielen lieben Dank für Eure Ratschläge, diese werden mir bestimmt weiterhelfen ich werde mit meinem Epi-Doc darüber reden u. das auch mit einem Psychologen besprechen. Vielleicht habe ich Glück und sie reduzieren meine Tabletten bzw. lösen den Knoten in meinem Kopf damit sich das Problem endlich auflöst.

gvlG
Funny

Job verloren wegen epi

Achim74, Saturday, 06.08.2011, 20:13 (vor 5491 Tagen) @ Funny

Hallo!

Zunächst einmal möchte ich Dir nur deutlich sagen, dass ein beeinträchtigtes Kurzzeitgedächtnis nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun hat. So etwas solltest Du dir keinesfall einreden bzw. einreden lassen. Die Tatsache, dass du eine kaufm. Ausbildung und Abi hast zeigt ja wohl deutlich, dass hier keinerlei Zweifel bestehen sollten!!

Ich selber hatte auch viele Jahre Problem mit dem Kurzzeitgedächtnis, was mir aber erst richtig deutlich wurde, nachdem ich eine Medikamentenumstellung vorgenommem habe.
Nachdem ich zunächst von meinem örtlichen Neurologen rückblickend nur mit Medikamenten (Kombi aus Carbamazepin und Lamotrigin) zugeballert wurde um das Ziel "anfallsfreiheit" zu erreichen (was damals nicht gelang), dieser aber in keinster Weise auf evtl. Beeinträchtigungen durch Nebenwirkungen geachtet hat habe ich vor ca. 2 Jahren den Arzt gewechselt. Seitdem werde ich von einem Epileptologen behandelt. Das Erste was er unternommen hat, war ein Wechsel der Medikation. Erst dann habe ich festgestellt, wie ich durch die anderen Pillen beeinträchtigt wurde. Ich nehme inzwischen Keppra und komme damit gut zurecht. Mein Kurzzeitgedächtnis ist deutlich besser geworden und auch meine gesamte Aufmerksamkeit hat sehr zugenommen. Ich kann mich besser konzentrieren und arbeiten.

Vielleicht ist dies für dich auch eine Möglichkeit und ein Wechsel der Medikation sinnvoll. Besprich dies doch einmal mit deinem Neurologen, der hoffentlich auch Epileptologe ist. Ich selber habe festgestellt wie wichtig es ist, von einem Fachmann behandelt zu werden.

Kopf hoch!

Gruß!
Achim

Job verloren wegen epi

sandra79, Thursday, 25.08.2011, 13:51 (vor 5472 Tagen) @ Funny

Hallo Funny,


ich kenne dieses "nicht gewollt" werden an Arbeitsplätzen leider zu genüge :-( .Also erstens rede Dir nicht ein (oder lass Dir von andren einreden) Dein IQ wäre eventuell zu niedrig,Du hast Dir schließlich bewiessen das es nicht so ist und zweitens irgenteine Arbeitsstelle gibt es selbst für uns :-P .

Ich hatte auch schon sehr viele Arbeitsstellen - aber da die meisten ahnungslos sind,war ich nicht sehr lange erwünscht :-D ,allerdings hab ich auch einen Fehler gemacht,nachdem ich viele Absagen nach Bewerbungsgespächen hatte,die gut gelaufen sind hab ich es nachher nicht mehr gesagt das ich Epi bin.Wenn ich dann mal auf der Arbeit etwas hatte,war das theater doppelt groß :-D .
Ich habe auch beim Amtsgericht gelernt und bin danach auch erstmal von Büro zu Büro gezogen...jetzt arbeite ich als Kassierein und es gefällt mir super!!
Hast Du daran vielleicht mal gedacht,einen anderen Beruf in Betracht zu ziehen?

Ich denke allerdings auch das es etwas mit deiner Medikametation zu tun hat,ich hatte vor ein paar Jahren auch eine falsche und bin rumgelaufen wie ein Zombi :-D .

LG
Sandra