Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

Zwergii, Monday, 29.08.2011, 21:40 (vor 5468 Tagen)

Hallo liebes Forum :-)

Ich habe da jetzt mal ein - zwei Fragen an die Leute die auch das Medi Lamotrigin einnehmen . Mein Freund würde vor ca. 1 1/2 Monaten von Orfiril Long auf Lamo. umgestellt . Seid dem haben sich seine Alpträume verschlimmert !!! Die sind aber richtig heftig - es wird immer jemand umgebracht und letzten meinte er sogar er sieht einfach so Leute bzw. er hat Angstzustände und Depressionen - dabei sind AntiEpis doch auch AntiDepris oder ??

Hat schon jemand gleiche Erfahrungen gemacht ?!

Aber seid der Umstellung hat er keine Anfälle mehr :-) Für mich ein Lichtblickt & natürlich auch für Ihn . Vorher hatte er 4 stück in 3 Wochen nach 6 Jahren .
Vill. nur eine Phase ?! mal schauen . Ich wäre über Antworten dankbar .

Eine schöne woche - LG Zwergii :-)

Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Monday, 29.08.2011, 22:53 (vor 5468 Tagen) @ Zwergii

Die Geschichte hört sich ja übel an. Er sollte, denke ich, auf jeden Fall mit einem Arzt darüber sprechen.

"letzten meinte er sogar er sieht einfach so Leute bzw. er hat Angstzustände und Depressionen"

Meinst Du damit, dass er glaubt jemanden im Wachzustand zu sehen, wo gar niemand ist? Wenn ja, muss sich damit unbedingt unverzüglichst ein Arzt außeinander setzen und klären, ob das eine andere Erkrankung ist, von den Medikamenten kommt oder in Verbindung mit seinen Anfällen steht und ein Hinweis auf die Ursache der Anfälle ist.

Wie schnell ist eigentlich die Umstellung gelaufen? Lamotrigin wird ja recht langsam aufdosiert und das Absetzen von Antiepileptika dauert ja seine Zeit, um dadurch keine Anfälle(bei manchen Medis auch andere Entzugserscheinungen) zu provozieren.

"sind AntiEpis doch auch AntiDepris oder ?? "

Auch wenn bei vielen Antiepilleptika, die mir bisher untergekommen sind, auch eine antidepressive Wirkung beschrieben wird, heißt das noch lange nicht, dass sie bei jemanden auch diese Wirkung entfalten müssen - vor allem nicht, wenn diese Person gar nicht an Depressionen leidet.
Ich war damals unter Lamotrigin so Depri drauf, dass ich auf einen Medikamentenwechsel bestanden habe. Für manche Epileptiker ist es die Lösung schlecht hin, für mich war es überhaupt nicht geeignet. Ich glaub, ich hab damals auch irgendwo gelesen, dass Mittel, die antidepressiv wirken, bei nichtdepressiven Depressionen auslösen können - nagle mich da aber bitte nicht drauf fest. Ich könnte Dir weder sagen, wo das war, noch ob das eine Aussage aus seriöser Quelle war.

"Vorher hatte er 4 stück in 3 Wochen nach 6 Jahren."
Willst Du damit sagen, dass er nach 6 Jahren Anfallsfreiheit plötztlich wieder mehrere Anfälle in einer kurzen Zeitspanne hatte?"

LG huge

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

anonym, Monday, 29.08.2011, 23:06 (vor 5468 Tagen) @ huge88

Hallo,
also wenn die Umstellung zu schnell läuft dann können Hallos auftreten. Lamictal muß langsam hochdosiert werden. Vielleicht in Außnahmefällen auch mal schneller, das würde ich aber eine UniKlinik zu rate ziehen. Ich kann aber auch nur euch auch nur emfehlen euch mit eurem Neurologen in Verbindung zu setzen.;-)

Gruß
Corinna

Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

Zwergii, Tuesday, 30.08.2011, 21:58 (vor 5467 Tagen) @ huge88

Hallo ,

erst mal möchte ich mich für eure Antworten bedanken - sie haben mir schon etwas weiter geholfen :-)

Meinst Du damit, dass er glaubt jemanden im Wachzustand zu sehen, wo gar niemand ist?

Ja er sah im Wachzustand Leute - aber nur ganz kurz meinte er . Normal ist mein Freund jemand der keine Angst hat - aber mittlweile werden diese Angstzustände immer schlimmer - letzten hatten wir hier bei uns ein Unwetter und es war durchzug im Haus und die Tür ist zugeschlafen . Da musste er aufstehen und hinter die Türe schauen ob auch niemand da ist . Das war vorher nicht so gewesen . Aber die Alpträume sind etwas besser geworden zum Glück .

Wie schnell ist eigentlich die Umstellung gelaufen?

Die umstellung dauert ziemlich lange - glaube es sind 15 Wochen . Am Ende nimmt er dann 100 mg morgens und abends , glaube ich - muss mal wieder nachschauen. Aber seid dem er die nimmt hat er keine Anfälle mehr !!!

"Vorher hatte er 4 stück in 3 Wochen nach 6 Jahren."
Willst Du damit sagen, dass er nach 6 Jahren Anfallsfreiheit plötztlich wieder mehrere Anfälle in einer kurzen Zeitspanne hatte?"

Ja genau das möchte ich damit sagen . Ich bin jetzt ca. 8 Monate mit meinem Freund zusammen . Er hatte mir nie erzählt das er mal mit 14 -15 Jahren 2 Grad - mal Anfälle hatte . Er bekam damals auch Medis ( Orfiril long 1500 mg am Tag ). Nahm diese auch 2 Jahre lang und setzte sie ab weil nie was passierte . Auch in den restlichen Jahren OHNE Medis ist nie etwas passiert !!! Und dann ausgerechnet bei mir morgens - der Schock meines Lebens der mich geprägt hat und mich seidher anderes über das Leben denken lässt. Wo ich anders auch wieder dankbar für bin . Ich habe mich ja gründlist über Epi informiert - und es wunder mich auch waurm das jetzt aufeinmal wieder kam . Er hatte dann so in 1 bis 1 1/2 wochenabständen anfälle bekommen . War 2 mal im Krankenhaus - stationär - einmal mit einer platzwunde am Kopf !!! Die Ärzte bei uns haben nichts gefunden ( wobei ich auch sagen muss unser KH hier kann man in die Tonne treten !!! )

Ich habe mich viel für ihn eingesetzt - musste erst selbst damit klar kommen und fragte mich : waurm grad mein freund ? Warum dieser Mensch und nicht jemand anderes ? Aber ich bin bei ihm gelieben habe ihn unterstüzt und meine Ängste überwunden . Aber Anfangs kam nur etwas von meiner seite , nichts von ihm - weil er es nicht wahr haben wollte das er wieder Anfälle bekommt . Was denke ich auch für jeden schwer ist . Aber jetzt haben wir nächstes Jahr einen Termin In der Klink in Kork :-) Hoff. finden die dort etwas und man kann ihn genau einstellen etc.

Hat das gut getan grad das Herz auszuschütten :-) Danke das ihr euch immer mühe gibt mit allen :-) LG Zwergii :-)

Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 30.08.2011, 22:26 (vor 5467 Tagen) @ Zwergii

Zum Thema "4 stück in 3 Wochen nach 6 Jahren Anfallsfreiheit":

Längere Pausen zwischen Zeiten mit Anfallshäufungen sind leider keine Seltenheit. Ich selbst hatte zwischenzeitlich mit Medikamenten in niedrigster Dosierung gut 3 Jahre lang eine anfallsfreie Zeit.
Leider ist es so, dass das Auftreten eines Anfalls das Risiko von Folgeanfällen wieder erhöht. Ein Neurologe hat mir das mal so beschrieben, wie ein Damm, der einen schützt, und wenn er einmal bricht, mitunter nur langsam wieder aufgebaut wird und einen deshalb eine Zeit lang nicht mehr so gut wie gewohnt schützt.

Sorry, wenn ich nochmal Nachfrage, bevor ich etwas wegen der Medis von Deinem Freund falsch verstehe:
Er bekam nach seinen Anfällen in der Jugend zwei Jahre lang Orifil long(1500mg pro Tag), danach wurden sie/hat er sie wegen Anfallsfreiheit abgesetzt. Damit blieb er ganze 6 Jahre ohne Medikamente anfallsfrei und dann traten plötzlich innerhalb von 3 Wochen 4 Anfälle auf und er wurde auf Lamotrigin eingestellt? Oder bekam er erst wieder Orifil long und man hat ihn dann gleich, weil nochmal Anfälle während der Einstellphase auftraten, auf Lamotrigin umgestellt?

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Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

Zwergii, Tuesday, 30.08.2011, 22:34 (vor 5467 Tagen) @ huge88

Er bekam nach seinen Anfällen in der Jugend zwei Jahre lang Orifil long(1500mg pro Tag), danach wurden sie/hat er sie wegen Anfallsfreiheit abgesetzt. Damit blieb er ganze 6 Jahre ohne Medikamente anfallsfrei und dann traten plötzlich innerhalb von 3 Wochen 4 Anfälle auf und er wurde auf Lamotrigin eingestellt? Oder bekam er erst wieder Orifil long und man hat ihn dann gleich, weil nochmal Anfälle während der Einstellphase auftraten, auf Lamotrigin umgestellt?

Er hat die Medis alleine abgesetzt , ohne mit dem Arzt zu sprechen . Weil er bzw jeder davon ausging das es rausgewachsen ist im Gehirn , was ja auch vorkommen kann . Was ich auch falsch fand - seine Mutter auch - aber da kannte ich meinen Goldschatz ja noch nicht :P
Nach dem ersten Anfall nach 6 Jahren ( Davor keine Medis - 4 Jahre lang ! ) hat er wieder angefangen seine Orfiril long zu nehmen . Beim zweiten Anfall haben die Ärzte aber den Blutspiegel gemacht un der Wirkstoff war sogar etwas zu hoch . Sie versuchten es noch weiter mit Orfiril . Aber dann beim nächsten KH aufenthalt haben sie beschlossen langsam auf Lamotrigin umzustellen .

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Wednesday, 31.08.2011, 10:08 (vor 5466 Tagen) @ Zwergii

Hat er das wieder einnehmen mit nem Arzt abgesprochen oder einfach wieder seine gewohnte volle Dosis aus seinen alten Vorräten - jenseits der Mindesthaltbarkeit?? - genommen? Ich gehe zumindest einmal davon aus, dass er zu schnell auf des Orifil hochdosiert hat/wurde, weil normalerweise mit den einhergehenden Blutuntersuchungen man die Medis so langsam einstellt, dass sie i.d.R. keine zu hohe Serumskonzentration zur Folge haben.

Wenn er gleich wieder/zu schnell mit der vollen Dosis eingestiegen wäre und die Dosierung inzwischen auch noch zu hoch für ihn ist, kann das auch der Auslöser für die Folgeanfälle nach dem ersten Anfall gewesen sein und die ganze Umstellung auf Lamotrigin damit ziemlich unsinnig - was eigentlich auch herkömmliche Neurologen bedenken sollten. Und wenn er dann wegen dem zu hohen Spiegel etwas weniger Orifil genommen haben sollte und dann noch des Lamotrigin gleichzeitig dazu kam, kann das mit den Serumsschwankungen auch einen Anfall provozieren. Nicht umsonst steht auf jedem Beipackzettel von Antiepileptika eine ausführliche Passage darüber, dass während Einstellphasen/Dosisänderungen jeglicher Art es zu neuen Anfällen kommen kann.

In dem Zusammenhang stellt sich mir übrigens auch die Frage, wie ehrlich er den behandelnden Ärzten gegenüber bzgl. seiner Medikamenteneinnahme in den letzten Jahren bzw. nach dem ersten Anfall war. Kenne aus dem Wartezimmer jemanden, der ständig wider besseren Wissens seine Medis absetzt und den Ärzten des aber nach nem Anfall nie sagt und die folglich auch dauernd an den Dosierungen und Medikamenten schrauben wollen.

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teilchenschubse, Thursday, 01.09.2011, 07:50 (vor 5465 Tagen) @ Zwergii

Bei Lamotrigin ist eine antidepressive Wirkung *möglich*, aber auch das Gegenteil davon. Auch bei bipolaren Störungen (für die Lamotrigin wohl auch verwendet wird), sind paradoxe Persönlichkeitsentwicklungen möglich.

Alles Gute für Deinen Freund, ich hoffe, Ihr findet bald einen kompetenten Facharzt.
(Zu den Experimenten Deines Freundes sag ich jetzt mal nix.)

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Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

Extreme Alpträume& Hallo's als Nebenwirkung von Lamotrigin ?

jamie-jasta, Saturday, 05.11.2011, 02:48 (vor 5401 Tagen) @ Zwergii

hallo -


also ich nehme 2mal orfiril 1000mg seit vielen jahren

und habe sehr oft richtig krasse träume....
aber ich denke das kommt immer ganz darauf an welche anderen wirkungen die tabletten noch auf einen haben...

ich hatte damals auch eine mittelschwere depression


jamie