Berufliche Einschränkungen

Marvin St., Friday, 02.09.2011, 00:26 (vor 5465 Tagen)

Halllo,
Ich hatte vor ziemlich genau 5 Monaten einen Krampfanfall. Dies war am morgen nach meinem 16. Geburtstag, laut Arzt viele Reizfaktoren auf einmal... Kein Schlaf, zu viel Alkohol, blink Lichter... Und und und... Beim aufräumen des Chaos bin ich dann einfach umgekippt habe laut meinen Freunden gekrampft als ich wieder bei mir war bin ich gerade in den Krankenwagen geschoben worden. Im Krankenhaus war ich dann 5 Tage und bekam Medikamente verschrieben. Seitdem hatte ich nochmal einen Anfall in der Schule, weil ich die Nacht vorher weg war und ohne Schlaf in die Schule bin... Bei allen Ärzten die ich bis jetzt gefragt habe, wollte niemand das Wort Epileptiker in den Mund nehmen. Also Frage ich euch, wie sieht es aus mein Traumberuf ist Fluglotse ist das überhaupt möglich vom gesetzlichen her?
Marvin

Berufliche Einschränkungen

teilchenschubse, Friday, 02.09.2011, 06:05 (vor 5464 Tagen) @ Marvin St.

Na, dann sind aber die Ärzte u.U. nicht ehrlich zu Dir.

Das mit dem Fluglotsen kann möglicherweise klappen, wenn Du gut eingestellt bist. Aber verlaß Dich nicht darauf, die Epilepsie kann auch ein Ablehnungsgrund sein.

--
Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

Berufliche Einschränkungen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 02.09.2011, 10:33 (vor 5464 Tagen) @ teilchenschubse

Die Krampfanfälle müssten bei dem Berufsbild des Fluglotsen auf Grund der großen Verantwortung für andere zu den Dingen gehören, die Du letztendlich angeben musst. Und Du solltest Dir auch bewusst sein, dass Du in diesem Berufsbild, selbst wenn Du einige anfallsfreie Jahre hast, beim Eintreten neuer Anfälle während der Ausbildung/Arbeitszeit sehr schnell in die Berufsunfähigkeit rutschen könntest.

Ich nehme an, Du warst bisher nur bei einfachen Neurologen. Medikamente gleich nach dem ersten Krampfanfall verschrieben zu bekommen, find ich ungewöhnlich. Oder sind das nur Notfallmedikamente? Ist denn Dein EEG und MRT unauffällig?

Es wäre in Deinem Fall wegen dem Berufswunsch sicherlich keine schlechte Idee, mit den erfahrenen Epileptologen einer Fachabteilung für Epilepsie - auch wenn man bei zwei Anfällen eigentlich nicht von Epilepsie spricht, wenn keine weiteren Indikatoren wie z.B. ein auffälliges EEG vorhanden sind - in einer Fachklinik darüber zu sprechen und Dich dort einmal auf den Kopf zu stellen. Vor allem, wenn der Schlafmangel bei Dir als möglicher Auslöser in Frage kommt, liese sich vielleicht dort auch ein Anfall damit provozieren und verfolgen, was die weitere Ursachenforschung erleichtern könnte.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Berufliche Einschränkungen

Marvin St., Friday, 02.09.2011, 10:53 (vor 5464 Tagen) @ huge88

Also mein EEG war ganz normal wurde mir gesagt Medikament nehme ich levetiracetam nach meinem ersten wurde ich auf 2 mal täglich 250mg nach dem zweiten dann auf 2 mal 500mg eingestellt... Ich gehe alle 2 Monate zu einer Neurologin, die dann ein EEG durchführt, was bis jetzt IMMER unauffällig gewesen ist. Bei einer Kernspin- Tomographi wurde etwas in meiner linken Hirnhälfte entdeckt, was laut Arzt nichts mit den Anfällen zu tun hat.

Berufliche Einschränkungen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 02.09.2011, 11:21 (vor 5464 Tagen) @ Marvin St.

Also gleich nach dem ersten Krampfanfall, wenn es keinen klaren Epilepsiebefund gibt, auf Antiepileptika einzustellen, find ich persönlich etwas übertrieben. Bei mir war des damals nicht der Fall. Wie seht ihr anderen das?

MRT gehört, hat mir damals mein erster Neurologe gesagt und ich hatte inzwischen in einer Epilepsieambulanz zwei weitere, eigentlich zur Standartdiagnostik, weil gewisse Strukturen wie kleinste Vernarbungen etc., die nicht im CT sichtbar sind, dort gefunden werden können.

Übrigens: Die letzten MRT-Ergbenisse von mir sind gestern mit der Post gekommen und ich habe vielleicht endlich ne greifbare Diagnose, die auch behandelbar wäre, wenn die weiteren Abklärungen Bestätigung liefern :-) . Diesmal wurde zur näheren Untersuchung der letztes Jahr gefundenen Heterotropie - welche sich nicht verändert hat - ein anderes Kontrastmittel verwendet. Sie glauben nun, dass es sich entweder um eine winzige Rathketaschenzyste oder ein zystisches Hypophysenadenom handeln könnte - was jetzt noch näher abgeklärt wird. Ersterer Fall käme, wenn ich alles richtig verstanden habe, eigentlich nur von der Lage her als Auslöser in Frage, letzterer würde auch erklären, weshalb meine EEGs so unauffällig sind, da im Falle einer Aktivität der Zyste die unregelmäßige Überproduktion gewisser Botenstoffe Anfallsursächlich sein könnte - und wenn dies nicht um die Zeit herum stattfindet, wenn ich gerade ein EEG bekomme, sieht man auch nix. Außerdem könnten beide von einem Unfall, den ich als Kind hatte, stammen. Bin happy ^^

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Berufliche Einschränkungen

tanguera, Schweiz, Friday, 02.09.2011, 12:31 (vor 5464 Tagen) @ Marvin St.

Hallo Marvin,

Bei einer Kernspin- Tomographi wurde etwas in meiner linken Hirnhälfte entdeckt, was laut Arzt nichts mit den Anfällen zu tun hat.

Mich würde interessieren, ob es einen Namen hat, was in Deinem Kopf endeckt wurde? Bei mir wurde auch etwas endeckt, was jedoch angeblich auch nichts mit Epilepsie zu tun hat..

Gruss

tanguera

--
Jubeln, lachen, tanzen - Der einzige Weg um sich zu retten.
(Alfred Selacher, (*1945), Schweizer Lebenskünstler)

Berufliche Einschränkungen

Marvin St., Friday, 02.09.2011, 12:35 (vor 5464 Tagen) @ tanguera

Das kann ich dir nicht sagen, das schreiben hat leider meine Neurologin...

Berufliche Einschränkungen

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 02.09.2011, 13:28 (vor 5464 Tagen) @ Marvin St.

kleiner Tipp: Schau, dass Du von allen ärztlichen Unterlagen immer zumindest eine Kopie hast, oder selbst die Originale bekommst und davon Kopien bei anderen Ärzten liegen. Wenn Du einmal zu anderen Ärzten gehst, dann kannst Du denen Deine Krankengeschichte damit besser oft darstellen und manche Dinge wie z.B. Anträge - zum Beispiel Schwerbehindertenausweis - wobei wir bei Dir nicht hoffen wollen, dass es soweit irgendwann kommt - lassen sich mit den Unterlagen selbst auch besser Ausfüllen.

Außerem ist es meiner Erfahrung nach oft schneller, selbst die Unterlagen wenn nötig mitzunehmen, als wenn Ärzte miteinander kommunizieren müssen.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Berufliche Einschränkungen

teilchenschubse, Monday, 05.09.2011, 12:15 (vor 5461 Tagen) @ Marvin St.

"in meiner linken Hirnhälfte" halte ich für eine ziemlich unkonkrete Angabe (vermutlich steht in Deinen Unterlagen genaueres?).
Ich würde an Deiner Stelle alle neurologischen (EEG-), radiologischen (MRT-) und sonstigen Befunde immer aufheben (zur Not als Kopie), Du hast ein Anrecht auf diese Informationen, schließlich könnte es ja auch mal passieren, daß Du den Arzt (z.B. wegen eines Umzugs) wechselst.

--
Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)