Häng das Lenkrad an den Nagel

Jack, Sunday, 18.09.2011, 13:32 (vor 5448 Tagen)

Hallo

Hatte seit 2 1/2 Jahren keinen Anfall mehr und durfte daher auch autofahren. An die 500000 km hab ich gefahren in den letzten 15 Jahren seitdem ich den Führerschein habe. Machte nun wieder mal eine längere Tour nach Italien. fuhr über die Brennerautobahn runter nach Modena und dann noch nach Turin. Ging alles gut. beim Rückweg passte auch alles. Es ging mir gut ich war stocknüchtern und ausgeschlafen. Nur ein bisschen komisch im Kopf. von Turin gings wieder nach Modena und dann über die Brennerautobahn rauf nach Österreich. da fohr ich ein paar Stunden. Am gardasee machte ich Halt und genoß die Landschaft. Das Wetter war prächtig. Als ich schließlich über den Brennerpaß fuhr hatte ich auf einmal ein stärkeres Gefühl im Kopf was mich aber nicht störte und fuhr weiter. Ich war gut gelaunt und dachte keineswegs an Epilepsie nur ein bisschen müde weil ich fast die ganze Nacht unterwegs war. In Innsbruck mündet die Brennerautobahm dann in die Intalautobahn ein wo ich dann weiterfuhr. Allerdings konnte ich mich nicht erinnern wie ich auf die Inntalautobahn kam. Dachte an Schlaf. dann noch ein kurzes Stück Bundesstraße und ich war zu Hause. Fuhr in die Garage und stellte den Motor ab. Da passierte es. ich stieg aus dem Auto da sah ich auf einmal nur noch Blitze und war weg. weiß bis heute nicht wie ich heimkam, kann mich auch an den tag danach nicht erinnern. Nur Muskelkater und ne nasse Hose. Womöglich ein GM. Platzwunde am Kopf wo ich aufs Auto aufschlug. Kurz Vorher war ich noch auf der Autobahn. wenn der da kommt bist du tot. Denk nun daran das Auto zu verkaufen und das fahren erstmals seinzulassen. Der Neurologe sagte zwar da war nix alles nur Einbildung. kann ruhig fahren meinte er. Doch trau mich nun nicht mehr. Schön ists schon das Fahren doch obs vernünftig ist ? Will keine anfälle mehr haben. Letzte Woche dann wieder 2. Woher hatte doch lange Ruhe.

Grüße Jack

Häng das Lenkrad an den Nagel

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 18.09.2011, 14:49 (vor 5448 Tagen) @ Jack

Woher will Dein Neurologe bitte schön beurteilen, ob Du wirklich einen Anfall hattest oder nicht, wenn da keiner dabei war?
Die Platzwunde lässt sich schlecht wegreden. Ne "nasse Hose" könnte zwar auch von einem Kreislaufzusammenbruch kommen, aber ein Muskelkater wohl kaum. Und wenn Du jetzt nochmal zwei hattest, spricht das ja eher für das Gegenteil.

Problem ist halt, dass so ein Anfall nach der langen anfallsfreien Zeit wieder das Risiko für einen weiteren signifikant anhebt.

Kann gut Dein Dilemma verstehen. Hab auch einen Führerschein und leb noch dazu ein bisschen "abseits" und ein Auto zur Fortbewegung wär am Wochenende, wenn kein Bus fährt, schon was schönes. Aber selbst wenn ich wieder längere Zeit anfallsfrei wäre, würde ich persönlich das lassen. Ich hätte ein echtes Problem damit, wenn ich dann am Ende wieder einen Anfall bekommen würde und dadurch vielleicht sogar einen Unfall verursachen würde, in dem jemand außer mir zu Schaden käme. Wie unberechenbar es sein kann, nach jahrelanger anfallsfreier Zeit wieder einen Anfall zu bekommen, hab ich selbst ja schon einmal mitgemacht.

Vielleicht ein kleiner Tipp für die Zukunft - den Du Dir sicherlich selbst schon gedacht hast: Vielleicht solltest Du in nächster Zeit etwas mehr auf Deinen Körper hören, wenn Du Dich komisch oder müde fühlst.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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podi, Monday, 19.09.2011, 19:33 (vor 5447 Tagen) @ Jack

Seit meiem 6. Lebensjahr habe ich Anfälle, GM und Absencen. Wie alle meine Freunde wollte ich mit 18 den Führerschein machen und war auch in der Fahrschule. Dabei habe ich aus Angst nicht antreten zu dürfen, beim Amtsarzt die Epilepsie verschwiegen. Nachdem meine Mutter davon erfahren hatte, drohte sie mir, mich anzuzeigen falls ich die Schule nicht beenden würde. Also hab ich schweren Herzens auf den Schein verzichtet. 15Jahre später bin ich Kartrennen gefahren (eine Meisterschaft). Und dort hätte ich dann beinahe einen sehr schweren Unfall verursacht. Nach ungefähr 10 Runden hab ich plötzlich ein komisches Gefühl bekomen und hab versucht mich weiter aufs fahren zu konzentrieren. Plötzlich wundere ich mich warum der vor mir auf der Strecke umdreht und bleibe stehen. Dabei war ich der, der sich in einem Anfall umgedreht hat. Zum Glück konnte die Rennleitug das Rennen stoppen, sonst hätte es einen Frontalzusammenstoss gegeben. Ich möchte nicht wissen, was sein hätte können, wäre mir das auf einer Autobah passiert. Jetzt fahre ich keine Rennen mehr, habe keinen Schein und bin eigentlich sehr froh darüber

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HeinzGR, Chur, Tuesday, 20.09.2011, 22:15 (vor 5446 Tagen) @ podi

Hallo podi,
6. Lebensjahr / Absencen - Diese zwei Stichworte zeigen sehr grosse Parallelen zu meinem Anfallstyp, resp. mögl. Ursache. Ich hatte auch mit 19 den FS gemacht, nach nur 6 Monaten, telefonsich aus dem Schlaf gerissen mit ner Abholungsaufforderung mich ins auto gesetzt - und da geschah es: Ich spürte diese typische Aura, so: "oh nein, nicht schon wieder, nicht jetzt! Blick in Rückspiegel! Anhalten geht nicht - optimistisch sein, weiterfahren..." - und nach 10 Sekunden war ich weg und kollidierte seitlich mit dem Strassenzaun. Nur dank Sicherheitsgurt lebe ich heute wohl noch.
Welche Medikamente nimmst Du? Auch partielle Temporallappen-Epi? Vor einigen Jahren hatte ich nur alle 3 Monate 1 Absence. Heute sinds 2-3 monatlich, offenbar wieder stärkere. Augenzeugen resp. neuer Arbeitgeber haben alle Notruf benachrichtigt. Landete 5x auf Notfallstation, völlig überflüssig - und jedesmal Rechnung über CHF 700.--.
Absencen müssen doch beseitbar sein, womit nur??

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podi, Saturday, 24.09.2011, 13:33 (vor 5442 Tagen) @ HeinzGR

Erst mal, ich bin echt "froh" das mir das auf der Kartbahn passiert ist und nicht auf der Strasse. An die Konsequenzen eines Unfalls möchte ich gar nicht denken. Nicht nur das ich verletzt sein könnte, es könnte auch andere treffen. Abgesehen von dem Menschlichen Leid, das möglicherweise lebenslange Selbstvorwürfe zur Folge hätte, wären auch die rechtlichen Konsequenzn sicher sehr drastisch, bis hin zur Haftstrafe oder Lebenslangen Folgezahlungen. Ich weiss nicht mehr welche Medikamente ich damals genommen habe, aber jetzt nimm ich eine Kombi aus Depakine, Lamictal und Zonegran die das Lamictal ersetzen sollen. Meine Anfälle kommen meistens in Schüben, wobei die Abstände dazwischen oft Wochen sein können. Ob sie wirklich ganz geheilt werden können weiss ich nicht, glaube aber nicht.

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Punda, Tuesday, 27.09.2011, 11:42 (vor 5439 Tagen) @ Jack

Jack, du hast Dich einfach enorm ueberfordert an diesem Tag. Als du gemerkt hast dass dein Gefuehl anders wird, dann haettest du runter muessen von der Strasse, und Essen, Ausruhen und vlt. Schlafen.

Ich kann - nein, ich will - aufs Fahren nicht verzichten, aber dafuer fahre ich nur wenn bei mir alle Parameter (gut geschlafen, kein Stress, und nicht hungrig) perfekt sind, und weite Strecken traue ich mich sowieso nicht.

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Glucke, Tuesday, 04.10.2011, 17:06 (vor 5432 Tagen) @ Punda

Hallo ihr,

mein 19jähriger Sohn ist seit 1 1/2 Jahren anfallsfrei und möchte nun den Führerschein machen.Da man ja eh schon ständig in Sorge ist und nun der Führerschein ansteht überwiegen natürlich die Ängste.Andererseits kann ich euch auch verstehen so normal wie jeder Gesunde zu leben.Er ist immer der Meinung ich solle mir nicht so viele Sorgen machen,aber ich denke das haben Eltern halt so an sich.Schreib zum ersten Mal in diesem Forum,habe lange gebraucht mich dazu durchzuringen,lese immer nur in diesem Forum. Wünsche alles Gute,die Glucke