OP in Bethel
Hallo Jess,
irgendwie kommt mir das bekannt vor...
Ich hatte als Kleinkind Fieberkrämpfe und wohl auch schon epileptische Anfälle. Ich selber kann mich aber nur noch daran erinnern, dass während der Grundschulzeit Medikamente auf dem Küchentisch lagen, die ich morgens einnahm.
Mit 18 (1996) kamen dann die epileptischen Anfälle (wieder). Die Ärzte schoben es auf Stress (1. Arbeitsplatz, Probleme zu Hause...). Die Anfälle kamen und gingen.
1999 zog ich zum studieren von zu Hause weg. Neuer Arzt, er hatte zwar die Idee mit einer Epileptologie, doch dort half man mir nicht wirklich weiter.
2005 zog ich wieder zurück in die alte Heimat. Wieder ein neuer Neurologe. Ich hatte jahrelang nur aus dem Schlaf heraus Anfälle, so dass ich meinen Führerschein machte. Im Dezember 2007 (ich hatte gerade ein knappes halbes Jahr meine neue Arbeitsstelle) kamen die Anfälle wieder tagsüber.
Mein Neurologe sagte mir "Mondenkind, ich weiß nicht weiter, ich würde Sie gerne zur Reha in Bethel anmelden, was halten Sie davon?" Ich stimmte diesen, ohne vorherige Absprache mit meinem Mann zu - und es war das Beste, was mir passieren konnte.
Während der Reha - und auch nachher - fanden viele Untersuchungen statt. Und man fand endlich den Auslöser meiner Anfälle: Eine Vernarbung am linken Hippocampus.
Ich holte mir eine zweite Meinung in der Epileptologie der Uni-Klinik Bonn und entschied mich letztendlich für eine OP in Bonn (der Hauptgrund war, dass es nach Bonn nur etwa halb soweit ist wie nach Bethel, was aber immer noch ca. 1,5 Stunden sind - und ich wollte, dass im Notfall mein Mann und die Familie schnell da sein können).
Meine OP fand am 14.09.2009 statt - der letzte Anfall war 3 Tage vorher. Ich würde es jederzeit wieder machen.
Ich brauchte nachher etwas Anlaufzeit, lag die nächsten (fast) 2 Wochen mehr auf dem Sofa als alles andere. Dann war ich noch 4 Wochen in Reha - was ich jedem nur empfehlen kann.
Arbeitsunfähig geschrieben war ich bis Ende des Jahres. Im Januar 2010 hab ich wieder langsam das Arbeiten angefangen, erst 4 Std., im Februar dann 5 und im März 6 Std. Mir hat das gut getan und bei mir was es auch nötig. ich kenne aber auch andere, die mehr oder weniger direkt wieder voll arbeiten konnten.
Das muss jeder mit sich selber ausmachen und vor allem gilt hier auch: An sich denken! Nicht an die Familie, nicht an die Arbeit, du selber bist in diesem Moment die wichtigste Person und die Zeit sollte sich auch jeder nehmen!
Wenn du noch Fragen hast, kannst du dich gerne bei mir melden.
Lieben Gruß
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
gesamter Thread:
- OP in Bethel -
jess87,
19.10.2011, 07:50
- OP in Bethel - Tanni, 19.10.2011, 09:40
- OP in Bethel -
Mondenkind,
19.10.2011, 12:51
- OP in Bethel -
jess87,
19.10.2011, 13:44
- OP in Bethel -
Mondenkind,
19.10.2011, 15:09
- OP in Bethel -
jess87,
19.10.2011, 18:25
- OP in Bethel - Mondenkind, 19.10.2011, 22:17
- OP in Bethel -
jess87,
19.10.2011, 18:25
- OP in Bethel -
Mondenkind,
19.10.2011, 15:09
- OP in Bethel -
jess87,
19.10.2011, 13:44
- OP in Bethel - steffig, 28.10.2011, 17:57