Medikamenteneinstellung Ergenyl / Lamictal

elefant, Wednesday, 19.10.2011, 21:45 (vor 5417 Tagen)

Hallo,

bin heute zufällig auf dieses Forum gestoßen und würde gern Eure Hilfe und Beratung in Anspruch nehmen.
Ich habe einen 4 Jährigen Sohn, der stark geistig und körperlich beeinträchtigt ist und seit seinem 1. Lebensjahr unter Epilepsie leidet. Die Ursache für seine Erkrankung nicht bekannt. Seine Begleiterkrankungen sind zusätzlich Hydrocephalus. Da er sich uns nicht sprachlich mitteilen kann, würde ich gern wissen wollen, wie Anfälle von einem selber wahrgenommen werden? Spürt man vorher den Anfall, bevor er kommt?
Seit 14 Tagen haben wir wieder mal auf Empfehlung der Ärzte die Dosis der Medikamente verändert. Seit dem geht es meinem Sohn kontinuierlich schlechter und er verfällt wieder in alte Muster, wie z.B. Schrei- und Weinattacken, Unruhezustände, veränderter Schlaf- und Wachrhytmus. Für uns es schwer einzuschätzen woran das liegt, weil sich sein Anfallsleiden nicht verändert im Gegenteil es verschlechtert sich. Zur Zeit nehmen wir Ergenyl, Lamictal und Rivotril. Vorher haben wir schon Topamax, Orfiril und andere Medikamente ausprobiert, die aber alle nicht geholfen haben. Er hat viele fokale Anfälle und in unregelmäßigen Abständen einige Grand Mals. Ich hoffe, dass Ihr uns helfen könnt und berichten könnt, wie Eure Erfahrungen waren, als Ergenyl und Lamictal kombiniert wurden und wie sich die Nebenwirkungen anfühlen.

Liebe Grüße

Steffi

Medikamenteneinstellung Ergenyl / Lamictal

Mondenkind, Wednesday, 19.10.2011, 22:39 (vor 5417 Tagen) @ elefant

Hallo Steffi,

in welchen Abständen hat dein Sohn Anfälle??
Ein Anfall ist bei jedem Menschen anders. Es kann sein, dass dein Sohn spürt, bevor ein Anfall kommt, sprich eine sogenannte Aura hat, es kann aber auch sein, dass er nichts spürt und von jetzt auf gleich umkippt. Vielleicht fällt euch ja irgend etwas auf, ist er ein bisschen anhänglicher vor einem Anfall oder wütender oder ???

Ebenso ist es beim Anfall, der eine bekommt es von Anfang bis Ende mit, der andere nichts (merkt es z.B. nur daran, dass er auf dem Boden aufwacht).

Ich kann von mir sprechen.

Ich hatte immer ein warmes (eigentlich angenehmes) Gefühl in der Bauchgegend, dass langsam nach oben stieg. Dies dauerte nicht lange, aber in der Zeit konnte ich noch alles machen (mich setzen bzw. legen, oder ich wusste auch, dass ich es immer schaffe, noch auf die andere Straßenseite zu kommen).
Dann kam es darauf an, ob ich einen kleinen oder großen Anfall bekam. Bei dem Kleineren nestelte ich mit der rechten Hand, ich konnte mich nicht auf Beinen halten und manchmal sah und hörte ich nichts, manchmal alles um mich herum, meist war es irgendetwas dazwischen.
Selten bekam ich einen Grand Mal (2 - 4 x im Jahr). Der fing wie der kleine an, ging jedoch dann in einen Grand Mal über. War das der Fall, hatte ich zu 99 % hinterher Kopfschmerzen, war müde und schlief auch meist erst einmal...

An den Grand Mal konnte ich mich dann später nicht bzw. nur schemenhaft erinnern. Oft fragte ich später meinen Mann ob ich einen Anfall hatte oder ob ich dies geträumt habe.

Mein letzter Anfall ist jetzt über 2 Jahre her. Ich habe mich 2009 operieren lassen. Das Gefühl, wie der Anfall begonnen hat, vergisst man aber nicht.

Liebe Grüße
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)