Bitte um Hilfe

Saskia, Tangermünde, Thursday, 20.10.2011, 17:08 (vor 5416 Tagen)

Hi Leute,

bin echt erleichtert endlich ein passendes Forum gefunden zu haben. Ich habe seit meinem 11.Lebensjahr Epilepsie,also insgesamt mittlerweile 6 Jahre. Meine Medikamente wurden schon öfters umgestellt und meinen letzten Anfall hatte ich vor zwei Jahren im September. Damals wurden meine Medikamente zum letzten mal geändert und seit dem nehme ich Orfiril Long (500-0-500). Ich hatte meistens generalisierte Anfäll,doch bei den ersten bin ich 'nur' benommen in der Gegend rumgeirrt und irgendwann zusammengebrochen und hab dann oft 3-5 Stunden geschlafen. Obwohl ich mittlerweile 17 Jahre bin und meine Medi's selbstständig nehme und es mir meistens, bis auf gelegentliche Migräne, gut geht wollen meine Eltern mich trotzdem noch ständig kontrollieren. Sie lassen mich nicht mit meinem Freund alleine ins Ausland und sag mir mindestens 5 mal am Tag das ich die Tabletten nicht vergessen soll. Ich bin echt am verzweifeln da ich nicht weiß wie ich ihnen beibringen kann das sie mich erwachsen werden lassen sollen? Ab dem nächsten Jahr will ich woanders hinziehen ,weit weg von zu Hause, doch meine Eltern sehen das nicht ein und denken mich bestimmen zu müssen?! Ich bin enttäuscht das sie so wenig Vertrauen in mich legen. Ich hatte durch meine Krankheit immer zu kämpfen und mittlerweile komm ich gut damit aus, doch meine Eltern wollen mich immer noch vor allem und jedem beschützen. Was mich ziemlich einengt. Vielleicht wisst ihr mir zu helfen, oder könnt mir sagen wie ich noch besser damit umgehen kann.
Vielen dank dafür schon eimal.

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sandytimmy, Thursday, 20.10.2011, 17:27 (vor 5416 Tagen) @ Saskia

bei dem thema tabletten habe ich einen vorschlag:
besorge dir so kästen für medikamente und pack dir dort tabletten für z.b. 14 tage rein, und zwar so dass man auf den ersten blick sieht ob du die tabletten genommen hast oder nicht.
dann bitte deine eltern dich nicht mehr zu erinnern, mit dem hinweis dass sie ja selber gucken können, ob du die tabletten genommen hast oder nicht.
wenn sie mal kontrollieren wollen sollen sie das aber zu einem zeitpunkt machen dass du das nicht mitbekommst und das auch nicht erwähnen.
wenn sie so nämlich beobachten dass du die tabletten nimmst dann wird sich dieser kontrollwahn, diese angst vor einem anfall- was best. der eigentliche grund ist- im laufe der zeit legen.

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Saskia, Tangermünde, Thursday, 20.10.2011, 17:48 (vor 5416 Tagen) @ sandytimmy

Danke für deine Antwort. Das Problem ist das wir schon Tablettenschalen haben und meine Mutter das auch immer regelmäßig kontrolliert und sie braucht Abends nur auf die Schalen gucken und sehen sie sind noch drin um mir wieder einen Vortrag zu halten und wenn ich dann sage ich nehme sie gleich kommt sie nach fünf Minuten in mein Zimmer und sagt es mir noch einmal. Natürlich ist es mir schon mal passiert das ich sie vergesse , aber das ist kein Dauerzustand. Sogar wenn ich bei meinem Freund oder einer Freundin schlafe ,telefoniert sie mir nach? Ich wünschte mir man könnte ihr irgendwie beibringen das ich mittlerweile erwachsen bin bzw.werde.

Danke nochmal für deinen Rat.

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Michaela, Thursday, 20.10.2011, 18:11 (vor 5416 Tagen) @ Saskia

Hallo Saskia,

Deine Situation tut mir leid, das ist wirklich nicht gut so kontrolliert zu werden.
Mit den Medis auf die Anrichte (Küche) legen, das mache ich auch, so habe ich selbst auch den Überblick ob ich sie genommen habe oder nicht.Man soll sie auch in einem 6 Stunden Ritmus nehmen, halte Dich an die Uhrzeit, so sehen Deine Eltern doch auch , das Du sie genommen hast.
Hast Du evtl. eine Beziehungsperson in Deiner Fam. der Du dich anvertrauen kannst. So kann diese dir viell. bei einem Gespräch mit Deinen Eltern helfen. Wie Du Dich fühlst bei den Kontrollen, usw.

Ich hoffe ich konnte Dir helfen, mit dem Vorschlag:-)

LG Michaela

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Michaela, Thursday, 20.10.2011, 18:22 (vor 5416 Tagen) @ Michaela

Hallo nochmal,

erzähle der Person genauso deine Situation wie Du sie hier geschrieben hast. Beschützen, kontrollieren usw.Wie Du Dich fühlst.
Man muss ihnen klar sagen, das Du das Alter hast Erwachsen zu werden, und nicht wie ein kl. Kind behandelt wirst.
Merkt in Deiner Familie niemant wie Deine Eltern sich verhalten? Hat ihnen noch nie jemand etwas gesagt?


Michaela

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dannie89 ⌂, Bayern, Thursday, 20.10.2011, 21:12 (vor 5416 Tagen) @ Saskia

hallo Saskia,
ich kenne deine Situation nur zu genüge, ich bin zwar schon 21 wohne aber gezwungenermaßen wieder daheim.Und meine Eltern sind genau so wie deine, es gab schon oft genug streit deswegen.Ich habe auch schon oft mit meinen Eltern gesprochen. Ich habe mir dann den Mut gefasst und dann mal mit meinem Neurologen darüber gesprochen, der wiederrum mit meinen Eltern seitdem ist es schon wesendlich besser geworden, es dauert natürlich ein bisschen bis sie sich daran gewöhnen, versuche das doch mal.
liebe grüße
Daniela

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Carpe Diem-Nutze den Tag,

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Saskia, Tangermünde, Friday, 21.10.2011, 10:06 (vor 5415 Tagen) @ dannie89

Hallo,
danke für deine Antwort.
Ich weiß nicht ob mein Neurologe da der richtige für ist, ich mein ich mag ihn und bin auch dankbar das er immer so hilfsbereit war. Aber er ist mittlerweile um die 60 und manchmal ein wenig komisch. Ich hab auch schon meinen Bruder gefragt aber der konnte sie auch nicht überzeugen, ich glaub meine Mutter steckt da irgendwie drinne fest und nach sechs Jahren ist es ihr zur Gewohnheit geworden.

Danke trotzdem.:-)

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huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 21.10.2011, 08:06 (vor 5415 Tagen) @ Saskia

Ja, Eltern können da wirklich nervig sein...

Den schon genannten Vorschlag, eine Vertrauensperson vermitteln zu lassen, finde ich sehr gut.

Eine andere Möglichkeit, falls Du lieber eine vollkommen neutrale Vermittlungsperson haben möchtest, wäre dass Du Dich an eine der so genannten soziopsychologischen Beratungsstellen für Menschen mit Behinderung wendest(z.B. von den Rummelsberger Werken gibt's sowas bei mir in Franken).

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil