Neu hier
becks09, Thursday, 17.11.2011, 22:27 (vor 5388 Tagen)
Hallo,
ich bin neu hier und habe mir schon ein paar Fragen durch gelesen,habe aber doch noch so die ein oder andere. Tut mir leid,wenn es die Frage schonmal gab und ich sie überlesen habe.
Erstmal ein wenig zu mir..ich bin 20 jahre alt und habe genau vor einer woche gesagt bekommen,dass ich epilepsie habe. hatte innerhalb eines jahres 7 anfälle, 6 davon innerhalb des letzten halben jahres.Den ersten hatte ich an der Arbeit während der Pause,als ich mit meinen Kollegen am Tisch saß.Wurde dann ins Krankenhaus gebracht,wo ich auf die Innere gelegt worden bin und nach einem Tag nach hause geschickt wurde mit der Begründung,dass nichts wäre.. Den nächsten Anfall hatte ich diesen Sommer,wieder an der Arbeit.Dachte mir nichts bei,da mir die Ärzte immer wieder gesagt haben,es wären nur Synkopen,deswegen ging ich auch nicht ins Krankenhaus.Ende August hatte ich 2 Anfälle innerhalb 24 Stunden und meine Mutter hat mich ins KH gebracht,wo sie wieder nur auf Herzkreislaufprobleme untersucht haben.Vor 2 Wochen dann wieder ein Anfall,wieder an der Arbeit,und ich wurde mit dem Rettungswagen ins KH gefahren,wieder haben die Ärzte nichts gefunden und ich habe schon langsam daran gezweifelt,ob ich wirklich was habe.
Hatte dann letzte Woche einen Neurologentermin,das war auch der erste Arzt,der mir wirklich zugehört hat,bei dem ich überhaupt das Gefühl hatte,dass er sich für mich interessiert.Er hat dann ein EEG machen lassen und bei dem Flackerlicht wurde mir total komisch,das sagte ich ihm auch und anhand des EEG hat er auch gesehen,dass es Epilepsie ist.Die Diagnose an sich war nicht der Schock.Eher,dass ich 1 JAhr kein auto fahren darf,ich wohne auf dem Dorf und bin auf ein Auto angewiesen. Viel schlimmer ist,dass ich meine Abschlussprüfung,die in 2 Monaten wäre,nicht machen kann,da die Gefahr eines Anfalls zu groß wäre.Ich war geschockt.Doch was viel schlimmer für mich ist,das mein Vater mir jetzt noch Vorwürfe macht,ich solle mich nicht so anstellen und gefälligst diese Prüfung machen und zu einem anderen Neurologen gehen,es könnte ja gar nicht sein,dass ich so was habe..
Sorry,das der text so lang ist.
Nun meine fragen,
meint ihr,es würde etwas bringen,nochmal zu einem anderen Arzt zu gehen?
Ist hier noch jemand,der in meinem Alter ist?
Ist es rechtlich erlaubt,die Prüfung zu machen,wenn mein Arzt mir eine Bescheinigung geschrieben hat,dass ich für ein Jahr nicht an Maschinen arbeiten darf?
Ich bekomme valproat und mein arzt meinte,dass es sein kann,dass ich davon zunehme,stimmt das? ( wohl eher ein Frauenproblem)
So,ich danke für Antworten!
Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Abend noch,
Jasmin.
Neu hier
kucka, Friday, 18.11.2011, 00:22 (vor 5388 Tagen) @ becks09
Willkommen becks
ich bin zwar nicht dein Alter,aber wenn du bei deinen Anfällen keine Vorzeichen hast,dann solltest du auf den Rat des Neurologen hören. Hast du aber Vorzeichen,dann kannst du die Prüfung anfangen.Wenn du dann was merken solltest dann kannst du die Prüfung ja noch abbrechen. Dann kannst du die Prüfung 1 Jahr später nachmachen. Das müsste doch gehen ?! Vielleicht ist es am besten,du gehst in eine Einrichtung wie Bethel, um das mit den Anfällen richtig untersuchen zu lassen ,da du es mit der Wahl deiner Ärzte ja auch nicht so gut getroffen hattest.
Hier sind viele deines Alters drin im Forum,ich denke da werden sich noch welche bei dir melden.
Grüsse kucka
Neu hier
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 18.11.2011, 08:28 (vor 5387 Tagen) @ becks09
Hi Jasmin!
Erst einmal willkommen bei uns! Keine Angst, Dein Text ist nicht zu lange - und er enthält ja obendrein eine Menge Infos.
Das mit dem Autofahren kann ich gut nachvollziehen(wohne quasi auch auf dem Land und die Busverbindung ist... Naja, ich bin froh, dass es im Vergleich zu anderswo immerhin eine gibt). Aber es ist wirklich sinnvoll, mit Epilepsie das Auto stehen zu lassen - nicht wegen sich, aber wegen den anderen, die man damit gefährden würde.
Versuch doch einmal, jemanden zu finden, der Dich z.B. in der früh in seinem Auto mitnehmen würde. Am Land kennt man ja doch eher mehr Leute als in der Stadt, da dürfte das durchaus möglich sein.
Das mit der Abschlussprüfung ist natürlich richtig besch... War selbst schon einmal in so einer ähnlichen Situation. Hilft aber alles nichts. Letztendlich wird Dir bei der Diagnose und Entwicklungsgeschichte wohl kein Neurologe bescheinigen, Du dürftest an den Maschinen arbeiten. Und mit einem ärztlich ausgesprochenen Verbot die Prüfung ablegen... Also wenn was passiert besteht die Gefahr, dass die Versicherungen einen in Regress nehmen.
Aber mach Dich doch einmal bei der für Dich zuständigen Kammer schlau, ob es für solche Fälle vielleicht eine Art Sonderprüfungsordnung gibt, unter die Du fallen könntest.
Das von Deinem Vater hört sich für mich danach an, als hätte er eher Schwierigkeiten, mit einer solchen Diagnose umzugehen, als dass er Dir Vorwürfe machen würde. War er eigentlich schon einmal beim Neurologen dabei? Der kann ihm das vielleicht besser erklären.
Apropos Diagnose: Was hat denn der Neurologe denn für weiterführende Ursachenforschung eingeleitet? Normalerweise sollte da dann ein MRT gemacht werden, um zu sehen, ob z.B. eine Zyste ursächlich ist, was sich heutzutage ja auch nicht selten behandeln lässt. Sprich mit ihm am besten über eine weiterführende Abklärung in einem Epilepsiezentren.
Was Deine Zunehmangst angeht: Ich hab bei Oxcarbazepin am Anfang während der Einstellung damals zugenommen, aber das hat sich dann auch wieder gelegt. Da reagiert jeder anders.
So - jetzt weiß ich nicht mehr, was ich sonst noch schreiben könnte... Manche werden's mir vielleicht danken.
Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen, dass das Medi bei Dir anschlägt.
Ciao
Huge
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Neu hier
becks09, Friday, 18.11.2011, 12:52 (vor 5387 Tagen) @ huge88
Mein Klassenlehrer meinte am Mittwoch,als ich ihm davon erzählt habe,dass ich in so einem Fall meine Prüfung auch 1 bis 2 Jahre später machen kann. Wäre natürlich auch eine Überlegung wert,dann wären zumindest die letzten Jahre nicht umsonst gewesen.Mit meinem Betrieb konnte ich noch nicht reden,da ich krank geschrieben bin,werde aber am Montag wieder hin gehen, um das zu klären und will fragen,ob es eben möglich ist,dass ich für 1 bis 2 Jahre bei uns in die Kontrolle kommen könnte und dann die Prüfung wiederholen oder eben eine neue Ausbildung machen.
Mein vater war noch nie mit mir beim Arzt,das hat wenn,meine Mum mit mir gemacht oder ich musste da alleine durch,was auch nicht immer leicht war, vorallem nicht wo ich tagelang alleine im Krankenhaus lag und einfach nicht wusste,was wird.
Als ich die Diagnose bekommen habe,war ich auch alleine bei dem Neurologen, hätte auch nicht gedacht,dass da mal endlich was raus kommt.
LG
Neu hier
Mondenkind, Friday, 18.11.2011, 12:23 (vor 5387 Tagen) @ becks09
Hallo Jasmin,
ich bin zwar auch schon etwas älter (33), habe aber meine Epi mit 18 bekommen, von dem her weiß ich wie das ist (bin aufgewachsen in einem kleinen Dorf, schlechte Busverbindungen - ich hatte zum Glück liebe Freunde, die mich immer wieder nach Hause gebracht haben oder ich konnte bei ihnen schlafen).
Ist es rechtlich erlaubt,die Prüfung zu machen,wenn mein Arzt mir eine Bescheinigung geschrieben hat,dass ich für ein Jahr nicht an Maschinen arbeiten darf?
Ich bin mir ehrlich nicht sicher, ob es geht, ich hatte damals ein ähnliches Problem. Ich war damals dabei meinen Führerschein zu machen, das musste ich dann auch erst einmal unterbrechen und schließlich ganz absagen. Mein Fahrlehrer fragte mich dasselbe - er sitzt ja schließlich während der Fahrschule immer daneben - dann hätte ich ihn wenigstens gehabt. Aber das ging nicht. So musste ich eben noch ein paar Jahre warten, bis ich dann wieder meinen Führerschein machen durfte.
Ich rate dir auch zu einem MRT - möglichst in einer Epilepsieambulanz - das hat man bei mir viel zu spät veranlasst. Auf dem "normalen" MRT sah man nichts, erst auf den speziellen sah man, was bei mir die Anfälle auslöste, eine Vernarbung.
Ich bekomme valproat und mein arzt meinte,dass es sein kann,dass ich davon zunehme,stimmt das? ( wohl eher ein Frauenproblem)
Kann sein, muss aber nicht - ich habe bisher von keinem meiner Medikamente nennenswert zugenommen, wenn es überhaupt von dem Medikament kam...
Liebe Grüße
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Neu hier
jess87, NRW, Friday, 18.11.2011, 12:25 (vor 5387 Tagen) @ becks09
hallo und herzlich willkommen. ich bin 24 jahre alt. und kann dir nur von mir sagen, dass ich eine ausbildung mit epilepsie gemacht habe (allerdings war das meine anfallsfreie zeit damals). bei mir ist es noch so, dass ich nicht gleich umkippe und einen anfall habe, ich habe vorgefühle. du auch? als was machst du denn deine ausbildung. das habe ich nicht ganz verstanden. irgendwie mit maschienen oder?! deine schriftliche kannst du doch aber schonmal machen oder nicht? ist echt blöde sonst für 2 monate, deine letzten jahre aufzugeben. wenn es natürlich nicht anders geht, dann ists besser für alle. aber trotzdem ist es schade. und zu deinem papa. vorwürfe machen ist schonmal gar nichts gutes, für dich. liebe grüße jess
Neu hier
becks09, Friday, 18.11.2011, 12:45 (vor 5387 Tagen) @ jess87
Hallo,
danke für deine Antwort, ich mache eine Ausbildung als Industriemechanikerin. Heißt,ich müsste während der Prüfung an einer Fräßmaschine und Drehmaschine arbeiten.Noch dazu müsste ich ein bisschen schweißen,was bei mir Anfälle auslösen kann,da ich auf Lichtreflektion reagiere und das ein Grund sein könnte,warum ich schon mehrere Anfälle während der Arbeit hatte.
Ich habe leider kein Vorgefühl, heißt, ich falle einfach um,finde mich dann auf dem Boden wieder und frage mich,was ich auf dem Boden suche.
Lieben Gruß
Neu hier
Relaia, Saturday, 19.11.2011, 22:32 (vor 5386 Tagen) @ becks09
Hallo Jasmin,
ich kann dich sehr gut verstehen! Es ist erst mal ne ziemliche Umstellung, wenn man die Diagnose bekommt. Das ganze Leben gerät irgendwie durcheinander, Dinge die immer selbstverständlich waren sind es plötzlich nicht mehr (Autofahren, Partys, Arbeit,...) und alles scheint komplizierter und unsicherer zu werden. Aber ich kann dir versprechen, man gewöhnt sich an vieles und lernt mit den meisten Dingen umzugehen. Irgendwann gehört es einfach dazu
.
Ich bin 22 und hab die Diagnose auch erst vor etwa einem Jahr bekommen. Hatte etwa seit nem halben, dreiviertel Jahr immer wieder Anfälle, allerdings haben die Ärzte es lange Zeit auf die Psyche geschoben, dann auf Herz-Kreislauf, Schilddrüse ... Erst als es immer schlimmer wurde, ist mal jemand auf die Idee gekommen, Stress-EEGs zu machen und sich die Sache genauer anzuschauen. Es scheint also keine Seltenheit zu sein, dass die Ärzte sich auf irgendwas einschießen und nicht mehr nach rechts und links schauen, ob es auch noch andere Gründe geben könnte
Und leider dauert es auch manchmal recht lange, bis man einen Arzt findet bei dem man sich gut aufgehoben fühlt. Ich drück dir die Daumen, dass dein Arzt nicht nur im Medikamente-Verschreiben gut ist, sondern dir auch Tipps und Hilfestellungen für deine Lebenssituation geben kann. Und es gibt ja auch noch Beratungsstellen und ähnliches
Die Diagnose an sich war nicht der Schock.Eher,dass ich 1 JAhr kein auto fahren darf
Das Problem kenne ich nur zu gut! Ich bin zwei Jahre gependelt, also tagtäglich Auto gefahren und war auch darauf angewiesen (wohne auch etwas außerhalb). Anfangs wusste ich gar nicht wie ich es machen soll, aber das Risiko beim Fahren einen Anfall zu bekommen und einen Unfall zu verursachen ist einfach zu groß. V.a. wenn deine Anfälle plötzlich kommen. Ich denke das könnte niemand verantworten und die Angst oder Sorge würde ja ständig mitfahren und zusätzlich Stress verursachen. Sehr kontraproduktiv
!!! Ich konnte mir jetzt doch eine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln raussuchen, dauert zwar etwas länger aber geht trotzdem und ich habe in der Bahn jetzt viel Zeit zum Lesen und bin mittlerweile sehr fit, weil ich viel, z.T. auch längere Strecken mitm Rad fahre. Man kann alles positiv sehen

Viel schlimmer ist,dass ich meine Abschlussprüfung,die in 2 Monaten wäre,nicht machen kann,da die Gefahr eines Anfalls zu groß wäre.
Das tut mir furchtbar leid für dich! Ist echt total ärgerlich
Aber das bezieht sich doch nur auf den praktischen Teil, oder?
in so einem Fall meine Prüfung auch 1 bis 2 Jahre später machen kann. Wäre natürlich auch eine Überlegung wert,dann wären zumindest die letzten Jahre nicht umsonst gewesen.
Das würde ich an deiner Stelle auf alle Fälle machen! Wenn du gut eingestellt bist, kannst du ja wieder an Maschinen arbeiten (vllt sogar wieder Auto fahren
)
...
Neu hier
Relaia, Saturday, 19.11.2011, 22:36 (vor 5386 Tagen) @ Relaia
...
Noch dazu müsste ich ein bisschen schweißen,was bei mir Anfälle auslösen kann,da ich auf Lichtreflektion reagiere und das ein Grund sein könnte,warum ich schon mehrere Anfälle während der Arbeit hatte.
Das ist natürlich blöd, aber deine Arbeit wird ja nicht nur aus Schweißen bestehen, oder?! Oft lässt sich, wenn man sich darum bemüht, eine Lösung finden. Ich arbeite z.B. viel im Labor z.T. mit nicht ganz ungefährlichen Substanzen oder an empfindlichen Abläufen. Manche Untersuchungen kann ich einfach nicht durchführen, weil bei den entsprechenden Messungen z.B. auch Blitzlicht auftritt, was ich auch nicht vertrage
. Aber es gibt ja genug andere Sachen zu tun
Anfangs war mein Chef auch etwas skeptisch, aber nachdem wir mal in Ruhe darüber reden konnten, konnte ich viele Bedenken beseitigen. Oft geht es halt auch um Versicherungsfragen. Häufig spielt aber Verunsicherung auf Seiten der Verantwortlichen eine große Rolle. Ich musste halt versprechen, darauf zu achten, nicht alleine im Labor zu sein und rechtzeitig bescheid zu geben, wenn ich ne Aura spüre (hab zum Glück welche). Ich hatte das Gefühl, es hat auch geholfen, zu vermitteln, ich bin in Behandlung und im Ernstfall sollten diese und diese Maßnahmen ergriffen werden. Einfach um die Unsicherheit, was ist es, wie geht man damit um, zu nehmen. Leider haben andere nicht ganz so viel Glück, aber nach dem was du schreibst, ist ja durchaus Verständnis und Unterstützung für deine Situation vorhanden, oder?
Ich drücke dir auf alle Fälle ganz fest die Daumen, dass doch noch alles gut wird! Wie heißt es:
Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man etwas schönes bauen!
Ich hab z.B. auch meine allerletzte Klausur vermasselt, weil ich nen Anfall hatte (das erste mal, während einer Klausur
) und muss jetzt ein Semester warten, bis ich meinen Bachelor abschließen kann. Hab mich natürlich furchtbar geärgert, aber jetzt nutze ich die Zeit um mehr an einem bestimmten Forschungsprojekt arbeiten zu können (was ich mir schon länger wünsche
) und vllt ein Auslandspraktikum zu machen.
Also, Kopf hoch! Auch wenn im Moment alles schei... ist, die neue Situation bietet dir auch die Chance neue Dinge zu sehen und zu entdecken (vllt lernst du in dem Jahr, bis du deine Prüfung nachholen kannst viele neue interessante und wertvolle Sachen, die du sonst nie gemacht hättest!) und ganz ehrlich: man lernt umso mehr, auch die kleinen schönen Dinge zu schätzen und sich daran zu freuen!
Und trotz Medikamenten-Marathon und Untersuchungs-Bergen, wenn du dich zwar mit der Epilepsie auseinander setzt, aber sie nicht zum Mittelpunkt deines Lebens machst, kannst du bestimmt gut damit Leben!
Wünsche dir alles, alles Gute!
Relaia
Neu hier
Relaia, Saturday, 19.11.2011, 23:06 (vor 5386 Tagen) @ Relaia
Doch was viel schlimmer für mich ist,das mein Vater mir jetzt noch Vorwürfe macht,ich solle mich nicht so anstellen und gefälligst diese Prüfung machen und zu einem anderen Neurologen gehen,es könnte ja gar nicht sein,dass ich so was habe..
...ach ja, dazu wollte ich dir auch noch schreiben ...
wahrscheinlich braucht dein Vater erst etwas Zeit, damit umzugehen zu lernen. Ich denke, es ist gerade für Eltern ein großer Schock, wenn das eigene Kind plötzlich von so etwas betroffen ist. V.a. wenn es auch so plötzlich kommt (also man nicht mehr oder weniger damit aufgewachsen ist). Ich hatte das Gefühl, meinen Eltern fiel es auch lange schwer, damit umzugehen und zu verstehen, was es auch für mich bedeutet. Sie meinten immer, ich bekomme vllt ein Medikament verschrieben und dann ist in zwei, drei Monaten alles wieder super und vorbei. Ich wusste auch lange nicht, wie ich mit ihnen darüber reden soll. Es herrschte lange völlige Sprachlosigkeit darüber, weil das Thema auch hoch emotional aufgeladen war. Aber irgendwann habe ich angefangen, mich ganz sachlich über Epilepsie allgemein, mögliche Ursachen, Verlauf, Therapiemöglichkeiten ect. zu informieren und dann auch nach und nach mit meinen Eltern darüber zu sprechen. Und irgendwann konnten wir dann ganz normal darüber reden und sie haben verstanden, dass ich es z.B. nicht in der Hand habe, ob ich umkippe oder nicht.
Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass dein Vater deine Situation schnell versteht und dich unterstüzt, denn genau das brauchst du ja jetzt!
Natürlich kannst du nochmal zu einem anderen Neurologen gehen und dir eine weitere Meinung einholen, das gibt dir vllt auch etwas mehr Sicherheit, aber trotzdem kannst du deinem Vater versichern, dass (unter entsprechenden Umständen) bei jedem epileptische Anfälle auftreten können und dass man zwar bestimmte Regeln beachten sollte (kaum Alkohol, regelmäßige Schlafzeiten, bekannte Auslöser wie Blitzlicht oder evtl. sauerstoffarme Luft?, Stress? ect. vermeiden) aber damit gut leben kann und es so "plötzlich" wie es gekommen ist auch wieder aufhören könnte (die Chance besteht zumindest
)
Also, nochmal, alles Gute!
Neu hier
becks09, Sunday, 20.11.2011, 14:38 (vor 5385 Tagen) @ Relaia
Hey,
Danke für deine Antwort!
Ich bin mir nicht sicher,ob es irgendwie geht,dass ich wenigstens die theorieprüfung machen kann und dann in einem Jahr oder so die Praktische wiederholen.Ja,Schweißen wäre nur ein Teil,aber der andere Teil wäre nicht gerade ungefährlicher,im Gegenteil.Ich müsste an einer Fräßmaschine und Drehmaschine arbeiten und da ich leider keine Aura habe,sondern gleich weg bin,geht das auch nicht,dass sich jemand neben mich stellt,der mich weg zieht bzw. kenne ich niemanden,der die verantwortung übernehmen will und es müsste jemand sein,dem ich sehr vertraue und da kann ich die Personen auch verstehen,dass sie das nicht machen möchten.Ich gehe morgen das erste Mal seit der Diagnose an die Arbeit bzw. habe es vor.Die Schlafstörungen,die ich seit 3 Wochen habe,machen es nicht gerade leicht,um halb 6 aufzustehen.Eine Freundin von mir,die sich mit dem Thema auskennt,meinte,dass diese Schlafstörungen normal sind und sie noch so 8 bis 10 wochen dauern können,stimmt das?Ich nehme bis jetzt nur eine halbe Tablette abends und bis ich dann einschlafen kann ist es meist halb 5 oder noch später,bin dann total wach, habe ab und zu ein tief,aber einschlafen kann ich trotzdem nicht. ist das wirklich normal? und wird das noch schlimmer wenn ich mehr Tabletten nehme?
Ach,da fällt mir noch eine Frage zum Thema Alkohol ein. Mein Neurologe meinte,ich sollte erstmal gar keinen trinken.Ist das so richtig?In dem Buch,was ich habe steht,dass 1-2 Bier vertretbar wären.Ansich ist der Verzicht auf Alkohol nicht das Problem,wir haben nur bald eine Fahrt mit der Mannschaft ( Frauenfussball) und da wird auch getrunken und ich bin total verunsichert,ob ich lieber nichts trinken sollte..Habe auch schon versucht,mich an Alkoholfreies Bier bzw Weizen zu probieren,ob ich mich daran gewöhnen kann ist die andere Frage,aber wenn es schaden würde oder sogar Anfälle auslöst,würd ich auch drauf verzichten.
Vielen Dank nochmal für deine umfassende Antwort und auch dir weiterhin alles Gute!
Neu hier
Lerche, Sunday, 20.11.2011, 18:43 (vor 5385 Tagen) @ becks09
In dem Buch, was ich habe steht, dass 1-2 Bier vertretbar wären. Ansich ist der Verzicht auf Alkohol nicht das Problem.
Wenn es kein Problem ist, dann verzichte. Bevor es zum Problem wird. Möglich, dass du 1-2 Bier verträgst, vielleicht auch 3 oder nur 1. Da es aber kein Grundnahrungsmittel ist, kommst du auch ganz ohne aus. Hat bei mir die letzten 25 Jahre ganz gut funktioniert. Ich bin Raucher, kenne aber Leute, die kommen ohne Zigaretten aus.
So’n Buch hab ich auch, wo das mit den 1-2 Bier drin steht. Halt ich für fast genauso hirnrissig wie die 5 Promille-Grenze fürs Auto fahren. Woher wollen die Autoren so genau wissen, welche Anfallsform der jeweilige Leser hat und was für Medikamente er einwirft?! Denn hier liegt das Hauptproblem: Die meisten Antiepileptika vertragen sich nicht mit dem Alkohol. Hab ich probiert: Die ersten 7 Jahre Antiepileptika plus Alkohol = Anfälle (GM ohne Aura). Dann nur noch Antiepileptika und der Spuk war vorbei, wie gesagt, seit 25 Jahren. Muss aber dazu sagen, dass ich das Glück hatte, gleich die richtigen Medikamente bekommen zu haben.
Also Becks(?), tu das Richtige. Oder probier’s wenigstens mal.
LG Uwe
Neu hier
Relaia, Sunday, 20.11.2011, 19:05 (vor 5385 Tagen) @ becks09
Vielleicht kannst du es ja doch irgendwie durchsetzen, dass du die theoretische Prüfung jetzt machen kannst und die praktische, wenn du medikamentös gut eingestellt bist und keine oder nur noch wenige Anfälle hast. Normal gibt es doch in jeder Firma ect. Stellen für "Nachteilsausgleich" oder so ähnlich. Informier dich doch mal und frag dann dort nach. Trau dich ruhig auch bei verschiedenen Stellen anzufragen! Dann bekommst du mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Antwort die dir weiterhilft. Manchmal muss man etwas hartnäckiger sein (hab ich die Erfahrung gemacht
)
Die prktische Prüfung würde ich an deiner Stelle aber wirklich erst machen, wenn du die Anfälle etwas besser unter Kontrolle gebracht hast. Ist erst mal blöd, aber du findest bis dahin sicher eine gute Alternative!
Dass du so früh aufstehen musst, v.a. wenn du kaum geschlafen hast ist schon hart! Und auch nicht ganz ungefährlich! Viele reagieren auf Schlafmangel mit erhöhter Anfallsbereitschaft
Weiß nicht wie es bei dir ist, aber sei auf alle Fälle vorsichtig! Hast du ein Notfallmedikament wie Tavor oder so?
Mit Valproat habe ich keine Erfahrungen (nehme Lamotrigin und hatte auch schon kurz mal Keppra und Topiramat (aber beides nicht vertragen und auch nicht richtig gewirkt)). Die Schlafprobleme können natürlich auch davon kommen, dass dich die neue Situation und die aufgetretenen Probleme sehr beschäfftigen. Du könntest dir mal überlegen, ob es dir helfen könnte (zuminest jetzt am Anfang) mal zu einem Therapeuten oder Coach zu gehen, mit dem du deine Sorgen und Probleme besprechen kannst und der dich unterstützen und dir Tipps geben kann, wie du dein Leben jetzt weiter gestallten kannst. Ich gehe auch zu einer Therapeutin (ursprünglich wegen etwas anderes) aber sie kann mir auch oft gut helfen, wenn ich wegen der Anfälle wieder in einem Tief stecke oder Probleme (z.B. mit Arbeit oder Studium) auftreten. Bei entsprechender Begründung zahlt das auch die Krankenkasse.
Aber du solltest die Sache mit dem Schafen auf alle Fälle beobachten und mit deinem Neurologen daüber reden.
Habs auch mal kurz gegooglet: offensichtlich kommen Schlafstörungen als Nebenwirkung immer wieder vor. Aber trotzdem ist das kein Zustand! Erzähl es auf alle Fälle deinem Arzt und lass es nicht als unbedeutend abtun!
Was Alkohol angeht: Ich würde mich an den Rat deines Neurologen halten und nichts trinken. Wenn es dir wichtig ist, kannst du vorsichtig zu Hause mal ausprobieren, wie du reagierst, aber auf keinen Fall jetzt, wo deine Medis aufdosiert werden, könnte zu unangenehmen Wechselwirkungen kommen! Und beachte, dass die Reaktion u.U. auch erst kommen kann, wenn der Alkohol wieder aus dem Körper raus ist, also erst etwa nen halben Tag später. Also kurz gesagt: lass es besser!!! Es geht auch sehr gut ohne! Wir feiern auch oft und dabei wird auch relativ viel Alkohol getrunken, aber ich trinke nie was und das verstehen auch alle. Übrigens: ich hab mal gelesen, dass besonders Grand-mals leicht durch Alkohol ausgelöst werden können. Es gibt ja auch viele andere gute Getränke! Also besser keinen Alkohol! Du musst es ja auch nicht groß erklären. Sag einfach du möchtest lieber was anderes, oder er steigt dir zu sehr in den Kopf
Außerdem: gesundheitsbewusste Sportler sollten eh keinen Alkohol trinken
seh's mal so
Viele liebe Grüße und viel Spaß auf eurer Mannschaftsfahrt!
Neu hier
becks09, Sunday, 20.11.2011, 19:57 (vor 5385 Tagen) @ Relaia
Rede da morgen wie gesagt mit meinen beiden Ausbildungsmeistern und mit der Personalchefin drüber,denke aber,dass ich bei dem einen Meister auf taube Ohren stoße,denn für ihn gibt es so etwas wie private Probleme nicht.Das einzige,was mir vielleicht zu gute kommt,ist,dass ich die Personalchefin persönlich kenne und sie ein gutes Wort für mich einlegen kann..ich möchte ja arbeiten!!
Ja,das mit dem wenig schlaf und erhöhte Anfallgefahr hat mir mein Arzt auch gesagt,genau wie Stress und Alkohol auch dazu führen kann.
Ich bin mir auch nicht sicher,ob ich am Freitag einen leichten Anfall hatte,wenn hatte ich so einen noch nie.
Habe keine Notfallmedikamente,wenn ich so etwas haben möchte,muss ich dann wieder zum Neurologen oder reicht da der Hausarzt?
Also die von der Mannschaft wissen,dass ich das habe und auch erstmal kein Auto fahren und kein Alkohol trinken darf und die verstehen das,haben auch teilweise ihre Hilfe angeboten, z.b dass sie mich mal abholen zum Training.Bin leider die einzige aus meinem Dorf und daher ist es nicht selbstverständlich,dass mich dann jemand mit nimmt bzw sogar einen großen Umweg fährt.
"Außerdem: gesundheitsbewusste Sportler sollten eh keinen Alkohol trinken" - zu nem Sieg gehört auch nen Shoppen,aber für mich in nächster Zeit erstmal nichts mehr..können die anderen für mich einen mit trinken!
Liebe Grüße und schönen abend!
Neu hier
becks09, Sunday, 20.11.2011, 20:10 (vor 5385 Tagen) @ becks09
Ach und nochmal zu den Schlafstörungen,ich habe sie wie gesagt seit 3 bis 4 wochen,weshalb ich auch meinen letzten Anfall vermute,da ich das Wochenende davor,der Anfall war den Montag mittag,kaum geschlafen,gegessen und getrunken habe.(Private Probleme + Prüfungsstreß)Die Woche,als ich dann im Krankenhaus lag,habe ich auch nicht viel geschlafen,kann einfach am besten zuhause,oder da schlafen,wo ich mich wohl fühle, und dazu zählt ein KH ganz bestimmt nicht.Darauf die Woche zuhause,konnte ich eigentlich ganz gut schlafen,trotz immer noch vorhandener privater Probleme und Prüfungsstreß,und ich bin eigentlich auch nicht der Mensch,der bei so etwas nicht schlafen kann,ausser es sind wirklich schlimme Dinge.Auf jeden Fall ging es aber bis ich die Tabletten genommen habe,also ich habe Donnerstag Abend mit angefangen,war den Freitag noch kurz an der Arbeit,um zu sagen,dass ich Montag wieder komme,doch Freitag Nacht fingen die Nebenwirkungen an,darunter eben auch wieder Schlafstörungen.Wurde dann Dienstag umgestellt,damit ging es auch besser,hatte "nur" noch Magenschmerzen,Hautausschlag und eben diese Schlafstörungen,die mir ziemlich zu schaffen machen,da ich ein Mensch bin,der seinen Schlaf einfach braucht,sonst bin ich zu nichts zu gebrauchen.
So,das wars aber jetzt wirklich von mir. ;)
LG
Neu hier
Mondenkind, Sunday, 20.11.2011, 20:14 (vor 5385 Tagen) @ becks09
Hallo Becks,
Rede da morgen wie gesagt mit meinen beiden Ausbildungsmeistern und mit der Personalchefin drüber,denke aber,dass ich bei dem einen Meister auf taube Ohren stoße,denn für ihn gibt es so etwas wie private Probleme nicht.
Habt ihr bei euch auf der Firma eine/n Behindertenbeauftragten (ist Pflicht, wenn es mind. 5 Schwerbehinderte gibt). Vielleicht wäre es sinnvoll vor dem Gespräch mal mit ihr / ihm zu reden. Bzw. rede mit der Mitarbeitervertretung (sofern vorhanden). Letzteres habe ich viel gemacht und mir hat es sehr geholfen.
Lieben Gruß und viel Glück morgen
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Neu hier
kucka, Sunday, 20.11.2011, 20:31 (vor 5385 Tagen) @ becks09
Hallo becks
lese ich richtig ?Du gehst schlafen und liegst bis 4.30 wach,schläfst dann bis 5.30,und mußt dann aufstehen ? Das ist ja grauenvoll. Ich nehme meine Medis um 24h, ich stehe um 6h auf ,schlafen konnte ich immer gut .Ich höre aber immer CD,morgens fühle ich mich großartig. Du solltest es versuchen ,ein anderer Rat fällt mir bei so wenig Schlaf nicht ein. Das kann ja nicht gutgehen.
Du brauchst keine Angst haben,das es immer so bleibt,am Anfang ist es immer so.
Mit der Zeit lernst du damit umzugehen. Wir sind ja auch noch da!
grüsse kucka
Neu hier
becks09, Sunday, 20.11.2011, 20:46 (vor 5385 Tagen) @ kucka
Hallo Kucka,
Die letzten Wochen war ich noch krank geschrieben,aber ich möchte morgen an die Arbeit,wenigstens um die Sache zu klären,mehr wird auch nicht möglich sein,da ich an Maschinen nicht arbeiten darf und lernen aufgrund des Schlafmangels einfach nichts bringt,was mein Meister dann wahrscheinlich anders sehen wird.
Aber ja,ich gehe so gegen 22 Uhr ins Bett,gucke dann noch Fernseh oder lese,wobei ich beim lesen merke,dass ich mich nicht lange darauf konzentrieren kann,und normal schlafe ich auch immer mit tv ein,also stelle mir den Slepptimer auf 2 Stunden und dann schlafe ich auch immer ein und vorallem durch.
Und meine Tablette nehme ich abends gegen 18 Uhr...ab Mittwoch muss ich sie auch morgens nehmen,bin mal gespannt,wie es mir dann geht.
Gruß Becks.
Neu hier
becks09, Monday, 21.11.2011, 21:12 (vor 5384 Tagen) @ becks09
Hallo,
Ich habe seit der Diagnose endlich mal wieder eine gute Nachricht.
Habe heute mit meinem Betrieb gesprochen,ich darf die Prüfung ein halbes Jahr später machen,also im Mai/Juni nächsten Jahr.Mein Arzt meinte,das müsste gehen,da ich bis dahin richtig eingestellt bin und zumindest meine Prüfung machen kann,das ich einen Abschluss habe.
Hätte wirklich nicht mit so viel Verständnis gerechnet.Der Vorschlag,die Prüfung einfach zu verschieben kam von meinen Ausbildungsmeistern,der Personalabteilung und dem Betriebsrat.
Sie geben mir auch die Zeit,die ich brauche, um das alles erstmal zu verarbeiten und die Zeit,die mein Körper eben braucht.
Wie es nach der Prüfung weiter geht,wird sich dann zeigen,da ich ja eigentlich keine Schicht arbeiten sollte,wie mein Arzt mir heute nochmal gesagt hat.
Bin zudem nochmal diese Woche krank geschrieben,um das mit den Schläfstörungen irgendwie in den Griff zu kriegen.
Alles in allem bin ich einfach nur erleichtert
Lieben Gruß,
Becks.
Neu hier
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Tuesday, 22.11.2011, 10:04 (vor 5383 Tagen) @ becks09
Hört sich an, als hättest Du nen netten Arbeitgeber erwischt^^
Ich wünsch Dir alles Gute und drück die Daumen, dass alles gut geht und Du die Prüfung wie geplant nachholen kannst.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil