Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Stella, Saturday, 26.11.2011, 10:48 (vor 5379 Tagen)
bearbeitet von Stella, Saturday, 26.11.2011, 11:40

Hallo,

mein Name ist Stella und habe eine Schwester die mit 27 Jahren Anfälle bekommen hat, das ist jetzt 4 Jahre her. Sie ist Arzthelferin und arbeitet in einer Arztpraxis. Ihre Anfälle sind recht gut unter Kontrolle mit Keppra 750-0-750 . Bekommt vielleicht mal 1 mal im Jahr einen Anfall, wenn sie z.b. Krank ist (Fieber , ganz besonders bei Durchfall ). Nur in diesen Fällen sollte man (auch einer der keine EPI hat) ja eh nicht arbeiten gehn.

Nun hat sie ab 1.1. eine Stelle im städt. Krankenhaus bekommen. Dort hat sie auch ganz normal Arbeitszeiten ( Mo.-Fr. (8.00/9.00-16.00/17.00 Uhr). Sie arbeitet dann in der Diagnostik, deswegen keine Schichtarbeiten.
Nur 1-2 mal im Monat hat sie einen Bereitschaftsdienst, wo sie VIELLEICHT mal auch abends oder Nachts raus gerufen werden könnte. Dies ist eher selten !!!!! Wenn sie dann den Dienst hatte und hätte wirklich mal raus musste, hat sie am nächsten Tag frei (und könnte ausschlafen).

Ich sehe da keine Probleme, da auch bei ihr das Leben ja nicht immer nur von regelmässigem schlafen besteht (Ausgehn, Party usw. aber ohne Alkohol und danach lange ausschlafen.) Anfälle sind nur dann möglich , wenn sie mehrere
Tage sehr schlecht bis gar nicht schlafen konnte... oder bei Durchfallerkrankungen....)

Jetzt meine Frage: MUSS sie ihre Epi dem Betriebsarzt angeben? unter den oben genannten gegebenen Umständen??????
Wäre echt toll wenn mir(uns) jemand darauf eine Antwort geben könnte. Ist aber wohl eher eine Streitthema (was ich bisher so gelesen habe.....aber jede Situation ist ja anders. .......

LG Stella:-)

P.S. zudem muss ich noch erwähnen das meine Schwester als Rettungssanitäterin beim DRK nebenberuflich arbeitet..(was vielleicht demnächst, wenn sie im Kh arbeitet, ja eh nicht mehr möglich ist).....und deren Betriebsarzt auch nix gegen ihre Epi hat, sie darf nur kein Auto fahren und muss auf ihren Dienstplan achten dass sie genügend Schlaf bekommt! Da ist auch noch nie was passiert!

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Mondenkind, Saturday, 26.11.2011, 11:47 (vor 5379 Tagen) @ Stella

Hallo Stella,

meiner Meinung nach muss sie es dem Betriebsarzt sagen.

Wenn sie es nicht sagt und im Bereitschaftsdienst einen Anfall bekommt, was dann??

Ich weiß es fällt schwer und ich habe es (möglichst) auch immer vermieden meinem Arbeitgeber von meiner Epilepsie zu erzählen, aber manchmal kommt man an dem Punkt, wo man es machen sollte.

Vielleicht bringt es auch was, wenn sie ich mal die Meinung ihres Neurologen holt.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Meli89, Forchheim, Saturday, 26.11.2011, 13:09 (vor 5379 Tagen) @ Stella

Hallo Stella,

also ich kann dir nicht sagen ob sie es ihrem neuen Arbeitgeber sagen MUSS,
aber ich persönlich würde es tun.

Ich bin durch meine Epilepsie Berufs Unfähig geworde und war dann auf der Suche nach einem Betrieb wo ich meine Umschulung machen konnte.
Habe bei jedem Vorstellungsgespräch mit offenen Karten gespielt - dann wissen die Leute auf wen sie sich einlassen und wenn dann doch mal etwas passiert und Sie einen Anfall bekommt, wissen Sie bescheid und es entsteht keine Zwickmühle und es kommen keine Verlegenen Gespräche zustande in denen man dann quasi in Erklärungsnot gerät.

Lg Meli

--
'Jeder von uns Menschen weis, dass die Maske hinter der wir uns verstecken, völliger quatsch ist. Früher oder später zerbricht sie, - und dann weis man, was für eine Art Mensch man wirklich ist'

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 26.11.2011, 16:39 (vor 5379 Tagen) @ Stella

Wenn sie's sagt, ist sie versicherungtechnisch auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn etwas passiert.
Ansonsten könnte das, wenn was passiert und jemand zu Schaden käme, für sie selbst ein langwieriges, zivilrechtliches juristisches hin und her zur Folge haben(z.B. wegen Regressansprüchen von den Versicherungen, die zuerst einmal einspringen).

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Sunshine89, Saturday, 26.11.2011, 16:46 (vor 5379 Tagen) @ Stella

Hallo!
Also ich denke wenn sie mit offenen Karten spielt ist sie auf jedenfall auf der sicheren Seite!
Ich selber arbeite auch in einer Arztpraxis und habe es vor einem Monat bei der betriebsärztlichen Kontrolle erzählt, es hat zwar sehr viel überwindung gekostet aber es hatte keinen negativen Effekt!
Was sie auf jedenfall machen sollte, dies hat er mir gesagt, den Kollegen bescheid sagen, nur für den Fall wenn mal etwas passieren sollte.
Ich wünsche euch ganz viel Glück!
Lg

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

jess87, NRW, Saturday, 26.11.2011, 19:29 (vor 5379 Tagen) @ Stella

ich muss sagen, dass ich damals meinen neurologen gefragt habe, als es um meine ausbildung ging. ich habe diese beim bund gemacht und musste auch zum betriebsarzt und habe es nicht angegeben. solange ich nicht danach gefragt wurde. habe es nachher nur einem auszubildenen im selben lehrjahr gesagt, falls mal was sein sollte mit mir, dass einer bescheid weiß. war allerdings meine beste zeit (ca11 jahre anfallsfrei)

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Mondenkind, Sunday, 27.11.2011, 12:01 (vor 5378 Tagen) @ Stella

Was mir noch eingefallen ist:

Der Betriebsarzt hat ja auch eine Schweigepflicht. Er darf sagen "Ja, sie ist für den Bereitschaftsdienst geeignet" oder eher "Nein, beim Bereitschaftsdienst habe ich Bedenken".

Warum er sich wie entscheidet, darf er aber nicht sagen.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Bird-of-Prey, Sunday, 27.11.2011, 14:21 (vor 5378 Tagen) @ Stella

Das liest sich doch alles relativ entspannt.

Wenn der Betriebsarzt Schweigepflicht hat, kann sie es ihm doch sagen.

Ich war nie in Firmen mit Betriebsärzten, habs aber - bis auf einmal - immer schon im Vorfeld dem Chef gesagt. Damit war die Sache erledigt. Ich geb zu, es war immer wieder viel Überwindung notwendig, weil man lebt ja doch schon sowas wie 2 Leben nebeneinander......

Ich wünsch Deiner Sis alles Gute !

--
Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehn.....

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Stella, Sunday, 27.11.2011, 18:32 (vor 5378 Tagen) @ Stella

Hallo und ein großes Dankeschön an Alle die mir geantwortet. Zumindest kann man sich jetzt ein "Bild" machen. Meine Schwester geht am Dienstag stationär nach Bonn (Termin hat sie schon lange), sie wird dort nochmals durchgecheckt und dann wird sich einiges entscheiden, je nachdem was dabei raus kommt.
Danke und Liebe Grüße Stella :-)

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

Mondenkind, Sunday, 27.11.2011, 19:21 (vor 5378 Tagen) @ Stella

Hi,

wenn sie den Termin in Bonn hat, soll sie das Thema auf jeden Fall ansprechen. Sie können ihr dann, denke ich, bessere Antworten geben, wie wir hier.

Liebe Grüße
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Epilepsie - neue Arbeitsstelle- betriebsarztliche Untersuchu

loewe.philipp, BaWü und Thüringen, Sunday, 27.11.2011, 22:24 (vor 5378 Tagen) @ Stella

hallo stella

ich war in der selben situation wie deine schwester.

mir war es nicht bewusst das epilepsie eine meldepflicht ist.
aber wenn du im umgang mit anderen menschen bist (bei mir als physiotherapeut) MUSSTE ich das melden.
es geht rein nur um den versicherungsschutz falls man einen anfall bekommt und gleichzeitig eine dritte person davon einen schaden nimmt.

der vorteil an der sache ist, dass man mehr in den schichtplan einbezogen wird um anfälle und dessen reizfaktoren (z.b schlafmangel) vorzubeugen.
ich würde dir gerne die dazugehörogen §§ schicken aber die habe ich momentan nicht zur hand

deine schwester muss sich keine sorgen machen. die ärztliche schweigepflich greift auch bei einem betriebsarzt.

die neuen kollegen werden nichts erfahren außer deine schwester erzählt es.


wenn du noch fragen hast kannst du dich gerne melden


lg philipp