Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
stiffler1964, Thursday, 15.12.2011, 14:43 (vor 5360 Tagen)
Hallo zusammen,
bin seit dem 16. Lebensjahr auf "Droge Mylepsinum" nach einem Unfall und zwei damals schweren Krampfanfällen. Bisher sind keine weiteren Anfälle mehr aufgetreten, die EEG-Kontrollen sind aber "immer gut"...aber man kann die Tabletten auch nach fast 30 Jahren immer noch nicht absetzen.
Nach einem Burn-Out im Jahr 2009 und festgestellten leichten/schweren Depressionen...geht es mir nach einer 6-wöchigen Kur wieder besser, stressmäßig.
Leider muss ich in den vergangenen Monaten feststellen, daß die Nebenwirkungen von Mylepsinum doch schon ganz ordentlich sind.
Antriebslosigkeit, Unruhe..vor allem das dauernde und ewige Vergessen von einfachsten Dingen und Aufgaben macht mir schwer zu schaffen.
Wer kennt dieses Gefühl auch, was habt Ihr / hast Du unternommen ?
Danke für Eure Ratschläge.
Stiffler
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 15.12.2011, 15:06 (vor 5360 Tagen) @ stiffler1964
Hi!
Standen die Anfälle damals in direktem Zusammenhang mit Deinem Unfall?
Wer sagt Dir denn alles, dass Mylepsinum - ich gehe davon aus, Du bekommst das nur wegen der Anfälle? - bei Dir nicht ausgeschlichen werden könnte? Nach 30-jähriger Anfallsfreiheit und unauffälligen EEGs würde sich das ja durchaus anbieten - noch dazu, wo Du ja selbst den Burn-Out ohne Anfälle überstanden hast. Ich würde einmal schwer davon ausgehen, dass vor so einem doch das Risiko, einen Anfall zu bekommen, enorm erhöht ist. Mach Dich da am besten einmal bei einem der Epilepsiezentren schlau.
Was für Depressionen hattest/hast Du denn? Antriebslosigkeit und Unruhe könnten ja auch in einer manisch-depressiven Verstimmung oder Winterdepression ihre Ursachen haben. Hab einmal gelesen, dass Menschen, die einmal eine Depression hatten, ein erhöhtes Risiko hätten, erneut eine zu bekommen.
--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
HeinzGR, Chur, Sunday, 01.01.2012, 23:07 (vor 5343 Tagen) @ huge88
...oder erkundige Dich bei einem neutralen (Krankenkassen) -arzt, welche nicht so auf Umsatz angetrieben sind, sonder das Wohl der Patienten und Kostensparung im vordergrund sehen!!
Gruss aus der Schweiz!
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
kucka, Thursday, 15.12.2011, 22:46 (vor 5360 Tagen) @ stiffler1964
Hallo stiffler
ich gehe jetzt auch mal davon aus,das deine Anfälle durch den Unfall herrührten. Huge hat recht,geh auf jedenfall in die Epilepsieklinik,denn ich glaube auch das du gute Chancen hast nach so langer Anfallszeit ,die Tabletten irgentwann los zu werden.
Mylepsinum.....die nehme ich schon 42.Jahre. Keine Nebenwirkungen .Aber jeder Mensch ist anders.
Depression...die Nebenwirkungen die du bei Mylepsinum beschreibst,deuten auf eine Depression hin. Geh der Ursache auf den Grund.
grüsse kucka
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
stiffler1964, Friday, 16.12.2011, 10:03 (vor 5359 Tagen) @ stiffler1964
Hallo !
Dank Euch allen für die ausführlichen Infos. Werde das mit der Epilepsieklinik und dem evtl. Ausschleichen der Mylepsinum mal mit meiner behandelnden Neurologin Ende Dezember beim nächsten EEG besprechen.
Immer im Winter habe ich speziell so gar keine Lust auf gar nichts, könnte
also eine Winterdepression sein.
Auch bin ich dann dauernd mit irgendwelchen Sachen krank. Magen-Darm-Geschichten, Kieferhöhlenentzündungen, Bronchitis...Kann täuschen oder auch nicht...
Immer die gleiche Sachen, immer nur Anfang bis Ende Dezember...Oder doch nur
"angesteckt" von den "lieben Kollegen/innen" die auch zum Arbeiten gehen, wenn die komplett ins Bett gehören ??!!
Ja, die Mylepsinum habe ich wegen der 2 Anfälle vor über 30 Jahren bekommen. Sonst war bisher nichts mehr, null-komma-null.
Mein Arbeitgeber weiß aber nichts von meiner Epilepsie, warum auch ? Er muss das nicht wissen. Wenn ich aber jetzt stationär in eine Epilepsieklinik gehe, dann kriegt er doch alles mit, oder ?
Grüssle
Stiffler
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
Mondenkind, Friday, 16.12.2011, 12:54 (vor 5359 Tagen) @ stiffler1964
Mein Arbeitgeber weiß aber nichts von meiner Epilepsie, warum auch ? Er muss das nicht wissen. Wenn ich aber jetzt stationär in eine Epilepsieklinik gehe, dann kriegt er doch alles mit, oder ?
Hallo stiffler,
wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen... ich hab zumindest hinterher immer einen Bescheid bekommen, dass ich von... bis... im Krankenhaus lag. Und ich meine auch, ich hätte ihn immer meinem Arbeitgeber vorlegen müssen.
Aber ich sag mal, bei dir ist es 30 Jahre her... was soll da der Arbeitgeber noch sagen?? (wie lange bist du denn schon bei ihm?)
Lieben Gruß
Mondenkind
--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
stiffler1964, Friday, 16.12.2011, 14:01 (vor 5359 Tagen) @ Mondenkind
Hallo Mondenkind,
ich arbeite jetzt seit 15 Jahren im Betrieb. Die anderen Arbeitgeber davor wußten immer davon, selbst schon in der Ausbildung.
Bei einem Bewerbungsgespräch vor meinem jetztigen Job hatte ein Personalleiter nur lapidar zu mir gemeint: "Epilepie aber häppiieeee...Aber nicht bei uns"...
Das hatte gesessen und so habe ich mir geschworen, daß ich beim nächsten
Vorstellungsgespräch nichts davon sagen werde...und hatte prompt Erfolg damit.
Ist zwar schon zig-Jahre her, heute könnte ich ihn verklagen, das weiß ich...aber damals...war ich froh, daß ich wieder einen Job hatte.
Gruss
Stiffler

Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
Lerche, Friday, 16.12.2011, 16:22 (vor 5359 Tagen) @ stiffler1964
"Epilepie aber häppiieeee...Aber nicht bei uns"...
Was bedeutet das, was meinte er damit und warum könnte man heute deswegen klagen? *staun* Ich versteh's wirklich nicht...
Uwe
(???)
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 16.12.2011, 18:06 (vor 5359 Tagen) @ Lerche
Der wollte keinen mit Epilepsie im Betrieb. Der Spruch klingt schon danach, als hätte dieser Mensch eine Menge Vorurteile gegen Epileptiker gehabt.
Es würde heute gegen einige Gesetze und Urteile zur Gleichberechtigung/Diskriminierungsschutz am Arbeitsplatz/bei der Arbeitsplatzvergabe verstoßen, jemanden nur wegen Epilepsie abzulehnen/einen Job nicht ausüben zu lassen.
Ausnahmefälle sind natürlich solche, in denen die Arbeit bei einem epileptischen Anfall eine Gefährdung für die Person selbst oder für seine Kollegen mit sich bringen würde, also z.B. bei Dachdeckern.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Mylepsinum - und seine Nebenwirkungen
stiffler1964, Saturday, 09.08.2014, 12:14 (vor 4392 Tagen) @ stiffler1964
Hallo zusammen,
nun schreibe ich wieder hier.
Inzwischen sind die Mylepsinum auf 0,5-0-0,5 abgebaut.
Stressmässig gehts mir wieder richtig schlecht nach einer Firmeninsolvenz
und dem damit verbundenen Hick-Hack in der Firma.
Bin wieder da wo ich 2009 schon stand...vor/in einem BO !
Mal sehen, wie die nächsten Wochen werden, sonst muss ich den Stecker
erneut ziehen und eine Reha beantragen. So kann es nicht weitergehen.
Gruss an alle, haltet den Kopf hoch !
Stiffler