Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Elli91, Friday, 20.01.2012, 00:35 (vor 5325 Tagen)
bearbeitet von Elli91, Friday, 20.01.2012, 00:39

Ich bin etwas ratlos und vielleicht gibt es hier Tipps, wie ich mich verhalten soll.

Ich hatte am Montag meinen 2. Krampfanfall.
Mir ist schlecht und schwindlig geworden, danach war ich kurze Zeit bewusstlos und habe auch eingenäßt.
Ende Februar letzten Jahres hatte ich bereits einmal einen allerdings beim Plasmaspenden, worauf ich die Ursache zurückgeführt hatte.
Im Dezember und letzte Woche Montag hatte ich nur dasselbe Vorgefühl, die Neurologin nannte es Aura.

Heute war ich beim Neurologen, wo ein EEG gemacht wurde.
Im EEG waren leichte Spitzen zu sehen.

Ich habe als Bedarfsmedikation Tavor verschrieben bekommen.
Außerdem ein Antiepileptikum (Lamotrigin) was ich vorerst in der Dosierung von 5mg nehmen soll und bs zum 12.3. wird es in Schritten auf 50mg/Tag hochgesteigert.

Ich habe jedoch große Angst solch ein Medikament einzunehmen und befürchte, dass es vorschnell gegeben wird, außerdem habe ich große Befürchtungen vor möglichen Nebenwirkungen, die ich so im Netz gefunden habe.
Mir ist das einfach alles zu vage.

Sind 2 Krampfanfälle in solch großem Abstand gleich auf eine Epilepsie zurückzuführen?
Wie kann ich anderen Ursachen für diese Anfälle auf den Grund gehen bzw gibt es andere Möglichkeiten außer Antiepileptika?
Mitte Februar habe ich noch ein MRT vom Schädel, allerdings soll ich bis dahin schon anfangen das Antiepileptikum zu nehmen!

Zur Zeit nehme ich auch Antibiotika gegen Borreliose, aurf diese seien die Krampfanfälle jedoch nicht zurückzuführen, da sie im Anfangsstadium sei.

Ich möchte nicht anfangen ein Medikament zu nehmen, von dem ich so schnell dann ja nicht wieder los komme, auf der anderen Seite habe ich auch Angst, das so ein Krampfanfall noch einmal passiert, vor allem weil der letztere auf Arbeit passiert ist.

Die Neurologin meinte auch, ich darf kein Auto mehr fahren, was für meinen zukünftigen Beruf sehr schlecht ist und zur Zeit befinde ich mich auch noch in der Probezeit (Führerschein war maßgebliches Kriterium bei der Bewerbung!)
Im Internet habe ich gefunden, dass man nach einem Jahr anfallsfreiheit seine fahrtauglichkeit zurück erlangt.
Doch wer bescheinigt mir dies dann?

So viele Fragen, vll erbarmt sich ja jemand mit Wissen!

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 20.01.2012, 08:23 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Hi Elli!

Heute war ich beim Neurologen, wo ein EEG gemacht wurde.
Im EEG waren leichte Spitzen zu sehen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Du etwas aus dem "großen Schatz"(entschuldige den Galgenhumor) der Epilepsien, wenn Du sowohl bereits zwei Krampfanfälle hattest und das EEG leicht auffällig ist, ist alleine für sich genommen nicht gerade gering.

Ich habe als Bedarfsmedikation Tavor verschrieben bekommen.

Eine gutes Notfallmedikament. Gerade, wenn Du vor einem Anfall eine Aura hast, ist dies natürlich nützlich. Es muss aber nicht zwingend das Auftreten von Zuckungen und ähnlichem verhindern, kann aber die Schwere/Dauer eines Anfalls reduzieren.

Außerdem ein Antiepileptikum (Lamotrigin) was ich vorerst in der Dosierung von 5mg nehmen soll und bs zum 12.3. wird es in Schritten auf 50mg/Tag hochgesteigert.
Ich habe jedoch große Angst solch ein Medikament einzunehmen und befürchte, dass es vorschnell gegeben wird

Ein Antiepileptikum zu geben ist im Normalfall nach dem 2. Anfall nach "so kurzer Zeit" nichts ungewöhnliches. Außerdem wirst Du sehr langsam aufdosiert, was die Wahrscheinlichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten, verringert.

außerdem habe ich große Befürchtungen vor möglichen Nebenwirkungen, die ich so im Netz gefunden habe. Mir ist das einfach alles zu vage.

Mach Dir nicht zu viele Sorgen über die Nebenwirkungen der Medikamente. Das sind alles Sachen, die auftreten können, aber nicht müssen. Gerade im Internet findet man tendenziell leichter negative Beiträge bzgl. den Nebenwirkungen eines Medikamentes. Wenn die vielen, denen die Medis Nebenwirkungsfrei helfen, auch in Foren wie diesen wären, sähe das Stimmungsbild gleich ganz anders aus.

Mitte Februar habe ich noch ein MRT vom Schädel, allerdings soll ich bis dahin schon anfangen das Antiepileptikum zu nehmen!

Das MRT dient zur Abklärung, ob es eine "sichtbare" Veränderung in Deinem Hirn gibt - z.B. eine Vernarbung, welche eine Epilepsie begünstigen kann. Diese Ursachen sind trotz aller Fortschritte in z.B. der Hirnchirurgie aber nicht immer ursächlich, sondern lediglich symptomatisch behandelbar. Und wenn sie ursächlich behandelbar wären, dann ist es ein langer Weg mit vielen Wartezeiten - aber dazu dürfte Mondenkind sicherlich noch etwas schreiben. Sie kennt sich damit besser aus.

Zur Zeit nehme ich auch Antibiotika gegen Borreliose, aurf diese seien die Krampfanfälle jedoch nicht zurückzuführen, da sie im Anfangsstadium sei.

Das ist natürlich interessant. Wer hat denn gesagt, dass der Anfall nicht darauf zurückzuführen sei? Die gleiche Ärztin, die dir die AE(Antiepileptika) verschrieben hat. Behandelt sie auch diese? Immerhin ist Borreliose eine Erkrankung, die auch das Nervensystem befallen kann und für den gesamten Organismus eine hohe Belastung ist.
Sie könnte durchaus, wenn eine erhöhte Neigung zu Anfällen besteht, das Auftreten eines solchen begünstigen.
Du hast übrigens das Recht darauf, Dir in solchen Fragen - eigentlich allen Fragen Deine Gesundheit betreffend - eine Zweitmeinung einzuholen.

Die Neurologin meinte auch, ich darf kein Auto mehr fahren, was für meinen zukünftigen Beruf sehr schlecht ist und zur Zeit befinde ich mich auch noch in der Probezeit (Führerschein war maßgebliches Kriterium bei der Bewerbung!)
Im Internet habe ich gefunden, dass man nach einem Jahr anfallsfreiheit seine fahrtauglichkeit zurück erlangt. Doch wer bescheinigt mir dies dann?

Was Du hast, ist ein ärztliches Fahrverbot. Es gibt bzgl. Epilepsie und Autofahren sogenannte Gutachterrichtlinien. Sieh einmal die letzten Beiträge von Mondenkind durch. Sie hat in letzter Zeit häufiger einen Link zu einem Flyer zu dem Thema gepostet.

Und jetzt entschuldige, wenn ich erst einmal aufhöre - Vorlesung geht gleich los.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

teilchenschubse, Friday, 20.01.2012, 09:10 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Hallo Elli,

ich kann Deine Bedenken hinsichtlich des Lamotrigins gut verstehen. Die Nebenwirkungen lesen sich grauslich. Allerdings tun sie das bei allen oder fast allen anderen Antiepileptika auch.
Genau wegen der Nebenwirkungen wird aber Lamotrigin langsam eindosiert: damit Du beobachten kannst, wie es Dir damit geht, und gegebenenfalls auch die Eindosierungszeit verlängern oder sogar stoppen kannst (in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin, versteht sich).

Spitzen im EEG können was heißen, müssen aber nicht.
http://www.uniklinik-freiburg.de/epilepsie/live/infos/spikes.html

Das mit der Borreliose würde ich bei der Aufnahme in der Praxis, die das MRT macht, sagen. Evtl. kann das bei der Untersuchung beachtet werden.

Die Wikipedia listet übrigens doch Borreliose als möglichen Grund für Epilepsie auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Epilepsie

Ich wünsche Dir, daß es bei den zwei Anfällen bleibt und Du bald Klarheit erlangst.

LG
t.

--
Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

sandytimmy, Friday, 20.01.2012, 11:51 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

so doof wie es sich anhört, aber wegen einem anfall pro jahr würde ich mir nicht die medikamente antun. die ganzen nebenwrikungen mit denen man sich quält.mich persönlich stört nicht mal die frequenz wie bei mir- 1-2 anfälle im monat. da ist aber jeder anders, gerade wenn die krankheit neu für einen ist.

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Mondenkind, Friday, 20.01.2012, 12:08 (vor 5324 Tagen) @ sandytimmy
bearbeitet von Mondenkind, Friday, 20.01.2012, 12:14

so doof wie es sich anhört, aber wegen einem anfall pro jahr würde ich mir nicht die medikamente antun.

Aber wer weiß, ob es dabei bleibt... ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber am Anfang hatte ich auch nur 2 oder 3 Anfälle im Jahr, zum Schluss (vor meiner OP) waren es 1 - 2 jede Woche - trotz Antiepileptika, meine Epi wurde zwar durch eine Vernarbung ausgelöst, da weiß man leider nie wie lange die Medikamente wirken, trotzdem habe ich auch schon oft gehört, dass die Epilepsie schlimmer werden kann (nicht muss!!), wenn man keine AE einnimmt!

Lieben Gruß
Mondenkind

PS: Ich hab gerade noch einen Link zu diesem Thema gefunden

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

teilchenschubse, Friday, 20.01.2012, 12:34 (vor 5324 Tagen) @ Mondenkind

... und leider ist aber auch statistisch möglich, daß Antiepileptika zu gesteigerten Anfällen führen.

Ich hatte vorhin noch eine Vorlesungsmitschrift o.ä. gefunden, die besagte, daß bei dem 2. Anfall noch keine Indikation für medikamentöse Behandlung besteht. Aber wir hatten hier ja auch schon Leute, die nach dem ersten Mal was einwerfen "durften". Das handhabt also offenbar jeder Arzt anders.

--
Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Mondenkind, Friday, 20.01.2012, 12:59 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Hallo Elli,

Im Dezember und letzte Woche Montag hatte ich nur dasselbe Vorgefühl, die Neurologin nannte es Aura

Wobei die Aura auch schon als kleiner Anfall zählt: AURA: bewusst erlebter Anfallsbeginn vor weiterer Entwicklung zu einem fokalen Anfall mit Bewusstseinsstörung oder einem sekundär generalisierten tonisch-klonischen („Grand mal“-) Anfall

Heute war ich beim Neurologen, wo ein EEG gemacht wurde.
Im EEG waren leichte Spitzen zu sehen.

Wie Huge schon schrieb, wenn kleine Spitzen im EEG zu sehen waren, ist es wahrscheinlich, dass eine Epilepsie vorhanden ist.

Ich habe als Bedarfsmedikation Tavor verschrieben bekommen.

Ein gutes Hilfs-Medikament, das man sich auch ohne Hilfe geben kann.

Ich habe jedoch große Angst solch ein Medikament (Lamotrigin) einzunehmen und befürchte, dass es vorschnell gegeben wird, außerdem habe ich große Befürchtungen vor möglichen Nebenwirkungen, die ich so im Netz gefunden habe.

Im Internet findet man alles mögliche - gutes, und auch weniger gutes. Und auch wie Huge schon schrieb, würden diejenigen, die mit dem Medikament zurecht kommen, auch alle etwas dazu schreiben, sähe das anders aus.

Sind 2 Krampfanfälle in solch großem Abstand gleich auf eine Epilepsie zurückzuführen?

Ja, nach zwei Anfälle geht man für gewöhnlich von einer Epilepsie aus (bei mir lagen auch 8 Monate zwischen dem 1. und dem 2. Anfall)

Wie kann ich anderen Ursachen für diese Anfälle auf den Grund gehen bzw gibt es andere Möglichkeiten außer Antiepileptika?

Die Ursachen zu finden ist schwierig. Nur bei etwa 50 % der Menschen mit Epilepsie stellt sich die Ursache der Epilepsie tatsächlich heraus (z.B. Vernarbung).
Bei manchen löst z.B. zu wenig (oder auch zu viel) Schlaf Anfälle aus oder Flackerlicht in der Disko.

Mitte Februar habe ich noch ein MRT vom Schädel, allerdings soll ich bis dahin schon anfangen das Antiepileptikum zu nehmen!

Wo lässt du dies machen?? In einem "normalen" Krankenhaus oder gibt es bei dir in der Nähe eine Epilepsieambulanz?? Ich frage dies, da man bei mir bei den "normalen" MRT keine Vernarbung gesehen hat, erst bei einem etwas besserem (und teurerem) MRT in der Epilepsieambulanz kam meine Vernarbung zum Vorschein. Hätte ich mich also direkt in einer Epilepsieambulanz behandeln lassen, hätte ich über 10 Jahre gespart...

Vielleicht wäre dies eh ein guter Schritt für dich?? Da wird dir auf jeden Fall auf den Zahn gefüllt und wenn es einen Grund für deinen Anfälle gibt, werden sie ihn in einer Epi-Klinik auch herausfinden. Epi-Kliniken findest du im übrigen hier

Im Internet habe ich gefunden, dass man nach einem Jahr anfallsfreiheit seine fahrtauglichkeit zurück erlangt.Doch wer bescheinigt mir dies dann?

Du musst nirgendwo angeben, dass du nicht mehr Auto fahren darfst, bzw. musst du deinen Führerschein auch nicht abgeben. Wenn du ein Jahr anfallsfrei bist, kannst du mit deiner Ärztin reden und sie sagt dir dann (und schreibt es in ihre Mappe), dass du ab dann wieder Auto fahren darfst.
Ob du es dann machst oder nicht, liegt dann ganz bei dir. Da ist hier die letzten Tage auch immer wieder drüber diskutiert worden. Ich bin nach OP jetzt über 2 Jahre anfallsfrei, habe auch das ok von meinem Arzt und fahre jetzt seit ca. 4 Monaten wieder Auto - ohne Angst oder schlechtes Gewissen.

Ich hoffe, ich konnte dir einen Großteil deiner Fragen beantworten?! Wenn nicht, dann frag ruhig weiter. ;-)

Viele liebe Grüße
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Elli91, Friday, 20.01.2012, 13:37 (vor 5324 Tagen) @ Mondenkind

Vielen lieben Dank für eure Antworten!!!!

Das MRT wird in einer Radiologie gemacht.

Aber die Übersicht mit den Epi-Zentren hilft mir schonmal weiter, da sind auch zwei ganz in meiner Nähe.

Ich werde heute abend das "Zeug" ersteinmal einnehmen und dann schauen , was die nächste Zeit so bringt.

Ende Februar hab ich dann wieder ein EEG Termin, wenn das Antiepileptikum hilft, sieht man dann Veränderungen im EEG oder wie kann man sich das vorstellen?

Also nocheinmal lieben Dank an euch alle!

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Mondenkind, Friday, 20.01.2012, 14:00 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Ende Februar hab ich dann wieder ein EEG Termin, wenn das Antiepileptikum hilft, sieht man dann Veränderungen im EEG oder wie kann man sich das vorstellen?

Ganz genau.

Also nocheinmal lieben Dank an euch alle!

Kein Problem. :-)

LG
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Relaia, Friday, 20.01.2012, 18:27 (vor 5324 Tagen) @ Elli91

Hallo Elli,

Vieles ist dir ja schon super erklärt worden. Mich wundert da nur Eines: hat deine Neurologin begründet, warum sie meint, der Anfall hat nichts mit der Infektion zu tun? Borreliose kann grundsätzlich durchaus ein Auslöser für epileptische Anfälle sein. Und hast du ihr gesagt, welches Antibiotikum du (in welcher Dosierung) nimmst? Es gibt nämlich leider auch ein paar Antibiotika, die die Anfallsschwelle senken können. Dazu gehören u.a. Penicilline und sog. Gyrase-Hemmer (Chinolone).

Ich habe als Bedarfsmedikation Tavor verschrieben bekommen.
Außerdem ein Antiepileptikum (Lamotrigin) was ich vorerst in der Dosierung von 5mg nehmen soll und bs zum 12.3. wird es in Schritten auf 50mg/Tag hochgesteigert.

Ich habe jedoch große Angst solch ein Medikament einzunehmen und befürchte, dass es vorschnell gegeben wird, außerdem habe ich große Befürchtungen vor möglichen Nebenwirkungen, die ich so im Netz gefunden habe.

Tavor ist ein ganz praktisches Medikament. V.a. wenn du Auren hast. Es schwächt i.d.R. den Anfall zumindest ab. Allerdings muss man die passende Dosierung (antikonvulsiv, aber nicht gleichzeitig völlige Sedierung) erst rausbekommen (ist bei jedem bisschen anders).
Was mögliche NW bei Lamotrigin angeht: mach dir nicht allzu große Sorgen, du wirst recht langsam aufdosiert, damit dürftest du ganz gut zurechtkommen. Ich hatte bisher eigentlich nur NW, wenn ich zu schnell auf- (oder aus-)dosiert wurde oder überdosiert war. Im Falle des Falles kannst du deine Neurologin ja auch mal auf mögliche Wechselwirkungen mit dem Antibiotikum ansprechen, aber das musst du ja nicht ewig nehmen, oder?

Alles Gute und liebe Grüße,
Relaia

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Franzi91, Niederbayern, Sunday, 22.01.2012, 00:23 (vor 5323 Tagen) @ Relaia

Also du hattest mit deiner Neurologin glück da sie dir Lamotrigin als 1. Wahl gegeben hat mich haben sie damals mit Trileptal eingestellt und dann noch Keppra dazugenommen was bei mir zu heftigen Nebenwirkungen in der Aufdosierungsphase geführt hat (haarausfall gewichtsverlust...)

--
Gesundheit ist nicht alles aber ohne Gesundheit ist alles nichts...

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

Zymet, Sunday, 22.01.2012, 23:32 (vor 5322 Tagen) @ Elli91

Lamictal habe ich von allen Antiepileptica am besten vertragen. Carbamcepin hat mich fett gemacht und keppra unaufmerksam. Bei anfällen in denen du bewustlos wirst solltest du dich in jedem fall für die Medikamente entscheiden.
Die altanative ist vielleicht ma auf der strasse oder im schwimbad zu krampfen und im schlimmsten falle zu steben. Letztenendes half bei mir nur die Operation.

Gruß

Zymet

Krampfanfall und sofort Antiepileptikum?

vierundsieben, Thursday, 26.01.2012, 17:22 (vor 5318 Tagen) @ Elli91

Hallo Elli
Auch ich musste wegen einem Anfall vor drei JAhren (d.h. es waren deren drei, die man dann einordnen konnte) Medi nehmen, Lamictal. Bei der letzten Kontrolle erklärte mir der Arzt, ich müsse dies bis an das Ende meines Lebens nehmen.

Auch wenn ich drei Jahre ohne Anfall war, mein Arzt sagte mir einen grundlegenden Satz:
Wenn man nur einen Anfall verhindern kann ist das wertvoll. Anfälle und damit verbundene Unfälle können tödlich sein.

Das will ich meiner Familie nicht zumuten.

Liebe Grüsse
vierundsieben