Verzweiflung

Musica, Sunday, 22.01.2012, 12:11 (vor 5322 Tagen)

Hallo an alle, vor 2 Stunden ist es passiert. Ich habe mich verkrochen und mit den Tränen gekämpft als mir bewußt wurde, das war ein Anfall. Eine ganz andre Art. Mit Bewußtsein. Ich wollte den Kofferraum des Auto´s öffnen,wo sich meine Sportsachen befanden. Er war zu. Plötzlich wußte ich nicht mehr auf welches Symbol ich am Schlüssel drücken soll. Ich starrte den Schlüssel an, mein Gesicht begann zu zucken, ich hatte Angst. Ich registrierte, daß ich stehen bleiben soll. Solches Muselzucken hatte ich schon 2 Mal in der Nacht und es als irgendeine Nervensache interpretiert. Ich bin dann zwar gejoggt, aber voller Verzweiflung.Es war gut, daß ich alleine war. Zum ersten Mal habe ich gedacht, so geht es nicht mehr weiter. Für die andren würde das Leben schon weitergehen. Demnächst habe ich einen Termin im Epi-Zentrum. Um meine Fahrerlaubnis nach 14-monatiger Anfallsfreiheit zurück zu erhalten.Kein Wort werde ich sagen! Sie können uns ja doch nicht helfen. Das Auto lasse ich selbstverständlich auch künftig stehen. Dann nehme ich jetzt eben weniger Medi´s und bin wenigstens nicht mehr so vergesslich. Vergangene Woche habe ich mich an einer neuen Stelle beworben und scheine die Favoritin zu sein. Ich war so voller Zuversicht,gut drauf und fröhlich, sah positiv in die Zukunft und nun da. Fühle Wut und Trauer, Selbstmitleid. Liebe Grüße, einen schönen,anfallsfreien Sonntag füt Euch, Musica

Verzweiflung

jess87, NRW, Sunday, 22.01.2012, 12:51 (vor 5322 Tagen) @ Musica

hey, ich glaube dir, dass es sche*** für dich war, kenne das. ich habe meine fahrerlaubnis zum glück noch. nur denke ich, solltest du einem arzt das schon sagen, dass du wieder was hattest, denn dann helfen deine medis nicht oder halt eben die dosis die du nimmst ist zu wenig. du darfst ja selbst mit medis auto fahren, wenn du 1 jahr damit anfallsfrei warst. also von daher machen tabletten ja nichts aus, was das angeht. aber wie gesagt dein arzt sollte das wissen. dann zu dem, dass du am verzweifeln bist, auch das kenne ich. da ist man froh, dass nichts mehr ist und dann kommts und man fällt im alten status zurück und könnte nur heulen (so ists bei mir). mich lässt es sogar zweifeln, dass ich alles "nach der regel der epilepsie mache" und trotzdem gehts nicht gut bei mir. ok momentan gehts eigentlich, so ists nicht, aber probiere grad ein neues medikament aus. LG und kopf hoch

Verzweiflung

Bird-of-Prey, Sunday, 22.01.2012, 13:36 (vor 5322 Tagen) @ jess87

ich stimme jess87 erstmal zu, sag dem Arzt was war. Hört sich vielleicht blöd an, aber es war ja kein GM oder ein Anfall ohne Bewusstsein....es liest sich ....hmmmm....fast kontrolliert.....so, als müsste nur ein kleines Stellschräubchen nachgezogen werden. Als würde der Motor nicht ganz rund laufen und es fehlt nur noch eine kleine Einstellung.
Geh in die Werkstatt, berichte dem Meister was Sache ist und dann wird sich ja zeigen, obs nur ein Stellschräubchen ist, oder ob die Zylinderkopfdichtung kaputt ist.....

Entschuldige meine Vergleiche, aber ich finde die Technik von Motoren und uns Menschen immer recht anschaulich.....

Ich wünsch Dir alles Gute! und wie Jess87 schon sagte: Kopf hoch....

Gruß, Birdy

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Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehn.....

Verzweiflung

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Sunday, 22.01.2012, 16:43 (vor 5322 Tagen) @ Musica

Solche Anfälle kenn ich nur aus der Beschreibung von einer Studentin, die das jahrelang in ihrer Jugend hatte. Muss echt der Horror sein, so etwas selbst bewusst mitzubekommen - schlimmer, als jeder anderer Anfall, erzählte sie, als sie mal etwas darüber erzählte. Kann verstehen, dass sie dieses Kapitel nicht gerne anspricht.

Ich schlage vor, Du wartest mit der Entscheidung, was Du den Ärzten erzählst und ob Du selbst Deine Medikamentation veränderst, zumindest ein paar Tage, bis der Schock vorbei ist. Dann sieht das alles vielleicht nicht unbedingt rosiger aus, aber vielleicht betrachtest Du die Sache ja dann aus einem anderen Blickwinkel.

Und vergiss dabei nicht: So ärgerlich und schrecklich das heute alles für Dich war - Du hast 14 Monate lang nix gehabt. Das ist schon ein riesiger Gewinn! Und die Medis haben vielleicht sogar während des Anfalls gegriffen und diesen irgendwie gemildert - auch wenn es für Dich natürlich dadurch viel schlimmer wirkte.

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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

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Musica, Sunday, 22.01.2012, 17:34 (vor 5322 Tagen) @ huge88

Ich bedanke mich für Eure lieben, tröstenden Worte. Ich bin zwar noch sehr traurig und entäuscht, aber es geht. Ich kämpfe eben. Der Tip von Dir huge 88, noch ein paar Tage zu warten bis ich irgendwas verändere, ist gut. Meine Medi´s nehme ich wie zuvor. Wie ich mit dem Arzt verfahre, entscheide ich evt. situativ.
Diesem Forum jedenfalls habe ich schon viel zu verdanken. Bei meinem Bewerbungsgespräch habe ich offen gesagt was ich habe. Früher habe ich kein Wort erwähnt. Es schien die Leute gar nicht zu stören. In der Personalakte sind ja die 50 % Behinderung festgehalten. Wenn man nicht sagt, was man hat, könnten die Leute ja denken, man hat etwas viel "Schlimmeres"- z.B. Schizophrenie. Sie haben sich zum Schluß für meine Offenheit bedankt. Jetzt bin ich ganz vom Thema abgekommen...vielen Dank nochmals, Musica

Verzweiflung

teilchenschubse, Monday, 23.01.2012, 10:00 (vor 5321 Tagen) @ Musica

Ich mache mir hier sicher wieder keine Freunde, wenn ich jetzt schreibe, daß mir das nach einer Panikattacke klingt statt nach einem epileptischen Anfall ... einen möglichen Grund hast Du ja selbst schon aufgeschrieben.

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Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

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Musica, Tuesday, 24.01.2012, 17:04 (vor 5320 Tagen) @ teilchenschubse

Hallo Teilchenschubse, ich habe eine Panikattake gehabt? Woran hast Du das erkannt? Du machst Dir bei mir keinen Ärger. LG

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teilchenschubse, Wednesday, 25.01.2012, 10:02 (vor 5319 Tagen) @ Musica

Es liest sich für mich nicht wie eine typische Aura, deswegen vermute ich, daß es eher kein epileptischer Anfall war.
Wie alles andere, was ich hier schreibe, ist das aber nur Spekulation.

LG
t.

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Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

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Wuseline, Monday, 23.01.2012, 12:42 (vor 5321 Tagen) @ Musica

Hallo Musica,

ähnliche Anfälle kenne ich auch.
Plötzlich ist für (gefühlte) Sekunden alles weg. Man ist in so einer Zwischenphase von Bewusstsein und Blackout.
Der Körper ist dann ganz aufgewühlt und das Herz rast. Nur ein Zucken hatte ich nicht.

Mit der Medi-Dosierung wäre ich vorsichtig. Besprich das lieber mit dem Doc.

Was Deinen Führerschein betrifft solltest Du es Dir wirklich noch ganz gründlich überlegen.

LG Wuseline