War das ein Anfall

vierundsieben, Sunday, 22.01.2012, 22:18 (vor 5322 Tagen)

Ich hab eine Frage. Hatte nun mit meiner Medi und Einhalten der Vorschriften genausten drei Jahre ohne Anfall. Mein Neurologe ist begeistert und meine ich soll jaaaa nichts ändern. War auch seit einem Jahr nicht mehr beim Neurologen.
An Medis nehm ich Lamicatl das ich bestens vertrage und mir gut hilft.

Gestern waren wir Einkaufen. Plötzlich hatte ich das Gefühl in den nächsten zwei Minuten bewusstlos zu werden. Ich ging zu meinem Mann, der wo anders war und konnte nur sagen mir geht es schlecht.

Offenbar hab ich sehr, sehr schlecht ausgesehen. Holte mir dann erstmal ein Redbull dann hielt ich mich immer fest wo ich konnte, damit ich ja nicht falle. Mein Mann blieb bei mir und wir haben den Einkauf geschafft. Das Gefühl gleich in Ohmacht zu fallen war immer präsent.

Danach ab nach Hause. Nach ca. 3/4 Stunde wurde ich so total müde, ich konnte nicht anders als auf mein Bett liegen und schlafen. Hab dann um 17.00 volle 1 und 1/2 Stunde tief geschlafen, danach war der Spuk vorbei.

Seit dem überlege ich, war das ein Anfall oder keiner. Kreislaufprobleme hab ich keine, Blutdruck normal.

Danke für eine Hilfe, damit ich mein studieren einstellen kann.

vierundsieben

War das ein Anfall

jess87, NRW, Monday, 23.01.2012, 08:07 (vor 5321 Tagen) @ vierundsieben

kann natürlich sein, dass das diese aura war. ich hatte auch immer mal dieses gefühl, da passiert gleich was. alles kam mir so laut vor. antworten konnte ich auch nie richtig und mit "hing" dieses gefühl auf dem brustkorb. Spucke bekam ich viel im Mund. und danach kann ich auch nur noch schlafen, obwohl es kein anfall war, aber trotzdem haute mich das immer um. und es ist so, dass es mal länger und mal kürzer anhielt.

War das ein Anfall

vierundsieben, Monday, 23.01.2012, 20:00 (vor 5321 Tagen) @ jess87

Danke für Antwort. Ja,ich kann das so besser einordnen. Muss wohl eine Aura gewesen sein. Bei mir waren dann alle so hektisch aber vermutlich ich langsam.

Aber wie geht man damit um? Hatte eigentlich meine Epi schon so gut im Griff, dass doch was passieren kann schien mir nach der Zeit unwahrscheinlich. Aber irgendwie sind wir ja alle Lebenskünstler.

LG vierundsieben

War das ein Anfall

loewe.philipp, BaWü und Thüringen, Monday, 23.01.2012, 15:55 (vor 5321 Tagen) @ vierundsieben

hallo

leider ist die beschreibung sehr ungenau.
aus der ferne würde ich in erster linie sagen das es keiner war.

vielleicht hast du an dem tag zu wenig gegessen, zu wenig geschlafen, hattest zu viel stress, und und und
lass dir nocheinmal die letzten 48std vor dem vorfall durch den kopf gehen und achte auf dinge oder handlungen die nicht alltäglich waren.

es können dir viele faktoren den kreislauf so runter ziehen auch ohne das es ein anfall ist. gerade wenn du nach so einer langen zeit anfallsfrei bist sag ich das es keiner ist.
nicht jeder kreislauf abbruch ist gleich ein anfall.
z.b wenn du ein wochenende sehr viel sport machst überwiegt in dir dein sympathikus. wenn du dann nach 3tagen belastung wieder einen täglichen rhythmus hat versucht dein parasympathicus dies auszugleichen.
wenn du in dem zeitraum nicht genung nährstoffe zu dir genommen hast dann versucht dein körper dir damit zu sagen, dass du ein schritt langsamer machen sollst.

aber ich würde gleich morgen zu deiner neurologin gehen und ein eeg machen lassen.
die können auch dann noch abweichungen feststellen wenn es einer war.

wenn du noch fragen hast dann kannst du dich gerne wieder melden

mfg

War das ein Anfall

Mondenkind, Monday, 23.01.2012, 16:25 (vor 5321 Tagen) @ loewe.philipp

Hallo Philipp,

aber ich würde gleich morgen zu deiner neurologin gehen und ein eeg machen lassen. die können auch dann noch abweichungen feststellen wenn es einer war.

Das ist nicht ganz richtig. Bei mir sah man nur etwas im EEG während des Anfalls und ggf. unmittelbar danach. Ich hatte schon oft jetzt einen Anfall bin dann zum Arzt und keine halbe Stunde später war auf dem EEG nichts mehr zu sehen.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

War das ein Anfall

schnettchen, Dresden, Monday, 23.01.2012, 19:11 (vor 5321 Tagen) @ vierundsieben

Hey vierundsieben
sowas hatte ich auch mal.
Ich war daheim und habe gelesen. Mein Freund war auch da.
Irgendwann hatte ich das Gefühl mich schlafen legen zu müssen (also ich wurde immer müder). Irgendwann bin ich hochgeschreckt, und mein Freund hat mich auch angesprochen aber ich habe nur irgendwelchen Kram von mir gegeben. Ich kann mich auch nicht dran erinnern das ich klar gesehen habe, ich kann mich nur noch dran erinnern das ich wie durch eine Glasscheibe geschaut hab bei strömenden Regen, also alles verschleiert und keine klaren Umrisse (ich hatte aber Kontaktlinsen drin und die sind nach dem schlafen auch nicht so verschmiert das es so wirkt). Ich bin kurz nach dem Hochschrecken auch gleich wieder eingeschlafen und bin am nächsten Tag erst wieder aufgewacht. Dann war alles ok.
keine Ahnung ob das auch ein Anfall war oder zumindest anfallsartig bzw. irgendwas mit der Epi zu tun hat.

Eines morgens bin ich auch aufgewacht und wollte zur Arbeit und hatte eine ganz schwere Zunge, ich musste mir unheimlich überlegen was ich sage bzw. langsam reden so dass ich nicht einfach daher plapper. Es ging alles so langsam und schwer. Das war dann nach ner halben Stunde auch wieder vorbei aber unheimlich war es trotzdem.

Liebe Grüsse
schnettchen

--
"Es müsste immer Musik da sein. Bei allem was du machst. Und wenns so richtig scheisse ist, dann ist wenigstens noch die Musik da. Und an der Stelle, wo es am allerschönsten ist, da müsste die Platte springen und du hörst immer nur diesen einen Moment."

War das ein Anfall

Anton, Tuesday, 24.01.2012, 18:02 (vor 5320 Tagen) @ vierundsieben

Hallo,

das Ereignis ist bedauerlich und tut mir leid. Jetzt geht es darum, den Grund dafür zu finden. Denn genau gesehen ist eine Aura schon ein epileptischer Anfall. So sehen die Ärzte es. Ob Du beim Doktor davon sprichst, bleibt dir überlassen.

Zu monieren ist, dass Du über ein Jahr nicht beim Neurologen warst. Es gibt Entwicklungen, die sich anbahnen. Wenn vierteljährlich Blutserumkontrollen erfolgen, kann man es womöglich sehen, wenn der Spiegel zu sehr absenkt oder sich verändert hat. Beim EEG kann ein Mehr an epilepsietypischen Potentialen zu erkennen sein.

Patienten haben in den letzten Jahren einschneidende Veränderungen bei der Versorgung mit Medikamenten mitmachen müssen. Zuerst kam die Generkia-Regelung und dann die Rabatt-Verordnung. Vielleicht ist der Grundsatz, dass bei anfallsfreien Patienten Ersatzpräparate nicht gegeben werden dürfen, verletzt worden.
http://www.rosenfluh.ch/rosenfluh/articles/download/279/Generika_in_der_Epilepsiebehandlung.pdf

Weiter bleibt zu hinterfragen, ob die Medikation zu 100 % eingehalten und solide gelebt worden ist. Eine Krankheit vergisst man leicht, wenn Anfälle nicht mehr auftreten. Was gut so ist, nur darf es nicht in die falsche Richtung laufen. Wichtig, dass Du es nun wieder in Griff bekommst. Ich wünsche gute Besserung! Und als kleine Einstimmung führt dieser Link zu guten Gedanken: http://www.best4web.ch/fun/wuensche_fuer_deine_schritte.swf

Herzliche Grüße
Anton

--
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall die Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Bitte wenden Sie sich an ihren Neurologen!

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War das ein Anfall

vierundsieben, Tuesday, 24.01.2012, 20:43 (vor 5320 Tagen) @ Anton

Lieber Anton

Vielen Dank für Deine Antwort. Sie hat mir sehr geholfen. Es stimmt schon, ich hatte die Medikamente nicht mehr so genau genommen, weil ja nie was passiert ist. Ich muss Anfang Februar zu meiner Hausärztin, den Spiegel hat sie nur die ersten 1 1/2 Jahre regelmässig gemessen, aber sie ist eine tolle Aerztin, trotzdem, und hat mein volles Vertrauen. Sie wird mich wieder zum Neurologen zum EEG überweisen, das weiss ich.

Vielleicht muss ich noch sagen, dass ich schon "alt" bin (66,5) und in CH wohne, mich aber in diesem Forum am wohlsten fühle. Und Deine Antwort auf meine Frage hat mir sehr geholfen.

Besonders schön find ich die PPS vom best 4 web. Herzlichen Dank dafür.

Aber auch allen anderen vielen Dank.

War das ein Anfall

Anton, Tuesday, 24.01.2012, 22:16 (vor 5320 Tagen) @ vierundsieben

Liebe Vierundsieben,

herzlichen Dank für das positive Feedback. Ich bin seit 5 Jahren anfallsfrei, mir ist vor 2 Jahren vom Epileptologen eine Medikamentenreduktion vorgeschlagen worden, habe aber davon abgesehen, weil ich Angst vor einem Rezidiv hatte. Ich gehöre auch zu den Älteren und versuche alles, um anfallsfrei zu bleiben, denn es geht nicht mehr um Arbeit und Karriere, sondern um die Lebensqualität.

Die vierteljährlichen Kontrollen beim Neurologen mit Epilepsie-Zusatzausbildung (Epilepsie-Zertifikat)halte ich ein. Unerwünschte Nebenwirkungen der Antikonvulsiva habe ich kaum. Dir herzlichen Dank, ich bin froh, wenn ich weiterhelfen konnte.

Liebe Grüße
Anton


PS.: Zu dem Beitrag unten: Der Hausarzt sollte natürlich der Arzt des Vertrauens bleiben. Wenn er mit dem Neurologen kooperiert, wird er im Notfall auch die Medikamente verschreiben. Hier in Deutschland haben wir ein kleines Problem. Während der Neurologe der Etat-Verordnung nicht so streng unterliegt, muss der Hausarzt genau drauf achten.
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Sehr wichtig ist der Facharzt.

a) Der Neurologe kann nur der Ansprechpartner sein. Er hat Grundkenntnisse auf allen Gebieten der Neurologie. Er versteht die Zusammenhänge zwischen den neurologischen Erkrankungen, Kenntnisse über das Anfallsleiden hat er nur wenig. Er kann zwar das Krankheitsbild Epilepsie bestimmen, viel mehr aber nicht.

b) Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat haben haben eine Zusatzausbildung für Epilepsie. Oft haben sie als Arzt in Epilepsie-Ambulanzen oder Epilepsie-Zentren ihre Arbeit versehen. Sie verfügen über Grundkenntnisse der Epileptologie.

c) In den Epilepsie-Ambulanzen finden wir Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat und Epileptologen. Sie arbeiten im Team und tauschen sich aus. Den Vorteil haben die Patienten.

d) Die Epilepsie-Zentren zählen schlichtweg zu den besten Kliniken für Anfallskranke. Dort haben es die Ärzte, überwiegend Epileptologen, täglich mit Epilepsie-Kranken zu tun. Sie sind fit auf allen Gebieten dieses Krankheitsbildes und auch in der Lage, andere Fachrichtungen mit einzubeziehen.

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