Schule und Lehrer - Epilepsie

-chevere-, Saturday, 28.01.2012, 21:13 (vor 5316 Tagen) @ Green

GRuss Green

Hey Green,
also meistens bin ich noch garnicht wach sondern habe Anfälle kurz vor dem aufwachen, Stadium 1-2. Wenn ich ein Anfall habe bin ich hundemüde und schlapp und schlaf in der Regel erstmal ein paar Stunden weiter, je nach Härte des Anfalls. Ich habe keine Anfälle, bei denen ich nach Aufhören des Anfalls normal am Alltagsgeschehen weiter teilhaben kann. Ich bin dann einfach nur schlapp und regungslos, will einfach nur schlafen. Erschöpft und ausgepowert. Bei Grand-Mal-Anfällen natürlich noch mehr als bei anderen.
Ich bin auch nicht der Einzigste, dass stimmt. Unsere Haltung in der Klasse zu besagten Umständen ist überwiegend gleich! Das gibt mir auch ungeheuer Mut weiterzumachen und das Jahr nicht zu känzeln!
Die BOS ist mit und ohne Epilepsie kein Zuckerschlecken, das stimmt auch. Für meine Fehltage kann ich nichts und natürlich hole ich den Stoff nach, so gut es eben geht. Leider fehlen dafür auch häufig Unterlagen, weil man nicht immer Materialien bekommt sondern sich wie bei einem Studium auch selbst Notizen machen muss um besser klarzukommen. Die Stunden die ich für das Nachholen investerie fehlen mir tlw. wieder umgekehrt fürs Lernen. Hinzu kommen die Nebenwirkungen meiner Antiepileptika, dass ich häufig müde bin, viele Dinge vergesse bzw. einfach nicht immer konzentriert an der Sache bin. So detailliert wissen das die Lehrer auch garnicht. Ohne den Anfällen oder Nebenwirkungen würde es mir also natürlich leichter fallen zu lernen. Ob das dann das Bomben-Abi wäre ist die andere Frage. Mir geht es momentan eher ums Bestehen und die Tatsache, dass ich mich nicht hintenrum mies abstempeln lassen will. Ich erwarte lediglich Verständnis für meine Situation, mehr nicht!
Es ist klar mit meinem Haus-Neurologen bzw. klinischen Neurologen abgesprochen, dass ich die Schule machen will. Das geht so in Ordnung. Auch sonst bin ich über eine Epilepsieberatungsstelle gut informiert.
Lustig dass du mir deinen Respekt aussprichst. Ich habe einfach festgestellt, dass im Großen und Ganzen alles so vereinbar ist, wie ich es mir vornehme. Und ich habe sicherlich nicht vor stehen zu bleiben, sondern ein Schritt nach dem anderen vor den Augen. Gerade die Epilepsie hat mich dazu motiviert!


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