ich komme mir igendwie "Falsch" vor

jess87, NRW, Tuesday, 03.04.2012, 09:30 (vor 5296 Tagen)

Ich habe mich ja dafür entschieden, dass ich mich operieren lasse. Ich habe auch für mich entschieden, dass ich es nicht an die große "glocke" hänge und es kaum jemanden erzähle (aus dem Familien und Bekanntenkreis).
Nur ist der OP Termin erst am 14.05.2012 und ich hatte die Tage zb Geburtstag und alle waren hier und ich tu so, als wenn nichts wär. --> es ist ja auch eigentlich nichts, in dem sinne, nur ich verheimliche denen das. Ich mache das aus dem Grund, weil ich keine Lust habe Rede und Antwort zu stehen. So nach dem Motto, Jessica hast du denn gar keine Angst etc.Und auch, dass sich die Leute am 14 keine Sorge machen. Möchte erst, dass mein Mann nach der OP den Leuten das erzählt.

Es wären meine Mutter, Schwester; Schwiegereltern und Patentante die es wissen. Onkels/Tanten, mein Bruder meine Schwager+Schwägerinnen, Oma&Opa, Papa solche Leute wissens nicht. Genauso wenig wie Freunde.

Ich weiß nicht ob ich es denen doch noch igrendwann sagen soll vor der OP.

Wie habt ihr es gemacht?? LG jess87

ich komme mir igendwie "Falsch" vor

Mondenkind, Tuesday, 03.04.2012, 12:07 (vor 5296 Tagen) @ jess87

Hallo Jessi,

bei mir wussten es eigentlich "alle", die es wissen sollten, also meine Eltern und Schwiegereltern, sowie die Familien drum herum. Es war auch vorher immer wieder Thema auf Geburtstagen oder an Ostern bzw. Weihnachten, so dass es sie alle schon interessiert hat. Auch heute noch fragt insbesondere der eine Onkel von meinem Mann (fast) jedes Mal wenn ich ihn sehe, wie es mir geht und ob noch alles in Ordnung ist (muss dazu sagen, er wohnt weiter weg, so dass wir ihn, nur ein-, zweimal im Jahr sehen).

Dann wussten es meine Freunde und die Arbeitskollegen (da blieb es ja auch nicht aus, ich war schon vor der OP mehrmals im Krankenhaus, da wurde dann natürlich auch drüber gesprochen und nachgefragt, wie es gelaufen ist).

Ich hatte meinem Mann eine Liste mit Email-Adressen gegeben, die er nach der OP über die OP informieren soll.

Und vor der OP habe ich an diese Menschen eine "Ich bin dann mal weg"-Email geschrieben. Die Worte, die zurückkamen - vor und nach der OP waren einfach nur gut und sehr hilfreich.

So habe ich es gemacht und ich hatte keine schlechte Erfahrung damit gemacht.

Aber im Endeffekt muss sich jeder so entscheiden, wie er / sie es für richtig hält. Ich kann nur sagen, dass ich es heute wieder so machen würde.

Lieben Gruß
Mondenkind

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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

ich komme mir igendwie "Falsch" vor

Phoenix, Magdeburg, Tuesday, 03.04.2012, 16:06 (vor 5296 Tagen) @ jess87

also mir war damals, auf deutsch gesagt, scheißegal, was die anderen sagen. ich war einfach nur happy, dass eine temporallappenteilresektion bei mir möglich ist. und ich hab es auch so gut wie allen erzählt. hinzugesagt, ich war damals grad mal 13. aber auch heute würde ich es nicht verschweigen.

zu dem satz "hast du es dir auch gut überlegt??? sind dir die gefahren dabei bewusst???" sag ich nur, dass die leute das so gut wie jeden tag machen. und das schon seit zig jahren.
wenn du als beifahrer über eine brücke fährst, sagst du auch nich "hast du es dir auch gut überlegt??? sind dir die gefahren dabei bewusst??? es könnte schließlich sein, dass ein stahlträger falsch eingebaut wurde und die brücke jeden moment zusammenbricht" sondern man fährt einfach drüber, obwohl die wahrscheinlichkeit eines fehlers dort sicherlich etwa genauso hoch, oder in diesem fall eher geauso gering ist.
hinzu kommt, dass bis zu meiner op 2002 noch keine fehlgeschlagene op bei anderen menschen bekannt war. weiß nu nicht ob mitlerweile eine bekannt ist. aber selbst wenn, würde ich es denke ich mit gutem gewissen trotzdem nochmal machen lassen. und auch den anderen davon erzählen.