Kalium bromid
anonym, Friday, 20.04.2012, 19:18 (vor 5232 Tagen)
Hallo Zusammen,
kennt jemand dieses Antiepleptikum. Welche Erfahrungen habt ihr damit.
Gruß
Corinna
Kalium bromid
Mondenkind, Friday, 20.04.2012, 19:43 (vor 5232 Tagen) @ anonym
Hallo Corinna,
ich kenne das AE nicht, deshalb habe ich mich gerade mal bei Wikipedia schlau gemacht.
Dort steht, dass das AE zur Behandlung einer speziellen Epilepsieform, der frühkindlichen grand mal-Epilepsie, eingesetzt wird.
Bist du sicher, dass es das richtige AE für deine Epilepsie ist??
Liebe Grüße
Mondenkind
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"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)
Kalium bromid
anonym, Friday, 20.04.2012, 20:00 (vor 5232 Tagen) @ Mondenkind
Hallo Mondenkind,
danke für Deine Antwort. Das thema hat mich im Allgemeinen intressiert.
Gruß
Corinna
Kalium bromid
Nachtfee, Friday, 20.04.2012, 20:42 (vor 5232 Tagen) @ anonym
Hi,
Mein Mann hat es 2 Jahre genommen und es dann wieder abgesetzt da es ihm auf den Magen- darm geschlagen ist. Ist aber schon 15 Jahre her
LG Nachtfee
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Wahrheit ist eine Fackel, die durch den Nebel leuchtet, ohne ihn zu vertreiben. -
Claude Adrien Helvetius
Kalium bromid
huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 21.04.2012, 11:02 (vor 5231 Tagen) @ anonym
Kaliumbromid ist kein Antiepileptikum im heute üblichen Sinn, sondern erst ein Salz, welches das zentrale Nervensystem auf bisher nur unzureichend bekannte Art und Weise stört/beeinflusst(Quelle: GESTIS-Stoffdatenbank). Aus der Zusammenfassung, die ich im Folgenden für Euch geschrieben habe, würde ich folgern, dass eine Einstellung in seltenen Fällen zwar sinnvoll sein kann, allerdings nur von Fachärzten auf diesem Gebiet erfolgen und deutlich regelmäßiger als bei normalen AE kontrolliert werden sollte.
Hier die Zusammenfassung:
Es ist in Reinform extrem aggressiv und reizt bei direktem Kontakt Augen, Haut und in Staubform extrem die Atemwege. In flüssiger Lösung hat es laut GESTIS-Datenbank einen nahezu neutralen ph-Wert.
Als Mittel zur Minderung von Krampfanfällen ist es schon sehr lange bekannt, allerdings hat man, sobald es wirksame Alternativen gab, von ärztlicher Seite aus diese aus mehreren Gründen stets bevorzugt(die werden bereits im "Praktischen Hausschatz der Heilkunde"(ca. 1900) aufgeführt), da für eine Besserung nicht selten höhere Dosen benötigt wurden:
- Gefahr einer Bromvergiftung
- langfristige Gefahr der Schädigung/Geschwürbildung an Speiseröhre, Magen und Darm
Im aktuellen Chemikaliendatenblatt von Merck sind weiterhin aufgeführt:
Ataxie(Störungen der Bewegungskoordination), Verwirrtheit, Erbrechen, Krämpfe, Müdigkeit
In der GESTIS-Datenbank(Stand vom 17.01.2012) steht bei den Wirkungsweisen und der Toxizität:
gastrointestinale Reizung, Erbrechen, Hautveränderungen und ZNS-Wirkungen(systemisch bedingt)
Ferner steht dort unter dem Punkt der akuten Toxizität die Anmerkung:
"In Ausnahmefällen wird insbesondere bei Kindern gegen hartnäckige epileptische Erkrankungen auch heute noch, trotz Nebenwirkungen ... KBr als Therapeutikum verwendet. Ein Einsatz erfolgt auch bei Tieren, insbesondere Hunden."
Auch wird dort erwähnt, dass der Bereich der chronischen Vergiftung sehr schnell erreicht werden kann, was eine verwaschene Sprache, Berührungsempfindlichkeit, Gedächtnisstörungen und Sehstörungen zur Folge haben kann. Auch kann es dadurch zu "tief eindringende warzenartige, auch ulzeröse Geschwülste" kommen.
Die Weltgesundheitsorganisation hat die Dosis der täglichen Aufnahme, die unter gesundheitlichen Aspekten noch zu akzeptieren ist, auf täglich 1 Milligramm pro kg Körpergewicht eingestuft.
Ferner ist eine hohe Plazentagängigkeit des Bromids nachgewiesen, was ein Kind bereits im Mutterleib schädigen kann. Allgemein ist nachgewiesen, dass KBr zu Genmutationen in Säugetierzellen führen kann, auch wenn dezeit noch keine konkreten Aussagen über eine krebserzeugende Wirkung getroffen werden können.
Die Halbwertzeit im Plasma beträgt 12 Tage, was das Risiko einer Vergiftung durch Anreicherung im Blut gerade am Anfang bei einer Einstellung extrem erhöht.
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil