Lamotrigin nachweisbar?

Steven, Friday, 11.05.2012, 21:46 (vor 5211 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hoffe es gibt hier den ein oder anderen Experten zum Thema Lamotrigin.
Habe einen neuen Job angefangen. Mein neuer Arbeitgeber will nun, dass ich mich vom Arzt Routine-mäßig untersuchen lasse, da Auslandsaufenthalte möglich sind etc. Das ist eine Standardvorgehensweise in der Firma für jeden Mitarbeiter.

Ich will nun ungern meinem neuen Arbeitgeber erzählen, dass ich schon drei Anfälle hatte und täglich Tabletten dagegen nehme. Bei der Untersuchung wird mir aber auf jeden Fall Blut und Urin abgenommen.

Meine dringlichste Frage ist: Kann in Blut oder Urin festgestellt werden, dass ich etwas einnehme? Klar dass man Lamotrigin nachweisen kann, wenn man danach sucht. Aber vielleicht manipuliert es auch einen anderen Wert, woraus dann auch ersichtlich wird, dass ich irgendwas nehm.

Hoffe hier kann mir jemand weiterhelfen...

Gruß
Steven

Lamotrigin nachweisbar?

Lind84, Friday, 11.05.2012, 21:49 (vor 5211 Tagen) @ Steven

hey....

ich glaube, dass man routinemäßig bei lamotrigin auch die leberwerte mit untersucht. normal sind die aber okay. habe auch ca. 2 monate lamotrigin genommen. da war alles okay. und nen spiegel macht man beim routinelabor eigentlich nicht mit.

lg

Lamotrigin nachweisbar?

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Saturday, 12.05.2012, 11:18 (vor 5210 Tagen) @ Steven

Ganz gleich, ob die Untersuchung von einem externen oder einem Betriebsarzt vorgenommen wird, unterliegen dieser der ärztlichen Schweigepflicht und ein Arbeitgeber hat kein Recht darauf, konkrete Werte zu erfahren. Das Einzige, worauf er ein Recht hat, ist zu erfahren, ob Du einer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nachgehen kannst oder nicht bzw. ob Du gesund genug für eine Reise bist(z.B. wäre eventuell gegen einen Langstreckenflug etwas einzuwenden, wenn Du extrem trombosegefährdet wärst).

Um Reisen in welche Länder geht es eigentlich? Geht es z.B. um regelmäßige Reisen in Gebiete, in denen einige gefährliche Krankheiten, die sich bisweilen nur schleichend Ausbreiten? Dann dienen ja auch solche Routineuntersuchungen der Früherkennung solcher potentiellen Infektionen oder der Sicherstellung, dass entsprechende Impfungen rechtzeitig aufgefrischt werden.

Was Blut und Urin angeht: Es gibt eine Reihe von Drogenschnelltests, die auch leicht auf einige Antiepileptika anspringen, da diese ähnliche chemische Strukturen aufweisen. Lamotrigin, da könnte ich drauf wetten, zählt dazu, wenn ich überlege, wie stark sich deren (Neben)Wirkungen denen von einigen Drogen ähneln können.

Wenn Du von drei Anfällen sprichst, über welchen Zeitraum reden wir denn da und wie lange ist Dein letzter denn her? Anfällszahlen alleine sind nicht sehr Aussagekräftig, wenn man keinen Zeitrahmen dazu angibt. "Drei Anfälle, seit ich vor einer Woche beim Arbeitgeber angefangen habe", wären viel, "Drei Anfälle in meinem ganzen Leben und seitdem ich vor zehn Jahren gründlich auf Medikamente eingestellt worden bin keinen mehr", wären ja quasi schon vollkommen gesund.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Lamotrigin nachweisbar?

Steven, Sunday, 13.05.2012, 19:53 (vor 5209 Tagen) @ huge88

Hallo huge,

danke für die Ausführliche Antwort.
Drei Anfälle hatte ich insgesamt.
07/2004
11/2008
02/2010

Seit dem zweiten Anfall bin ich auf Lamotrigin eingestellt und komme gut damit klar und fühl mich auch sicher. Das eine mal in 02/2010 war bedingt durch starken Alkoholkonsum und dann auch noch die Tabletten vergessen und natürlich die Nacht durchgemacht. Daher zähle ich den dritten auch nicht richtig dazu. Es war auch, anders wie bei den vorherigen so, dass ich kurze Zeit später schon wieder sehr fit war.

Bei dem Test geht es unter anderem auch um die Schutzimpfungen, sowie Höhentauglichkeit. Bin mir sicher, dass wenn schon Blut und Urin getestet wird, dann auch ein Drogenschnelltest gemacht wird.

Es ist klar, dass der Arzt meinem Arbeitgeber nicht mitteilen darf, dass ich Epileptiker bin, aber eben den Ratschlag, mich nicht auf solche (Auslands-)reisen zu schicken. Und das hätte enorme Auswirkungen auf meinen Job. Das macht mir schon Sorgen.

Ich geh auch davon aus, dass ich erstmal einen Bogen ausfüllen muss auf dem ich angeben muss, ob und welche Medikamente ich regelmäßig einnehme.
Die Frage wäre, wie offen ich mit dem Arzt bezüglich des Themas umgehe. Entweder ich geb alles ordnungsgemäß an und erzähl dem Arzt alles, oder ich verschweig alles und hoff, dass es keinen weiter interessiert...

Wie würdet ihr handeln?

Gruß
Steven