Umgang mit anderen Eltern!
ninchen, Wednesday, 16.05.2012, 21:01 (vor 5206 Tagen)
Hallo,ich bin Mama von einer 7-Jährigen Tochter und habe Epilepsie. Vielleicht kann mir jemand von Euch weiterhelfen? Ich habe ganz große Angst wenn andere Kinder zu Besuch kommen und ich die Verantwortung habe. Ich weiß dann nicht sollte ich der Mutter von der Epilepsie erzählen oder nicht?? Aber man will Sie ja nicht gleich vergraulen, auch nicht wegen meiner Tochter!
Ich hatte auch schon einen Anfall bei einer Bekannten vor den Kindern und jetzt schiebt die Mutter die sonderbarsten Gründe vor sich nicht mehr zu treffen.
Wie geht Ihr denn damit um?
Umgang mit anderen Eltern!
Nachtfee, Wednesday, 16.05.2012, 21:12 (vor 5206 Tagen) @ ninchen
Hi
Welche Art von Anfällen hast du denn? Wenn du Angst hast kannst du die Freunde deines Kindes nicht so legen das dein Mann da ist? Ich weiß Freunde sind ständig da. Wir haben auch 3 Mädels aber zum Glück hatte mein Mann nie Anfälle vor Fremden. Leider nur vor unseren Kindern
Auch nicht besser.
LG Nachtfee
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Wahrheit ist eine Fackel, die durch den Nebel leuchtet, ohne ihn zu vertreiben. -
Claude Adrien Helvetius
Umgang mit anderen Eltern!
ninchen, Wednesday, 16.05.2012, 21:24 (vor 5206 Tagen) @ Nachtfee
Ich habe Grand Mal Anfälle, zwar ganz selten, aber man weiß ja nie wann und wenn habe ich sie tagsüber und mein Mann arbeitet. Und mit meinen Ängsten habe ich mich eh schon viel zu sehr an meinen Mann geklammert und möchte davon eher wieder los! Ich suche eher einen Umgang für mich???
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ninchen, Wednesday, 16.05.2012, 21:46 (vor 5206 Tagen) @ ninchen
Hallo Nachtfee,
wie reagieren denn Deine Kinder auf die Anfälle deines Mannes? Und wie gehst Du damit um,wenn Du weißt Dein Mann ist mit den kindern allein unterwegs? Wie alt sind Sie eigentlich? Du musst natürlich nicht antworten, wenn du nicht magst, es würde mir aber helfen mal eine andere Sichtweise zu sehen. Lg
Umgang mit anderen Eltern!
Nachtfee, Wednesday, 16.05.2012, 21:53 (vor 5206 Tagen) @ ninchen
Mein Mann ist mit den Kindern leider viel alleine da ich der Ernährer bin. Im Schichtdienst ist es leichter beides unter einen Hut zu bringen. Unsere Mädels sind 3. ( ebenfalls Epilepsie) 5 und 8 Jahre alt. Bei einem seiner letzten GM war ich einkaufen und unsere große wollte bei meiner Rückkehr gerade den RTW rufen ( mit 5).
LG
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Claude Adrien Helvetius
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Nachtfee, Wednesday, 16.05.2012, 21:46 (vor 5206 Tagen) @ ninchen
Klar kann ich verstehen. Hast du keine Nachbarin wo dein Kind im Notfall hingehen könnte. Wenn es passiert? Kann deine Tochter dann jemand anrufen?
LG
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Claude Adrien Helvetius
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ninchen, Wednesday, 16.05.2012, 22:34 (vor 5205 Tagen) @ Nachtfee
Danke für die Antwort. Doch schon, wenn dann jemand der Nachbarn da ist. Und natürlich weiß es hier auch nicht jeder. Bis jetzt hatte ich das Glück das ich wieder wach wurde oder jemand da war, aber vor dem ersten Mal habe ich irgendwie Angst.
Vor allem was sagt wohl eine andere Mutter wenn sie ihr Kind zum spielen hier läßt und dann passiert es? Ich weiß das ich so etwas nicht denken sollte und trotzdem quält es mich und ich finde keine Lösung dafür?
Umgang mit anderen Eltern!
Nachtfee, Thursday, 17.05.2012, 11:21 (vor 5205 Tagen) @ ninchen
Sind denn alle Mütter so doof wie die eine? Sonst verbinde doch das spielen z.b mit Kaffeetrinken. Du lernst die andere Mutti kennen und eure Kinder können spielen. Dabei würde ich das Thema ansprechen und die anderen sehen dass du trotz dieser Krankheit normal leben kannst. Wie oft hast du denn Anfälle?
LG Nachtfee
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ninchen, Thursday, 17.05.2012, 22:28 (vor 5204 Tagen) @ Nachtfee
Ne, es sind zwar nicht alle so doof, aber in dem Alter schicken sie die Kinder meist ohne Kaffetrinken (außer man kennt sich schon privat)und ich habe sowieso ein Problem damit das einfach so zu erzählen. Obwohl ich im Jahr nur noch ein-vier Anfälle habe, habe ich einfach große Angst davor.
Umgang mit anderen Eltern!
sandytimmy, Thursday, 17.05.2012, 10:39 (vor 5205 Tagen) @ ninchen
hallo ninchen,
ich würde an deiner stelle offen damit umgehen. ich habe zwei söhne die jetzt sechs sind und halt im ersten schuljahr.
wenn man die leute in einer ruhigen minute darüber aufklärt, gehen sie damit viel offener um.
man muss ja bedenken dass sie unvorbereitet mit solch einer situation überfordert sind, wissen nicht was das ist. die meisten denken dann man wäre in lebensgefahr, wollen ärzte rufen und wollen dann ihre kinder vor dieser überforderung schützen, was ich verstehe.
kinder gehen damit eh viel lockerer um.
Umgang mit anderen Eltern!
ninchen, Thursday, 17.05.2012, 22:31 (vor 5204 Tagen) @ sandytimmy
Hast du denn auch Epilepsie? Und was erzählst du dann den Eltern? Ich tu mir einfach schwer das jedem auf die Nase zu binden, weil ich Angst vor den reagtionen habe, was hast denn du für Erfahrungen gemacht?
Umgang mit anderen Eltern!
sandytimmy, Friday, 18.05.2012, 17:36 (vor 5204 Tagen) @ ninchen
ja ich habe selber epilepsie. ich bin jetzt 34 und habe anfälle seit ich 1 1/2 bin- also im prinzip schon immer. meine beiden söhne sind jetzt 6, besuchen momentan die erste klasse.
ich war jetzt zur prächirurgischen diagnostik in bonn.
ich erzähle das eltern nicht gerade als zweiten satz nach dem vorstellen aber doch offen und ehrlich, so baut man automatsch vorurteile und ängste ab.
die leute reagieren meistens mit neugierde- fragen nach, anfangs natürlich mit ein wenig skepsis, das baut man aber ab wenn man aufklärt.
ich beschreibe solch einen anfall, den zeitraum über den man da spricht, dass ich nicht blöd bin nur wegen der anfälle.
so reagieren eltern aber offener als wenn sie das eh irgendwann, hintenrum von irgendwem erfahren, wo die hälfte da noch dazugedichtet wurde.
aufklären und vorurteile abbauen das ist die aufgabe- so vermeidet man ängste.
dann isolieren eltern auch nicht ihre kinder wegen solcher "Wehwehchen" wie den anfällen
leute wie ich die schon immer anfälle hatten, reagieren eh viel lockerer als jemand der die als erwachsener zuerst bekam
Umgang mit anderen Eltern!
mezeg, München, Friday, 18.05.2012, 18:37 (vor 5204 Tagen) @ sandytimmy
Deine Erfahrung ist mir viel wert. Ich werde versuchen, mich öfters daran zu richten. Und wie eine Freundin gesagt hat: "So kann man den Spreu vom Weizen trennen."
Umgang mit anderen Eltern!
ninchen, Sunday, 20.05.2012, 12:52 (vor 5202 Tagen) @ mezeg
Hallo, ich danke Euch allen für Eure Hilfe. Hat von Euch denn auch schon mal jemand gesagt, "das Kind ist mir noch zu jung,darauf möchte ich jetzt noch nicht aufpassen?" Natürlich mit Erklärung...??
Umgang mit anderen Eltern!
sandytimmy, Sunday, 20.05.2012, 13:58 (vor 5202 Tagen) @ ninchen
habe ich, aber nicht wegen meiner anfälle. kosten nämlich auch jedem anderen nerven, die kleinen, da reichen mir manchmal schon meine beiden. oder weil ein kind absolut verzogen ist. das hat aber alles nichts mit meinen anfällen zu tun
Umgang mit anderen Eltern!
mezeg, München, Friday, 18.05.2012, 10:36 (vor 5204 Tagen) @ ninchen
Hallo Ninchen,
das Problem habe ich auch. Ich bin gerne mit Kindern zusammen und ebenfalls unsicher den Eltern gegenüber. Ich betreue ein Mädchen im Rahmen eines Bildungsprogramms und hatte die Projektleiterin informiert, kein Bedenken. Die Mutter drängte, dass ich das Mächen zum Schwimmbad bringen sollte, ich hoffte, sie loszuwerden, wenn ich von der Epilepsie rede. Nein. Die Kleine war begeistert, zum ersten Mal im Schwimmbad. Die Mutter drängte weiter, daraufhin bekam ich zu Hause eine Aura mit kurzer Leseunfähigkeit. Projektleiterin und Kindergärtnerinnen (alle informiert) nahmen sich die Mutter zur Brust. Es ist weiterhin nicht nur erlaubt sondern erwünscht, dass ich sie weiter betreue. Anderes Ehepaar ist informiert aber nur zu froh, dass ich für die 2 Söhne "zur Verfügung" stehe, oft sehr kurzfristig und "dominant". Sie benehmen sich zunehmend als Kinder reicher Eltern (ich werde nicht bezahlt...), was mich zunehmen reizt, letztes Mal bekam ich ein kurzes Speech Arrest, also Sprachunfähigkeit und habe klar gemerkt, dass sie sich wundern. Andererseits läßt sich meist ein "ungutes Gefühl" (Ampel auf gelb) verdrängen, wenn ich mich mit Kindern beschäftige. In beiden Fällen bin ich den Eltern äußerst nützlich und sie ignorieren die Epilepsie. Meinen Enkel dafür darf ich nur unter strenger Aufsicht sehen. Im Fall eines aufgeweckten 14-Jähriger habe ich es noch nicht "gebeichtet", dabei wäre er vollkommen in der Lage selber ruhig zu bleiben und mich ungestört aufwachen zu lassen. Ich schäme mich immer noch dafür, Epileptikerin geworden zu sein, aber es wäre wohl besser, selbtsicher zu sagen: "Ich habe Epilepsie, na und?". Das bringe ich noch nicht zusammen.