Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

teilchenschubse, Wednesday, 06.06.2012, 08:46 (vor 5185 Tagen)

Hallo Forum,

das hier ist heute bei ZEIT online zu lesen:
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/hamburg-eppendorf-verkehrsunfall-urteil

Hat wer Hintergrundinfos?

Gruß
t.

--
Ich habe das Asperger-Syndrom und manchmal eine Meinung, die nicht allen gefällt. ;o)

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Green, Wednesday, 06.06.2012, 09:00 (vor 5185 Tagen) @ teilchenschubse
bearbeitet von Green, Wednesday, 06.06.2012, 09:05

Hallo
habe ich gestern auch gehört.aber er hatte ja wohl doch noch Anfälle
darum selber Schuld und sollten sich einige mal zu Herzen nehmen die trotz Anfälle noch Auto fahren.
Ansonsten kann man ja den Kommentaren deines Links entnehmen was ist mit anderen Kranken den alten Senioren und Diabetikern und und
mühselig.......
Wie will man den verurteilen der den ersten Anfall seines Lebens
im Auto bekommt?
Das was da an TRagödie und Leid dahinter steht ist ja das selbe.

Habe das Thema mal in eine Suchmaschine eingegeben da findest du auch nähere Infos......und wenn die Leute nicht so berühmt gewesen wären die da ums Leben gekommen sind wäre das auch nicht so öffentlich gemacht worden........aber da kommt ganz schnell alles wieder in verruf .....schlimm finde ich das.

Gruss Green

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Sheldor, Wednesday, 06.06.2012, 09:15 (vor 5185 Tagen) @ Green

Hallo Green, bin ganz deiner Meinung. Wenn ein Mensch mit So einer Diagnose,(und ich kann mir nicht vorstellen, daß sein Arzt ihn nicht darauf aufmerksam gemacht, daß er kein Autofahren darf,)mit dem kann ich kein Mitleid haben. Auch Die Ausführungen seines Anwalts, für mich unverständlich.
Das große Leid, was über die betroffenen Familie gekommen ist, ist kaum auszuhalten.
Ich habe selbt einen Familienangehörigen durch einen unvorsichtigen Autofahrer verloren. Es passieren Dinge im Leben,in der von 1 Minute auf die andere das ganze Leben verändert. Dann müssen wir mit dem Schicksal fertig werden.

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Green, Wednesday, 06.06.2012, 09:24 (vor 5185 Tagen) @ Sheldor

Wenn der Arzt nicht wusste das er Anfälle hat....konnte er es Ihm auch nicht verbieten.
Gruss Green

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Sheldor, Wednesday, 06.06.2012, 09:30 (vor 5185 Tagen) @ Green

Da muß ich dir wehemend widersprech. Ich kann mir nicht vorstellen, daß er ohne ärztliche Behandlung war. Gerade Epileptiker brauchen doch eine regelmäßige Überwachung ihrer Medikament und ihres Gesundheitzustandes.

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Mondenkind, Wednesday, 06.06.2012, 09:44 (vor 5185 Tagen) @ Green

Ich fand den Bericht im heute journal (gestern um 21:45 h) noch mit am besten.

Da haben sie gleichzeitig von einem Mann der SHG Hannover (oder Hamburg??) berichtet, der Auto fährt, trotz dessen er Anfälle hat - aber er darf es auch offiziell, da er schon jahrelang seine Anfälle aus dem Schlaf heraus hat und deshalb Auto fahren darf.

Sie haben also gezeigt, dass man die Menschen, die Epilepsie haben nicht über einen Kamm scheren kann. Das fand ich gut.

Liebe Grüße
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Green, Wednesday, 06.06.2012, 10:06 (vor 5185 Tagen) @ Sheldor

Hallo Sheldor

du musst meinen Text auch richtig lesen......ich habe nur geschrieben wenn der Arzt es nicht wusste......aber nicht das er nicht in Behandlung war.
Gruss Green

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Green, Wednesday, 06.06.2012, 10:07 (vor 5185 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondenkind

schön von dir zulesen das es einen guten Beitrag gab. Den habe ich leider nicht gesehen.

Gruss Green

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Sheldor, Wednesday, 06.06.2012, 11:25 (vor 5185 Tagen) @ Green

Hallo Green, schön daß du dich gemeldet hast. Ich wollte dich nicht verletzen, Sorry, wenn es bei dir so ankam.

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Green, Wednesday, 06.06.2012, 13:00 (vor 5185 Tagen) @ Sheldor

Hallo
Du solltest nur den Text richtig lesen nicht mehr und nicht weniger
Green

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Kary-, Wednesday, 06.06.2012, 13:46 (vor 5185 Tagen) @ Green

ja.mein Mann und ich sahen dies kurz gestern im fernsehen.
er hatte aber anfälle.
klar gibts immer einige,die trotz der anfälle fahren,weil sie auch aufs auto angewiesen sind,und sich durch die gesellschaft nicht gängeln lassen wollen.und dann wieder die,die sich das dann nicht trauen,aus vorsicht, und man könnte sich und andere schaden zufügen.was man bei den so vielen epilepsieformen gewiss nicht immer vorher absehen kann.ich durfte damals auch keinen führerschein machen,selbst wenn ichs jetzt wollte,in dem beipackzettel steht,das bei maschinen bedienen vorsicht geboten ist,so ähnlich also.das war vielleicht auch der grund warum ichs nie tat,obwohl ich seit jahren anfallsfrei bin,und heut trau ich mich nicht mehr;-)
Damals vor über 25 jahren war dies eh noch strenger,glaube ich,wenn ich dies in den foren so lese.
Wird echt immer schlimmer auf den strassen.

Man muss eben immer beide seiten sehen und verstehen.
(Fühlen wir uns doch in vielen Situationen eh ausgegrenz,jedenfalls,wenn manch andere es wissen,einen doch teilweise so behandeln)

LG
Kary

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Butterfly68 ⌂, Schleswig, Wednesday, 06.06.2012, 15:47 (vor 5185 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondkind,

ich hatte auch so eine form der Epilepsie, nur beim einschlafen und aufwachen und durfte deshalb auch Auto fahren.

Seit 2008 habe ich aber auch Anfälle im Wachzustand und lass es mit dem Autofahren schon freiwillig, denn sollte was passieren auch wenn nichts schlimmes ist der Führerschein ist dann weg und die Versicherung zahlt nicht. Wenn ich aber irgendwann wieder nur Anfälle im schlaf bekomme oder nach der nächsten OP dann ist es wesentlich weniger Bürokratie, ich muss nur die Kreterien erfüllen die zum Autofahren nötig sind und gut.

Ach ja, als ich 2008 das erste mal in Hamburg Alsterdorf im Epilepsiezentrum war haben die Ärzte nichts wegen Fahruntauglichkeit in meinem Entlassungsbrief geschrieben und die 2 male danach auch nicht, aber als ich dies Jahr da war da wurde es extra vermerkt. Ich denke das die Ärzte da jetzt vorsichtiger sind nach dem Unfall zumal der ja auch in Hamburg war.

Gruß
Norbert

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

mezeg, München, Wednesday, 06.06.2012, 16:44 (vor 5185 Tagen) @ teilchenschubse

Hallo,

habe gestern den Bericht im Fernsehen (ARD, ZDF oder beide) gesehen. Es wurde betont, dass der Verursacher des Unfalls sehr wohl wußte, dass er Epileptiker ist aber die Fakten immer noch nicht einsehen will. Der Andere sagte, dass er nur nachts Anfälle hat und dass es zu seiner persönlichen Freiheit gehört, fahren zu dürfen. Allerdings ist er bereits um die 70.
Da wurde auch von dem anderen Unfall gesprochen, diesmal aus Altersgründen, Brems- und Gaspedal wurden wohl verwechselt. Und dann natürlich die Diskussion: Es gibt keine Möglichkeit einen Führerschein einfach so einzukassieren, er wird wohl fürs Leben erteilt. Ob die Fahrer selber ihren Führerschein abgeben, usw. , mit 70 fährt man nicht mehr wie mit 18.
Persönlich würde ich ab einem gewissen Alter (70 oder so was) oder im Falle besonderer Probleme einen jährlichen TÜV vorschreiben, Allgemeinzustand, Reflex, Augen & Ohren, etc. und Ergebnisse und Empfehlungen dem Prüfling mitteilen allerdings auch wenn angebracht kein Fahrverbot oder direkte Mitteilung an die Behörden. Der Fahrer kann so auf Probleme aufmerksam gemacht werden, die er noch nicht gemerkt hatte. Wer den TÜV nicht macht, verliert seinen Führerschein bei der nächsten Kontrolle, wer gewarnt wurde, trotzdem fährt und einen Unfall verursacht, trägt die volle Verantwortung und verliert ebenfalls den Führerschein.

Mein Großvater fuhr lange, bis er einmal an einer Ampel etwas zu spät reagierte und in das stehende Auto einfuhr. Nur kleine Blechschäden, er fuhr sowieso nicht schnell, aber im Auto saß eine leicht behinderte, was ihn sehr belastete, obwohl sie kaum Verletzung davon trug. Er hat sie und den Fahrer großzügig entschädigt und das Auto verkauft.

Wie kann man weiterleben, wenn man aus eigener Schuld vier Menschen das Leben genommen hat?

mezeg

P.S. Übrigens habe ich gut reden: den Führerschein habe ich nie gemacht, nicht deswegen, sondern einfach, weil ich nicht rechtzeitig dazu kam.
Nichtdestoweniger will mich meine ältere Tochter das Radfahren strikt verbieten: Ich könnte doch in eine Gruppe rasen und Todesfälle verursachen. Na ja, um bei kompletter Bewußtlosigkeit das Fahrrad auf 100 KmH zu bringen, muss ich noch recht viel üben. Nicht einmal im Wachzustand schaffe ich es...
Aber ich muss wieder damit rechnen, dass sie wieder angreift. :-(

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Mondenkind, Wednesday, 06.06.2012, 17:02 (vor 5185 Tagen) @ Butterfly68

Hallo Norbert,

das kann schon sein, dass die Ärzte jetzt vorsichtiger sind.

Bei mir war / ist es ähnlich wie bei dir. Ich habe im Sommer 2006 meinen Führerschein (endlich) gemacht - ich hatte damals über 4 Jahre nur nachts Anfälle und mein Arzt gab mir auch das ok dazu.

Kurz vor Weihnachten 2007 (ich hatte gerade seit ca. einem halben Jahr meine erste Arbeitsstelle) kamen die Anfälle dann wieder tagsüber - keiner konnte mir sagen warum. Mein Arzt riet mir zu einer Reha in Bethel. Dort stellte man dann eine Vernarbung fest und auch dass sie operabel ist (80 %ige Wahrscheinlichkeit der Anfallslosigkeit / 95%ige Besserung der Anfälle). Ich holte mir eine zweite Meinung in Bonn und lies mich letztendlich auch dort operieren.

Das ist jetzt fast 2 3/4 Jahre her. Nach einem Jahr setzte ich dann Keppra ab und anschließend wandelte ich Oxcarbazepin in Carbamazepin um (da Kinderwunsch). Als das dann alles rum war und wiederum etwa ein viertel Jahr vergangen war machte der Arzt noch einen Bluttest und als dieser auch in Ordnung war, gab er mir letztendlich das Ok zum Autofahren.

Das ist jetzt ca. ein 3/4 Jahr her.

Sollte ich - aus welchen Gründen auch immer - wieder Anfälle bekommen, ist mit das erste was ich mache, wieder aufs Autofahren zu verzichten (so schwer mir das auch immer fallen wird).

Aber da ist mir meine Gesundheit, die Gesundheit meiner Familie (vor allem die meiner Tochter [heute genau 4 Wochen alt]) und den vielen Unbekannten dann doch lieber - da würde ich nie ein Risiko eingehen.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Butterfly68 ⌂, Schleswig, Wednesday, 06.06.2012, 18:05 (vor 5185 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondkind,

ja wenn man erst einmal Auto gefahren ist und auch schon so lange Führerschein hat dann ist es gleich doppelt schwer vernünftig zu sein und das Auto fahren zu lassen, aber ich wohne zum Glück in der Stadt so das ich überall zu Fuß oder mit dem Fahrrad hin komme und für weitere Strecken oder einkaufen da fährt meine Freundin. Wenn ich Sie nicht hätte.

Glückwusch zu Deiner Tochter.

Liebe Grüße
Butterfly68

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

podi, Wednesday, 06.06.2012, 18:47 (vor 5185 Tagen) @ teilchenschubse

So hart das vielleich klingt, aber ich finde es generell unverantwortlich, als Epileptiker Auto zu fahren. Und wenn ich Jahre keinen Anfall hätte, bleibt ein Restrisiko. Da kann der Arzt 100x eine Fahrerlaubnis geben. Man muss sich dann ein Leben lang Vorwürfe machen, das es nicht hätte sein müssen. Aber jetzt abgesehen davon, finde ich das Urteil doch sehr hart, das muss jeder alkoholisierte Lenker auf jeden Fall wesentlich(!) höher bestraft werden! Was leider nicht der Fall ist. Am Schluß bleiben die Angehörigen der Opfer übrig, die sagen das es nie hätte sein dürfen. Also sollte es jemals eine Liste geben, die Epileptikern das fahren verbietet würde ich sie sofort unterschreiben.

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Butterfly68 ⌂, Schleswig, Wednesday, 06.06.2012, 18:59 (vor 5185 Tagen) @ podi

Hallo Podi,

So hart das vielleich klingt, aber ich finde es generell unverantwortlich, als Epileptiker Auto zu fahren. Und wenn ich Jahre keinen Anfall hätte, bleibt ein Restrisiko. Da kann der Arzt 100x eine Fahrerlaubnis geben.

das ist doch Unsinn, dann müsste jeder der einmal einen Herzinfarkt und viele andere hatte das für immer stehen lassen, auch da ist immer ein Restrisiko. und was willst Du bei den Senioren machen? Wenn der Arzt das go gibt, man kann sich auch verrückt machen mit den Gedanken was wäre wenn.

Gruß
Butterfly68

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Lerche, Wednesday, 06.06.2012, 19:56 (vor 5185 Tagen) @ Butterfly68

dann müsste jeder der einmal einen Herzinfarkt

...Hirnschlag, Zuckerschock... Allergie... Husten, Schnupfen...
Dieses ewige gegeneinander aufrechnen... ich hab's befürchtet:-(.
Sollte ich mal per Grand Mal in eine Menschengruppe fahren, fänd ich's besser, wenn's der allerletzte, finale Grand Mal wäre...
Uwe:-(

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Kary-, Wednesday, 06.06.2012, 20:50 (vor 5185 Tagen) @ Lerche

Hi Uwe,
stimmt man könnte dies bis ins unendliche zerpflücken:plötzliche niesattaken(wie du schon so erwähntest)etc..Anfallsfrei ist okay.es sind meist,genau wie bei jedem anderen medikament,die nebenwirkung,das man nicht an maschinen arbeiten darf.und sowas ist ein auto eben,vergleichbar.da das reaktionsvermögen beeinträchtigt sein kann.Auch wenns nur ne Kannoption ist.
tja...istn fass ohne boden diese thema:-(

LG
Kary

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

podi, Wednesday, 06.06.2012, 21:24 (vor 5185 Tagen) @ Kary-

Der Punkt bei der Geschichte ist halt, das ich weis, das ich Epileptiker und das Anfälle jederzeit (auch nach Jahren) kommen können. Herzattacken, Niessanfälle, plötzliche Übelkeit sind höhere Gewalt auf die man keinen Einfluss hat.

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Thursday, 07.06.2012, 11:15 (vor 5184 Tagen) @ Mondenkind

Hier einmal der Link zum angesprochenen ZDF-Bericht:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1656988/...

So wie ich das verstehe, hatte der Mann noch regelmäßige Anfälle, daher auch der Begriff "sorgfaltswidrig" im Artikel der Zeit. Wäre er "nachweislich" jenseits jenseits der gesetzlichen Gutachterrichtlinien anfallsfrei gewesen, hätte das Urteil anders ausgesehen.
Ich hätte es gut gefunden, wenn im Artikel zumindest allgemeinverständlich ansatzweise erklärt worden wäre, was darunter zu verstehen ist, z.B. irgendetwas in Richtung "trotz bisher nicht erfolgreich behandelter Epilepsie".

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

podi, Thursday, 07.06.2012, 17:09 (vor 5184 Tagen) @ Mondenkind

Ja, solltest du wieder mal einen Anfall haben... Das hat der Unfalllenker ganz sicher auch gedacht... Leider kam der Anfall halt zum falschen Zeitpunkt. Glaubst du das könnte dir auf keinen Fall passieren, das der erste Anfall nach so langer Zeit, zu diesem sehr ungünstigen Zeitpunkt passiert? Da liegt der Haken...

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Franzi91, Niederbayern, Thursday, 07.06.2012, 18:41 (vor 5184 Tagen) @ podi

Das große Problem dass ich für uns Epi-Betroffene sehe dass durch solche Fälle (fahren ohne Anfallsfreiheit und co...) auf uns größere Schwierigkeiten zu kommen
Sei es beim Führerschein machen oder bei den längeren Sperren nach einem GM ich fahre selbst Auto und habe ab und zu fokale Anfälle nur wenn das unter dem Fahren passiert hab ich ne Aura damit ich stehen bleiben kann und ich fahr wegen diesen Sachen auch nicht gern auf der linken Autobahnspur oder recht schnell da ich dann weis dass ich keine Standspur hab an der ich halten kann.

Worüber ich mir Sorgen mach ist dass für alle Epileptiker höhere Sperrzeiten kommen

--
Gesundheit ist nicht alles aber ohne Gesundheit ist alles nichts...

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

huge88, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Friday, 08.06.2012, 10:31 (vor 5183 Tagen) @ Franzi91

Nun gut, damit könnte ich persönlich gut Leben.

Was mir größere Sorgen bereitet ist, dass in solchen Kurzberichten, wie bei dem aus der Zeit, es sich für Leute, die von Epilepsie keine Ahnung haben, so anhört, als gäbe es nur die eine Epilepsie.
Ein solcher "Negativbericht", kann da die mühevolle Aufklärungsarbeit von Jahren zunichte machen, prägt sich so etwas doch instinktiv wesentlich deutlicher ein. Die Probleme die dadurch innerhalb der Gesellschaft für uns entstehen können, schätze ich als wesentlich höher ein, als nur die Frage danach, wer wann und ob wieder Autofahren darf.

Mit "Autolosigkeit" kann man sich meiner Meinung nach deutlich besser arangieren, als mit irgendwelchen potentiell aufkeimenden Klischees, die einen eventuell gesellschaftlich an den Rand drängen können.

--
Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
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Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

mezeg, München, Friday, 08.06.2012, 11:17 (vor 5183 Tagen) @ teilchenschubse

Hallo,

nochmals ausdrücklich betont: Eigentlich geht mir das Thema überhaupt nicht an, weil ich weder Auto noch Führerschein besitze. Das Drama der Autofahrer kann ich mich allerdings vorstellen.
Würde man mir das Radfahren verbieten, würde meine "Welt" zusammenbrechen: keine befreiende Tour in schöner Landschaft wie gestern (53 Km), kein "Rauschgefühl", soziale Kontakte erheblich minimiert (fuhr gestern mit einem langjährigen Radlerfreund, wir trafen unterwegs ebenfalls befreundete Radler = freundicher Ratsch, usw.), erschwerte Wege und Transporte auch wenn ich über sehr gute Verkehrsanbindung verfüge, von dem äußerst positiven Gesundheiteffekt (Herz, Kreislauf, Lunge, Immunsystem, Stimmung, Gewicht ;-) ) ganz zu schweigen.

Fand aber gestern in einer sehr lokalen Zeitung folgenden Kurz-Artikel:

Anfall im Auto

Ein 67-jähriger stand mit seinem Auto an der ...straße. Mitten im Gespräch mit seiner Tochter bekam der Mann einen Anfall und trat aufs Gaspedal. Der Wagen krachte in ein Auto, der Mann verletzte sich nur leicht. Schaden: 27 000 Euro.

Kein Hinweis auf Epilepsie, kein Kommentar.

Nur ein Element in der Diskussion.

mezeg

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Mondenkind, Friday, 08.06.2012, 12:06 (vor 5183 Tagen) @ Franzi91

Hallo Franzi,

ich fahre selbst Auto und habe ab und zu fokale Anfälle nur wenn das unter dem Fahren passiert hab ich ne Aura damit ich stehen bleiben kann und ich fahr wegen diesen Sachen auch nicht gern auf der linken Autobahnspur oder recht schnell da ich dann weis dass ich keine Standspur hab an der ich halten kann.

Verstehe ich das richtig?? Du hast noch Anfälle und fährst trotzdem Auto??? Hat dir dein Arzt nicht gesagt, dass du im Moment nicht Auto fahren darfst oder ignorierst du das einfach???

Fragende Grüße
Mondenkind

--
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(George Bernard Shaw)

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Mondenkind, Friday, 08.06.2012, 12:49 (vor 5183 Tagen) @ podi

Ja, solltest du wieder mal einen Anfall haben... Das hat der Unfalllenker ganz sicher auch gedacht... Leider kam der Anfall halt zum falschen Zeitpunkt. Glaubst du das könnte dir auf keinen Fall passieren, das der erste Anfall nach so langer Zeit, zu diesem sehr ungünstigen Zeitpunkt passiert? Da liegt der Haken...

Hallo Podi,

es gibt ja wohl einen großen Unterschied zwischen dem "Unfalllenker" und mir. Er hätte nie Auto fahren dürfen. Er hat seine Epilepsie ignoriert, vielleicht auch keine Tabletten eingenommen oder unregelmäßig...

Ich nehme meine Medis regelmäßig ein, gehe jedes viertel Jahr zu meinem Neurologen, bekomme meinen Blutspiegel getestet etc.

Ich habe meine OP u.a. aus dem Grund gemacht um wieder Auto fahren zu können und somit auch eine Arbeitsstelle zu bekommen (ich bin Sozial-Pädagogin und in dem Bereich ist es schwierig eine Stelle ohne Führerschein zu bekommen).

Ein anderer Grund war, dass mein Mann und ich Kinderwünsche haben / hatten. Soll ich meine kleine Tochter (4 Wochen) jetzt auch nicht mehr rumtragen oder alleine mit ihr in die Stadt gehen dürfen, weil die Gefahr zu groß ist, dass ich ja einen Anfall bekommen könnte???

Lieben Gruß
Mondenkind

--
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Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

podi, Friday, 08.06.2012, 14:12 (vor 5183 Tagen) @ Mondenkind

Ich vergleiche dich auf keinen Fall mit diesem Unfalllenker, der ist ein Fall für sich. Ich möchte dich auch auf keinen Fall persönlich angreifen! Dieses Problem Auto/Epilepsie ist ein allgemeines. Man hofft oft sehr lange Zeit, eine Fahrerlaubnis zu bekommen und tut dazu alles was möglich ist. Fakt ist halt leider, das ein Anfall immer kommen kann. Und im Gegensatz zu Herzinfakt, Niessanfall etc. weis ich das das möglich ist. So Tragisch es auch ist, die Epilepsie fordert gewisse persönliche Opfer. Ich würde auch gerne Tauchen, aber das Risiko ist (auch für den Partner) zu groß. Ob ich jetzt mit meier Tochter spazieren gehe, oder mit 120km/h auf der Autobahn unterwegs bin, mach doch einen gewissen Unterschied. Also dieser Vergleich hinkt. Selbstverständlich wünsche ich dir alles Gute und das soetwas nie passiert! Also dann, fahr vorsichtig :-) !

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Franzi91, Niederbayern, Friday, 08.06.2012, 20:56 (vor 5183 Tagen) @ Mondenkind

Erstens hab ich den führerschein nicht ohne Erlaubnis meines Docs gemacht und 2. war ich schon mal ein halbes Jahr gesperrt weil ich eben 2 GM´s hatte und hab dann auch freiwillig länger auf das Auto verzichtet als ich gemusst hätte
Ich persönlich hab allerhöchstes durch die gute Einstellung meiner Medis alle paar Monate mal fokale Anfälle und in den 5 1/4 Jahren auch erst 3 GMs gehabt
Also alles in allem traue ich und mein Arzt mir zu dass ich Auto fahren kann.
übrigens bin ich auch extra in die Nähe meiner Arbeitsstelle gezogen obwohl ich ich in meinem Heimatdorf sehr wohlgefühlt hab...

So viel zu mir

--
Gesundheit ist nicht alles aber ohne Gesundheit ist alles nichts...

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Hape, Friday, 08.06.2012, 22:27 (vor 5182 Tagen) @ Franzi91

hallo was ist mit den tausend Alkoholsündern ? darüber redet man nur 5 Minuten dann
gehts weiter zur tagesordnung Hape

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Mondenkind, Saturday, 09.06.2012, 15:39 (vor 5182 Tagen) @ Franzi91

Hallo Franzi,

jetzt ohne dich angreifen zu wollen oder ähnliches... aber ich verstehe nicht, warum du Auto fahren darfst... du hast ja noch ab und an Anfälle - und bist dementsprechend nicht anfallsfrei.

Wie sehen deine fokalen Anfälle aus?? Bist du dabei noch bei Bewusstsein oder nicht??

Lieben Gruß
Mondenkind

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Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Kaheroja, Sunday, 10.06.2012, 16:43 (vor 5181 Tagen) @ mezeg

Gibt es eine Statistik, in der festgehalten wird welche gesundheitlichen Beinträchtigungen zu einem Verkehrsunfall geführt haben ??

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

reli, Sunday, 10.06.2012, 19:39 (vor 5181 Tagen) @ Kaheroja

Hallo Kaheroja.

bin seit 26 Jahren anfallsfrei und habe den Führerschein,hätte ich heute einen Anfall,würde ich das Autofahren aufgeben.Das bedeutet für mich,dass ich meine Arbeit verliere.Hat sich schon jemand überlegt,was passiert,wenn ich als Beifahrer bei 120Kmh einen Anfall bekomme? Jeder Unfall ist tragisch und meistens ist menschliches Versagen die Ursache!Sollte mir so etwas passieren, mit oder ohne Anfall,wäre mein Leben zerstört,auch ohne Verurteilung.
Gruss Reli

Epileptiker wegen Verkehrsunfall verurteilt

Wop, Nähe Mönchengladbach, Tuesday, 17.12.2013, 18:15 (vor 4626 Tagen) @ reli

Hallo,
ich war schon lange nicht mehr im Forum, aber dieses Urteil, bzw. Thema, wurde ausführlich während der Zeit, wo ich nicht zu hause war, u.a. auch in der UNI Bonn diskutiert. Tatsache war, dass der Autofahrer über seine Epilepsie Bescheid wusste, Verteidiger des Angeklagten und Richter ebenfalls. Die Toten in der Bushaltestelle leider nicht. Das Urteil von 4 Jahren ohne Bewährung war für mich ein Witz, die Ausführung des Verteidigers in Berufung zu gehen eine Verfehlung seines Berufes. Wenn ich Richter gewesen wäre, oder das Drama hätte sich in den USA abgespielt, wäre der Autofahrer nicht unter 10 Jahren hinweg gekommen. Was dazu noch kommt, in den USA hätten die Angehörigen als Nebenkläger eine Summe zugesprochen bekommen, die für den Schuldigen das entsprechende Nebenurteil bedeutet hätte. Eine Versicherung hätte mit Sicherheit nicht gezahlt. Abschließend noch zu allen, die meinen, sie könnten trotz OP oder medikamentös eingestellt anfallsfrei sorglos wieder Auto fahren, handeln für mich trotzdem grob fahrlässig, denn kein Arzt auf der Welt gibt ihnen ein schriftliches Gutachten, in dem eine Anfallsfreiheit attestiert wird.
Ich brauchte meinen Führerschein auch und die freiwillige Abgabe, nachdem man mir gesagt hat, ich habe Epilepsie, war für mich schlimmer als die Tatsache an sich, dass ich erkrankt bin. Viel Spaß beim Diskutieren, falls dieser Beitrag gelesen werden sollte,
Gruß Wop