Stimmungsschwankungen... nach oben!
Hallo,
ich betreue ehrenamtlich seit ein paar Monate eine Vorschülerin, sagen wir L., im Rahmen eines Bildungsprojekts. Mit ihr lief es sofort gut, mit der Mutter nicht. Sie benütze sogar L., um mich zu nötigen L. jede Woche ins Hallenbad zu bringen und ihr das Schwimmen beizubringen. Ich klärte sie auf, um sie abzuschrecken, gab aber L. wegen nach. Für sie das erste Mal, sie jaulte regelrecht vor Freude. Ich wäre schon irgendwann wieder mit ihr gegangen aber nicht unter Druck, sogar telefonisch.
Dann ging's wieder los mit Auras, die ich beendet glaubte. Also Aufdosierung, die schief gegangen ist, dann halbe Aufdosierung, momentan keine Auras.
Ich weigerte mich unwiderruflich mit ihr ins Hallenbad zu gehen, und bekam resolute Unterstützung von der Projektleiterin (Sozialarbeiterin) und den Erzieherinnen, die sich die Mutter zu Brust nahmen und L. die Problematik ziemlich deutlich erklärten. Sie verstand: "Ich KANN anstatt ich DARF nicht mehr schwimmen", akzeptierte es aber. Ich hatte sowieso einen Trumpf im Ärmel: Schlittschuhlaufen. Jeder Erwachsener muss nicht schwimmen können, um ein Kind im Nichtschwimmerbecken zu betreuen, auf dem Eis aber muss man die Kufen einsetzen Können. Sie war begeistert, nun auch selber Schlittschuh laufen zu können.
Wir habe seitdem auch anderes unternommen, gestern holte ich sie wieder zu mir, Katzen begrüßen, mit mir einen Teig machen, den ich in der Pfanne verarbeiten mußte, weil das Waffeneisen streikte. Zwei hat sie verputzt, dann habe ich ihr die Spielzeugkiste geholt, um die Pfannkuchen fertig zu machen. Sie hat mir die Zeit gelassen, obwohl sie mich ins Spiel miteinbinden wollte: Ich hatte im Keller noch Schlümpfis und deren Häuser gefunden, sie hatte sich mit allerlei Zubehör ein Dorf aufgebaut. Dann lag ich am Boden und spielte die Rolle der mir überlassenen Schlümpfis, z.B. der Kosmonauten-Schlumpf, der sich mit Barbabella anfreundet und doch zu seinem Stern zurück muss.
Dann sagte sie plötzlich: "Wie kann ich ohne Dich leben?"
Ich war sprachlos-glücklich.
Dann bringe ich sie zurück, sie auf meinem Tretroller, ich auf dem Rad begleitend, und als ich mich an der Haustür verabschiedete, sagt sie noch "Ich werde Dich vermissen!" und gibt mir einen Bussi, was sie bis jetzt nie gemacht hatte!
Und heute morgen die "Konsolidierung": Unten gibt es zwei Jungs, die ich bei Bedarf übernehme. Momentan sind die sehr netten Großeltern da. Er sah mich kommen und hielt mir die Tür, der Jüngere eilte seinem Großvater entgegen, sah mir und gab mir spontan einen Bussi.
Danach konnte ich noch im Wald radeln, bevor der Regen kam.
Es gibt doch so schöne Momente! Heute Nacht werde ich bestimmt gut schlafen!
mezeg
P.S. ich hoffe, jetzt niemandem auf dem Keks gegangen zu sein, ich mußte es aber loswerden...