gerade beinahe einen Anfall gehabt

podi, Friday, 15.06.2012, 09:55 (vor 5176 Tagen)

Gestern mittag hab ich wieder mal eine Absence gehabt.Seit dem hab ich immer wieder ganz kurze Auren. Und vor einer halben Stunde hätte ich fast wieder eine gehabt. Ich hab mich grad noch so konzentrieren können, das (wahrscheinlich) nichts war. Aber jetzt ist mein Kreislauf ganz unten und meine Finger zittern. Ich hoffe das geht bald vorbei

gerade beinahe einen Anfall gehabt

mezeg, München, Friday, 15.06.2012, 11:51 (vor 5176 Tagen) @ podi

Hallo Podi,

kann (leider) mit Dir mitfühlen. Glaubte nun "sauber" zu sein, keine Anfälle, keine Absences, nicht einmal Auras und fuhr letzten Dienstag zum Neurologe, um zu wissen, ob ich den von ihm gewünschten Termin bei einem anderen Spezialisten absagen konnte. Seine Assistentin hat alles aufgenommen und gesagt, ich konnte den Termin absagen und einfach wieder kommen, wenn ich was brauche. In der Zeit kam er vorbei zum nächsten Patient, grüßte mich mit seinem freundlichen Lächeln. Also war ich doch nicht abgeschoben und zu einem anderen "entsorgt", was ich fürchtete. Ich war selig.
Und am gleichen Nachmittag grundlos zu Hause diese "verschwommene Erinnerung" mit Unruhe, die ich wohl als Aura bewerten soll. Und die Angst: hätte ich doch den Termin nicht absagen sollen? Geht es wieder von vorne los? Den ganzen Tag und am nächsten Tag "schwamm mir diese Angst immer in der Suppe", mußte mich auch fest konzentrieren, um sie zu niederdrücken. Abends führte ich einen jungen Nachbar durch die Klippen des "Futur antérieur" und fühlte mich wieder gut, weil gründlich abgelenkt.

Und gestern früh ging es wieder los! Zu früh wach, ging ich wie immer zurück ins Bett mit warmer Teekanne (bin immer sehr durstig) und Entspannungsmusik in den Ohren. Und wieder eine "verschwommene Erinnerung", dazu Kältegefühl im linken Arm und Fuß!

Am Vormittag fuhr ich in den Wald und versuchte mich abzulenken und auch zu verstehen, warum es wieder passierte. Oder angedeuteter Schlaganfall? Wurde eine leichte Plaquebildung in der rechten Carotide bei mir gefunden aber normaler Fluß und Blutdruck niedrig. Paßt nicht!
Dann eine andere Hypothese: Alles war sehr "neblig". Vielleicht doch nur "geträumt" oder "gedöst", als Aufarbeitung des Schrecks nach der letzten Aura?

Gestern war ich "Patchwork-Babysitterin" mit drei Kindern und zwei Sprachen, Stück nach Stück zusammengekommen, dann abends einen Jugendlichen. Sehr lebhaft aber gleichzeitig "kopf-entspannend". Heute fühle ich mich wieder frei (zumindest bis jetzt!)

Ablenken ist für uns auf jedem Fall die beste Medizin. Leider nicht so einfach! Ich fahre jetzt in den Wald und versuche meine "Suppe" etwas flüssiger zu machen.

Dir beste Wünsche!
mezeg

gerade beinahe einen Anfall gehabt

podi, Friday, 15.06.2012, 13:31 (vor 5176 Tagen) @ podi

nicht schon wieder... Das wird kein guter Tag heute

gerade beinahe einen Anfall gehabt

mezeg, München, Friday, 15.06.2012, 17:30 (vor 5176 Tagen) @ podi

nicht schon wieder... Das wird kein guter Tag heute

ach, Podi! Ich hoffe, es war nur Fehlalarm!

Fühle mit Dir
mezeg

gerade beinahe einen Anfall gehabt

Green, Friday, 15.06.2012, 18:44 (vor 5176 Tagen) @ podi

Hallo

boh das ist ja echt anstrengend finde ich immer.........mir hilft einfach weiter machen und versuche nicht viel zu denken.....sonst werd ich ja Ihre in der Birne.

Wünsch Dir viel Kraft.

Gruss Green

gerade beinahe einen Anfall gehabt

beatmeup, Saturday, 16.06.2012, 01:14 (vor 5175 Tagen) @ podi

das mit der konzentration ist irgendwie "witzig".
warum kann man dadurch anfällen aus dem weg gehen ? sind das denn anfälle ?
überlagert man dadurch die "falschen" reize mit bedeutenderen ?
wirkt das wie ne firewall ? wie feuer mit feuer bekämpfen.
warum hab ich kein eeg zuhause ? :D
*explizit* sind nur rhetorische fragen

wenn aber ablenkung so potent ist, wieso fliesst das dann nicht mit in die behandlung ein ? ich verstehs nicht. vielleicht sind einige der symptome rein psychischer natur, weil man auf etwaige situation sensibel reagiert. einige
häßliche und fette menschen bekommen panikschübe, reagieren ängstlich und verschlossen, wenn leute sie mustern oder anlächeln.
warum sollten epileptiker keine panikschübe bekommen, wenn sie denken aus der norm zu fallen, was ihr befinden angeht. ich denke nicht, dass hier jemand psychisch krank ist, aber wir fallen aus der norm und das kann angst bereiten, aber ob das krankheitsrelevant ist, ist ne andere sache.
"komisch" ist, dass sich einige epileptiker umso besser fühlen je mehr sie abgelenkt werden bzw sich konzentrieren. (so gehts mir auch)

ich hab zb ne heidenangst vor cola zum frühstück nach ner disko nacht. in 6 von 9 fällen hatte ich danach einen gm. dann half auch kein konzentrieren mehr und ansonsten fühlte ich anbahnungen.

ps. ich trink keine cola zuhause. :P

gerade beinahe einen Anfall gehabt

podi, Saturday, 16.06.2012, 08:56 (vor 5175 Tagen) @ beatmeup

Wenn ich mich da noch so konzentrieren kann, ist alles runherum ausgeblendet. Da bekomm ich sonst kaum noch was mit. Aber das braucht so viel Energie, das mein Kreislauf für eine Zeit total am Boden ist. Schnelle Bewegungen, oder ganz "normal" gehen, funktioniert dann nicht. (und heute hab ich schon wiederso ganz kurze Auren gehabt) Ich hoffe da kommt nichts großes.

gerade beinahe einen Anfall gehabt

Mondenkind, Saturday, 16.06.2012, 12:01 (vor 5175 Tagen) @ beatmeup

Hallo beatmeup,

wenn aber ablenkung so potent ist, wieso fliesst das dann nicht mit in die behandlung ein ? ich verstehs nicht. vielleicht sind einige der symptome rein psychischer natur, weil man auf etwaige situation sensibel reagiert. einige

Gibt es, z.B. das Bio-Feedback oder die Selbstkontrolle.
Beide sind aber nicht bei jedem möglich, unter anderem muss man vorher eine Aura haben.

Lieben Gruß
Mondenkind

--
"Ich habe gelernt, vom Leben nicht viel zu erwarten. Das ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit und der Grund, warum ich immer angenehme Überraschungen statt trostloser Enttäuschungen erlebe."
(George Bernard Shaw)

gerade beinahe einen Anfall gehabt

mezeg, München, Saturday, 16.06.2012, 21:12 (vor 5175 Tagen) @ beatmeup

Hallo beatmeup,

bei der letzten Kontrolle im Krankenhaus sagte mir der Neuro-Chirurg "Die Rolle der Lebensqualität darf nicht unterschätzt werden!" Es ging in dem Fall präzis um meine "Droge" Radfahren, ist aber wohl überall anwendbar, solange wir uns damit nicht unnötig in Gefahr setzen.

Dem jungen Nachbar erfolgreich an die franz. Grammatik ranzuführen - und er macht mit! - war für mich Lebensqualität und verdrängte die (vielleicht unbegründete) Angst vor weiterer Auras. Die drei Kinder am nächsten Tag, so verschieden, aber sie kamen gerne mit mir, dabei kennt mich die kleinere kaum, deren Mütter, die mir vertrauen - Lebensqualität. Abends mit dem jungen Fußballnachwuchs über die Qualität unserer Nationalhymnen (!) diskutiert, er mag die Musik von der Marseillaise (ich auch!!), aber den blut-triefenden Text (pfui!) aus der Revolutionszeit kennt er nicht und läßt sich übersetzen, bevor er "Fratelli d'Italia" pfeift - Lebensqualität. Und heute 78 km in herrlicher Landschaft und jetzt auf dem Balkon im Forum lesen - Lebensqualität.

Ich fühle mich jetzt nach der Alarm von Dienstag wieder wohl und frei. Wenn es wieder vorkommt, muß ich mir dann schleunigst ein Opfer für die franz. Grammatik suchen ;-)
vielleicht "abartige" Lebensqualität, aber wenn sie funktioniert...

gerade beinahe einen Anfall gehabt

beatmeup, Monday, 18.06.2012, 00:07 (vor 5173 Tagen) @ mezeg

das mit der lebensqualität meinte meine epileptologin auch und die attitüde find ich super. mich hatten nur die vorrigen neurologen bisschen irritiert "wenn man eine krankheit hat, muss man sich auf jeden fall einschränken". wie heilsam man selbst sein kann, wird meistens nicht betrachtet.

ps. die marseillaise mag ich auch :D

gerade beinahe einen Anfall gehabt (schon wieder!)

mezeg, München, Monday, 18.06.2012, 16:59 (vor 5173 Tagen) @ beatmeup

und ich glaubte, nun wieder freie Fahrt zu haben und bekam am frühen Nachmittag wieder einen Anfall: verschwommene Erinnerung mit dem Gefühl, ich kenne es doch und könnte es entziffern, dann Übelkeit. Vielleicht sollte ich versuchen, schnell wegzudenken, andererseits frage ich mich, ob es nicht mit meinen kurzen Aphasien verwandt sein könnte: einen "Inhalt" fühlen aber keine passende Wortform dafür finden, das Sprachzentrum könnte was abgekriegt haben.
Allzu tragisch habe ich es - zum Glück - nicht genommen: sehr schwül, leichtes Unterzucker, viel zu wenig getrunken. Und hatte mich noch in der Früh mit der Verwaltung wegen des Saufgelagen Samstag Nacht angelegt: Ach ja, es steht schon in der Hausordnung, dass man ab 22:00 sich auf Raumlautstärke halten soll. Ja, es ist nicht richtig, bis gegen 00:30 zu schreien, grölen und randalieren... Aber man kann nichts tun, um die Hausordnung achten lassen. Aber nein, die Beiräte haben keine Immunität, sie dürfen nicht unangemeldete Gartenhäuser bauen, die allgemeine Anlage für sich und deren Freunde in Beschlag nehmen, ihren Abstellplatz zumüllen... aber man kann sie nicht daran hindern.

Wozu gibt es dann Hausordnung, wenn sie grundsäztlich nicht beachtet wird. Und ich glaubte, dass wir Franzosen die eigentlichen Schlamper sind!

Na ja, jetzt lache ich wieder, nachdem ich eine schöne Artischoke aus dem Léon verputzt habe - natürlich nur aus Patriotismus...;-) ;-) ;-)

Und ich warte, dass es etwas kühler wird, um das Katzennetz am Balkon zu ersetzen, meine Pflanzen umzustellen und sehnsüchtig warten, bis ich wieder die "Marseillaise" mitsingen kann..:-) :-) :-)

kenavo
mezeg

gerade beinahe einen Anfall gehabt

Kaheroja, Saturday, 16.06.2012, 16:53 (vor 5175 Tagen) @ podi

Hallo podi,
Ich versuche mich mit progressiver Muskelentspanung wieder runter zu holen ! Funktioniert bei mir einigermaßen gut. Wenn ich aber merke. Ich kann diese Schübe gar nicht durch brechen nehm ich mir auch schonmal eine Tavor. Nach einiger Zeit lässt dann die Anspannung nach und ich komm wieder runter.

lg